Rudolf | Weihnachten ... alle Jahre wieder | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 248 Seiten

Rudolf Weihnachten ... alle Jahre wieder


2. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7431-8487-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 248 Seiten

ISBN: 978-3-7431-8487-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Vierundzwanzig Advents- und Weihnachtsgeschichten für die ganze Familie für die stimmungsvollste Zeit im Jahr.

Brigitta Rudolf lebt mit ihrem Mann und Kater Jonny in einer kleinen Kurstadt am Rande des Wiehengebirges. Etliche weitere Projekte der Autorin warten noch auf ihre Umsetzung.
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Kaufrausch


Schon wieder einmal standen die Weihnachtseinkäufe an, und wieder einmal wurde es allerhöchste Zeit dafür! Also schnappte Katrin sich ihre vierjährige Tochter Leonie, und los ging es in das große Einkaufscenter vor der Stadt. Dort waren alle großen Warenketten vertreten, und nach den eingekauften Pflichtgeschenken wollte sie sich mit Leonie noch in dem großen Spielzeugparadies umschauen. Mit dem Versprechen, anschließend dorthin zu gehen, konnte sie Leonie immer locken. Außerdem gab es in dem großen Center auch etliche Cafés, in denen sie sich zum Schluss noch die wohl verdiente Tasse Kaffee gönnen konnte.

„Und Kakao und Kekse für mich, Mama“ wünschte sich Leonie.

Schon von weitem sahen sie die festlichen Dekorationen und die Beleuchtung des Einkaufscenter strahlen. Wie immer am Nachmittag war auch diesmal der Parkplatz wieder rappelvoll. Aber vormittags musste Katrin arbeiten, dann erst Leonie vom Kindergarten abholen, für sie beide das Essen machen, den Rest für Tom warm stellen, der später aus der Schule kam, und dann waren sie endlich los gekommen. Katrin zog einen Zettel aus der Tasche, auf dem sie sich die Weihnachtswünsche ihrer Lieben notiert hatte. In der Buchhandlung hatte sie einiges bereits vorbestellt, das musste zwar nur noch abgeholt werden, aber an der Kasse war die Schlange trotzdem beträchtlich. Zumal die Dame vor ihr mit ihrer EC - Karte bezahlten wollte, damit aber offensichtlich nicht zurecht kam. Ob ihre eingegebene Geheimnummer nicht stimmte? Jedenfalls piepste das Gerät einige Male und schließlich brach die verärgerte Kundin den Versuch, bargeldlos zu zahlen ab, und zog entnervt doch ihr Geld aus der Tasche. Na also, warum denn nicht gleich so, fragte sich Katrin.

Anschließend suchte sie mit Leonie für ihren Mann Rolf einen schicken Pullover und ein passendes Hemd dazu aus. Darüber würde er sich bestimmt freuen!

„So, jetzt müssen wir nur noch in die Parfümerie, und für Oma Monika und für Tante Ruth etwas kaufen, mein Schatz“, erklärte sie Leonie, die bis dahin sehr gehorsam neben ihr her getrabt war.

„Ich möchte Teddy aber endlich das große Spielhaus zeigen, was ich mir wünsche“, quengelte die Kleine.

„Ja, das kannst Du ja auch gleich“, vertröstete Katrin ihre Tochter. Missmutig schwieg die Kleine, lief aber trotzdem, ihren Teddy fest an sich gedrückt, weiter neben ihrer Mama her.

„Am Schluss können wir noch einen Kakao trinken, was meinst Du?“, fragte sie ihre Tochter. Aber Leonie gab keine Antwort. Auch gut, dachte Katrin, und zog dann die widerstrebende Leonie hinter sich her, um in der Parfümerie ihre letzten Besorgungen für diesen Tag zu machen. Dort hielt sie Ausschau nach einer Verkäuferin, die ihr weiterhelfen konnte. Tatsächlich, da stand eine durchgestylte, hübsche, junge Dame, die ein Namensschild vor der Brust hatte, das sie als Angestellte dieses Ladens auswies. Mit schnellen Schritten ging Katrin auf sie zu und trug der Verkäuferin ihre Wünsche vor, bevor ihr eine andere Kundin zuvor kommen konnte. Dann gingen die beiden weiter und Leonie, die dabei die Hand ihrer Mama unbemerkt los gelassen hatte, stand plötzlich allein da. Jetzt wollte sie aber endlich in ihr heiß geliebtes Spielzeugparadies.

„Komm Teddy, wir gehen“, flüsterte sie dem Bären ins Ohr, der natürlich nicht dagegen protestierte. Sie war ja schon öfter in dem großen Einkaufszentrum gewesen, und traute sich deshalb durchaus zu, ihr Ziel auch ohne die Mutter zu finden. Leonie war eine sehr mutige junge Dame, und in dem Trubel fiel es niemandem auf, dass dieses kleine Mädchen ganz allein unterwegs war. Alle hasteten an ihr vorbei, mit mehr oder weniger großen, schweren, gefüllten Einkaufstüten in der Hand. Jeder war vor allem mit sich selbst beschäftigt - Vorweihnachtstrubel eben!

Endlich hatte Katrin alles beisammen und bedankte sich bei der Verkäuferin für die freundliche und kompetente Beratung.

„Möchten Sie etwas davon als Geschenk verpackt bekommen?“, erkundigte sich die junge Dame noch bei Katrin.

„Nein danke, das kann ich selbst. Meine Tochter soll nicht noch länger auf mich warten müssen“, entschied Katrin.

