E-Book, Deutsch, 260 Seiten
Scheer / Boczanski / Muth Prozessorientiertes Product Lifecycle Management
1. Auflage 2005
ISBN: 978-3-540-28442-0
Verlag: Springer Berlin Heidelberg
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
E-Book, Deutsch, 260 Seiten
ISBN: 978-3-540-28442-0
Verlag: Springer Berlin Heidelberg
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Der Lebenszyklus eines Produktes reicht von der ersten Produktidee und der Produktentwicklung über Produktion und Vertrieb bis hin zu Wartung und Marktentnahme. Ziel des Product Lifecycle Management (PLM) ist die optimale Prozessgestaltung, insbesondere in der Produktentwicklung, sowie die Bereitstellung aller erforderlichen Produktinformationen über den gesamten Lebenszyklus des Produktes hinweg. Die Anforderungen an integrierte Geschäftsprozesse und Informationsverfügbarkeit wachsen sowohl unternehmensintern als auch in der Zusammenarbeit mit Partnern, Lieferanten und Kunden. Dieses Buch zeigt die prozessorientierte Herangehensweise zur Einführung und Umsetzung von PLM. Es stellt Lösungskomponenten und Markttrends dar und verdeutlicht diese an konkreten Projektbeispielen aus unterschiedlichen Branchen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Vorwort;5
2;Inhaltsverzeichnis;7
3;Teil I PLM – Prozesse, Konzepte, Lösungen;16
3.1;1 PLM im Wandel der Zeit;18
3.1.1;1.1 Referenz Industriebetrieb;18
3.1.2;1.2 Das Y-CIM-Modell;19
3.1.3;1.3 Unterstützung der Produktionsplanung und-steuerung;21
3.1.4;1.4 Statisches Management der Produktentwicklung;22
3.1.5;1.5 PLM als Prozess-Unterstützungs- und Integrationskomponente;23
3.1.6;1.6 Ausblick: Diffusion von PLM in Business Process Platforms;25
3.2;2 PLM im Überblick;28
3.2.1;2.1 Geschäftsprozesse als Grundlage für PLM;30
3.2.2;2.2 Generische PLM-Prozesse und deren Bedeutung;31
3.2.3;2.3 Schwerpunkte in verschiedenen Branchen;35
3.3;3 Bausteine und Prozesse im PLM;42
3.3.1;3.1 Ein prozessorientierter PLM-Ansatz;42
3.3.2;3.2 Komposition einer integrierten PLM-Lösung;49
3.3.3;3.3 Einführung und Ausbau einer PLM-Lösung;56
3.3.4;3.4 Vorteile einer prozessorientierten PLM-Einführung;57
3.3.5;3.5 Zusammenfassung;57
3.4;4 PLM und die Kerngeschäftsprozesse des Unternehmens;58
3.4.1;4.1 Produktentstehung und strategische Planung;60
3.4.2;4.2 Produktentstehung und Vertriebsprozess;62
3.4.3;4.3 Integration verschiedener Entwicklungsbereiche und-standorte;67
3.4.4;4.4 Integrierte Produkt- und Prozessentwicklung;69
3.4.5;4.5 Produktentwicklung und Beschaffung;71
3.5;5 Unterstützende PLM-Prozesse / Querschnittsprozesse;76
3.5.1;5.1 Collaborative Engineering;77
3.5.2;5.2 Projektmanagement;78
3.5.3;5.3 Service und Wartung;80
3.6;6 IT-Bausteine einer prozessorientierten PLM-Lösung;81
3.6.1;6.1 Das Produktdatenmanagement;82
3.6.2;6.2 Die frühen Phasen der Produktentwicklung;106
3.6.3;6.3 Projektmanagement in der Produktentwicklung;109
3.6.4;6.4 Projektportfoliomanagement;116
3.6.5;6.5 Qualitätsmanagement;120
3.6.6;6.6 Instandhaltung und Service;122
3.6.7;6.7 Workflow als Querschnittsfunktion im PLM;125
3.7;7 Methoden und Trends;134
3.7.1;7.1 Prototyping;134
3.7.2;7.2 Simultaneous Engineering;138
3.7.3;7.3 Digital Mockup;140
3.7.4;7.4 Collaborative Engineering;146
3.7.5;7.5 Digitale Fabrik;148
3.7.6;7.6 Virtuelle Realität (VR);150
3.7.7;7.7 Zusammenfassung;153
3.8;8 Zukünftige Strategien von PLM;156
3.8.1;8.1 Produktentstehung;157
3.8.2;8.2 Produktfertigung;158
3.8.3;8.3 Produktentsorgung;159
4;Teil II Fallstudien aus der Fertigungsindustrie;161
4.1;9 PLM in der Schaeffler-Gruppe;163
4.1.1;9.1 Überblick und Projektziele;163
4.1.2;9.2 CAD-Integration und Stammdaten als Projektherausforderung;164
4.1.3;9.3 Ausblick;166
4.2;10 Komplexitäts- und Produktvarianten managementbei einem Serienfertiger;168
4.2.1;10.1 Ausgangssituation;168
4.2.2;10.2 Ziele des PLM-Einsatzes;170
