Scarrow / Andrews | Invasion - Blutfeind (2) | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2

Reihe: Invasion-Serie

Scarrow / Andrews Invasion - Blutfeind (2)

Roman
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-641-16990-9
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, Band 2

Reihe: Invasion-Serie

ISBN: 978-3-641-16990-9
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die zweite Episode aus "Invasion", dem neuen Roman von Simon Scarrow

Centurio Figulus hat sich im Kampf um Britannien durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet. Zum Lohn wird ihm eine heikle Mission zugeteilt. Er soll im Gebiet des britannischen Widerstands einen König installieren, der Rom ergeben ist. Für Figulus und seine treuen Kämpfer gibt es nur zwei Wege: Sieg oder Tod …

"Blutfeind" ist die zweite von fünf "Invasion"-Episoden und umfasst ca. 80 Seiten. Sie erscheint vorab exklusiv als eBook Only.

Simon Scarrow wurde in Nigeria geboren und wuchs in England auf. Nach seinem Studium arbeitete er viele Jahre als Dozent für Geschichte an der Universität von Norfolk, eine Tätigkeit, die er aufgrund des großen Erfolgs seiner Romane nur widerwillig und aus Zeitgründen einstellen musste.

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KAPITEL 2

Figulus und Scrofa traten vom Flottenstützpunkt auf eine breite Straße, die mit Unrat übersät war. Auf den ersten Blick wirkte Noviomagus auf den Optio, als hätte sich seit seinem letzten Besuch in der Siedlung vor ein paar Jahren nicht viel verändert. Damals war Noviomagus eine unbedeutende Ansammlung von Rundhäusern und Viehgehegen gewesen, doch der Bau einer wichtigen Militärbasis hatte die Hoffnung geweckt, dass sich die Siedlung bald zu einer modernen römischen Stadt entwickeln würde. Während er seinen Blick über die spärlich möblierten Weinhandlungen und leeren Marktstände wandern ließ, konnte Figulus kaum ein Anzeichen dafür entdecken, dass sich die Geschicke der Siedlung zum Positiven gewendet hatten. Mehrere Gassen wurden von lärmenden Spelunken gesäumt; sie waren vom heiseren Gelächter der Matrosen auf Freigang erfüllt, die sich mit billigem Wein zuschütteten. Während die beiden Soldaten weiterliefen, kamen sie an einem Lagerhaus im Westen der Hauptstraße vorbei. Figulus bemerkte, dass es von einer Handvoll ernst dreinblickender Soldaten streng bewacht wurde, die die Sklaven im Auge behielten, die folgsam Körbe mit Getreide zum Kai trugen. Als Scrofa sah, wie Figulus Richtung Lagerhaus starrte, gab er ein Knurren von sich.

»Unser Getreidevorrat«, sagte er schnaubend. »Oder das, was davon übrig ist. Ich habe Befehl, so viel Getreide wie möglich zu den Kohorten auf Vectis zu transportieren, aber das ist nicht viel. Die Vorräte sind bereits knapp, da wir wegen der Stürme von Gallien keinen Nachschub hierher transportieren konnten. So wie die Dinge stehen, werde ich meine Männer anweisen müssen, mit der halben Ration auszukommen, zumindest so lange, bis unsere Vorräte wieder aufgestockt wurden.«

Figulus runzelte die Stirn und blickte dem Centurio in die Augen. »Könnt ihr von den Einheimischen kein Getreide kaufen?«, fragte er. »Die meisten von ihnen sind erfahrene Bauern. Bestimmt haben sie Vorräte für den Winter angelegt.«

Scrofa lachte. »Die meisten Bauern der Gegend wurden unter Caratacus zum Militärdienst eingezogen, sodass niemand mehr hier war, um das Getreide zu ernten, die meisten Pflanzen also an den Stielen verfault und vertrocknet sind. Inzwischen sind hier in der Gegend Weizen und Gerste ebenfalls knapp. Und die Einheimischen, diese ausgemergelten Scheißkerle, teilen sich, jetzt, da der Winter vor der Tür steht, die Lebensmittel ein, und sie werden uns von den wenigen Vorräten, die sie brauchen, um über die Runden zu kommen, nichts verkaufen.« Er spuckte in den Rinnstein und schüttelte bedächtig den Kopf. »So wie es aussieht, ist das Lagerhaus das Einzige, was uns davor bewahrt, wie die Einheimischen in den Wintermonaten hungern zu müssen. Und das ist ein weiterer Grund für die Einheimischen, uns zu hassen.«

