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Schäfer | 2071 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 276 Seiten

Schäfer 2071


1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-6957-6980-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 276 Seiten

ISBN: 978-3-6957-6980-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der Titel führt die Geschichte der Veröffentlichung des Buches "Die Entdeckung des Supraleiters" von 2017 und der Neuauflage "Ein Metall bewegt die Welt" von 2026, in Teilen weiter. Es ist ein paralleler Handlungsstrang, der mit einem Ereignis im Buch "Ein Metall bewegt die Welt" 2071 endet.

Ingenieur der Versorgungstechnik, i.R. über 30 Jahre Berufserfahrung, seit 25 Jahren als Autor und Dozent tätig erste Veröffentlichung eines Fachbuches im Springer Verlag in 2001, "Fernwärmeversorgung - Hausanlagentechnik in Theorie und Praxis" zweite Veröffentlichung 2017 im bod "Die Entdeckung des Supraleiters" derzeit künstlerisch Tätig als Maler und Zeichner von Porträts mit ersten kleinen Ausstellungen.
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Kapitel 2


Space-Lab

Mit jedem neuen Bericht über das Space-Lab entstand bei den Aktivisten immer mehr Hass auf die Regierung, auf die Industrie, auf die Superreichen, die sich ins All chauffieren ließen.

2062 war in den Medien ein Bericht zu sehen, der die völlig ausrasten ließ. Das war etwas, wovor sie immer gewarnt hatten. Ein riesiges Schrottteil eines Satelliten drohte mit dem einzigen und größten Space-Labor, das je von privater Hand gebaut und betrieben wurde, zu kollidieren. Die komplette europäische jubelte, ihre Prophezeiung wurde wahr, die private Raumfahrt sollte nun endlich in ihre Schranken gewiesen werden. Dabei wurde natürlich ignoriert, dass diese Szenarien bereits viele Jahre vorher von namhaften Wissenschaftlern beschrieben wurden. Es war eben nur eine Frage der Zeit, wann ein ausgedienter Satellit oder die Endstufe einer Rakete oder ein anderes Schrottteil die ISS oder andere Space-Labore trifft. Dieses Space-Lab wurde immer größer ausgebaut und mit jedem neuen Modul stieg die Wahrscheinlichkeit einer Kollision.

Gespannt saßen die Leute wieder vor den Bildschirmen in diesem ehemaligen Wohnzimmer in dem Haus in der Wildunger Straße in Frankfurt und verfolgten eine Animation des Supergaus, der Kollision eines riesigen Schottteils mit dem Space-Lab.

Die Animation wurde eine Stunde lang aus verschiedenen Perspektiven wiederholt. Jedes Mal endete die Kollision mit einer völligen Zerstörung des Space-Labs. Auch der Schrott war mehrfach größer dargestellt, als das Space-Lab. Bei jeder Kollision applaudierten die FRONT-Mitglieder, niemand machte sich Gedanken darüber, dass da noch Menschen sein könnten.

„So Leute, die Sendung ist vorbei, wir sehen, was wir schon seit Jahren sagen, wird eintreten, das Weltraumlabor wird von Schrott getroffen und zerstört“, rief Andreas.

„Ja, stimmt, das haben wir schon immer gesagt!“

„Genau, aber auf uns hört keiner!“

„Wer sollte auch auf uns hören, wir sind nur wenige und die, die haben das Geld und damit die Macht.“

„Leute,“ Alfred meldete sich, „Leute, klar haben die das Geld, aber haben nicht eigentlich wir die Macht? Wir sind doch das Volk.“

„Ja, wir sind das Volk.“

„Ja. Genau, wir sagen denen, dass es wichtigere Dinge gibt, um unsere Zukunft zu sichern.“

Mit vielen Worten wurden wieder die vielen großen Ziele der FRONT gemalt, was man tun könne, wieviel man tun könne. Aber wieder wurde viel geredet und getrunken und irgendwann waren die Worte aufgebraucht. Man einigte sich darauf, in den darauffolgenden Wochen die private Raumfahrt genau zu beobachten.

„Der Müll auf der Erde wird immer schlimmer. Jetzt produzieren wir auch noch den Müll im All.“, rief ein Mitglied in die Runde.

„Das stimmt, umso mehr sehe ich es als unsere Aufgabe an, die Dinge beim Namen zu nennen.“

Unabhängig von den weltweiten Bemühungen das Müllproblem zu managen, mit Sortieren, Wiederverwerten, Verbrennen und Deponieren sahen die Aktivisten, dass all diese Bemühungen doch letztendlich nichts bringen werden.

„Ich kann das schon bald nicht mehr hören, immer wieder die gleichen Nachrichten, Müll, Müll, Müll und jetzt auch noch im All.“

Das war so ein Lieblingsspruch der , Alfred nervte das schon lange, er zeigte, dass die bei der sich nicht richtig informierten und nur Polemik betreiben.

Meinte Alfred immer und damit nichts Schlimmeres passiert, warf Alfred immer mal wieder ein paar Sätze in die Diskussion und die Leute sprangen jedes Mal drauf an. Dann wurde diskutiert, lamentiert, nichts entschieden und vertagt.

Und das scheint hier das Problem zu sein.

