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E-Book, Deutsch, Band 270, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Scheer Perry Rhodan 270: Ultimatum an Unbekannt
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8453-0269-0
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Die Meister der Insel"
E-Book, Deutsch, Band 270, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-0269-0
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
K.H. Scheer wurde im Jahr 1928 geboren und veröffentlichte seinen ersten Roman bereits im Jahr 1948: 'Stern A funkt Hilfe'. An dieses Erstlingswerk schloß sich eine in Deutschland beispiellose Karriere im Science Fiction-Genre an. Mitte der 50er Jahre gründete er die Intressengemeinschaft STELLARIS und wurde im Jahr 1959 mit dem HUGO (dem deutschen Science Fiction-Preis) ausgezeichnet. Im Jahr 1961 schließlich gründete er mit seinem Freund Walter Ernsting alias Clark Darlton die Perry Rhodan-Serie und war von Band 1 bis Band 647 federführend in der Exposé-Redaktion. Dadurch entsprangen viele wichtige Figuren der Serie seinen Ideen, wie beispielsweise Atlan, Icho Tolot, Ratber Tostan, Clifton Callamon und Don Redhorse. Auch für ATLAN, die Schwesterserie von Perry Rhodan, erarbeitete er das Konzept. Unter dem Pseudonym Alexej Turbojew schrieb er ebenfalls Science Fiction-Romane. Außerdem schrieb er auch noch Kriminal- und Seeabenteuergeschichten. Ab dem Band 'Menschheit im Zwielicht' (400) wurden seine Heftromane immer seltener und der Band 'Sie kamen aus dem Nichts' (500) sollte für lange Zeit sein letzter Roman sein. Bis er mit dem Band 'Lockruf aus M 3' (1074) sein 'Comeback' feierte und mit dem Heft 'Tostan, der Spieler' (1320) endgültig wieder voll als Autor in die Serie einstieg und ihr auch bis zu seinem Tod am 15.09.91 erhalten blieb.
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2.
John Marshall, der Chef des geheimnisumwitterten Mutantenkorps, sah abgespannt und müde aus. Unter seinen Augen zeichneten sich dunkle Schatten ab.
Er war zum dritten Referat erschienen. Es ging um die Probleme, die sich mit der Anwesenheit des Zeitagenten Frasbur aufgeworfen hatten.
Der Mausbiber Gucky hatte sich auf einer gepolsterten Eckbank zusammengerollt und schlief. Sein empfindliches Nervensystem konnte den Strapazen nicht mehr lange gewachsen sein.
Perry Rhodan saß an der oberen Schmalseite des Konferenztisches. Wir befanden uns im Besprechungs- und Übertragungsraum III. Er lag in Höhe der Zentrale und konnte jederzeit leicht erreicht werden.
Außer den leitenden Schiffsoffizieren, dem Kommandanten, Oberst Cart Rudo, und dem Ersten Kosmonautischen Offizier, Oberstleutnant Brent Huise, waren die Wissenschaftler der CREST erschienen sowie Melbar Kasom und Icho Tolot.
Mehrere Mutanten, die sich an Bord befanden, hielten Frasbur, der in einer Spezialzelle der psychiatrischen Bordklinik ruhte und der der Meinung war, uns gründlich täuschen zu können, unter geistiger Beobachtung.
Ich blickte zu dem großen Wandbildschirm hinüber, auf dem die Zelle sichtbar war. Frasbur lag auf einem Pneumolager und mimte den Besinnungslosen. André Noir, der Hypno, saß auf einem Gliedersessel in seiner Nähe. Sonst war nichts Bemerkenswertes zu sehen.
Perry folgte meinem Blick und verzog das Gesicht. Es drückte Skepsis aus.
»Wenn das nur gut geht«, meinte er. »Fangen Sie an, John. Oder wünschen Sie vorher eine Erholungspause?«
Marshall winkte ab.
»Danke, Sir, nicht nötig. Wir können nicht lange unterbrechen. In spätestens zwei Stunden muss die Mentalbohrung fortgesetzt werden. Während dieser Zeit vertieft Noir den Hypnoblock und öffnet gleichzeitig weitere Ventile in Frasburs Gehirn.«
»Mentalbohrung?«, wiederholte ich überrascht.
