Schaub | Die Rache des Engelmachers | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 270 Seiten

Reihe: Engelmacher

Schaub Die Rache des Engelmachers

Kriminalroman
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-947612-15-4
Verlag: mainbook Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Kriminalroman

E-Book, Deutsch, Band 3, 270 Seiten

Reihe: Engelmacher

ISBN: 978-3-947612-15-4
Verlag: mainbook Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Die Rache des Engelmachers' ist der dritte und letzte Band der Engelmacher-Trilogie um den Frankfurter Serienmörder, der blonde Frauen tötet und wie Engel aufbahrt (Band 1: 'Der Engelmacher aus Frankfurt'. Band 2 'Der Schatten des Engelmachers') Die Entscheidung steht kurz bevor... Rückblickend weiß ich nicht mehr wie es soweit kommen konnte. Der Engelmacher, der Dämon, der mich seit knapp drei Jahren heimsuchte, holte zum letzten tödlichen Schlag aus. Er wollte mein Leben, meine Liebe, meine Freunde, einfach alles zerstören. Viele Menschen könnten noch leben, wäre ich ihm nie begegnet. Aber war ich dafür verantwortlich? War es meine Schuld? Ich wusste nur eines: Es musste enden! Zu viele Menschen waren gestorben und sollten noch sterben. Erneut zog der Engelmacher eine blutige Spur durch Frankfurt und sein erster Weg führte ihn in meine Wohnung ... Die Zeit der Abrechnung war gekommen und der Teufel heizte die Hölle bereits ein...

Der gebürtige Frankfurter Alexander Schaub erblickte 1969 das Licht der Welt. Bis 2014 lebte er in der Mainmetropole. Im April ´14 zog er mit seiner Traumfrau Corinna nach Hattersheim. Über zwanzig Jahre arbeitete Schaub in der IT und war für Netzwerke im Microsoft-Umfeld verantwortlich. Seit 2007 arbeitet er im technischen Support eines 3D Drucker Herstellers. Über sein Schreiben sagt er: 'Ich liebe Serien mit einem roten Faden und so soll es auch mit meinen Büchern werden. Die Charakterentwicklung meiner Protagonisten ist mir enorm wichtig.'
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07. August 2010, 23:59


„… Ja, ich glaube den Täter zu kennen.“

„Wer ist es? Und warum haben Sie die Polizei nicht informiert?“

„Ich will den Mörder meiner Tochter selbst stellen, da die Polizei sich völlig stümperhaft anstellt. Leider habe ich im Moment keine Beweise, nur Vermutungen, was den Täter angeht. Als ich anfing, in dem Fall zu ermitteln, führten mich die ersten Spuren nicht nach Frankfurt, sondern … Nein, das dauert jetzt zu lange und Sie haben keine Zeit. Wir müssen uns treffen. Packen Sie ein paar Klamotten und verschwinden Sie!“

„Und warum soll ich Klamotten zusammenpacken?“

„Weil die Polizei auf dem Weg zu Ihnen ist, um Sie festzunehmen. Ich dachte, Sie seien mal Polizist gewesen?“

„Wir können doch zur Polizei gehen.“

„Nein, wir lassen sie vorerst in dem Glauben, den Richtigen zu jagen.“

„Ich finde das nicht zielführend.“

„Aber notwendig. Los jetzt, verschwinden Sie! In einer dreiviertel Stunde am Goetheturm in Sachenhausen.“

„Okay.“

„Mehr Zeit haben Sie nicht, andernfalls finden Sie sich in Handschellen auf dem Rücksitz eines Polizeiwagens wieder.“

Karl Mertens beendete die Verbindung und schaltete die Freisprecheinrichtung seines Wagens aus. Er befand sich auf dem Weg zum Goetheturm, dem Treffpunkt mit Thomas Martini.

Er hatte den Detektiv gewarnt. Alle Spuren im Fall des Engelmachers führten direkt zu Martini. Mertens war der Einzige, der wusste, dass Martini unschuldig war.

Fünf Minuten später erreichte er den menschenleeren Parkplatz am Rande des Stadtwalds. Er stellte sein Auto im Wendelsweg ab und lief zurück zum Goetheturm.

