E-Book, Deutsch, 244 Seiten
Schelig Das Phantom Phynxh
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7407-9259-6
Verlag: TWENTYSIX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 244 Seiten
ISBN: 978-3-7407-9259-6
Verlag: TWENTYSIX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Angefangen in der reinen Bloggerei, wurde bald die Schriftstellerei dazu.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Chapter One
Ich weiß, in dem Moment meiner Geburt in meine eigene Wirklichkeit, da sollte ich meine Klingen wetzen. Ich sollte die Schwerter und Messer nehmen, mit genau denen ich das Unheil des schnellen Urteils ganz einfach vernichte. Ich sollte blutend vergelten, was sich der Grausamkeit versprochen hat. Doch wenn Du eines bereits weißt, wenigstens in Ahnung begriffen hast, so hege ich den Hauch einer Hoffnung, so erkennst, dass Vergeltung und Rache nichts sind als das Gift. Und auch wenn ich in Sekunden dann Vollstrecker bin, so verhindere ich nicht das Übel, ich sühne nur rein und sauge als Dank das Gift in mir auf. So vergast zu schnell, was am Anfang schon über mich wusstest. Dass ich so einfach, als auch simpel, nicht einzuordnen bin. In dem Augenblick, dem Portal des einen Momentes, von dem an Du meinen Schritten also folgen darfst, da trage ich die meine an Maske und den schwarzen Umhang samt Kapuze dazu. Das nur hast Du erwartet, vielleicht auch erhofft und so erfülle ich Dir den kleinen Traum. Auch ist es Nacht, die ihr Dunkel in Schwaden des grauen Nebels auf diese Seite der Welt nieder gesenkt hat. Doch noch, da bin ich nicht im Kampf, noch nicht auf dem Weg in die Welt, deren Realität Du greifst, als auch simpel begreifst. Ich befinde mich an einem Ort, den Du mit Sicherheit nur meidest. In der Nacht, im Dunkel des Unsichtbaren, da verstecken sich dort die Schlüssel zu Deinen Ängsten, sofern Du diese bereits erkannt hast. Die Möglichkeit einer Unberechenbarkeit, die Form des Unbekannten, das noch die Schatten verbirgt. Und so bin ich neben Meinesgleichen, das keiner Einordnung mehr unterliegt. Dort erblicke ich die stille Krähe, die vornüber gebeugt in den weißen Stein nur pickt. Steine, kleinste Mahnmale in jeder Variation, die finden sich hier. Die Namen dazu, die Daten als auch die Begrenzung des einst menschlichen Weges. Mein erster Moment, an Tat, an Handlung, besteht darin, mich dem Vergessen zu widmen. Zu schauen und zu betrachten, was einstmals unter den Lebenden war. Sicher, ich halte nicht, was vergessen ist. Aber ich erinnere mich an das, was ein Andrer vergisst. Ich umklammere die Erinnerung an das, was einstmals ein Teil dieser Welt gewesen ist. So sehe ich die Bilder, die Gesichter, Gefühle, die Trennung als auch frühere Gemeinsamkeit. Du magst es für einen falschen Ort zu halten den Moment meiner selbst gewählten Geburt zu verbringen. Aber ich bin niemals, was Du erwartest und doch im Geheimen erhoffst. So verbringe ich die Sekunden mit den Toten, damit in Zukunft sie durch mich die Lebenden besuchen können. Denn was ich bringen will ist nicht der Tod und genau deswegen musste ich ihn zuerst begrüßen. Als Freund, als Begleiter und hoffentlich nur selten, als meine rechte Hand. Aber nun ist vorbei, was Besinnung sich