4.2.3;10.3 Vorgehensweise im Projekt;171
4.2.4;10.4 Projektfazit;175
4.3;11 Optimierung der Produktentwicklung bei einem Maschinenbauer;178
4.3.1;11.1 Ausgangssituation;178
4.3.2;11.2 Ziele des PLM-Einsatzes;180
4.3.3;11.3 Projektvorgehen und Projektorganisation;181
4.3.4;11.4 Ergebnisse der Konzeptionsphase;183
4.3.5;11.5 Komponenten der PLM-Lösung;184
4.3.6;11.6 Projektfazit;186
4.4;12 PLM bei BRP-Rotax GmbH & Co. KG;188
4.4.1;12.1 Das Unternehmen;188
4.4.2;12.2 Ausgangssituation und Vision;189
4.4.3;12.3 Ziele des PLM-Einsatzes;190
4.4.4;12.4 Projektvorgehen und Projektorganisation;191
4.4.5;12.5 Ergebnisse des Projektes;192
4.4.6;12.6 Projekterfahrung und Ausblick;193
4.5;13 PLM bei der CARPIGIANI GROUP;196
4.5.1;13.1 Das Unternehmen;196
4.5.2;13.2 Ziele des PLM-Einsatzes;196
4.5.3;13.3 Vorgehensweise im Projekt;197
4.5.4;13.4 Ergebnisse des Projektes;199
4.6;14 Importance of Product Design and Data Exchange Standards in the Product Life Cycle;200
4.6.1;14.1 Introduction;200
4.6.2;14.2 Status of Collaborative Engineering in the Power and Automation Industry;201
4.6.3;14.3 Industrial Prerequisites to Enable Collaborative Engineering;204
4.6.4;14.4 Portfolio Management for Products, Systems and Services;205
4.6.5;14.5 Standardization of Default Product Information;207
4.6.6;14.6 Industrial Use of Standards Along the Product Life Cycle;208
4.6.7;14.7 Real-Time Design Collaboration at ABB and Its Supplier Network;209
4.6.8;14.8 References;211
5;Teil III Fallstudien aus der Prozessindustrie;212
5.1;15 Produktentwicklung bei einem Lebensmittelhersteller;214
5.1.1;15.1 Ausgangssituation;214
5.1.2;15.2 Ziele des PLM-Einsatzes;216
5.1.3;15.3 Projektmethoden und Projektorganisation;217
5.1.4;15.4 Projektdurchführung;217
5.1.5;15.5 Komponenten der PLM-Lösung;222
5.1.6;15.6 Ergebnisse des Projektes;228
5.2;16 Produktentwicklung mit NPDI bei einem Konsumgüterhersteller;230
5.2.1;16.1 Marktsituation Konsumgüterindustrie;230
5.2.2;16.2 Ausgangssituation;232
5.2.3;16.3 Ziele des PLM-Einsatzes;233
5.2.4;16.4 Vorgehen im Projekt;234
5.2.5;16.5 Das Prozesskonzept NPDI;235
5.2.6;16.6 Komponenten der PLM-Lösung;238
5.2.7;16.7 Ergebnisse des Projektes;243
5.3;17 Automatisierte Stammdatenpflege in der Konsumgüterindustrie;246
5.3.1;17.1 Ausgangssituation;246
5.3.2;17.2 Ziele des PLM-Einsatzes;249
5.3.3;17.3 Projektmethoden und Projektorganisation;249
5.3.4;17.4 Projektdurchführung und -ergebnisse;250
5.3.5;17.5 Komponenten der PLM-Lösung;255
5.3.6;17.6 Ergebnisse des Projektes;259
5.4;18 Spezifikation von Produkten in der Stahlindustrie;262
5.4.1;18.1 Ausgangssituation;262
5.4.2;18.2 Ziele des PLM-Einsatzes;263
5.4.3;18.3 Projektablauf und Projektorganisation;264
5.4.4;18.4 Komponenten der PLM-Lösung;264
5.4.5;18.5 Ergebnisse des Projektes;267
5.5;19 Produktentwicklung bei einem Feinchemikalienhersteller;268
5.5.1;19.1 Ziele des PLM-Einsatzes;268
5.5.2;19.2 Vorgehensweise im Projekt;269
5.5.3;19.3 Komponenten der PLM-Lösung;270
5.5.4;19.4 Ergebnisse des Projektes;271
6;Literaturverzeichnis;272
15 Produktentwicklung bei einem Lebensmittelhersteller (S. 199-200)
Dieses Kapitel berichtet von einem PLM-Projekt bei einem Konsumgüterhersteller. Dieser erwirtschaftet als Teil eines internationalen Konzerns in Deutschland mit 10 000 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 2 Mrd. € mit der Produktion von Lebensmitteln an mehreren Produktions- und Entwicklungsstandorten. Ziele des Projektes waren die Prozesssicherheit und Transparenz des Produktentwicklungsprozesses zu verbessern und durch Toolunterstützung eine Verbesserung des Time to Market zu erreichen. Hierzu wurde eine Lösung mit den Komponenten Dokumentenmanagement, Prozess- und Projektsteuerung sowie Stammdatenmanagement mit SAP PLM eingeführt. Diese wird von ca. 500 Anwendern in der Produktentwicklung und im Umfeld der Produktentwicklungsprojekte genutzt.
