Sage | TodHunter Moon - FährtenFinder | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 384 Seiten

Reihe: TodHunter Moon

Sage TodHunter Moon - FährtenFinder


1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-446-25597-5
Verlag: Carl Hanser
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1, 384 Seiten

Reihe: TodHunter Moon

ISBN: 978-3-446-25597-5
Verlag: Carl Hanser
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die junge Todi steht vor einem aufregenden Ereignis: Mit 12 Jahren wird sie endlich von ihrem Vater in die Rituale der FährtenFinder eingeweiht. Kurz darauf ist Todis Vater spurlos verschwunden. Gemeinsam mit ihrem Freund Oskar begibt sich Todi zum Zaubererturm, weil sie sich Hilfe vom Außergewöhnlichen Zauberer erhofft. Dieser ist niemand anderes als Septimus Heap. Und er hat es gerade mit einem mächtigen Feind zu tun: dem Hexer Oraton-Marr, der den Palast der Schneeprinzessin in seine Gewalt gebracht hat. Im Palast aber ist der magische Lapislazuli versteckt, und der darf auf keinen Fall in die falschen Hände geraten ... Das erste Abenteuer der neuen Fantasy-Reihe von Angie Sage.

Angie Sage, 1952 in London geboren, lebt als Autorin und Illustratorin in Cornwall. Sie studierte Grafikdesign an der Art School of Leicester. Mit ihrer großen Fantasy-Saga Septimus Heap erlangte sie Weltruhm. Die Reihe wurde in 16 Sprachen übersetzt, stand monatelang auf Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste und wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Bei Hanser erschien 2005 der erste Septimus Heap-Band Magyk, gefolgt von Flyte (2006), Physic (2007), Queste (2008), Syren (2010), Darke (2011) und Fyre (2013). Die Erweiterung Septimus Heap: Darke Toad - Die Dunkelkröte (2013) ist nur als E-Book erhältlich. 2017 folgte die neue Trilogie der Erfolgsautorin mit den Bänden TodHunter Moon - FährtenFinder, TodHunter Moon - SandReiter sowie TodHunter Moon - SternenJäger.
Sage TodHunter Moon - FährtenFinder jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


TEIL 1

Am Strand


In der Ferne schlug eine Glocke. Dan Moon stand an einem uralten Strand und beobachtete, wie sich eine Reihe flackernder Lichter, die mal verschwand, mal wieder auftauchte, durch die Dünen in seine Richtung schlängelte. Es war drei Uhr morgens am Mittsommertag, und er befand sich mit einer Laterne in der Hand inmitten eines Kreises aus Teppichen im Sand und sah zu, wie die Lichter näher kamen. Er fror an den nackten Füßen, und obwohl er einen dicken schwarzen Umhang trug, zitterte er in der nächtlichen Kühle.

Dann tauchte das erste Licht aus den Dünen auf, eine flackernde Kerze in einer Glaslaterne. Getragen wurde sie von einer Gestalt in einem dunklen Mantel, der in kurzen Abständen andere folgten. Sie kamen langsam durch den Sand auf die Stelle zu, die sie Mittsommerkreis nannten. Wortlos setzte sich eine nach der anderen auf die Teppiche, sodass sie einen Kreis um Dan bildeten.

Doch die Gestalten in den dunklen Mänteln waren nicht die Einzigen, die an den Strand kamen. Im Schatten der Dünen hastete eine Frau von gedrungener Statur einen Pfad entlang, den sie tags zuvor abgesteckt hatte. Die Frau, sie hieß Mitza Draddenmora Draa, hatte sich verspätet. Eigentlich hatte sie vor dem Eintreffen der anderen in ihrem Versteck sein wollen, doch sie war aufgehalten worden. Sie hatte Dan Moon dabei helfen müssen, einen Haufen mottenzerfressener Teppiche unter ihrem Bett im Gästezimmer hervorzuziehen. Und was noch schlimmer war: Sie hatte dabei lächeln und den guten Hausgast spielen müssen, um keinen Verdacht zu erregen. Daher war ihre Laune jetzt nicht die beste. Sie konnte es nicht leiden, zu spät zu kommen, sie konnte Sand nicht leiden, sie konnte Zufußgehen nicht leiden, und am wenigsten konnte sie diese »verflixten Gören« leiden. Aber sie hoffte, dass sich die Mühe lohnen würde.

Von Kopf bis Fuß voll Sand, nachdem sie gestolpert und eine Düne hinuntergepurzelt war, fand Mitza ihr Versteck hinter einem kleinen Sandhügel. Sie hoffte, dass sie nahe genug dran war, um zu hören, was im Mittsommerkreis gesprochen werden würde, aber auch weit genug entfernt, um wieder unbemerkt verschwinden zu können. Sie kauerte sich zwischen das piksende Dünengras und versuchte, nicht an Sandschlangen zu denken.

