Schindler | Drachenfeuer | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 544 Seiten

Schindler Drachenfeuer

Tarnas B300433-A
2. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7481-4563-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Tarnas B300433-A

E-Book, Deutsch, 544 Seiten

ISBN: 978-3-7481-4563-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dieses Buch ist Teil 2 einer aus insgesamt zehn Bänden bestehenden Reihe mit einer chronologisch fortlaufenden Geschichte. Nach einem fast zweijährigen interstellaren Flug hat das Raumschiff Antares mit zwölftausend Menschen an Bord das Siriussystem erreicht. Es ist nun fast am Ziel seiner Reise, einem vermutlich sehr erdähnlichen Planeten namens Tarnas B300433-A in Doppelsternsystem Sirius. Doch der hoffnungsvolle erste Schein trügt. Auch gibt keinen Kontakt zum Schwesterschiff, der Independence. Während man darauf wartet, dass diese doch noch am vereinbarten Treffpunkt auftaucht, geschehen an Bord der Antares mysteriöse Dinge. Obwohl die letzte Reiseetappe bis zu Tarnas B300433-A eigentlich nur noch einen Katzensprung darstellt, treten schwerwiegende Ereignisse ein, die alles in Frage stellen. Die Besatzungsmitglieder und Passagiere der Antares, zu denen auch der junge Leutnant und Raumjägerpilot namens Marc Ewert zählt, stellen bald fest, dass sie vom extrasolaren Planeten noch weitaus mehr Dinge trennen, als nur ein paar hunderttausend Kilometer Weltraum. Bald müssen sie sich sogar fragen, ob sie das Ende ihrer langen Reise jemals erreichen werden. Das Schicksal nimmt seinen Lauf - für alle Menschen an Bord des Raumschiffes Antares, im ganz Besonderen aber für Marc Ewert.

Der Autor wurde 1966 in Ostdeutschland (in der ehemaligen DDR) geboren. Nach dem Abschluss der Schule und des Gymnasiums absolvierte er ein vierjähriges Hochschulstudium an der damaligen Offiziershochschule der Landstreitkräfte der Nationalen Volksarmee in Löbau zum Panzerkommandeur und erlangte dabei auch den zivilen Abschluss eines Diplom-Ingenieurpädagogen. Im Anschluss an das Hochschulstudium diente er als Leutnant und führte einen Panzerzug. Nach der Wende und der Deutschen Wiedervereinigung war er als Offizier auf Zeit in den Reihen der Panzertruppe der Bundeswehr tätig. Nach Ablauf seiner Dienstjahre verpflichtete er sich nicht weiter, sondern wechselte ins Zivilleben, wo er seitdem als angestellter Zeitungsredakteur bei einem großen deutschen Medienkonzern tätig ist. Peter Schindler ist verheiratet und Vater dreier Kinder. Er lebt in Thüringen.
Schindler Drachenfeuer jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kapitel 2 – Sabotage


Auf den beiden Hangardecks der herrschte Hochbetrieb. Marc Ewert und die drei anderen Mitglieder des ersten Schwarmes der Raumjägerstaffel befanden sich auf dem Weg zum Briefingraum im Inselgebäude. Dabei diskutierten sie erregt miteinander.

Genauer gesagt führten eigentlich nur Mosquera und Amaral das Wort.

Marc äußerte sich kaum, sondern hörte die meiste Zeit nur zu.

Bei Lieutenant Chang, die schweigend und in sich gekehrt wirkte, war dagegen nicht einmal klar, ob sie dem Gespräch überhaupt folgte.

Die Diskussion drehte sich vor allem um die Geschehnisse des vergangenen Tages.

Seitens der Schiffsführung hatte es nach dem Statement des Schiffskapitäns keine weiteren Informationen bezüglich der Explosionen in der Antriebssektion und deren Folgen gegeben.

Weshalb sich der Admiral und sein Stab so bedeckt hielten, war nicht ganz klar. Mussten die Führungskräfte des Interstellarschiffes vielleicht selbst erst einmal den Schock überwinden? Kamen die Untersuchungen zur Ursache des Desasters nicht voran? Entwickelte sich die Situation vielleicht dermaßen dramatisch, dass man sich mit Informationen lieber zurückhielt, um die Menschen an Bord nicht unnötig zu beunruhigen? Es gab eine Menge Fragen, aber absolut keine Antworten.

