Schield | Gefangen zwischen Vernunft und Begehren | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2119, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Schield Gefangen zwischen Vernunft und Begehren


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-2604-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2119, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-7337-2604-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Hotelmanager Shane Adams ist Workaholic und überzeugter Single. An die große Liebe glaubt er nicht. Trotzdem wandern seine Gedanken immer wieder zu der umwerfenden Isabel, die am Empfang arbeitet. Ihre Schönheit und ihre Lebenslust faszinieren ihn. Als eines Nachts ein heftiger Sturm um das Luxusresort tost, siegt das Begehren. Shane verbringt mit Isabel eine atemberaubend leidenschaftliche Liebesnacht. Sie will jedoch mehr von ihm als nur eine Affäre - aber kann Shane ihr geben, was sie sich so sehnlich wünscht?



Cat Schield lebt gemeinsam mit ihrer Tochter, zwei Birma-Katzen und einem Dobermann in Minnesota, USA und ist die Gewinnerin des Romance Writers of America 2010 Golden Heart® für romantische Serienromane. Wenn sie nicht gerade neue romantisch-heiße Geschichten schreibt, trifft sie sie sich mit ihren Freunden um auf dem St. Croix River zu segeln. Auch in der Karibik und Europa ist sie gerne unterwegs und erkundet neue Gewässer.

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1. KAPITEL

Er steht einfach nicht auf dich.

So lautete der Titel von Isabel Withers’ Lieblingsromantikkomödie und leider auch das Motto ihres Liebeslebens. Das sie nicht hatte. Der Titel hätte genauso gut Er weiß nicht, dass du lebst heißen können.

Dasselbe konnte man von Isabel nicht behaupten. Sie war sich Shane Adams’ Anwesenheit nur allzu bewusst. Jedes Mal, wenn er das Opulence betrat, ein 5-Sterne-Luxus-Resort, das eine Stunde östlich von Seattle lag, geriet sie ins Schwärmen, ihr Herz klopfte, und sie war erregt. Mit seinen breiten Schultern und den dunklen Augen war der Präsident der Richmond Hotelgruppe nicht nur unglaublich attraktiv, sondern strahlte eine Unnahbarkeit aus, die sie in ihren Bann zog. Isabel war vom ersten Blick an fasziniert von ihm gewesen.

Vielleicht hätte der Filmtitel eher lauten sollen: Er weiß, dass du lebst, sieht aber nur die hilfsbereite Angestellte in dir, die alles stehen und liegen lässt, um ihm das zu bringen, was er braucht, in der Hoffnung, dass er die Frau unter der Uniform bemerkt.

„Du hast gerade geseufzt“, bemerkte Aspen Wright, Isabels beste Freundin.

„Und du seufzt, seit Richmond angekündigt hat, seine Klausurtagung anlässlich seines fünfjährigen Bestehens hier abzuhalten“, konterte Isabel.

„Ich seufze, um Stress abzubauen“, behauptete Aspen. Als kreatives Genie hinter den verschwenderischen Events des Resorts war Aspen aufs Äußerste angespannt, seit Matt Richmond die bekannte Eventplanerin Teresa St. Claire angeheuert hatte, um die anstehende Tagung zu koordinieren. „Du seufzt, weil gerade dieser Adonis mit der distanzierten Ausstrahlung vorbeigelaufen ist.“

Isabel versuchte erst gar nicht, es abzustreiten. „Ich kann nichts dafür. Er ist unglaublich attraktiv.“

„Das ist er. Und durch und durch Geschäftsmann.“

Isabel merkte, dass Aspen wieder einmal versuchte, ihr ihre Schwärmerei auszureden. Daher antwortete sie mit derselben sturen Entschlossenheit, durch die sie es von jemandem, der in Second-Hand-Kleidung aufgewachsen war, zur leitenden Concierge des The Opulence und selbsternannten Repräsentantin aller romantischen Dinge im Resort geschafft hatte. „Und als solchen werde ich ihn dieses Mal ansprechen.“

„Oh, Schätzchen …“

Isabel hob die Hand wie ein resoluter Verkehrspolizist. „Schluss jetzt.“ Sie hatte Aspens Predigten schon zu oft gehört und wusste, was kam. „Ich weiß einfach, dass da was zwischen uns ist. Ich könnte sonst unmöglich so viel für ihn empfinden.“

„Das sagt jeder Stalker.“

„Ich bin kein Stalker.“

„Du schaffst es immer, mit ihm zusammenzustoßen, und kennst seinen Terminplan besser als er. Außerdem sorgst du dafür, dass er immer den besten Tisch im Overlook bekommt und sein Zimmer voll mit seinem Lieblingszeug ist, wenn er hier übernachtet.“ Aspen zählte jeden Punkt an ihren Fingern ab.