Dan Moon, dunkelhaarig und dünn wie eine Bohnenstange, spielte mit dem Lapislazuli-Anhänger, den er an einer Kordel um den Hals trug. Er hatte den Mittsommerkreis schon häufiger abgehalten, als er sich erinnern konnte, aber heute Nacht war er nervös – zum ersten Mal durfte sein einziges Kind, Alice TodHunter Moon, daran teilnehmen, denn sie war zwölf Jahre alt geworden und galt nun als volljährig. Alice, die lieber Todi genannt werden wollte, saß zu seinen Füßen und sah ihn unverwandt an. Ihre dunklen Augen funkelten vor Aufregung, und zwischen den Fingern drehte sie den langen dünnen Zopf – die traditionelle FährtenFinder-Elflocke –, der aus ihrem kurzen dunkeln Haarschopf herabbaumelte. Fast hätte sie auch am Zopfende gekaut, beherrschte sich aber im letzten Moment.

Dan sah zu, wie der letzte Nachzügler Platz nahm, dann zählte er durch. Alle zwischen zwölf und fünfzehn Jahren aus dem Dorf waren anwesend. Gut. Er blickte auf seine Uhr. Es war ihm wichtig, dass der Zeitplan auf die Sekunde genau eingehalten wurde. Sein Vater hatte darauf keinen Wert gelegt, aber er selbst liebte diesen verzaubernden Effekt, der sich einstellte, wenn zeitlich alles perfekt abgestimmt war. Davon bekam er immer noch Gänsehaut. Er blickte in die ernsten Gesichter seiner Zuhörer, die im Schneidersitz um ihn herumsaßen, eingehüllt in ihre dunklen Mäntel. Die Jüngeren hatten die Kapuzen aufgesetzt, um sich vor dem kalten, ablandigen Wind zu schützen. Doch die älteren waren dafür zu stolz und setzten sich ihm trotzig aus, sodass ihre Gesichter und Haare in dem typischen FährtenFinder-Glanz erstrahlten, der nur im Dunkeln zu sehen war.

Dan hielt die Laterne hoch und betrachtete den Kreis aus flackernden Lichtern. Stille war eingekehrt und mit ihr gespannte Erwartung. Die Nacht begann vielversprechend, dachte Dan. Und es herrschte genau die richtige Stimmung. Er freute sich für Todi – man erinnerte sich sein Leben lang an seinen ersten Mittsommerkreis. Erneut warf er einen Blick auf die Uhr. Dann holte er tief Luft und begann zu sprechen, langsam und laut genug, sodass ihn alle hören konnten – auch Mitza Draddenmora Draa.

»Guten Morgen, FährtenFinder. Und unseren Neulingen ein herzliches Willkommen.« Er lächelte auf Todi und die beiden anderen Zwölfjährigen hinab, die auf dem für erstmalige Teilnehmer reservierten Platz saßen. Todi lächelte schüchtern zurück. Es war ein komisches Gefühl, ihren Vater in einer neuen Rolle zu sehen – nicht als Fischer, sondern als jemanden, zu dem alle buchstäblich aufschauten.

Dan fuhr fort: »Jedes Jahr versammeln wir uns in den frühen Morgenstunden des Mittsommertags, um mehr über unsere Geschichte und die Geheimnisse zu erfahren, die uns FährtenFinder zu dem gemacht haben, was wir sind. Und auch um besser zu verstehen, warum wir etwas anders sind als andere. All diese Dinge bleiben unser Geheimnis, und wenn wir diesen Kreis verlassen, sprechen wir mit niemandem darüber. Hat das jeder verstanden?« Dan drehte sich einmal um die eigene Achse, sah einen nach dem anderen an und erhielt von jedem ein feierliches »Verstanden« als Antwort. Dann richtete er den Blick auf die drei, die zu seinen Füßen saßen. »Zunächst werde ich unseren Neulingen das Gelöbnis abnehmen, unsere Geheimnisse vor allen zu hüten, die keine FährtenFinder sind, aber auch, was noch wichtiger ist, vor allen FährtenFindern, die noch nicht volljährig sind und deshalb an unserem Mittsommerkreis nicht teilnehmen dürfen. Ihr habt vielleicht Geschwister und enge Freunde, die nur ein wenig jünger sind, und denkt euch womöglich, dass es nichts ausmacht, wenn ihr ihnen davon erzählt. Doch es macht sehr wohl etwas aus.«

Todi errötete. Sie wusste, dass Dan an ihre besten Freunde, die Zwillinge Oskar und Ferdie Sarn, dachte. Aber natürlich würde sie niemals ein Gelübde brechen, das sie hier im Kreis abgelegt hatte.

Dan forderte nacheinander jeden Neuling auf, das Gelöbnis zu sprechen. Todi war die Letzte und ziemlich nervös, als sie an die Reihe kam. »Alice TodHunter Moon«, sagte Dan mit einer Stimme, die überhaupt nicht nach ihrem Dad klang, »gelobst du hoch und heilig, die Geheimnisse unseres FährtenFinderkreises zu wahren? Für alle Zeiten und unter allen Umständen?«

Todi antwortete, so laut sie konnte: »Ich gelobe, die Geheimnisse des Kreises zu wahren.«

Dan schmunzelte. »Gut gesprochen, ihr drei.« Dann wandte er sich an die Übrigen. »Heißen wir unseren neuen Bruder und unsere neuen Schwestern willkommen.«

»Herzlich willkommen im Mittsommerkreis«, erklang die Antwort.

