Ruttan | Mein Ex, ein Baby und ich | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Ruttan Mein Ex, ein Baby und ich


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-4653-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-4653-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Auf was hat er sich da bloß eingelassen? Spontan hat Dr. Quinn Devlyn sich bereit erklärt, seine Exverlobte Dr. Charlotte James wiederzutreffen - natürlich nur, um ihr bei der Rettung eines Babys zu helfen. Doch auch fünf Jahre nach ihrer Trennung ist da sofort wieder diese unwiderstehliche erotische Spannung zwischen ihnen ...



Amy Ruttan ist am Stadtrand von Toronto in Kanada aufgewachsen. Sich in einen Jungen vom Land zu verlieben, war für sie aber Grund genug, der großen Stadt den Rücken zu kehren. Sie heiratete ihn und gemeinsam gründeten die beiden eine Familie, inzwischen haben sie drei wundervolle Kinder. Trotzdem hat Amy es nach der Geburt ihres zweiten Kindes geschafft, sich Zeit zu nehmen, um sich ihren langjährigen Traum zu erfüllen: Sie schrieb ihren ersten Liebesroman! Davon hatte sie geträumt, seit sie zum ersten Mal ein solches Buch von ihrer Oma geschenkt bekommen hatte und von der romantischen Geschichte und dem gutaussehenden Helden verzaubert worden war. Heute vermag sie es selbst, ihre Leser mit magischen Worten zu verzaubern - und das, obwohl ihre Kinder die Autorin auch oft als persönliche Taxifahrerin und Köchin beanspruchen.
Ruttan Mein Ex, ein Baby und ich jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1. KAPITEL

Himmel, worauf habe ich mich da nur eingelassen?

Schon seit einer ganzen Weile stand Dr. Charlotte James vor der Ankunftstafel auf dem Flughafen von Iqaluit. Dabei hätte sie weiß Gott andere Dinge zu tun gehabt. Patientenakten einordnen, zum Beispiel.

Nicht, dass sie diese Arbeit besonders liebte. Sie bevorzugte ihr geordnetes Chaos, wie sie es nannte. Diesmal stapelten sich die Patientenakten allerdings besonders hoch auf ihrem Schreibtisch, und Rosie lag ihr deswegen schon seit einer Woche in den Ohren.

„Flug zwei null sieben aus Ottawa soeben gelandet“, ertönte es aus dem Lautsprecher.

Es war so weit. Charlotte holte tief Luft. Gleich würde sie Dr. Quinn Devlyn gegenüberstehen. Diesmal würde sie sich von ihm nicht den Kopf verdrehen und sich zu einer leidenschaftlichen Affäre hinreißen lassen. Sie hatte sich ihr Leben neu eingerichtet, hatte beruflich ihr Ziel erreicht und war glücklich und zufrieden. Auch für ihn war das Leben zweifellos weitergegangen, denn, wie sie wusste, hatte er inzwischen die oberste Sprosse der Karriereleiter erklommen.

Durch die große Glasscheibe sah sie, wie der Jet auf der Landebahn ausrollte. Der weiße Rumpf hob sich kaum von der Schneelandschaft der kanadischen Arktis ab. Die einzigen Farbtupfer waren die bunt gestrichenen Häuser ringsum.

Nervöse Aufregung breitete sich in Charlotte aus. Was zum Kuckuck hatte sie sich dabei gedacht, ihren Ex-Verlobten nach Cape Recluse zu holen? Plötzlich hatte sie richtig Angst vor der Zusammenarbeit mit ihm. Es würde nicht leicht sein, ihm aus dem Weg zu gehen. Würde sie die Kraft haben, ihm zu widerstehen?

Nach ihrer Trennung hatte sie ihn nie mehr wiedersehen wollen. Nun war sein Kommen der Preis, den sie zu zahlen bereit war, um ihrer besten Freundin zu helfen.

Die ersten Passagiere kamen über die Rollbahn in die Wärme des leuchtend gelb gestrichenen Flughafengebäudes geströmt. Charlotte entdeckte Quinns hohe, breitschultrige Gestalt sofort, auch wenn er den Kopf gesenkt und den Kragen seines Parka bis über die Ohren hochgezogen hatte.

