E-Book, Deutsch, 352 Seiten
Reihe: tredition GmbH
Samiris Lebenshilfe für jugendliche Straftäter
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-347-92206-8
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Selbst Reflexion und Suggestion
E-Book, Deutsch, 352 Seiten
Reihe: tredition GmbH
ISBN: 978-3-347-92206-8
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Samuel Samiris Schreibt vorsichtshalber unter einem Pseudonym. Sein Traumata verarbeitet er in all seinen Büchern, die alle nach und nach veröffentlicht werden. Andere sich darin spiegeln können und lernen mit einem ähnlichen Schicksal umzugehen. Seine Erlebnisse sind hart und haben ein Lebenslang an ihn gezerrt. Doch mit Hilfe der Psyche und der Selbstreflexion kann er heute über so vieles schreiben. Dies schreiben über das erlebte hilft Samuel Samiris alles aufzuarbeiten. So ist er heute ein sehr starker Mensch der vor nichts mehr Angst hat.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Lebenshilfe für jugendliche Straftäter.
Jugendliche Straftäter sind meist komplexen Problemen ausgesetzt und kennen die normale Welt oft nicht. Doch genau diese normale Welt und ihre Regeln zeigen ihnen, wie sie sich zu verhalten haben. Hierin liegt schon ein großer Fehler, da die Straftäter meist von dieser so genannten normalen Welt ausgegrenzt und unter vorgehaltener Hand belächelt werden. So entsteht kein Gefühl für diese andere Welt und keine grundlegende Akzeptanz.
Aufgrund meiner eigenen Erlebnisse verstehe ich die Jugendlichen sehr gut und schreibe deshalb auf Augenhöhe. Ich selbst habe eine große Wandlung durchlebt und bin heute von vielen Dingen, die mich einst belastet und getriggert haben, befreit. Durch das intensive Auseinandersetzen mit der Psyche und den Emotionen sowie durch das Studieren von Gestik, Mimik und Körpersprache ist es mir selbst gelungen, von einem mit Komplexen übersehenen, haltlosen zu einem mental starken und ausgeglichenen Menschen heranzuwachsen. So ist ein Triggern kaum noch möglich.
In diesem Buch schreibe ich über Phasen des Lebens und erkläre den Einfluss von Psyche und Emotionen.
Zum Beispiel:
- Warum hat man Komplexe und woher kommen sie?
- Was verursachen sie in einem?
- Wovon wird man angetrieben?
- Warum macht man all diese Fehler immer wieder?
- Wie kann man all das heilen? usw.
Ich habe mich immer gefragt, warum ich so bin, wie ich bin. Ich dachte, dass ich in Wirklichkeit gar nicht so bin und eher ein lieber Kerl sei! Es sah nur niemand außer meiner lieben Oma Elsa. So habe ich mir immer dieselben Fragen gestellt: Warum mache ich trotzdem Fehler? Warum habe ich mich mit den falschen Leuten umgeben? Warum habe ich Freunde gehabt, die mich oft gedemütigt haben? Warum fühle ich mich gegenüber „Normalos“ minderwertig? Wo war mein Verstand? Warum hatte ich keine Stärke in mir? Warum war mir alles egal? Warum, warum, warum … Leider kommt es oft vor, dass man in jungen Jahren vernachlässigt wird und deshalb ein gewisses soziales Verhalten fehlt. Warum das so ist, versteht man oft selbst nicht. Die Eltern, die dafür verantwortlich sind, sind meist mit sich selbst beschäftigt. Sie haben aus Zeitmangel, Unwissenheit oder aufgrund eigener Probleme das Kind vernachlässigt, und das ohne Absicht. Sie kennen es oft nicht anders, und so ist das für sie normal. Im Grunde sind sie oft genauso Opfer wie ihr Kind, das sie jetzt zu einem Opfer machen, ohne es zu wissen, indem sie das Kind mit sich selbst alleine lassen und kaum Führung geben. Oft sind Eltern nicht in der Lage, ihre Kinder liebevoll zu führen, weil sie es selbst nicht anders kennen. Man hat es ihnen nie gezeigt, und so ist das ihre Normalität. Die Opfer verwandeln sich jetzt zu den Tätern.
