E-Book, Deutsch, Band 2720, 64 Seiten
Reihe: Fürsten-Roman
Sartena Fürsten-Roman 2720
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7517-6999-0
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein Vormund zum Verlieben
E-Book, Deutsch, Band 2720, 64 Seiten
Reihe: Fürsten-Roman
ISBN: 978-3-7517-6999-0
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Prinzessin Elena hat die Nase voll davon, bevormundet zu werden. Sie wird bald achtzehn und ist alt genug, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Edward Fürst von Freyburg sieht das anders und hält sein Mündel Elena keineswegs für verantwortungsbewusst. Allein die Tatsache, dass die Prinzessin für einen Modelwettbewerb ihre Abiturprüfung sausen lassen will, spricht für sich. Der Fürst ahnt nicht, dass gerade seine Strenge die hübsche Elena herausfordert, Dinge zu tun, die sie sonst eigentlich kaum interessieren. Der gut aussehende Vormund provoziert die Prinzessin auf eine Art und Weise, die sie sich nicht erklären kann - noch nicht ...
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Ein Vormund zum Verlieben
Als Prinzessin Elena erkannte, für wen ihr Herz schlägt
Von Juliane Sartena
Prinzessin Elena hat die Nase voll davon, bevormundet zu werden. Sie wird bald achtzehn und ist alt genug, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Edward Fürst von Freyburg sieht das anders und hält sein Mündel Elena keineswegs für verantwortungsbewusst. Allein die Tatsache, dass die Prinzessin für einen Modelwettbewerb ihre Abiturprüfung sausen lassen will, spricht für sich. Der Fürst ahnt nicht, dass gerade seine Strenge die hübsche Elena herausfordert, Dinge zu tun, die sie sonst eigentlich kaum interessieren. Der gut aussehende Vormund provoziert die Prinzessin auf eine Art und Weise, die sie sich nicht erklären kann – noch nicht ...
»Ich sage dir, du kommst auf das Cover«, verkündete Stefanie Weigert, während sie und Prinzessin Elena das altehrwürdige Gymnasium verließen.
Elena von Monheim schüttelte lachend den Kopf und sog die milde Frühlingsluft ein. Es roch nach frischem Gras, auf dem großen Sportplatz nebenan wurde gemäht.
»Warum sollte ausgerechnet ich auf die Titelseite kommen?«
»Na, das ist doch ganz klar. Erstens, du siehst wirklich sehr gut aus mit dem langen, dunklen Haar und diesem Prinzessinnengesicht ...«
»Quatsch!«, wehrte Elena von Monheim verlegen ab, doch Stefanie ließ sich nicht aus dem Konzept bringen.
»Nur keine falsche Bescheidenheit. Und zweitens: Du siehst nicht nur aus wie eine Märchenprinzessin – du bist auch noch eine echte Prinzessin! Veritabler Hochadel. Sei versichert, es gibt keine Modezeitschrift, die ihr Cover nicht mit einem solchen Aufhänger schmücken würde.«
Prinzessin Elena war da etwas skeptischer als ihre Freundin, doch Stefanie schmiedete bereits Zukunftspläne.
»Wenn du erst auf einem Cover abgebildet bist, dann ist das der beste Einstieg zum Modeln. Und jetzt mal ganz ehrlich: Nenn mir eine einzige Achtzehnjährige, die keine Lust auf eine Modelkarriere hätte.«
»Ich werde erst im Juli achtzehn«, machte Prinzessin Elena ihre Freundin aufmerksam.
Die zuckte mit den Schultern. »Na und. Wir haben doch schon April.«
Prinzessin Elena strich sich eine Haarsträhne hinters Ohr.
»Das spielt aber schon eine Rolle. Denn bis zu meinem achtzehnten Geburtstag bin ich nicht Herrin über solche Entscheidungen.«
»Wieso denn? Ich meine ...« Stefanie stockte ein wenig, da sie nicht taktlos sein wollte, vollendete den Satz nach kurzem Zögern aber doch. »Deine Großtante wird dir doch keinen Wunsch abschlagen.«
»Tante Luise bestimmt nicht, da hast du schon recht. Aber du vergisst meinen Vormund«, erklärte Prinzessin Elena.
»Ach, du liebe Zeit. Du hast tatsächlich noch einen Vormund. Klingt fast ein wenig nach einem Roman aus dem neunzehnten Jahrhundert«, stellte Stefanie fest. »Ihr Adligen lebt manchmal wirklich noch in einer anderen Welt.«
Elena Prinzessin von Monheim nahm diese Bemerkung ihrer Freundin mit gemischten Gefühlen hin. Einerseits empfand sie es selbst ziemlich lästig, als fast erwachsene Frau noch unter der Fuchtel eines Vormundes zu stehen, andererseits war Edward Fürst von Freyberg während ihrer ganzen Jungmädchenzeit eine Art Fels in der Brandung gewesen. Was auch immer sie auf dem Herzen hatte, ihr Vormund hatte ihr mit Rat und Tat zur Seite gestanden.
Stefanie kicherte. »Sag mal, wie sieht er denn aus, dein Vormund? Ist er uralt und hat er einen weißen Rauschbart?«
»Hat er nicht«, meinte Prinzessin Elena, die von dieser albernen Bemerkung etwas genervt war.
»Also gut. Dann hat er eben keinen Bart. Aber bestimmt ist er ein pingeliger alter Herr. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte einen Vormund ...«
Prinzessin Elena seufzte. Stefanie schien etwas sehr seltsame Vorstellungen von einem Vormund zu haben. Vermutlich würde sie ein recht dummes Gesicht machen, wenn sie Edward von Freyberg kennenlernen würde. Der sah nämlich gar nicht altväterlich aus, sondern recht gut. Elena war eigentlich immer stolz gewesen, wenn sie ihn präsentieren konnte. Nur schade, dass der Fürst seine Pflichten so furchtbar ernst nahm und meinte, er müsste auch die letzten Wochen bis zu ihrem achtzehnten Geburtstag noch über jedes Detail in ihrem Leben bestimmen.