Mertens setzte sich auf die Stufen des Podests, auf dem der Turm ruhte. Es war zehn Minuten nach Mitternacht. Martini würde bestimmt noch eine halbe Stunde auf sich warten lassen.

Die Nacht war sternenklar und warm. Mertens fröstelte trotz der Temperatur von etwa zwanzig Grad. Er schloss für ein paar Sekunden die Augen. Müde und abgespannt war er. Die Jagd nach dem Killer seiner Tochter hatte ihn ausgelaugt.

Das Knacken eines Asts ließ in aufhorchen. War das bereits Martini? Er blickte auf die Uhr, zwölf Minuten nach Mitternacht. Zu früh für den Detektiv. Mertens blickte sich um. Niemand zu sehen. Er setzte sich wieder.

Schloss die Augen. Kurze Pause. Vierundzwanzig Stunden schlafen, das wünschte er sich. Sein Kopf sank leicht nach vorn, seine Atmung wurde langsamer. Schlafen.

Er schreckte hoch. Die Luft wurde ihm knapp. Ein Arm hatte sich um seinen Hals gelegt und drückte zu. Er wandte sich hin und her. Keine Chance! Der Arm glich einer Stahlklammer. Ein Messer blitzte vor seinen Augen auf.

„Ganz ruhig“, zischte eine Stimme in Mertens Ohr.

„Wer sind Sie?“, krächzte Mertens.

„Sie sind Detektiv. Kombinieren Sie!“

„Larusso!“

„Gut!“ Larusso verstärkte den Druck auf Mertens‘ Hals, achtete aber genau darauf, ihm nur das Blut abzustellen, nicht den Kehlkopf zu verletzen. Er sollte nur bewusstlos werden. Ein paar Sekunden später sackte Mertens zusammen. Larusso ließ ihn zu Boden fallen.

Er ging zu seinem Auto und holte mehrere Seile aus dem Kofferraum. Je eins band er um die Arme des Bewusstlosen und eins um dessen Beine. Danach zog er alle Seile am Turm empor, nur so weit, dass Mertens noch auf dem Boden lag, sich aber nicht mehr bewegen konnte. Larusso nahm Riechsalz, um ihn aufzuwecken.

Mertens schlug sofort die Augen auf. Er versucht aufzustehen. Die Stricke, mit denen er gefesselt worden war, ließen ihm ein bis zwei Zentimeter Bewegungsfreiheit, nicht mehr. Er konnte weder aufstehen noch die Arme heben oder senken, lag auf dem Rücken wie der sprichwörtliche Maikäfer.

Larusso trat in sein Sichtfeld. „Hallo Herr Mertens. Eigentlich würde ich erst einmal Höflichkeiten mit Ihnen austauschen, aber dazu bleibt mir leider keine Zeit“, seine Stimme troff vor Sarkasmus. „Kommen wir gleich zur Sache“, er zog ein Skalpell hinter seinem Rücken hervor. „Woher kennen Sie meinen Namen und wie sind Sie auf meine Spur gekommen?“

Mertens schwieg.

„Ihr Schweigen wird Ihnen nicht helfen.“ Larusso bückte sich zu ihm hinunter und schnitt Mertens Hemd auf. Dann setzte er das Skalpell auf die rechte Brust, drückte es ein wenig in die Haut und zog es sehr langsam hinüber zur linken Brust. Mertens Gesicht verkrampfte sich vor Schmerzen. „Schlimm?“

„Sie Sadist!“, keuchte der am Boden Liegende.

„Das war erst der Anfang“, grinste Larusso diabolisch. Er setzte das kühle Metall wieder auf die rechte Brust und zog es in einem leichten Winkel hinunter zur linken Brust. Er drückte etwas fester. Mertens schrie. „Woher kennen Sie meinen Namen?“

„Nachforschungen“, stieß Mertens hervor.