Die frühe Kindheit ist eine Zeit, in der ein Baby allmählich seine emotionale Gedankenwelt entwickelt, ohne Wörter und Zahlen. Es lernt, die Mimik, Gestik und die Körpersprache seiner Eltern immer mehr zu deuten, und speichert alles in Bildern und den dazugehörenden Emotionen in sich ab. Es hat sofort ein Gefühl für jeden Gesichtsausdruck. Mit dem Erlernen der Sprache vernachlässigt es dies wieder und vertraut immer mehr den Aussagen der Menschen, und so bleibt am Ende nur das Bauchgefühl übrig. Wenn hier die Kommunikation und Information fehlt, entsteht ein Mangel. Oft kompensiert das Kind dies in seiner Gedankenwelt, die immer mit der Emotion verbunden ist. So bleiben unverstandene Erlebnisse in der emotionalen Gedankenwelt in Bildern haften. Diese emotionalen Bilder und die dazugehörigen Ereignisse werden mit der Zeit vom sich bildenden Verstand geklärt. Ist das Erlebte zu einschneidend, so dass der Verstand es nicht schafft, es für sich zu klären, dann findet ein Kind in seiner Gedankenwelt andere Wege, um einen Mangel an Informationen zu kompensieren. Solch ein Mangel bedeutet oft seelischen Schmerz.
In extremen Situationen entwickelt sich neben der realen Gedankenwelt oft eine Ersatzwelt, in der Überlebensmechanismen vorhanden sind. Um weiterhin überlebensfähig zu bleiben, erlaubt unser Verstand kleine Notlügen. Dies führt dazu, dass die Realität etwas verzerrt wird, bis alles wieder erträglich ist. Diese Notlügen in unserer Gedankenwelt helfen uns dabei, seelischen Schmerz zu entfliehen, zu ertragen oder zu lindern. Im Laufe der Zeit können komplexe Muster entstehen, die uns wieder etwas Lebensqualität geben. Das Lügen gegenüber uns selbst ist hilfreich und dient uns bis ins hohe Alter, um mit Leid umzugehen.
Vielleicht kennen Sie das auch: Weil Sie einsam sind, gehen Sie auf eine Feier, die Sie eigentlich nicht interessiert. Oder Sie lassen sich Falten wegmachen oder Brüste implantieren, weil Sie unter einem Minderwertigkeitsgefühl leiden. Oder Sie kaufen Essen, das Sie nicht brauchen, nur um sich selbst einmal zu belohnen. All diese Lügen und Komplexe erleichtern unser Dasein und lassen uns den seelischen Schmerz für eine Weile vergessen. Sie machen unser Leben kurzzeitig erträglicher. Doch wir dürfen uns nichts davon bewusst machen und verdrängen jegliche Vernunft. Es sind verdrängte Gefühle, die über viele Jahre nicht gehört oder verarbeitet wurden.
Wenn der Realitätsverlust aufgrund des Lügens gegenüber uns selbst fortschreitet und der seelische Schmerz nicht mehr kompensiert werden kann, nehmen jugendliche sogar Kriminalität in Kauf. Dies geschieht oft aufgrund von Aufmerksamkeitsmangel und fehlendem Selbstbewusstsein. Wir alle wollen geliebt werden und uns nicht allein fühlen. Dafür sind manche bereit, ein Risiko einzugehen.