Todi lächelte. Jetzt gehörte sie dazu. Das war ein gutes Gefühl.

Dan atmete auf. Der ernste Teil des Abends war beendet, jetzt konnte er das tun, was er am liebsten tat – eine Geschichte erzählen. Langsamen Schrittes im Kreis umhergehend, begann er, mit seiner tiefen, klangvollen Stimme zu sprechen. Todi lauschte gebannt.

»In den Tagen der Vorzeit, jenen fernen Tagen der Vergangenheit, reisten unsere Vorfahren zu den Sternen. Hier auf der Erde waren sie hochbefähigte Wegkundige, die auf den Alten Wegen, wie man sie nannte, reisten. Dafür wurden sie verehrt und FährtenFinder genannt. Wir wissen heute nicht mehr, was oder wo diese Alten Wege waren, aber wir wissen, dass unsere Vorfahren wegen ihrer Fähigkeiten als FährtenFinder dazu auserwählt wurden, diesen schönen Planeten zu verlassen und Wege zu den Sternen zu suchen. Sie taten es gern und stiegen in einen großen geschlossenen Metallbehälter, ein Raumschiff namens FährtenFinder, das sie, wie sie wussten, nie wieder verlassen würden. Eine Explosion katapultierte sie von unserem Planeten in den Himmel und brachte sie, am Mond vorbei, auf den Weg zu den Sternen.«

Todi schnappte nach Luft und tauschte erstaunte Blicke mit den anderen Neulingen aus. Sie konnte kaum glauben, dass ein großer Erzähler wie Dan es geschafft hatte, diese Geschichte, die erstaunlichste, die sie je gehört hatte, für sich zu behalten. Sie spähte zu den Sternen hinauf und versuchte sich vorzustellen, wie es wäre, in eine riesige Metallröhre zu steigen und dabei zu wissen, dass man den Himmel oder das Meer nie wiedersehen würde. Todi bohrte ihre nackten Füße in den kalten Sand, als wollte sie sich vergewissern, dass sie noch fest auf der Erde saß, und lauschte der beruhigenden Stimme ihres Vaters, der mit der Geschichte fortfuhr.

»Diese Menschen waren anders als diejenigen, die sie zurückließen. Denn damit die FährtenFinder-Kapsel schnell genug reisen konnte, um zu den Sternen zu gelangen, musste ihre Besatzung zunächst in einer Flüssigkeit leben, die sie vor den gewaltigen Beschleunigungskräften schützte. Daher rührt unsere wunderbare Zeichensprache, denn in einer Flüssigkeit kann man nicht sprechen. Und auch das Atmen ist nicht möglich. Deshalb hatten sie hier …« – Dan tippte sich links und rechts an den Nasenrücken – »… solche Dinger, wie sie Fische haben. Kiemen. Dies war eine gezielte Entwicklung in der Natur des Menschen, die an die nächste Generation weitervererbt wurde. Aus diesem Grund haben einige von uns noch heute, viele Tausend Jahre später, solche Kiemen.«

Todi sah ihren Vater verwundert an – so viele Geheimnisse! Sie versuchte sich vorzustellen, wie es wäre, in Wasser unterzutauchen und dann zu atmen. Wie würde sich der erste Atemzug anfühlen? Müsste sie nicht...


Sage, Angie
Angie Sage, 1952 in London geboren, lebt als Autorin und Illustratorin in Cornwall. Sie studierte Grafikdesign an der Art School of Leicester. Mit ihrer großen Fantasy-Saga Septimus Heap erlangte sie Weltruhm. Die Reihe wurde in 16 Sprachen übersetzt, stand monatelang auf Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste und wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Bei Hanser erschien 2005 der erste Septimus Heap-Band Magyk, gefolgt von Flyte (2006), Physic (2007), Queste (2008), Syren (2010), Darke (2011) und Fyre (2013). Die Erweiterung Septimus Heap: Darke Toad - Die Dunkelkröte (2013) ist nur als E-Book erhältlich. 2017 folgte die neue Trilogie der Erfolgsautorin mit den Bänden TodHunter Moon - FährtenFinder, TodHunter Moon - SandReiter sowie TodHunter Moon - SternenJäger.

Pfleiderer, Reiner
Reiner Pfleiderer, geboren 1954, studierte in Tübingen Germanistik und Romanistik und arbeitete zunächst als freier Journalist und Musiker. Seit 1987 ist er als Übersetzer aus dem Französischen und Englischen tätig. Er lebt in der Nähe von Stuttgart.

Zug, Mark
Mark Zug, geboren 1956 in Fort Wayne, wurde für seine Illustrationen in „Septimus Heap“ bekannt. Er illustrierte auch die neue Trilogie von Angie Sage „TodHunter Moon“. Mark Zug lebt in Pennsylvania.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.