„Welche Nachforschungen?“ Larusso ritzte weiter, immer darauf achtend, seinem Opfer nicht zu viel Schmerz zuzufügen, damit dieser nicht bewusstlos wurde. „Welche Nachforschungen?“, wiederholte er seine Frage, nachdem er die beiden ersten blutigen Linien mit einer dritten verbunden hatte.

„Internet!“, rief Mertens schmerzerfüllt aus.

Larusso hielt inne und hob das Skalpell von der Brust des Mannes. „Wir wären schneller fertig, wenn Sie nicht nur Ein-Wort-Sätze hervor brächten. Was für Nachforschungen im Internet?“

„Darknet“, war die Antwort.

„Ich verliere langsam die Geduld. Und seien Sie sich gewiss, das wollen Sie nicht erleben!“ Larusso ritzte einen vierten blutigen Strich in Mertens Brust. „Was haben Sie im Darknet gefunden? Das Forum?“ Am Rippenbogen angekommen, drückte er das Skalpell in den Körper seines Opfers, glitt dabei an einer Rippe ab. Die scharfe Klinge hinterließ eine zehn Zentimeter lange Furche. Mertens schrie wieder und wandte sich unter Schmerzen. „Antworten Sie!“, presste Larusso mit unterdrückter Ungeduld zwischen den Zähnen hervor.

„Ja, haben wir…“ In der selben Sekunde, in der die Worte seinen Mund verlassen hatten, wusste Mertens, dass er einen Fehler begangen hatte.

„Wer ist wir?“, ein martialisches Lächeln umspielte Larussos Lippen.

„Ich meinte, ja, ich habe es gefunden“, doch die Lüge war schlecht und Mertens war sich dessen bewusst.

„Wer ist wir?“ Das Skalpell zeichnete erneut Spuren auf Mertens Brust und Bauch. „WER IST WIR?“, brüllte ihn Larusso an. Er ritzte jetzt ohne Unterlass. „WER IST WIR?“

Mertens sprach nicht mehr, er schrie vor Schmerz.

Larusso hielt ihm das Skalpell vor die Augen. „Sie wollten es nicht anders.“ Die Klinge näherte sich dem linken Auge. Mertens versuchte seinen Kopf wegzudrehen, aber sein Peiniger hielt ihn mit der freien Hand fest umklammert.

„Nein! … Nicht!…“, schrie Mertens.

„Dann reden Sie!“

„Ich kann nicht!“

„Dann soll es so sein.“ Der chirurgische Stahl tauchte unter den linken Augapfel. Mertens schrie in Agonie, als die Schneide den Sehnerv durchtrennte und das blind gewordene Auge heraus hebelte. Ein Blutstrom ergoss sich aus der Augenhöhle auf den Waldboden, der das Lebenselixier gierig aufsog. „Wer ist wir?“

Mertens war verstummt. Larusso dachte für eine Sekunde, sein Opfer sei tot, aber er konnte einen schnellen Puls am Hals spüren. Er zog ein zweites Riechsalz-Fläschchen aus der Tasche, brach es auf und hielt es unter Mertens Nase. Der Gepeinigte schlug wieder die Augen auf. Er stöhnte.

„Wer ist wir?“, wiederholte Larusso seine Frage erneut und hielt die Klinge über das verbliebene Auge. „Ich beende Ihr Leiden, schnell und schmerzlos, wenn Sie mir den Namen sagen.“

„Oh Gott… ich kann nicht…“, jammerte Mertens, das nahe Ende vor Augen. „Sie…“ Seine Stimme brach.

Larusso riss der Geduldsfaden. Er ritzte, wie in wilder Raserei, in den Bauch seines Opfers. „WER IST SIE?“, schrie er immer wieder.

Mertens wurde erneut ohnmächtig. Larusso weckte ihn wieder mit Riechsalz auf. „WER?“, brüllte Larusso außer sich vor Zorn, beugte sich über den am Boden liegenden Mann und führte das Skalpell ganz langsam unter das rechte Auge.

Mertens war nicht mehr in der Lage, sich zu beherrschen. Der Schmerz brachte ihn um den Verstand. Und um endlich erlöst zu werden, Ruhe zu finden, keine Schmerzen mehr zu erleiden, stieß er...



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