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E-Book, Deutsch, 212 Seiten

Schaaf Morbus Menière

Schwindel - Hörverlust - Tinnitus Eine psychosomatisch orientierte Darstellung
5., überarbeitete und aktualisierte Auflage 2007
ISBN: 978-3-540-68767-2
Verlag: Springer Berlin Heidelberg
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Schwindel - Hörverlust - Tinnitus Eine psychosomatisch orientierte Darstellung

E-Book, Deutsch, 212 Seiten

ISBN: 978-3-540-68767-2
Verlag: Springer Berlin Heidelberg
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Neueste Erkenntnisse Aktuelle medizinische Möglichkeiten und Grenzen Verständlich und übersichtlich - nicht nur für den Arzt

  Dr.med. Helmut Schaaf arbeitete als Facharzt für Anästhesie, bevor er selber an Morbus Menière erkrankte. Er musste deshalb seine ursprüngliche Tätigkeit aufgeben. Seit 1994 ist er leitender Oberarzt in der Tinnitus-Klinik Bad Arolsen. Er hat mehrere Bücher und wissenschaftliche Beiträge zu den Themen Morbus Menière, Schwindel, Tinnitus und Hyperakusis geschrieben.

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1;Geleitwort zur 3. Auflage;5
2;Vorwort zur 5. Auflage;7
3;Vorwort zur 1. Auflage;11
4;Inhaltsverzeichnis;13
5;1 Klinik des Morbus Menière Wie alles anfangen kann;16
5.1;Drehschwindel;17
5.2;Wie alles anfangen kann – ein beispielhafter Fall – der klassische Fall;17
5.3;Und dann?;19
5.4;Hörverlust, Ohrensausen und …;19
5.5;Druck- und Völlegefühl im Ohr;20
5.6;… Unsicherheit und Schwindel der Seele;20
5.7;Ist der Morbus Menière eine psychosomatische Krankheit?;22
6;2 (Physiologische und anatomische) Grundlagen Ein Schaden im Innenohr;24
6.1;2.1 Grundlagen des Gleichgewichtssystems;26
6.1.1;2.1.1 (Rolle der) Augen;31
6.1.2;2.1.2 Riechen;32
6.1.3;2.1.3 Schmecken und das »Bauchgefühl;32
6.1.4;2.1.4 Gehöranteil;32
6.1.5;2.1.5 Rückenmarkbahnen;34
6.1.6;2.1.6 Körpereigenfühler;34
6.2;2.2 Schaltstelle im Gehirn;34
6.3;2.3 Seelisches Gleichgewicht;36
6.4;2.4 Wie schlagen sich die Funktionen in Strukturen nieder?;37
7;3 Pathophysiologie des Morbus Menière Wo liegt der Schaden? Der Druck im Innenohr macht …;40
7.1;3.1 … Schwindel aus dem Innenohr;41
7.2;3.2 … Augenzittern (Nystagmus);44
7.3;3.3 … Hörverlust;45
7.4;3.4 Fehlender Lautheitsausgleich (»recruitment«) und Geräuschempfi ndlichkeit;46
7.5;3.5 … Töne ohne Hören – der Tinnitus;47
7.6;3.6 … Druckgefühl in und hinter dem Ohr;48
7.7;3.7 … Sinnesmissempfi ndungen (Parästhesien);49
7.8;3.8 Formen des Schwindels;49
7.8.1;3.8.1 Schwindel der Seele – psychogener Schwindel;49
7.8.2;3.8.2 Können Angst und Panik auch einen Menière-Schwindel verursachen?;56
8;4 Sonderformen;62
8.1;4.1 Lermoyez-Syndrom;63
8.2;4.2 Tumarkin-Anfall;63
8.3;4.3 Kochleäre Form des Morbus Menière;63
8.4;4.4 Vestibuläre Form des Morbus Menière;64
9;5 Abgrenzung von anderen Krankheitsbildern (Differenzialdiagnose);66
9.1;5.1 Vom Körper zur Seele und zurück: eine Fehldiagnose und ihre Behandlung;68
9.2;5.2 Was es NICHT ist;71
9.2.1;5.2.1 Hörsturz;71
9.2.2;5.2.2 Schwankendes Hörvermögen mit Tieftontinnitus;73
9.2.3;5.2.3 Psychogener Schwindel – seelischer Schwindel;75
9.2.4;5.2.4 Gutartiger Lagerungsschwindel;81
9.2.5;5.2.5 Isolierte Otolithenfunktionsstörungen;82