Figulus schürzte die Lippen, und während er sich umschaute, sah er einen kleinen Jungen, der ihn von der anderen Straßenseite aus verlegen anlächelte. »Die Einheimischen scheinen ziemlich nett zu sein, Herr.«

»Lass dich nicht täuschen, Optio. Einige von ihnen haben zwar unsere Gebräuche übernommen, tragen eine Toga, trinken Wein und so weiter, aber unter der Oberfläche sind sie nichts weiter als britischer Abschaum, und nur weil Cogidubnus sie in Schach hält, plündern sie nicht das Lagerhaus und greifen meine Männer nicht an.«

Figulus nickte verständnisvoll. Cogidubnus, der Anführer der Regni, war einer der ersten einheimischen Könige, der versucht hatte, mit den Römern eine Einigung zu erzielen, sobald die Legionäre einen Fuß auf sein Land gesetzt hatten. Er hatte sich mit Leib und Seele an Rom verkauft im Austausch für den Schutz der Invasoren.

Scrofa fuhr fort: »Solange Cogidubnus König ist, werden sich diese undankbaren Scheißkerle zurückhalten. Aber wenn er nicht wäre, würden uns diese Leute in Stücke reißen.« Er hielt inne und grinste Figulus böse an. »Außerdem sitzt ihnen eine römische Legion im Nacken. Lass dir gesagt sein, die Errungenschaften der Zivilisation sind zu gut für die Briten.«

Figulus rieb sich seine stoppeligen Wangen und runzelte die Stirn. Würden die Einheimischen Rom auf ewig feindlich gesinnt sein? Er als gebürtiger Gallier war sich nicht ganz sicher. Obwohl er letztlich römischer Bürger war und es nie einen Zweifel an seiner Treue gegeben hatte, ertappte er sich manchmal dabei, dass seine eigentlichen Sympathien jenen galten, die Rom als seine Todfeinde betrachtete. Seine Vorfahren, tapfere Kelten, hatten Rom viele Jahre lang die Stirn geboten, bevor sie schließlich kapitulierten. Inzwischen kämpften Männer wie Figulus für die Römer, sprachen ihre Sprache und verehrten ihre Götter. Es war sogar die Rede davon, dass es ein paar gallische Senatoren gab. In den Augen des Optio befanden sich die Briten in einer ähnlichen Lage wie seine gallischen Vorfahren, und während die ältere Generation ihren Hass auf Rom mit ins Grab nehmen würde, würden sich die nachfolgenden Generationen nach und nach dem Römischen Reich anschließen, bis sich die Einheimischen schließlich stolz als Untertanen des Kaisers betrachteten.

Aber jeder Versuch, Britannien dem Römischen Reich einzuverleiben, war zum Scheitern verurteilt, wenn man die grundlegenden Bedürfnisse der Einwohner nicht erfüllte, das wusste Figulus, und solange die Einheimischen vom Hungertod bedroht waren, bestand die Möglichkeit, dass sie sich gegen ihre römischen Eroberer auflehnten. Je eher die Versorgungslinien gesichert und die Getreidespeicher aufgefüllt wurden, desto schneller bekam man die Unruhen in den einheimischen Siedlungen in den Griff. Danach konnte Rom dann sein Augenmerk auf die noch verbliebenen Feinde im Norden und Westen der Insel richten.

Am Ende der Straße führte Scrofa den Gallier einen unbefestigten Weg zwischen kahlen Feldern hinunter. Kurz darauf gelangten sie zum Eingang von Cogidubnus’ Residenz. Die beiden Einheimischen, die vor dem Haupttor Wache hielten, bewegten ihre Speere mit den blattförmigen Spitzen hin und her. Hinter ihnen konnte Figulus ein großes Gebäude ausmachen, inmitten einer weitläufigen Anlage, die am Ufer eines kleinen Meeresarms, jenseits des Hafens, errichtet worden war. Weiter landeinwärts, aber noch innerhalb des Grundstücks, entdeckte Figulus eine riesige Baustelle, auf der mehrere Gruppen von Sklaven arbeiteten; sie ächzten unter dem Gewicht der Grundsteine, die sie durch die Gegend schleppten, und häuften Hügel aus Erdreich an. Das schiere Ausmaß der Baustelle war erstaunlich, und dem Grundriss nach zu urteilen, würde das fertige Gebäude den Regierungspalast in Lutetia noch in den Schatten stellen.

