Safrey | Hab Vertrauen, Liebste | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1555, 160 Seiten

Reihe: Bianca

Safrey Hab Vertrauen, Liebste


1. Auflage 2006
ISBN: 978-3-86295-873-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1555, 160 Seiten

Reihe: Bianca

ISBN: 978-3-86295-873-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Was ist vor zehn Jahren nur geschehen? Bis heute hat Eric Barnes seine erste und einzige Liebe Cassidy nicht vergessen. Als er erführt, dass sie in London bei der US-Botschaft arbeitet, reist er sofort dorthin. Doch dann steht er vor Cassidy, und aller Mut verlässt ihn. Obwohl er nach einem Blick in ihre wunderschönen braunen Augen weiß, dass auch sie ihn noch immer liebt, bleibt ihr Verhalten rätselhaft. Erst erwidert sie seinen zärtlichen Kuss stürmisch, dann läuft sie davon. Was belastet seine Traumfrau so sehr, dass sie sich nicht zu ihrer Liebe bekennt?



Jen Safrey wurde in Queens, New York, geboren und wuchs in Valley Stream, auf Deutsch Talstrom, auf - einem Städtchen in der Nähe von New York, das interessanterweise trotz seines Namens weder ein Tal noch einen Strom aufweist. (Dafür aber viele Imbissbuden und Pizzerien.) Als Kind war Jen ein Strich in der Landschaft, und die tägliche Sportstunde war die Hölle für sie. Allerdings schien unter der Oberfläche ein verborgenes sportliches Talent zu lauern, denn mit vierzehn fing sie mit Baton Twirling an (rhytmische Sportgymnastik mit Stäben, den sogenannten Batons). Sieben Jahre lang drehte sich in ihrem Leben alles um Training und Wettkämpfe. Ihre Eltern brachte sie damit beinahe ins Armenhaus, denn Trainings, Kostüme und Teilnahmegebühren läpperten sich mit der Zeit zusammen. Abgesehen davon lernte Jen Safrey Querflöte, und sie spielt heute noch gerne. 1989 zog sie nach Boston, um Journalismus zu studieren, und genoss das Stadtleben. Nachdem sie gute - und schlechte - Erfahrungen bei kleinen Zeitungen sammeln durfte, trat sie mit 22 eine Redakteursstelle beim Boston Herald an. Damit begann ein Jahrzehnt, in dem sie Nächte durcharbeitete, Schlagzeilen verfasste, Nachrichten redigierte und sich in der Männerwelt der Tageszeitung behaupten musste. Jen Safrey veröffentlichte ihren ersten Roman In the Home Stretch 1999 bei einem winzigen Verlag. Daraufhin wurde sie gebeten, eine Kurzgeschichte zu einem romantischen Sammelband des Verlags Antares beizutragen, der zu Neujahr erschien. Es folgte 2004 der Golden Leaf Award für A Perfect Pair (Diese Sehnsucht in meinem Herzen), Jen Safreys erstes Buch für Silhouette (erschienen als BIANCA Band 1429). Ihre knappe Freizeit verbringt sie am liebsten sportlich: mit Ashtanga-Yoga, Reiten oder Bauchtanz. Oder sie liegt einfach faul herum und kuschelt mit ihrer hübschen schwarz-weißen Katze Shag, wenn sie nicht gerade mit ihrer Mutter zusammen Schuhe kaufen geht oder mit ihrem Vater Billard spielt.
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1. KAPITEL


Oktober 2006

Eines ist am Fliegen merkwürdig, dachte Eric, als er an seinem Orangensaft nippte und aus dem kleinen Fenster schaute. Der Himmel scheint immer gleich weit entfernt, egal, ob man im Flugzeug sitzt oder auf dem Boden ist. Die Wolken sind vielleicht näher, aber der blaue Himmel ist außer Reichweite.

Genau wie Cassidy.

Eigentlich passten solche poetischen Anwandlungen überhaupt nicht zu ihm. Nicht mehr. Früher war das anders gewesen. Früher, als er ein junger Mann gewesen war, mit dem Kopf in den Wolken, der von einer glücklichen Zukunft mit einer Frau mit kastanienbraunem Haar träumte. Einer Frau, die immer schon zu ihm zu gehören schien. Aber als diese Frau verschwand, veränderte sich der Mann von damals und wurde ein nüchterner Wirtschaftsexperte, der sich mit Zahlen und Fakten beschäftigte.

Nur ein Mann, der sein Herz verloren hat, weiß, was Risiko ist, hatte er neulich irgendwo gelesen. Wie wahr.

Eric lehnte den Kopf zurück und seufzte. Er hätte etwas Stärkeres als Orangensaft bestellen sollen, etwas, das ihn für die sieben Stunden Flug von Boston nach London von seinen Gedanken ablenkte.

„Reisen Sie geschäftlich nach London?“, hörte er eine weibliche Stimme in der Reihe hinter ihm fragen.