Und prompt beschleunigte sich ihr Herzschlag. Die Hitze stieg ihr in die Wangen, und Schmetterlinge begannen in ihrem Bauch zu flattern. Fünf Jahre war es her, dass Quinn sie verlassen hatte. Seitdem hatten sie sich nicht mehr gesehen, und trotzdem fühlte sie sich plötzlich wieder wie ein verliebter Teenager.

Reiß dich zusammen! schimpfte Charlotte mit sich. Sie hatte ihr Leben wieder in den Griff bekommen, und die Wunde, die er ihrem Herzen zugefügt hatte, war endlich verheilt.

Einen Moment später betrat Quinn das Flughafengebäude. Er stellte sein Gepäck ab und löste seinen Schal. Verdammt, er sah immer noch so umwerfend gut aus wie damals! Charlotte hatte gehofft, dass sein hektischer, karriereorientierter Lebensstil entsprechende Spuren an ihm hinterlassen hätte. Aber er wirkte so sexy und charmant wie eh und je.

Nur sein hellbraunes Haar war an den Schläfen von grauen Fäden durchzogen, das konnte sie selbst auf die Entfernung hin erkennen. Doch das machte ihn nur noch attraktiver. Beim Anblick seiner Lippen wurden unwillkürlich Erinnerungen in ihr wach, wie sinnlich diese küssen konnten, und ein Prickeln lief ihr über die Haut. Im Geist glaubte sie, seine heißen Küsse und die Liebkosungen seiner kräftigen Hände auf ihrem Körper zu spüren.

Himmel, was soll das? Sie war doch keine liebeskranke Medizinstudentin mehr, sondern eine angesehene Ärztin mit einer gut gehenden Praxis. Auf keinen Fall würde sie mit Quinn wieder etwas anfangen.

Energisch verbannte Charlotte alle derartigen Erinnerungen. Stattdessen hielt sie sich vor Augen, wie er die Fehlgeburt ihres gemeinsamen Kindes damit abgetan hatte, dass es so am besten gewesen war. Denn nun konnten sie nach New York ziehen und sich voll und ganz auf ihre berufliche Karriere konzentrieren.

Charlotte hatte New York nichts abgewinnen können. Dagegen hatte sie es in die Einsamkeit der Arktis gezogen, wo sie aufgewachsen war. Es war ihr Traum gewesen, eines Tages wieder zurückzukehren, und sie hatte sich das Recht genommen, diesen Traum zu verwirklichen.

Ich werde die Sache durchstehen, um Mentlanas willen.

Sie tat es nur für ihre beste Freundin. Seit dem Tod ihres Vaters gehörte Mentlana zu den wenigen Menschen, die ihr nahestanden. Charlotte war damals erst zehn gewesen. Ihre Mutter hatte sie nie gekannt. Sie war gestorben, als sie noch ganz klein gewesen war.

Mentlana und ihre Familie hatten sie auch mit offenen Armen aufgenommen, als Charlotte nach ihrer geplatzten Verlobung und dem Verlust ihres Babys nach Cape Recluse zurückgekehrt war. Nun war Mentlana es, die Hilfe brauchte, und Quinn war eine Kapazität auf dem Gebiet der Neonatologie. Er würde Mentlanas Baby retten.

Charlotte nahm all ihren Mut zusammen und ging hoch erhobenen Hauptes auf ihn zu. Ihr Herz raste wie verrückt, und ihre Knie fühlten sich an, als würden sie jeden Moment nachgeben. Jetzt hob er den Kopf. In seinen dunkelbraunen Augen blitzte es kurz auf, als er sie erkannte.

Diese Augen! Wie rasch man sich in deren hypnotischen Blick verlieren konnte!

Abrupt blieb sie stehen. Nein, das durfte ihr nicht noch einmal passieren. Besser, sie achtete auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand.

„Ah, da ist sie ja, Charlotte, der rettende Engel der Arktis“, begrüßte Quinn sie.

Charlotte fand seine Miene reichlich blasiert, als er sie von oben bis unten musterte. Sie ärgerte sich über seinen spöttischen Tonfall, zwang sich jedoch zu einem unverbindlichen Lächeln.