nennt. Ich verlasse diesen kleinen Friedhof, der auf der Welt hätte jeder sein können. Eine kleine Lektion, die hoffentlich schon keine mehr ist. Ein jeder Moment, ein jeder an Augenblick ist in Form und Umstand simpel egal. Es könnte hier sein oder auch dort, das Leben geht seinen Weg nur ewig fort. Zeit und Ort sind nur die Zufälle an Variation, die die Gleichung Mensch ergibt. Ich aber wähle frei, was ich nur sehen und vielleicht auch Dir zeigen will. Verstehen, das nur muss ich nicht mehr. Aber ich darf erklären, darf formen was ein Augenblick in des Zufalls Hand nur selber ergibt. So wähle ich das Fenster meiner Wirklichkeit und ergreife die Variable des Zufalls, die dadurch so keine mehr ist. Du aber darfst gerne an Fehler glauben. Denn Dein Denken, das stehle ich Dir nicht. Ich lasse die feuchte Erde neben dem hohen Holz, das sich hier Baum nur schimpft, hinter mir und wende mich nun der Bevölkerung zu. Sie sind dort unten. Mit Vielen, mit Wenigen. Im Schlaf, im Traum, in einfachem und auch großen Raum. Ich besitze keine Aufgabe, keine Pflicht, kein Müssen, kein Sollen. Eine Freiheit, die ohne Gefängnis so ist. Was wird, kannst Du nur erahnen. So folge mir Schritt auf Tritt und erblicke den Traum einer Vision, die ihre eigene Allmöglichkeit so malt. So findest Du den Sinn des Unsinns, das Verdrehte zum Abnormen und die Wirklichkeit des Surreralismus. Denn nur was Du bis jetzt nicht kennst, kann Neues ergeben. Ich unterliege den Erwartungen Seines Seins so nicht und dennoch Du mein Zuschauer bist. So spiele ich nicht, als einfach rein, mit meinem eigenem Sein. Du verstehst, erkennst oder tust es dennoch nicht. Bild um Bild, Wort um Wort, Fenster um Fenster einer jeden Wirklichkeit, nur so lebt ein Traum rein fort, dessen Bühne ein menschlicher Geist nur ist.
Ich habe die Stadt noch nicht betreten. Noch lausche ich der Melodie der Nacht. Ihrer Nacht, ihrer Schwärze, dem dunklen Ton, der niemals schweigt. Man kann die Ratten im Park hören, wie sie die Mülltonnen durchwühlen. Hungrig, gierig, voll der gewitzten Emsigkeit. In andrer Ecke das fast lautlose Hoppeln eines Kaninchens, auch es auf Futtersuche im feuchten Gras. Verendende Töne plärrender Fernseher trägt der Wind herüber. Dort das Weinen eines Babys, dort das Schluchzen einer einsamen Frau vor der Liebesschnulze im Fernseher. Schnarchen, Schnaufen, Wälzen, hin und her, das ist ein Teil der Betriebsamkeit, die sich schlafende Stadt nennt. Dazu arbeitet das, was niemals lebt, ein knarrendes Holz, eine quietschende Tür und die Stadt spricht schweigend ohne den Hauch eines Wortes.
Auch ich schweige. Aber ich bin anders, das weißt Du. Und auch wenn es meinem Sein eine unberechenbare Bedeutung verleiht, ist es für mich nur irrelevant. Denn ich bin, was ich bin. Mir gegenüber einfach und unkompliziert, da ich mich selber nun mal nicht zu klassifizieren habe. Und so tue ich hier wieder das reine Etwas, das aus dem Rahmen sticht. Ich beobachte, ich lausche, ich sehe und höre zu. Genau den Tönen und den Stimmen, die ungehört bleiben wollen. Ein jedes Übel, ein jedes Verbrechen, ist nur so wirksam, wie es im Schleier der Nacht nur, unentdeckt bleibt.
Vor der Menschen Augen, ganz sicher.
Aber nicht vor mir.