Ein Mann antwortete, aber Eric verstand die genauen Worte nicht. „Es ist ein ziemlich langer Flug, und ich dachte, Sie würden vielleicht gern etwas reden“, meinte nun die Frau wieder.

Der Mann bejahte in einem Tonfall, der Eric zu verstehen gab, dass die Frau attraktiv war und der Mann überrascht war, dass sie sich mit ihm unterhalten wollte. Wieder seufzte Eric. Das Letzte, wozu er jetzt Lust hatte, war, einem fröhlichen Geplauder zuzuhören.

Andererseits hatte er den Film, der gerade im Bordkino lief, schon vor einigen Monaten gesehen. Vielleicht verging die Zeit schneller, wenn er dem Gespräch der beiden Passagiere hinter ihm lauschte. Und vielleicht würde ihn das ablenken davon, ständig an Cassidy Maxwell zu denken.

„Also reisen Sie geschäftlich nach London?“, wiederholte die Frau.

Ihre Stimme war im Flugzeug besser zu hören als die des Mannes, und als Eric dessen Antwort nicht verstand, antwortete er im Stillen für sich. Ja, sagte er schweigend. Ich bin geschäftlich in London. Unerledigte Geschäfte.

„Bestimmt eine Lady, nicht wahr?“, sagte die Frau, und Eric zuckte zusammen. Konnte sie Gedanken lesen?

„Ich bin Psychologin“, erklärte die Frau ihrem Sitznachbarn. „Ich erkenne sofort, wenn ein Mann den Ozean wegen einer Frau überquert. Ist sie Ihre Frau oder Ihre Freundin?“

Weder noch, antwortete Eric. Er trank von seinem Saft.

War sie Ihre Frau oder Freundin?“

Weder noch, dachte Eric. Cassidy war nie seine Freundin gewesen. Aber sie hatten sich einander … versprochen. Er würde niemals jene Nacht vergessen, als sie auf dem Campus der Saunders-University unter dieser alten Eiche saßen. An jenem Abend hatten sie sich das erste Mal ihre Gefühle gestanden. Und beschlossen, aufeinander zu warten, bis Cassidy ihr Examen hatte. Auf diesen Moment hatte er sich vier lange Jahre gefreut.

Und dieser Moment war nie gekommen.

„Wie heißt sie?“, drängte die Psychologin hinter ihm. „Nur ihr Vorname.“

„Cassidy“, antwortete Eric, und als er merkte, dass er laut gesprochen hatte, blickte er zu seinem Nachbarn. Der schnarchte.

„Wie lange kennen Sie sie schon?“

Ich traf sie, als sie sechs und ich elf Jahre alt war.

„Und jetzt sind Sie …?“

Fünfunddreißig. Eine lange Zeit, ich weiß.

Cassidy war nicht zu ihrer Examensfeier erschienen. Etwas musste passiert sein. Etwas musste sie dazu gebracht haben, vor Eric und ihrer gemeinsamen Zukunft Reißaus zu nehmen. Ohne ein Wort, ohne eine Erklärung.

Sie verschwand vor zehn Jahren, aber schon vorher war sie mir fremd geworden, erzählte er im Stillen.

Eric stellte sich vor, dass die Psychologin hinter ihm aufmunternd nickte, und fuhr fort. Sie war wie eine kleine Schwester, die mir überallhin folgte. Als ich auf das College in Massachusetts ging und dann zur Saunders-University, schrieben wir uns Briefe, Cassidy war damals ja noch zu Hause auf der Junior High School. Die Briefe waren …, sehen Sie, Cassidy redete nie viel. Während der Zeit, in der wir uns kannten, haben wir fast nie telefoniert. Sie war ein ruhiger Typ, aber ich wusste immer, was sie fühlte oder dachte. Ich konnte in ihrem Gesicht lesen wie in einem Buch.

Nun stellte Eric sich vor, dass die Psychologin sich Notizen machte.

Aber diese Briefe – Cassidy war klug für ihr Alter, humorvoll und verständnisvoll. Immer wieder las ich ihre Briefe und bemerkte, dass sie zu jemandem heranwuchs, der … Auf dem College habe ich viele Frauen getroffen, aber, was sie mir sagten, war nichts im Vergleich zu dem, was Cassidy mir schrieb.

Nun wackelte das Flugzeug, und Eric griff nach einer Serviette, falls sein Getränk verschüttet würde. Als Vielflieger wusste er routiniert mit Turbulenzen umzugehen.

„Haben Sie sich erschreckt?“, hörte Eric die Frau fragen.

Sicher machte mir die ganze Situation ein wenig Angst. Immerhin war Cassidy noch ein Kind und ich schon erwachsen. Ich versuchte, mich zurückzuziehen, und antwortete seltener auf ihre Briefe. Das fiel ihr bestimmt auf, dennoch lud sie mich zu ihrem sechzehnten Geburtstag ein. Ich war damals im letzten Studienjahr und stand kurz vor dem Examen.