Niemand wird als Straftäter geboren, aber komplexe und fehlendes Selbstwertgefühl können dazu führen, dass Menschen auf falsche Wege geraten. Ich kann hier niemandem die Schuld geben, denn wenn es einen Schuldigen gibt, ist er genauso ein Opfer. Eine Mutter, die ihr Kind misshandelt, tut das nicht, weil sie es will. Meistens kann sie nicht mit ihrem eigenen Leid umgehen. Sie ist der Situation nicht gewachsen und kompensiert nur ihr eigenes Leid. Das bedeutet jedoch nicht, dass ihr Verhalten akzeptabel ist. Ein normal aufgewachsener Mensch kann das möglicherweise nicht verstehen und urteilt oft vorschnell. Es gibt jedoch eine unschöne Welt für Menschen, die geistig allein gelassen oder misshandelt wurden und dadurch einen falschen Weg eingeschlagen haben. Diese Menschen wissen oft nicht, welche Emotionen sie innerlich beherrschen und leiten. Sie wissen nicht, warum und wer in ihnen ausgelöst wird.
In extremen Situationen entwickelt sich neben der realen Gedankenwelt oft eine Ersatzwelt, in der Überlebensmechanismen vorhanden sind. Um weiterhin überlebensfähig zu bleiben, erlaubt unser Verstand kleine Notlügen. Dies führt dazu, dass die Realität etwas verzerrt wird, bis alles wieder erträglich ist. Diese Notlügen in unserer Gedankenwelt helfen uns dabei, seelischen Schmerz zu entfliehen, zu ertragen oder zu lindern. Im Laufe der Zeit können komplexe Muster entstehen, die uns wieder etwas Lebensqualität geben. Das Lügen gegenüber uns selbst ist hilfreich und dient uns bis ins hohe Alter, um mit Leid umzugehen.
Vielleicht kennen Sie das auch: Weil Sie einsam sind, gehen Sie auf eine Feier, die Sie eigentlich nicht interessiert. Oder Sie lassen sich Falten weg machen oder Brüste implantieren, weil Sie unter einem Minderwertigkeitsgefühl leiden. Oder Sie kaufen Essen, das Sie nicht brauchen, nur um sich selbst einmal zu belohnen. All diese Lügen und Komplexe erleichtern unser Dasein und lassen uns den seelischen Schmerz für eine Weile vergessen. Sie machen unser Leben kurzzeitig erträglicher. Doch wir dürfen uns nichts davon bewusst machen und verdrängen jegliche Vernunft. Es sind verdrängte Gefühle, die über viele Jahre nicht gehört oder verarbeitet wurden.
Wenn der Realitätsverlust aufgrund des Lügens gegenüber uns selbst fortschreitet und der seelische Schmerz nicht mehr kompensiert werden kann, nehmen jugendliche sogar Kriminalität in Kauf. Dies geschieht oft aufgrund von Aufmerksamkeitsmangel und fehlendem Selbstbewusstsein. Wir alle wollen geliebt werden und uns nicht allein fühlen. Dafür sind manche bereit, ein Risiko einzugehen.
Niemand wird als Straftäter geboren, aber komplexe und fehlendes Selbstwertgefühl können dazu führen, dass Menschen auf falsche Wege geraten. Ich kann hier niemandem die Schuld geben, denn wenn es einen Schuldigen gibt, ist er genauso ein Opfer. Eine Mutter, die ihr Kind misshandelt, tut das nicht, weil sie es will. Meistens kann sie nicht mit ihrem eigenen Leid umgehen. Sie ist der Situation nicht gewachsen und kompensiert nur ihr eigenes Leid. Das bedeutet jedoch nicht, dass ihr Verhalten akzeptabel ist. Ein normal aufgewachsener Mensch kann das möglicherweise nicht verstehen und urteilt oft vorschnell. Es gibt jedoch eine unschöne Welt für Menschen, die geistig allein gelassen oder misshandelt wurden und dadurch einen falschen Weg eingeschlagen haben. Diese Menschen wissen oft nicht, welche Emotionen sie innerlich beherrschen und leiten. Sie...