Ich bin gespannt auf die Dämonen, die Teufel, die Vampire, Geister und Kreaturen, die das Dunkel niemals fürchten. Nun, nach heute Nacht, wird sich das ganz schnell ändern. Und so warte ich auf den Teufel, der die unschuldige Seele sucht. Ich harre nach dem Bösen aus, um ihm die Angst vor seinen Taten zu lehren. Heute Nacht, da dürfen sie kommen. Da dürfen, da sollen sie grausam sein, blutig, gerissen und hinterhältig. Denn ich werde sie spiegeln. Ihr Antlitz, ihre Taten und gleichermaßen die Konsequenz, die ab heute sich neu offenbart. Ich sehe es nicht als Aufgabe, es ist keine an Pflicht. Keine Gerechtigkeit, kein Heldentum. Es ist meine Stadt, die ich hier wählte. Meine Nacht, mein Dunkel, mein Schwarz und nur meine an Schatten, die ihnen keinen Schutz mehr bieten werden. So bin ich der Mittler einer Veränderung. Das Gleichgewicht, der Rhythmus an Folge und Konsequenz, erst Tat dann Opfer, das ist es was ich als Variable störe und zerstöre. So lausche ich den Tönen dieser Nacht, den Klängen der Stille und harre aus auf ein Erstes, das mein Startschuss sein wird. Ich hebe die Hand, ob rechts ob links, im Grunde ist es gleich. Denn es ist nichts als eine Bewegung mit der ich die Macht ergreife und befehle, was Schatten sich nennt. Ich
tauche hinein in das Dunkel ohne Existenz und tauche auf in einem anderen Licht, das nur ebenso sein Dunkel ergibt. Hier nur leuchtet es im Halbgold und wirft funkelnd seinen Schein auf die feuchte Wiese. So dass glitzert im Schein winziger Diamanten, was grüner Teppich an Wiese sich schimpft. Es faucht, es knurrt, es fletscht nur geifernd seine Zähne. Für mich kein Gegner, aber diesen such ich auch nicht, ebenbürtig werde ich ihn hier so auch nicht finden. Ein kurzer Tritt und die vermeintliche Bestie verzieht sich fauchend in die knackenden Büsche. Dennoch faucht es mich an, als ich mich ihm nähere. Eine arme, kleine, fast hilflose Kreatur. Ein Junges ihrer Spezies der Kategorie Hauskatze, das im Dunkel und Grauen dieses kleinen Wesens, sich verlaufen, verirrt und fast dem Tode präsentiert hat. Ich packe sie einfach, ignoriere die Krallen, die sich in den Unterarm bohren, spüre die Anspannung unter dem Fell dieses kleinen Wesens. Erneut ein Sprung durch die Schatten und ich tauche im Dunkel zwischen Bausteinen und Spielsachen wieder auf. Ich lasse das Kätzchen frei. Es springt herunter, flitzt weg von mir auf das Bett des Jungen, dem es gehört. Von dort aus, faucht es mich an, funkelt gefährlich im spiegelnden Licht der magischen Katzenaugen. Fast, da muss ich lächeln. Ein Hauch an Witz, dass diese Kreatur dem Tode entronnen, als Erstes ihr Herrchen beschützen will. Ich lasse ihr den Triumph mich vertrieben zu haben und verschwinde wieder durch die Schatten.
Auf einem Hochhaus tauche ich wieder auf. Blicke hinunter in die schwarzen Scheiben der schlafenden Stadt.
Du fragst, warum das Kätzchen? Warum keine Jungfrau in der Not?
Dies ist kein Märchen, es ist ein Teil einer Wirklichkeit, ein Hauch an Möglichkeit, ein Traum als auch Realität. Also frage nicht, ich tue es auch niemals. Fragen ergeben Antworten, Antworten bilden Gedanken, Gedanken dann das Wissen. Eine Kettenreaktion, die Verstand am Laufen hält und dennoch wie eine Gleichung immer folgen muss. Also befreie mich davon. Dieses Buch von dem Gedanken des Zweckes als auch der Lösung. Eine jede Zeit hat ihre eigene Bedeutung. Nicht des Verstehens, des Erlebens, des Aufnehmens, als rein Mittel menschlicher Produktivität. Jetzt war es eine Katze, deren Schicksal es war, nicht zu sterben. Morgen ist es ein Junge, der freudig erwachen wird, da sein Gefährte wieder da ist. Ein Junge, ein Puzzle Teil, dessen Bild Du im Ganzen noch nicht siehst oder sehen kannst.
Die Stadt schläft und...