„Aha“, sagte die Frau hinter ihm. Sie versteht ihre Kunst, dachte Eric. Sicher verlangt sie ein horrendes Honorar für ihren Rat. Gut, dass ich sie nicht bezahlen muss.

Eigentlich wollte ich nicht auf der Party erscheinen, aber ihre Mutter rief mich an und bat mich zu kommen, weil es Cassidy so viel bedeutete. Ich hatte das Gefühl, dass Cassidy ihrer Mutter gesagt hatte, dass ich ihr die kalte Schulter zeigte, und ich fühlte mich schuldig, weil unsere Eltern so gut befreundet waren. Also sagte ich zu und ging hin. Und …

„Ja“, sagte die Psychologin. Eric schloss die Augen.

An jenem Abend hatte Cassidy ihm die Tür geöffnet. Hinter ihr hörte man die Gäste plaudern und lachen. Sie trug ein schulterfreies schwarzes T-Shirt und eine eng anliegende schwarze Hose. Eric hatte erst gar nicht registriert, dass diese wunderschöne junge Frau, die da vor ihm stand, Cassidy war. Er hatte immer noch ein kleines Mädchen im Kopf. Erst nach ein paar Sekunden hatte er realisiert, dass sie es war. Cassidy ganz in Schwarz. Und leicht geschminkt. Ihr glänzendes Haar fiel ihr bis auf die Schultern, auf denen er Sommersprossen entdeckte. Ob sie wohl weiter unten auch Sommersprossen …? Da schaute sie ihm in die Augen, und er erkannte, dass sie wusste, welche Wirkung sie auf ihn hatte.

Einige Stunden später hatte sie ihn von ihren Freunden weggezogen und im Flur …

Tut mir leid, sagte Eric in Gedanken und öffnete die Augen. Es gibt genau drei Augenblicke in meinem Leben, an die ich mich bewusst nicht erinnern möchte. Ich weiß, dass es sie gab, aber ich darf mich nicht in die Situation zurückversetzen, weil es zu sehr schmerzt. Dies ist der erste dieser drei Momente.

„Schon in Ordnung“, sagte die Psychologin.

Eric war damals geflohen, bevor die Party zu Ende war. Er war zum Bahnhof gelaufen und nach Saunders zurückgefahren, wo er versuchte, Cassidy Maxwell für den Rest des Jahres zu vergessen.

„Konnten Sie das denn?“, fragte die Psychologin.

Nein, ich konnte es nicht.

Nachdem Cassidy ihren Abschluss gemacht hatte – sie war die Beste ihres Jahrgangs –, erschien sie mit ihren Koffern an der Saunders-University und belegte Politologie als Hauptfach. Genau wie Eric. Er hatte inzwischen sein Examen gemacht und wollte eine Dozentenlaufbahn einschlagen. Wie gut traf es sich da, dass Gilbert Harrison, Professor in Saunders, ihm von einer freien Stelle berichtete und ihm half, sie zu bekommen. Pünktlich zu Beginn des neuen Semesters stand Eric im Hörsaal vor den Studenten, und Cassidy saß in der ersten Reihe.

„Das war sicher eine schwierige Situation“, stellte die Psychologin fest.

Das können Sie laut sagen! Es hatte viel Disziplin erfordert, Cassidy jeden Tag zu sehen und sie nur wie eine Studentin unter vielen zu behandeln. Die Signale seines Körpers zu ignorieren. Sie, die früher kaum zwei Sätze gesprochen hatte, meldete sich und diskutierte engagiert über jedes politische Thema. Bei den anderen Studenten war sie beliebt, und viele wollten mit ihr befreundet sein.

Aber Cassidys Lächeln war reserviert für den einen Menschen, den sie seit ihrer Kindheit kannte. Und das hatte Eric die Kraft gegeben zu warten. Sie wollte ihn und wusste, dass er sie wollte. Der Rest war eine Frage der Zeit.

„Was geschah dann?“, fragte die Psychologin.

Cassidy respektierte, dass Eric eine gewisse Distanz hielt. Beide wussten, dass sie sich nur als Dozent und Studentin begegnen durften. Dass alles andere nicht gestattet war. Dennoch sahen sie sich häufig auch außerhalb des Hörsaals. Bei diesen unverfänglichen Treffen aber verfiel Cassidy oft in Schweigen. Was sollte sie dem Mann, den sie liebte, auch sagen? Und ihm ging es nicht anders. In einem Jazz Club berührten sie sich an den Händen. Er atmete ihren Duft ein, als er ihr im Café einen Stuhl zurechtrückte. Und einmal saß er morgens um vier mit Cassidy unter einer großen Eiche …

Was wir damals sagten und uns versprachen, das ist der...



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