„Ihre Tochter“, fragte die Verkäuferin, „wo ist sie denn?“

„Leonie, Herrgott Leonie, wo bist Du?“, schrie Katrin entsetzt und sah sich um. Sie war so mit der Geschenkesuche beschäftigt gewesen, dass sie gar nicht mehr auf die Kleine geachtete hatte.

„Wie sieht sie denn aus, ihre Tochter?“, fragte die Verkäuferin Katrin. „Wir finden sie schon, weit ist sie sicher nicht gelaufen“, tröstete sie die völlig verzweifelte Katrin.

„Sie trägt Jeans, braune Stiefel und ein rotes Mäntelchen. Außerdem hat sie ihren Stoffbären dabei“, beschrieb Katrin ihre Tochter.

Währenddessen hatte Leonie das große Spielwarengeschäft tatsächlich gefunden und stand völlig hingerissen vor dem großen Spielhaus.

„Ist das nicht schön, Teddy?“, wollte sie von ihrem treuen Freund wissen. Doch der blieb wieder einmal stumm, was Leonie allerdings als Zustimmung deutete.

„Na Süße, die ist schön, diese große Spielvilla, nicht wahr?“, fragte eine der Verkäuferinnen Leonie.

„Ja, toll!“, bestätigte ihr Leonie strahlend. „Teddy findet das auch!“, fügte sie noch hinzu.

Dann ging die Verkäuferin lächelnd weiter und meinte: „Du kannst sie Dir ja vom Weihnachtsmann oder vom Christkind wünschen!“

Dann war sie fort und Leonie hatte plötzlich eine Idee!

„Was meinst Du, Teddy, sollen wir mal in das große Haus hineingehen? Ich bin schon so müde, Du auch?“ Gesagt getan. Mit Teddy unter dem Arm krabbelte Leonie durch die Tür des Hauses und legte sich drinnen hin. Herrlich kuschelig fand sie es dort. Von draußen hörte sie noch ein paar Augenblicke das Gemurmel der anderen Kunden. Das Gedudel der Weihnachtslieder, die hier während der Adventszeit in allen Läden liefen, hüllte sie sofort sanft in den Schlaf.

Katrin hatte in der Zeit, mit Hilfe der Verkäuferin, den ganzen Laden abgesucht. Ohne Erfolg, Leonie war und blieb verschwunden. Katrin machte sich die allergrößten Vorwürfe, nicht besser auf ihre Tochter acht gegeben zu haben. Schließlich schlug die hilfsbereite Angestellte der Parfümerie vor, mit ihr zur Rezeption des Einkaufscenters zu gehen, um Leonie dort ausrufen zu lassen. Kurze Zeit später ertönte die Durchsage:

„Die kleine Leonie, vier Jahre alt, wird vermisst. Sie trägt...“

„Wohin könnte sie denn gelaufen sein? Überlegen Sie mal, wo können wir sie noch suchen?“, fragte die Verkäuferin die inzwischen vor Sorge völlig aufgelöste Katrin.

„Ich weiß es nicht, sie könnte überall und nirgends sein, meine Tochter ist ein sehr selbstständiges Kind“, antwortete Katrin schluchzend.

Doch dann fiel ihr ein, wie sehr Leonie sich das große Spielhaus wünschte und auch, dass sie ihr versprochen hatte, es noch einmal gemeinsam mit ihr anzuschauen.

„Sie könnte ins Spielzeugparadies gelaufen sein“, stieß sie erregt hervor, während durch die Lautsprecheranlage noch einmal die Suchmeldung nach ihrer Tochter an ihr Ohr drang. Schon raste sie los, alles andere vergessend. Sogar die bis dahin eingekauften Geschenke blieben in der Parfümerie liegen.

Durch die Lautsprecherdurchsage alarmiert, erinnerte sich die junge Frau aus dem Spielzeugparadies plötzlich an ihre Begegnung mit dem kleinen Mädchen. Zu der Kundin, die sie gerade bediente, sagte sie deshalb: „Verzeihen Sie bitte, aber ich glaube, ich habe die Kleine vorhin an unserer großen Spielvilla gesehen. Ich muss sofort dort nachschauen, ob sie womöglich noch da ist.“ Die Kundin, die selbst mehrere Enkel hatte, war voll Verständnis und lief gleich mit. Sie konnte sich die Sorge der jungen Mutter lebhaft vorstellen. Die beiden trafen im gleichen Moment bei dem Spielhaus ein wie die aufgelöste Katrin.

„Leonie, bist Du hier?“, rief sie und öffnete die Tür der Spielvilla. Wahrhaftig, da lag sie, ihre Tochter. Fest eingeschlafen, ein seliges Lächeln im Gesicht und ihren Teddy fest im Arm. Durch den Ruf der Mutter erwacht, blinzelte Leonie etwas verschlafen, und kroch dann nach draußen in die weit geöffneten Arme von Katrin, die sie sofort erleichtert an sich drückte.

„Leonie, was machst Du nur für Sachen? Wie gut, dass ich Dich wiedergefunden habe!“, stammelte Katrin.

„Ach Mama, ich wusste doch, dass Du irgendwann kommen würdest und Teddy auch“, wehrte Leonie ab. „Kriege ich denn jetzt endlich meinen Kakao, und wie findest Du überhaupt das Spielhaus, Mama?“, wollte sie dann wissen.

„Alles was Du willst, mein Schatz!“, versprach ihr Katrin glücklich.

„Wirklich alles?“, erkundigte Leonie sich...



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