Der hochgewachsene Mann nickte. Nachdem er einen Schluck Kaffee aus dem Becher getrunken hatte, erklärte er: »So nennen wir unser vorsichtiges Hineintasten in Frasburs Bewusstseinsinhalt. Er darf unter keinen Umständen merken, dass wir ihn durchschaut haben. Wir wissen nun mit absoluter Sicherheit, weshalb es nach seiner Einlieferung zu Spaltungsphänomenen kam. Es war ein hartes Stück Arbeit.«
Ich konnte mit Marshalls Fachausdrücken wenig anfangen. Die Mutanten waren mir immer noch etwas unheimlich – und nicht nur mir allein! Icho Tolot, der halutische Wissenschaftler, schaute aus seinen drei roten Kugelaugen starr auf den übersinnlich begabten Terraner.
»Frasbur gehört zweifellos zur Elite der Hilfsmannschaften, die von den Meistern der Insel beschäftigt werden. Er ist ein hochintelligenter und dazu mutiger Mann, der sich mit der Absicht trägt, uns ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben in eine tödliche Falle zu locken. Deshalb schauspielert er seit vier Tagen Standardzeit. Er mimt den parapsychisch beeinflussten und mit einem ständig stärker werdenden Hypnoblock belasteten Mann, der mehr und mehr von seiner Widerstandskraft verliert. Frasburs Verhalten ist so geschickt, dass wir um ein Haar getäuscht worden wären. André stellte jedoch eine eigentümliche Schwingungsumlenkung in Frasburs aktivem Wachbewusstsein fest. Er korrigierte die Bahn und bot Gucky und mir somit Gelegenheit, vorsichtig den echten Bewusstseinsinhalt zu erfassen.«
»Den echten?«, fragte Perry zurück und beugte sich nach vorn. »Soll das heißen, dass Sie vorher einen unechten Inhalt aufnahmen?«
»Völlig richtig, Sir. Frasbur ist ein Mann, der aus der Realzeit stammt und keinen Beeinflussungsempfänger trägt wie gewöhnliche Duplos. Er ist ein echter Tefroder, also menschlich in jeder Beziehung. Außerdem ist er Wissenschaftler und mit parapsychischen Effekten vertraut. Er besitzt einen sehr wirkungsvollen hypnosuggestiven Schirmblock, der ihn jedoch nicht zu einem willenlosen Sklaven macht, sondern zu einem gefährlichen Gegner. Frasbur ist in der Lage, den Block nach eigenem Ermessen zu öffnen oder ihn total zu schließen. Solange er ihn verschlossen hielt, waren wir machtlos. Dann hatte er jedoch unsere Absichten erkannt und begann mit dem Öffnen des Blocks. Zu diesem Zeitpunkt hakte André Noir ein. Das war vor zwei Tagen, Sir.«
Marshall nahm wieder einen Schluck Kaffee und wischte sich über die schweißbedeckte Stirn.
»Er ließ sozusagen tropfenweise einige Informationen hindurchsickern, sprach sie stammelnd und mit schwerer Zunge aus und gab sich den Anschein, als wäre er nach unseren achtundvierzigstündigen Bemühungen zu einem von uns Beeinflussten geworden. Seitdem redet er immer häufiger, jedoch stets nur das, was er für richtig hält. Ihm ist unbekannt, dass wir ihn durchschaut haben. Außerdem weiß er nicht, dass wir seinen echten Gedanken- und Gedächtnisinhalt bereits zu neunzig Prozent erfasst haben. Daraus ergeben sich wertvolle Details.«
»Reden Sie endlich«, forderte Perry ungeduldig. »Was will er Ihnen vorheucheln?«
»Das ist gerade das Phänomen, Sir! Er heuchelt uns nichts vor, sondern sagt die Wahrheit. Er spricht vom sechsten Planeten der Sonne Tano; einem heißen Riesenstern. Dort soll sich ein bedeutender Stützpunkt der Meister der Insel befinden.«
»Und das stimmt?«, fiel ich erregt ein.
»Genau, Sir. Frasbur mischt die Wahrheit teuflisch geschickt mit seiner Planung, die natürlich auf die Vernichtung des Schiffes hinzielt. Seinen Angaben nach befindet sich in dem Stützpunkt ein großer Materietransmitter, mit dem es möglich sein soll, unter Umgehung des Justierungsplaneten Kahalo in den Sonnensechsecktransmitter einzudringen und den Transportsprung zum Andromedanebel zu überstehen. Das ist die einzige, ganz bewusste Lüge in seinen Aussagen. Es gibt natürlich keine Möglichkeit, direkt in den Sonnentransmitter einzusteigen, ohne sofort vernichtet zu werden.«
»Augenblick«, meldete sich Dr. Spencer Holfing, unser Chefphysiker. »Ich kann mich erinnern, dass wir im August des Jahres 2400 von den sechs blauen Riesen erfasst und abgestrahlt wurden. Ohne Vernichtung, Mr. Marshall!«
Der Mutant nickte.