15.1 Ausgangssituation
Das Unternehmen setzte bereits vor einigen Jahren ein „auf die organisatorische Verbesserung von Prozessabläufen mit Hilfe der Informationstechnologie fokussiertes Projekt" auf. Nachdem die grundsätzliche Entscheidung für die Einführung von Standardsoftware gefallen war, wurde der Schwerpunkt dieses Projektes die unternehmensweite Einführung des integrierten Standard- Informationssystems SAP R/3 als strategisches System in den Bereichen Personalwesen, Beschaffung, Finanzbuchhaltung, Controlling, Vertrieb, Materialwirtschaft und Produktion. Neben den Teilprojekten des Organisationsprojektes in den genannten Bereichen wurden zwei weitere Teilprojekte aufgesetzt: die zentrale Stammdatenverwaltung für die verschiedenen Anwendungsbereiche und die Unterstützung der Produktentwicklung.
In der Produktentwicklung war zu Projektbeginn folgende Ausgangssituation vorzufinden: Die Entwicklung neuer Produkte (Artikel) liegt in den Händen der verschiedenen Sparten und wird in der Regel vom Marketing dieser Sparten verantwortet (nicht berücksichtigt sind Beteiligungen und kooperierende Unternehmen). Produktentwicklung bedeutet zum einen Produktinnovationen, d. h. Produkte, die grundlegend neu sind, oder so genannte Line Extensions, also neue Produkte innerhalb bestehender Produktlinien. Zum andern fallen aber auch Produktrenovationen, d. h. substantielle Änderungen bestehender Produkte, sowie Änderungen an Rezeptur oder Verpackung unter die Produktentwicklung. Die Sparten unterscheiden sich wesentlich zum Beispiel hinsichtlich der Anzahl der Produktentwicklungen pro Jahr und der Laufzeit der Produktentwicklung, die von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren reicht. Die Ausgangssituation zu Projektbeginn ist einerseits durch die unternehmensweiten Rahmenbedingungen gekennzeichnet: Heterogene Systemlandschaft (unterschiedliche IT-Systeme auf unterschiedlichen Plattformen für die operative Geschäftsabwicklung) Keine Integration der Produktentwicklung in die operativen IT-Systeme Entscheidung für den Einsatz von Standardsoftware SAP R/3
Andererseits sind die Produktentwicklungsprozesse selbst durch folgende Ausgangssituation charakterisiert: Unterschiedliche Entwicklungsprozesse in den verschiedenen Sparten: Dies ist einerseits durch die Verschiedenartigkeit der Produkte bedingt, andererseits auch Ausdruck der historisch innerhalb der Sparten gewachsenen Prozesse ohne übergreifende Abstimmung. Die Entwicklungsprozesse sind teils lückenhaft und stark technologisch geprägt. Unterschiedlicher Strukturierungsgrad: Während einzelne Sparten bereits mit definierten Entscheidungspunkten innerhalb des Produktentwicklungsprozesses arbeiten, werden in anderen teilweise bereits weit reichende (und kostenintensive) Entwicklungstätigkeiten begonnen, bevor eine Entscheidung über das weitere Vorgehen vorliegt.
Unterschiedliche Werkzeuge zum Management der Entwicklungsprojekte: Teilweise werden Entwicklungsprojekte rein papierbasiert bearbeitet, was insbesondere bei Änderungen des geplanten Projektablaufes erhebliche Anpassungen erforderlich macht, teilweise werden Excel-Dateien verwendet, allerdings ohne Abbildung der diversen Abhängigkeiten zwischen einzelnen Prozessschritten. Manuelle Projektsteuerung: Die Steuerung des Entwicklungsprojektes, d. h. der Anstoß weiterer Aktivitäten nach der Beendigung vorheriger liegt vollständig beim Projektleiter bzw. -koordinator. Als Kommunikationsmedien werden dafür Telefon und E-Mail eingesetzt. Dokumentation: Die Ergebnisse einzelner Tätigkeiten liegen in ganz unterschiedlicher Form vor, teils als Papierdokumente, die per Hauspost verschickt werden, teils als elektronische Dokumente in Form von Word- oder Excel-Dateien, die per E-Mail, teils aber auch in ausgedruckter Form per Hauspost verschickt werden. Dadurch entsteht hoher Koordinations- und Administrationsaufwand. Zudem besteht die Gefahr, dass verschiedene Mitarbeiter mit unterschiedlichen Ständen der Dokumente arbeiten.