Elena und Stefanie hatten sich auf eine Bank im Schulhof gesetzt.
»Okay«, meinte Stefanie. »Lassen wir das mit deinem Vormund.«
»Na, ganz können wir das noch nicht lassen. Zumindest nicht bis zu meinem achtzehnten Geburtstag«, meinte Prinzessin Elena.
»Schön. Aber dein Vormund muss doch einsehen, dass das die Gelegenheit für dich ist, wenn eine renommierte Modezeitschrift dir anbietet, zum Shooting zu kommen. Also, ich persönlich könnte mir gar nichts Besseres vorstellen!«
Stefanie wollte nach dem Abitur Modedesign studieren. Für sie gab es kaum etwas Aufregenderes als Mode, Laufsteg und Haute Couture. Elena war sich sicher, dass ihre Freundin auch Erfolg darin habe würde. Denn sie war begabt und zielstrebig.
Stefanie hatte auch die Idee gehabt, Fotos von sich und Elena an eine bekannte Modezeitschrift zu schicken, die »neue Gesichter fürs Cover«, suchte. Prinzessin Elena hatte eigentlich nur halbherzig mitgemacht und war nun umso überraschter, dass ausgerechnet sie in die engere Auswahl der Kandidatinnen gekommen war, mit dem Angebot, ein Fotoshooting in Hamburg wahrzunehmen.
»Ich weiß nicht so recht«, meinte Elena zweifelnd, da sie Edward von Freybergs Meinung zu der Frage recht gut vorhersehen konnte. Fraglich, ob er das Ganze genauso großartig finden würde wie Stefanie.
Diese war in ihrer Begeisterung jedoch nicht zu bremsen.
»Stell dir nur vor. Ein Foto von dir in Hochglanz und darunter ganz dick: Elena Prinzessin von Monheim.«
Die Prinzessin schüttelte den Kopf. Gerade das gab ihr zu denken. Fürst Edward, obwohl gerade Mitte dreißig, war in manchen Dingen verdammt altmodisch. Ganz sicher würde es ihm nicht gefallen, wenn ihr altehrwürdiger Familienname in dicken Buchstaben auf dem Cover einer Modezeitschrift erschien.
Aber das war etwas, das Stefanie kaum verstehen konnte. Für sie war ein Foto auf dem Cover Einstieg in eine wunderbare Karriere, nicht mehr und nicht weniger.
Außerdem gab es noch einen anderen Umstand, der gegen den Fototermin sprach. Elena brachte es auf den Punkt: »Das Blöde ist eben auch, dass bereits nächste Woche die Abiturprüfungen beginnen. Da ist keine Zeit für eine Modelkarriere.«
»Wenn du die Chance jetzt nicht nutzt, wirst du nie wieder eine bekommen«, gab Stefanie zu bedenken.
»Schön und gut. Aber ich müsste bis nach Hamburg fahren. Und genau an dem Tag, wo die ihr Shooting abhalten wollen, haben wir mündliche Prüfung. Das solltest du eigentlich auch wissen.«
»Na und? Melde dich halt krank.«
»Mitten im Abitur?«
»Es sind doch höchstens zwei Tage. Du kannst ja die Nachprüfung machen. Also für mich gäbe es an deiner Stelle kein Halten. Aber natürlich, wenn du so viel Angst vor deinem Vormund hast ...«
Elena reagierte verärgert. »So ein Blödsinn. Was hat das damit zu tun?«
»So wie es aussieht eine ganze Menge. Du hast doch selbst gesagt, dass er über dich zu bestimmen hat.«
»Er kann mit bestimmen. Aber ich tue doch das, was ich will.«
»Na also. Dann kannst du ja ohne seine Erlaubnis nach Hamburg fahren.«
»Lassen wir dieses Thema«, meinte Elena, nahm sich jedoch vor, mit ihrem Vormund darüber zu sprechen.
Edward Fürst von Freyberg hatte vor einigen Jahren die renommierte Anwaltskanzlei seines Vaters in der Münchner Innenstadt übernommen und es verstanden, sich einen Ruf als brillanter Jurist zu machen. Die Folge davon war, dass er ein viel beschäftigter Mann war.
Auch jetzt klingelte gerade das Telefon, als Prinzessin Elena sein Anwaltsbüro betrat. Gleichzeitig kam die Sekretärin ins Zimmer, um eine neue Klientin anzukündigen.
»Entschuldigen Sie bitte, Herr von Freyberg. Draußen wartete eine Dame.«
Fürst Edward, der sich hinter seinem mit Akten beladenen Schreibtisch erhoben hatte, um Elena zu begrüßen, winkte ab.
»Ist schon gut. Die Dame wird eben noch einen Augenblick länger warten müssen«, erklärte er.
Die Prinzessin nahm das mit Selbstverständlichkeit hin. So war es eigentlich schon immer gewesen, Fürst Edward hatte sich immer Zeit für sie genommen, egal wie unangemeldet sie in sein Leben geplatzt war.
»Schön dich zu sehen, Elena. Setz dich«, forderte der Fürst sie auf. »Wenn du Durst hast, auf dem kleinen Rollwagen hinter dir findest du Wasser und Tee. Aber du kennst dich ja aus.«
Elena nickte und schenkte sich ein Glas Wasser ein.
»Was führt dich zu mir?«, erkundigte sich Edward von Freyberg. »Ich hoffe, in der Schule läuft alles glatt und du hast keine Probleme.«
Prinzessin Elena musterte ihn. Er sah...