9.2.6;5.2.6 Einfl üsse des Luftdrucks auf das Ohr: Tullio-Phänomen;82
9.2.7;5.2.7 Hennebert-Symptom;83
9.2.8;5.2.8 Vestibularisparoxysmie;84
9.2.9;5.2.9 Akustikusneurinom;85
9.2.10;5.2.10 Akuter einseitiger Gleichgewichtsausfall (Labyrinthausfall);85
9.2.11;5.2.11 Zervikale Hör- und Gleichgewichtsstörungen;87
9.2.12;5.2.12 Riss im runden Fenster am Übergang vom Mittel- zum Innenohr;88
9.2.13;5.2.13 Multiple Sklerose;88
9.2.14;5.2.14 Migräne;89
9.2.15;5.2.15 Syphilis;90
9.2.16;5.2.16 Nebenwirkungen von Medikamenten;90
9.2.17;5.2.17 Durchblutungsstörungen;92
9.2.18;5.2.18 Zentral-vestibuläre Schwindelsyndrome;92
9.2.19;5.2.19 Gestörtes Gleichgewicht im Alter;93
9.2.20;5.2.20 Das alles und noch viel mehr …;95
10;6 Untersuchungsmethoden;96
10.1;6.1 Krankengeschichte (Anamnese);97
10.2;6.2 Vestibularisprüfungen;97
10.3;6.3 Kalorische (thermische) Prüfung;99
10.4;6.4 Untersuchung der Otolithenorgane;100
10.5;6.5 Phasenaudiometrie des endolymphatischen Hydrops;102
10.6;6.6 Hör- und Sprachtests (Tonschwellen- und Sprachaudiogramm);103
10.6.1;6.6.1 Knochenleitung;104
10.6.2;6.6.2 Sprachaudiogramm;105
10.7;6.7 Otoakustische Emissionen und Distorsionsprodukte;106
10.8;6.8 Brain-evoked-response-Audiometrie (BERA);106
10.9;6.9 Glyzerolbelastungsprobe (Klockhoff -Test);107
10.10;6.10 Elektrokochleographie;107
10.11;6.11 Bildgebende Verfahren;108
10.12;6.12 Manualtherapeutische Untersuchung;109
10.13;6.13 Psychologische Diagnostik;109
10.14;6.14 Fragebögen – Testdiagnostik;110
10.15;6.15 Schwindel in der therapeutischen Beziehung;111
10.15.1;6.15.1 Was macht der Schwindel mit den Therapeuten?;111
10.15.2;6.15.2 Appell auf der Beziehungsebene;112
11;7 Therapie des Morbus Menière;114
11.1;7.1 Aufklärung und Beratung;115
11.2;7.2 Akuttherapie;116
11.2.1;7.2.1 Medizinische Hilfe in der Not;116
11.2.2;7.2.2 Eigene Notfallvorbereitung;118
11.3;7.3 Therapie zwischen den Anfällen;121
11.4;7.4 Stadienorientierte Behandlung;122
11.4.1;7.4.1 Schwankendes Hörvermögen mit Schwindel– Stadien 1 und 2;125
11.4.2;7.4.2 Wenn der Schwindel öfter kommt –Stadien 2b und 3;148
11.4.3;7.4.3 Ausgebrannter oder austherapierter Morbus Menière – Stadium 4;162
11.5;7.5 Grundrisse einer stationären psychosomatischen Behandlung bei Morbus Menière;165
11.6;7.6 Wenn der Tinnitus im Vordergrund steht;168
11.7;7.7 Alternativen und Außenseiter – Chancen und Gefahren;168
12;8 Beidseitige Erkrankung;174
13;9 Wie geht es weiter?;178
13.1;9.1 Arbeitsfähigkeit und -unfähigkeit;179
13.2;9.2 Schwerbehinderung und Minderung der Erwerbsfähigkeit;181
13.3;9.3 Verkehrstauglichkeit;184
13.4;9.4 Angehörige;185
13.4.1;9.4.1 Gemeinsame depressive Verarbeitung;185
13.4.2;9.4.2 Verdrängender Umgang mit der Erkrankung;186
13.4.3;9.4.3 Sich gegenseitig unterstützende und – im Idealfall– fördernde Verarbeitung der Erkrankung;186
13.4.4;9.4.4 Fazit;186
14;10 Resümee – Rückblick – Ausblick;188
15;11 Kurze Antworten auf häufig gestellte Fragen Für eilige Leser;194
16;Anhang;200
16.1;A Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Audiologen und Neurootologen (ADANO);202
16.1.1;Leitlinie M. Menière;202
16.2;B Selbsthilfegruppen;204
16.3;Aufl ösung des Rätsels von S. 127;206
16.4;C Glossar;208
17;Literatur;216
18;Sachverzeichnis;224


