Ruhe | Elucidarium und Lucidaires | Buch | 978-3-88226-540-8 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 328 Seiten, Format (B × H): 170 mm x 240 mm, Gewicht: 740 g

Reihe: Wissensliteratur im Mittelalter

Ruhe

Elucidarium und Lucidaires

Zur Rezeption des Werks von Honorius Augustodunensis in der Romania und in England
Erscheinungsjahr 1993
ISBN: 978-3-88226-540-8
Verlag: Reichert Verlag

Zur Rezeption des Werks von Honorius Augustodunensis in der Romania und in England

Buch, Deutsch, 328 Seiten, Format (B × H): 170 mm x 240 mm, Gewicht: 740 g

Reihe: Wissensliteratur im Mittelalter

ISBN: 978-3-88226-540-8
Verlag: Reichert Verlag


Das Elucidarium, ein im Mittelalter weit verbreitetes Handbuch des Glaubenswissens, diente der Vermittlung theologischen Wissens sowohl an den Klerus als auch an ein interessiertes Laienpublikum. Honorius Augustodunensis wollte mit seinem Elucidarium den Mitbrüdern im Kloster Hilfestellung bei dogmatischen Fragen leisten; auch konnte der Geistliche in diesem Handbuch Material für seine praktische Tätigkeit finden: so diente das Elucidarium beispielsweise als Fundgrube für die einfachere Predigt vor einem Laienpublikum.
Vor dem Hintergrund des Forschungsthemas des Sonderforschungsbereichs 226 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (wissensorganisierende und wissensvermittelnde Literatur im Mittelalter) wird am Beispiel des Elucidariums der Übergang vom lateinischen Ursprungstext zur Volkssprache analysiert; in den Beiträgen des vorliegenden Sammelbandes werden dabei sowohl die französische, die italienische und die spanische als auch die englische Adaption untersucht - unter diesem Aspekt stellt die Untersuchung auch eine mentalitätsgeschichtlich orientierte Fallstudie dar.
Im Beitrag von E. Ruhe „Praedicatio est translatio“ werden die Spuren des Elucidariums in altfranzösischen Predigten nachgewiesen: Die Edition des Predigtentwurfs aus der Zisterzienserabtei des Valasse ergänzt diesen Beitrag. Die lateinisch-altfranzösische Parallel-Edition zweier Predigten aus einer Pariser Handschrift von B. Wins erleichtert dem Leser den Einblick in den Umgang des unbekannten Predigtautors mit seiner Vorlage. Die Untersuchung der spanischen Rezeption wird durch die schlechte Erfassung volkssprachlicher Handschriften in spanischen Bibliotheken erschwert – um so wichtiger ist der Beitrag von M. Türk „La tehologia es saber que fabla de Dios e de los angeles“ in forschungsrelevanter Hinsicht. M. Degli Innocenti veröffentlicht in diesem Band eine umfangreiche und zusammenfassende Auswertung der italienischen Rezeptionsgeschichte des Elucidariums.
Den Abschluß bildet der Beitrag von M. Kleinhans, die die Etappen der Rezeption in der englischsprachigen Literatur des Mittelalters aufgearbeitet und sich besonders dem geistesgeschichtlich interessanten Dokument aus dem Kontext der Lollarden-Bewegung gewidmet hat.
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