„Willkommen im hohen Norden, Dr. Devlyn.“

„Warum so förmlich? Ich weiß, wir haben uns nicht gerade im Guten getrennt, aber können wir diese Steifheiten bitte vergessen?“

Der männliche Duft seines Eau de Cologne betörte ihre Sinne. „In Ordnung, solange dir klar ist, dass du aus rein beruflichen Gründen hier bist, Quinn.“

„Selbstverständlich, Charlotte. Etwas anderes habe ich auch nicht erwartet.“

Die Art und Weise, wie er ihren Namen aussprach, brachte unwillkürlich Erinnerungen an ihre erste gemeinsame Nacht zurück. Es war in einem kleinen Hotel in Niagara Falls gewesen.

Himmel, ich brauche dich so, Charlotte, hatte er ihr heiß ins Ohr geflüstert.

Ich brauche dich, niemals: ich liebe dich. Das hätte ihr zu denken geben sollen, bevor sie sich mit ihm verlobt hatte. Doch sie war blind vor Liebe gewesen.

„Hattest du einen angenehmen Flug?“, erkundigte sie sich im Plauderton.

„Es ging“, antwortete er, während er den Griff seines Trolley-Koffers auszog. „Außer, dass der Typ neben mir sich ziemlich breitmachte.“

Es klang etwas überheblich, aber so war er schon früher gewesen. Deshalb hatte sie ihn auch nie mit nach Cape Recluse gebracht. Quinn war Stadtmensch durch und durch und kam aus gehobenen Kreisen. Charlotte hatte auch von Anfang an gewusst, dass Quinn kein Familienmensch war. Doch in ihrer jugendlichen Naivität hatte sie geglaubt, ihn ändern zu können.

Wie sehr sie sich getäuscht hatte!

Lass die Vergangenheit ruhen! Quinn Devlyn kann dir vollkommen egal sein.

„Wir sollten zusehen, dass wir von hier wegkommen“, sagte sie. „Sie haben ein Sturmtief gemeldet, das von Labrador in unsere Richtung zieht, und wir haben noch einen zweistündigen Flug vor uns. Ich würde gern noch vor Anbruch der Dunkelheit ankommen.“

„Es ist erst zwei Uhr nachmittags“, wandte er verwundert ein.

„Die Sonne geht bei uns schon früh unter.“

„Ich dachte, wir wären im Land der Mitternachtssonne?“

„Nicht im Winter. Da gibt es lange dunkle Nächte.“

„Ach du Schreck.“ Quinn schüttelte den Kopf. „Und wie kommen wir nach Cape Recluse?“

„Mit meinem Jet.“ Charlotte ging voran zum rückwärtigen Teil des Flughafengebäudes, wo ihre Cessna Citation in einem gemieteten Hangar stand.

„Oh! Wann hast du den Flugschein gemacht?“

„Vor vier Jahren, nachdem ein Patient mit einem milden Herzinfarkt in meinen Armen starb. Sein Tod hätte verhindert werden können, wenn ein regelmäßiger Flugverkehr zwischen Iqaluit und Cape Recluse bestanden hätte. Als der Rettungshubschrauber endlich eintraf, war Mr Tikivik bereits tot. Da habe ich beschlossen, das Fliegen zu lernen, damit ich meine Patienten im Notfall selbst nach Iqaluit fliegen kann.“

„Dann bist du also gleichzeitig Ärztin und Pilotin?“

Sein fast schon sarkastisch klingender Tonfall ärgerte sie. Er selbst würde so etwas wohl unter seiner Würde finden. „So funktioniert es jedenfalls am besten. Schließlich können sich die Notfälle nicht nach offiziellen Flugplänen richten.“

„Schon gut. Ich wollte dir nicht zu nahetreten. Es scheint mir nur etwas viel verlangt zu sein bei einem normalen Gehalt.“

Sie warf ihm einen kurzen Blick zu. „Mir geht es nicht um Geld. Leben retten bedeutet mir weitaus mehr.“

Quinn schwieg. Charlotte fragte sich, ob sie ihn jetzt gekränkt hatte. Sie wollte ihn nicht verärgern, nachdem er den ganzen weiten Weg und auf eigene Kosten hergekommen war. Aber Quinn hatte auch nie ein Hehl daraus gemacht, dass beruflicher Erfolg ihm alles bedeutete. Jemand, der nicht den Ehrgeiz besaß, sich an die Spitze hochzuarbeiten wie er, war in seinen Augen ein Niemand.

„Der Fall Mentlana Tikivik interessiert mich sehr“, fuhr er schließlich fort. „Ich verstehe nur nicht, weshalb du sie nicht nach Toronto...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.