„Das gehört zum Service“, entgegnete Isabel. „Es steigert seine Meinung über das Resort.“

„An manchen Tagen bin ich nicht sicher, dass er die positiven Dinge hier überhaupt registriert. Er ist zu beschäftigt damit, alles noch weiter zu optimieren.“

Perfekt durchorganisiert und entschlossen, die bereits hohe Effizienz des Resorts noch weiter zu verbessern, war Shane ein Vorgesetzter, der allen eine Heidenangst einjagte, wenn er auftauchte. Dabei war er nicht unfreundlich, aber eben ein Mann, der so auf den Erfolg fokussiert war, dass er schlichtweg vergaß zu lächeln, wenn alles gut lief.

„Er braucht jemanden, der seine Ecken und Kanten abschleift“, sagte Isabel. „Der ihm zeigt, dass der Erfolg des Resorts nicht nur von unserem tollen Service abhängt, sondern dass wir mit Herz und Seele für unsere Gäste da sind.“

„Etwa jemanden wie dich?“

Isabel grinste breit. „Kennst du jemand Besseres?“

„Nein“, gab Aspen zu. „Sei nur nicht enttäuscht, wenn du scheiterst. Ich bewundere dich für alles, was du in dem einen Jahr erreicht hast, seit du hier bist. Aber das Herz dieses Mannes könnte selbst für deine Warmherzigkeit zu tiefgefroren sein.“

„Ich bin die Romantik-Concierge des Opulence.“ Triumphierend reckte Isabel die Faust. „Ich werde nicht scheitern.“

Als Verfechterin der wahren Liebe glaubte sie, dass jeder sein perfektes Pendant hatte. Selbst Aspen, auch wenn diese nur die Augen verdrehte, sowie Isabel das Thema anschnitt. Doch Isabel träumte weiter von Shane Adams, obwohl sie sich eingestehen musste, dass sie gegensätzlicher nicht sein konnten.

Aspen warf ihr einen würdevollen Blick zu. „Vielleicht sollte ich meinen Eiscreme- und Rotweinvorrat auffüllen. Nur für den Fall …“

Den Zynismus ihrer Freundin abschmetternd, warf Isabel ihr einen Luftkuss zu und machte sich auf den Weg in das kleine Büro hinter dem Empfangstresen. Dort organisierte sie romantische Events für Gäste, die ins Opulence kamen, um mit ihrem Partner zu feiern. Dank einer Umfrage, die Isabel in den letzten Monaten ausgearbeitet hatte, war jedes Event auf die Bedürfnisse und Wünsche des jeweiligen Paares zugeschnitten.

Abgesehen von einem Abschluss als Hotelfachfrau hatte sie ein Talent für Kundenbetreuung. Dieses Talent war zu einer Leidenschaft für fantasievolle, romantische Events geworden, als sie miterlebt hatte, wie ein von ihr geplantes Wochenende im Opulence die Ehe eines langverheirateten Paares gerettet hatte.

„Auf in den Kampf für die Liebe“, murmelte sie, als sie sich hinter ihren Schreibtisch setzte. Sie zog ihre Präsentation hervor, mit der sie Shane davon überzeugen wollte, das Resort als romantisches Liebesnest zu bewerben.

Mit wild klopfendem Herzen wählte Isabel die Nummer von Shanes persönlicher Assistentin und wartete, bis diese abnahm.