»Das gilt für die Realzeit, Doc. Jetzt stehen wir etwa fünfzigtausend Jahre in der Vergangenheit. Die Schaltung des Transmitters scheint anders zu sein. Augenblicklich ist es wirklich nicht möglich, unter Umgehung des Pyramidenfeldes von Kahalo in das Transportfeld einzudringen, ohne zerrissen zu werden.«
»Keine Abschweifungen, bitte«, mahnte Rhodan. »Marshall ...!«
»Frasbur kennt natürlich unsere Wünsche. Er weiß, dass wir unbedingt nach Andromeda zurück wollen, um dort den Planeten Vario anzugreifen. Also ködert er uns mit Hinweisen auf ein Gerät, das den bisher verschlossenen Weg öffnen soll. Das ist aber – wie erwähnt – die einzige direkte Lüge. Alles andere stimmt oder wird lediglich verschwiegen. Mit diesem Verschweigen bestimmter Tatsachen kommen wir zum wichtigsten Punkt.«
Marshall atmete schwer. Unser Chefarzt, Dr. Ralph Artur, beobachtete ihn besorgt. In dem Raum herrschte bedrückende Stille. Ich fühlte, dass die Entdeckung der Mutanten für unser Schicksal entscheidend war.
»Der Stützpunkt auf Tanos VI existiert tatsächlich. Es handelt sich um einen Zwischenzeittransmitter, mit dem man Zeitverschiebungen bis maximal fünfhundert Jahre durchführen kann. Die Sprünge können innerhalb der so genannten Relativzukunft variiert werden. Darunter versteht Frasbur die Zeit vom Jahre 49.988 vor Christi bis zur Realzeit des Jahres 2404 n. Chr. Man kann nach vorn springen; aber dadurch entflieht man keinesfalls der Vergangenheit. Man verkürzt sie nur um die eingestellte Spanne, jedoch nur bis zu dem Vergangenheitszeitpunkt, zu dem der Zwischenzeittransmitter gebaut wurde. Die Anlage dient den Meistern der Insel und ihren Zeitagenten dazu, sich beliebig durch verschiedene Geschichtsepochen zu bewegen. Bedingung dafür ist, dass man erst einmal durch den Riesentransmitter von Vario zurückversetzt wird. Die Kenntnisse über diese Station haben wir aus Frasburs Gedächtnisinhalt ermittelt. Sie waren wertvoll. Der so genannte Zwischenzeittransmitter ist eine der Tatsachen, die Frasbur verschwieg.«
Ich war nicht sonderlich überrascht. Ich hatte sogar mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen, dass die Meister der Insel, dieses nach wie vor unbekannte Volk, sich irgendwelche Fluchtwege erschaffen hatten.
Notausgänge!, korrigierte mein Extrahirn. Ich hörte ärgerlich über den Impuls hinweg.
»Und die zweite Tatsache?«, drängte Perry.
Marshall lachte trocken auf. Seine Augen zeigten plötzlich wieder etwas Glanz.
»Wir sagten uns, Frasburs Täuschungsmanöver und seine verlockenden Hinweise auf den direkten Weg nach Andromeda könnten nur dann sinnvoll sein, wenn die Niederlassung auf Tanos VI die Möglichkeit besäße, die CREST zu vernichten. Frasbur denkt ständig daran, aber wir müssen noch einige Stunden oder Tage aufwenden, um ihm dieses Wissen auch noch zu entreißen, ohne dass er es bemerkt. Er hält sich für unüberwindbar. Feststeht bisher nur, dass auf der unbekannten Welt eine gewaltige kosmische Abwehrfestung existieren muss, die mit Sonnenenergie arbeitet. Frasbur will uns dorthin locken und unter Aufopferung seines Lebens die CREST ins Verderben lenken. Wenn dort mit jenen überlichtschnellen Zapfstrahlen gearbeitet wird, die auch die Zeittransmitter mit Energie versorgen, dürfte selbst unser HÜ-Schirm zusammenbrechen. Den Urgewalten einer Sonne sind die Kraftwerke der CREST nicht gewachsen. Frasbur weiß das. Ich habe die Absicht, ihn zu weiteren Aussagen zu verführen. Er ist bemüht, uns schnellstens in die Falle zu locken. Je mehr...