Während Figulus seinen Blick über das Gelände wandern ließ, nickte Scrofa den Wachen kurz zu, worauf sie augenblicklich ihre Speere senkten und zur Seite traten und der Centurio den Optio durch das Tor auf das Anwesen führte. Im selben Moment erhob sich ein korpulenter Diener von seinem Hocker und kam auf sie zu; unter seiner römischen Tunika zeichnete sich deutlich die Wölbung seines Bauches ab. Seine kleinen schwarzen Augen sahen aus wie Knöpfe, die man in die tiefen Falten seines Gesichts gedrückt hatte, und seine Lippen hatten sich zu einem einladenden Lächeln gekräuselt.

»Kann ich euch helfen, meine Herren?«, erkundigte er sich auf Lateinisch mit leichtem Akzent.

Scrofa deutete auf Figulus. »Optio Figulus will zu Numerius Scylla. Der Gesandte erwartet ihn.«

»Aber gewiss doch. Herr. Du bist der Anführer der Einheit, die Seine Majestät Trenagasus begleiten soll, nicht wahr?«

»Der bin ich«, antwortete Figulus.

»Der kaiserliche Gesandte erwartet dich bereits, Herr. Ich werde dich zu ihm bringen.« Der Diener wandte sich Centurio Scrofa zu und hob eine Augenbraue.

»In Ordnung.« Scrofa nickte. »Ich werde jetzt gehen.«

Er machte auf dem Absatz kehrt und entfernte sich zügig, während der Diener Figulus zum großen Gebäude in der Mitte des Grundstücks führte. Neben dem Haupthaus standen einige kleine Gebäude für die Gäste sowie mehrere Kuhställe, Tiergehege und ein großer Stall. Doch Figulus’ Blick wanderte erneut zu der Baustelle zurück, und für einen kurzen Moment schloss er die Augen und versuchte sich vorzustellen, wie der fertige Palast wohl aussehen würde. Als der Diener bemerkte, wie er auf die Baustelle starrte, lächelte er.

»Cogidubnus’ Palast wird die reinste Augenweide sein, wenn er fertig ist. Ich habe die Pläne gesehen, weißt du? Der fertige Palast wird über fünfzig Zimmer haben, dazu Bodenmosaike von den besten Künstlern des Römischen Reiches, Gärten voller exotischer Pflanzen und seltener Tiere und Säulengänge aus feinstem dakischem Marmor. Ganz zu schweigen von den modernen Hypokaustenheizungen.«

Figulus stieß einen Pfiff aus. »Hört sich teuer an.«

»Ist nicht billig, Herr, das stimmt. Natürlich muss alles importiert werden. Und die Pläne werden ständig geändert. Cogidubnus sagt, dass der Palast das prachtvollste Gebäude außerhalb Roms werden soll. Es sei wichtig, mit den neuesten Entwicklungen in der Hauptstadt Schritt zu halten.«

»Und wer bezahlt das alles?«

Der Diener lachte. »Ihr natürlich. Genauer gesagt, euer Kaiser. Es ist ein Geschenk von ihm an Cogidubnus’ Volk, etwas, auf das jeder Mann und jede Frau der Regni stolz sein kann. Trenagasus war ziemlich begeistert von den Plänen. Er hat sogar in Betracht gezogen, in Lindinis etwas Ähnliches zu errichten.« Er grinste. »Nachdem er dort die Herrschaft übernommen hat natürlich.«

»Äh, wäre das klug?«

»Warum nicht? Ich halte das für eine großartige Idee. Gibt es für einen König eine...


Scarrow, Simon
Simon Scarrow wurde in Nigeria geboren und wuchs in England auf. Nach seinem Studium arbeitete er viele Jahre als Dozent für Geschichte an der Universität von Norfolk, bevor er mit dem Schreiben begann. Mittlerweile zählt er zu den wichtigsten Autoren historischer Romane. Mit seiner großen Rom-Serie und der vierbändigen Napoleon-Saga feiert Scarrow internationale Bestsellererfolge.Besuchen Sie Simon Scarrow im Internet unter www.scarrow.co.uk



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