„Hi, Sheila, hier ist Isabel Withers vom Opulence.“

„Hallo, Isabel.“ Im Gegensatz zu ihrem Chef hatte Shanes Assistentin eine warme, einladende Art. „Was kann ich für Sie tun?“

„Ich hatte gehofft, mit Shane sprechen zu können, solange er hier ist. Ich habe ein paar Ideen für das Resort.“

Wenn Sheila es merkwürdig fand, dass Isabel dabei das Management des Resorts überging, zeigte sie es nicht. Tatsächlich hatte Isabel ihr Konzept bereits Tom vorgestellt, aber der hatte dessen Potenzial nicht erkannt. Es mit Shane zu besprechen war ein Risiko. Aber wenn sie ihn überzeugen konnte, würde es sich auszahlen.

„Wegen der bevorstehenden Konferenz ist sein Terminkalender randvoll“, erwiderte Sheila.

„Könnten Sie mich nicht noch irgendwie reinquetschen?“ Isabel war es egal, wie verzweifelt sie klang. „Ich brauche nur fünfzehn Minuten.“ Zur Hölle, sie war so überzeugt von ihrer Idee, dass sie ihn auch in einem Fahrstuhl gebrieft hätte.

„Tja …“ Sheila zögerte. „Heute Abend um acht zum Dinner wäre er noch frei.“

Isabel zögerte keine Sekunde. „Sehr gut.“ Dinner mit Shane? Ein Traum wurde wahr. „Ich buche uns einen Tisch im Overlook. Danke, Sheila.“

„Ich habe es ihm eingetragen. Und Sie sind seine letzte Besprechung, also müssen Sie sich nicht beeilen.“

Bildete sie sich das nur ein, oder hörte sie tatsächlich, wie Shanes Assistentin leise lachte?

„Danke für Ihre Hilfe.“ Isabel legte auf und ging zurück zum Empfangstresen. Dabei schien der Teppich aus Sprungfedern zu bestehen, so beschwingt fühlte sie sich beim Laufen.

Die diensthabende Concierge sah hoch. „Shane Adams hat vor ein paar Minuten nach dir gefragt.“

Isabels Nerven vibrierten vor Aufregung und Freude. „Hat er gesagt, worum es geht?“

„Er wollte deinen Bericht über die Freizeitaktivitäten für die Richmond-Tagung.“

Sie hatte diese Informationen bereits Teresa St. Claire und der Geschäftsführung des Opulence zukommen lassen. Trotzdem war sie nicht überrascht. Shane Adams hatte in den letzten Wochen aktiv an den Vorbereitungen mitgewirkt. Und das aus gutem Grund. Es war die Gelegenheit, vor VIPs und einigen der reichsten Leute des Landes mit dem Hotel anzugeben.

Natürlich hätte sie Shane den Bericht auch per E-Mail schicken können, aber wenn sich die Gelegenheit ergab, selbst mit ihm zu reden … „Hat er gesagt, wo er ist?“

„Er steht da drüben.“ Cindy deutete zur Eingangstür, wo Shane sich gerade angeregt mit Tom Busch, dem Geschäftsführer des Opulence, unterhielt.

Als wüsste er, dass über ihn geredet wurde, sah Shane zum Empfangstresen hinüber. Der scharfe Blick aus seinen braunen Augen ließ Isabel die Luft ausstoßen. Dass der Mann ihre Sinne mit einem einzigen Blick derart in Aufruhr versetzen konnte, hätte ihr eine Warnung sein sollen. Stattdessen lächelte sie ihn an – ein deutliches Zeichen ihrer Vernarrtheit.

Er blinzelte.

Als er die Augen verengte und sie zum allerersten Mal wirklich wahrzunehmen schien, machte Isabels Herz einen Satz. Dies war er – der Moment, auf den sie gewartet hatte. Endlich würde er sie als die schöne Frau sehen, die er begehrte und als jemanden anerkannte, der bei jeder Gelegenheit den Ruf des Hotels aufpolieren wollte.

Doch dann war der Augenblick auch schon wieder vorbei. Shane wandte sich Tom zu und schien keinen weiteren Gedanken an sie zu verschwenden.

Sie sackte in sich zusammen wie ein angestochener Ballon.

Kurz darauf beendete er seine Unterredung und kam auf sie zu. Isabel presste das zehnseitige Dokument an die Brust, das alle Informationen über...



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