„Schatz, die haben recht, das Problem wird größer und größer und alles, was die tun, ist nur einen Tropfen auf einen heißen Stein fallen zu lassen. Die sehen einfach nicht, welche Fortschritte in den letzten fünfzig Jahren erzielt wurden, aber vielleicht sehen die das nicht, weil es eben noch immer nicht genug ist.“

„Lena, Schatz, das stimmt doch nicht, mein Job ist es Gebrauchsanweisungen zu verfassen und dazu muss ich oft Recherchen im Internet durchführen. Es gibt schon vieles, was getan wird, es dauert nur seine Zeit.“

„Aber Alfred, wie sprichst du auf einmal, du hast doch selbst vor ein paar Wochen gesagt, wir müssten aktiver werden.“

„Ja stimmt, aber das hab’ ich nur gesagt, damit die mich in Ruhe lassen.“

„Wie, du hast gelogen?“ Lena versuchte entsetzt auszusehen, eigentlich wusste sie damals schon, dass er nicht das sagte, was er meinte.

„Ach Lena, gibt doch zu, die hier sind Träumer, die bewegen doch nichts.“

„Meinst du? Warte mal ab.“

„Wie meinst du das?“

„Ach nichts.“

Lena verschwand schnell in der Küche und kam mit einem Bier wieder. Alfred hielt kurz inne, wollte was sagen, aber schluckte es runter, er wusste, Lena verabscheute Bier.

„Hier Alfred, eines für dich.“

„Okay, danke.“

„Aber, was ist los? Du trinkst sonst kein Bier.“

„Ach ist gut, Alfred, ich habe mich vor ein paar Tagen mit einigen unsere Mitglieder unterhalten, du warst noch auf der Arbeit. Die neuen Mitglieder, die kennst du noch nicht, aber die, die sind echt gut drauf. Ich glaube von denen werden wir noch mehr hören.“

„Neue Mitglieder?“

„Ja, Peter und Sergeij, die beiden arbeiten bei einer Zulieferfirma, der DLR in Köln. Die Firma stellt Geräte für die Versorgungseinheit des Space-Lab her, ich hab’ nicht verstanden was genau. Aber die sind total informiert.“

„Aha.“

Bereits schon seit Tagen wurde in den Medien angekündigt, dass der Hochzeitstag von Space-Lab und Shuttle nahte. Seit der letzten Veranstaltung war viel geschehen, längst überfällig einigte man sich auf eine Art Hausordnung bei solchen Abenden, so wurde während der Sendung ein Diskussionsstopp vereinbart und wer sich nicht daran hielt, wurde für den laufenden und den kommenden Informationsabend gesperrt. Dafür plädierten ins besondere die beiden neuen Mitglieder Peter und Sergeij, was ihnen hoch anzurechnen war, denn Alexander und Oliver wären im Traum nicht darauf gekommen, solch eine Regel einzuführen. Die diskutierten oft am lautesten von allen, was auch dazu beitrug, dass viele Abende in einem Saufgelage endeten.

Dann war es soweit, die Sendung begann.

Die Bilder schienen von dem Space-Labor aus aufgenommen zu sein. Am unteren Bildrand lief die Zeit, danach war da oben im All schon alles gelaufen, es war bereits drei Stunden später.

?

08.03.2062

Das Shuttle näherte sich dem Versorgungstrakt der Space-Station. Die Andocksequenz lief im Automatikbetrieb, die Astronauten sollten nur im Notfall eingreifen. Das Shuttle, das letzte betriebsbereite der Columbia-Serie, näherte sich im Zeitlupentempo der Station. Dann ein leichter Ruck. Es dockte an einem der vier dreißig Meter langen Gateways an. Das Andockmanöver wurde nun aus einer anderen Perspektive gezeigt und die Reporter, die die Sendung moderierten, versuchten alle möglichen Sequenzen des Manövers bis ins Detail zu erläutern. Irgendwann schaltete Andreas den Ton ab und eröffnete die Diskussion.

„Leute, wir haben es jetzt gesehen, die Szenarien der letzten Wochen sind nicht eingetroffen, wir haben damit gerechnet, dass es zu einer bahnbrechenden Zerstörung kommt und den Menschen damit gezeigt wird, dass wir den falschen Weg eingeschlagen haben. Nichts dergleichen ist passiert. Wir stehen wieder am Anfang. Die haben immer wieder Glück. Ich weiß bald nicht mehr, was wir tun sollen, um die Menschen wach zu rütteln.“

„Ihr habt doch bisher auch nichts getan“, die Antwort kam von einem der neuen Mitglieder, von Peter, der neben der Tür mit dem Rücken an der Wand lehnte, ein Bein angewinkelt, mit dem Fuß gegen die Wand gestützt.

„Ah, Peter, hallo, hast du einen Beitrag?“

Andreas konnte Peter von der ersten Minute an nicht leiden, er tat immer so, als wüsste er alles und wollte nur jedem zeigen, wie doof alle sind.

„Ja, hab’ ich, seit zwei Wochen schaue ich mir das hier an, aber was ich hier sehe, ist ´ne Luftnummer.“

„Wenn dir das nicht passt, dann kannst du ja gehen“, Andreas stand immer noch neben den flimmernden Bildschirmen.

„Ich habe nur gesagt, dass ich mir das zwei Wochen angeguckt habe.“

„Und du hast uns und unsere Arbeit mit deinem Kommentar beleidigt“, rief Oliver und stellte sich neben Andreas.

„Das war keine Beleidigung.“

„Doch, du hast jeden einzelnen hier anwesenden beleidigt damit.“

Zwischenzeitlich wurden die Bildschirme ausgeschaltet, sofort begannen die Anwesenden...



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