4 Sonderformen (S. 47-49)

4.1 Lermoyez-Syndrom

Beim Lermoyez-Syndrom bessert sich anfangs das Hörvermögen nach einer Schwindelattacke, hierfür gibt es bisher keine Erklärung. Auch soll der Nystagmus beim Lermoyez-Syndrom nur in die Richtung der kranken Seite gehen, ohne den Wechsel von Reiz- und Ausfallnystagmus zu zeigen. Patienten mit Lermoyez-Syndrom geben oft Migränebeschwerden an (Paparella in: Huang 1991, S. 108–114). Ansonsten unterscheidet sich diese Form klinisch nicht von dem klassischen Menière-Bild und wird auch therapeutisch genauso behandelt.

4.2 Tumarkin-Anfall

Das plötzliche Hinstürzen (»drop attack«) aus völligem Wohlbefinden ohne jedes Vorwarnzeichen wurde 1936 von Tumarkin als »otolithische Katastrophe« beschrieben. Hinzukommen kann ein Gefühl, als würde es einem den Kopf zerreißen. Erklärt wird dieses Phänomen, das nach dem Erstbeschreiber benannt wurde, durch ein Zerreißen des Gleichgewichtsbläschen, des Sacculus. Dies führt zu einer Spontanbewegung der Otolithen mit »abruptem Verlust des Tonus in den von der ‚vestibulospinalen‘ Bahn versorgten Muskeln« (Scherer 1997), d. h. im Kopf kreist es blitzschnell, und die Beine sacken weg. Typischerweise und zum Glück ist der Anfall mit 10–20 s kurz.

Das Bewusstsein bleibt – ein wichtiges Unterscheidungskriterium gegenüber anderen Erkrankungen – erhalten. Auch ist es wahrscheinlich, dass sich diese Krankheitsform, wenn überhaupt, erst in Spätstadien der Menière- Erkrankung einzustellen scheint (Kentala et al. 2001). Vielleicht ist das damit zu erklären, dass dieser Gleichgewichtsanteil der entwicklungsgeschichtlich älteste ist, Scherer (1997) spricht von über 600 Mio. Jahren. Damit ist er auch am widerstandsfähigsten, sowohl gegen die Menière-Erkrankung, aber auch gegen eine »therapeutische« Ausschaltung. Wichtig bei diesem Krankheitsbild sind die Abgrenzung und der Ausschluss von kurzfristigen Durchblutungsstörungen (»kleine Schlaganfälle«) des Hirnstamms.

Ebenso müssen Migräneanfälle ausgeschlossen werden. Medikamentös sind die Tumarkin-Krisen nämlich nicht zu beeinfl ussen – so schnell kann man nicht zum Zäpfchen oder zur Tablette greifen. Hier hilft möglicherweise nur eine komplette Labyrinthausschaltung, auch mit Gentamycin (Kap. 7). Allerdings sind diese Attacken viel schwerer auszuschalten als der durch die Bogengänge vermittelte Drehschwindel, und sie benötigen wohl höhere Gentamycinmengen.

4.3 Kochleäre Form des Morbus Menière

Von den Menière-Diagnosen werden 2–3% als eine kochleäre Sonderform angesehen (Morgenstern 1994a), wenn vornehmlich ein meist wannenförmiger, fl uktuierender Tieft onverlust ohne Schwindelbegleitung beobachtet wird. Wahrscheinlich handelt es sich hier um das in Kap. 5 ausführlich besprochene Krankheitsbild des endolymphatischen Geschehens.

4.4 Vestibuläre Form des Morbus Menière

Eine rein vestibuläre Form des Morbus Menière zeige »nur« den Schwindel ohne Hörverluste und Ohrgeräusche, beschrieb Morgenstern (1994a). Sie komme außerordentlich selten vor und ist – so muss man über 10 Jahre später sagen vielleicht das Resultat von noch nicht wirklich immer sicheren Diagnosemöglichkeiten.

So lassen sich heute aufgrund einer zunehmend besseren Diagnostik immer mehr »rein vestibuläre« Formen des Morbus Menière etwa als Migräne mit Schwindel (vestibuläre Migräne), Otolithenstörungen oder psychogene Schwindelerscheinungen einordnen (Kap. 5).



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