Die mangelhafte Informationspolitik trug nicht gerade zur Beruhigung der Gemüter bei. Sie schürte vielmehr Ängste und Paranoia.

Falls das Ganze tatsächlich keinen bedauerlichen Unfall darstellte, sondern einen Sabotageakt, konnte man weitere Anschläge nicht ausschließen. Auch das zwischenmenschliche Klima an Bord des Schiffes musste wohl bald darunter leiden, denn Verdächtigungen machten ziemlich schnell die Runde.

All dies beschäftigte die Menschen an Bord.

Die vier Raumjägerpiloten des -Schwarms waren nicht die einzigen, die darauf hofften, beim jetzt angesetzten Staffelmeeting Neuigkeiten zu erfahren.

Der Briefingraum, der normalerweise dazu diente, die Piloten in einen bevorstehenden Einsatz einzuweisen, füllte sich zunehmend.

Als die siebzehn Leute starke Staffel vollzählig anwesend war, erhob sich Captain Kris Porter von seinem Sitz und wandte sich den Leuten zu: „Mir ist klar, dass die Geschehnisse vor drei Tagen Sie alle sehr stark bewegen. Und ich nehme an, dass dies nach wie vor der Fall ist. Dummerweise weiß ich aber auch nicht sehr viel mehr, als Sie. Denn die Schiffsführung hält sich momentan äußerst bedeckt mit Verlautbarungen. Glauben Sie mir, ich wollte, ich könnte Ihnen hier und jetzt ein paar gute Nachrichten mitteilen. Leider ist das nicht der Fall. Ganz im Gegenteil.“

Der Staffelführer verstummte und überlegte, wie er fortfahren sollte. Dann endlich sprach er weiter, sich jedes einzelne Wort überlegend: „Tragischerweise sind die Geschehnisse vor drei Tagen inzwischen nicht mehr das einzige Problem, das uns Sorgen bereiten muss. Was ich Ihnen jetzt mitteile, ist vertraulich zu behandeln. Heute Morgen sind – und das praktisch gleichzeitig – alle sechs Fernradaranlagen der ausgefallen.“ Er sprach nicht gleich weiter, schien stattdessen auf irgendwelche Bemerkungen oder Zwischenrufe zu warten.

Doch im Briefingraum herrschte Stille.

Das Interstellarschiff besaß sechs riesige Radartürme, jeweils drei an der Ober- und der Unterseite.

Eine der Anlagen thronte auf dem Dach des Kommandoturms, eine zweite an der Unterseite des Schiffsbugs. Die restlichen vier hatten ihre Plätze jeweils auf den Ober- und Unterseiten der beiden Flügelsektionen.

Jeder Turm stand auf einem dreistöckigen Basisgebäude und trug eine gewaltige Radarschüssel. Letztere wog bei einer Breite von sechsundsiebzig Metern sowie einer Höhe von beinahe fünfzig Metern rund sechshundert Tonnen.

Dabei besaßen die Radaraugen der aber nicht nur eine rekordverdächtige Größe sowie ein stolzes Gewicht. Sie konnten auch in ihrer Leistungsfähigkeit punkten. So verfügten sie unter optimalen Bedingungen über die Fähigkeit, auch noch in fünfhundertzwanzigtausend Kilometern Entfernung ein Raumschiff von der eigenen Größe aufzuspüren.

Aufgrund der starken Eruptionen des Sirius-A-Gestirns und der damit verbunden Partikelstürme im gesamten Sternensystem hatte sich dieser Wert allerdings zuletzt auf weniger als die Hälfte reduziert.

Nun jedoch stand die vor einer noch weitaus schlimmeren Situation.

Santiago Mosquera brach die Stille endlich, indem er fragte: „Ist das Schiff nun völlig blind, oder funktionieren wenigstens die Feuerleit- und Zielverfolgungs-Radaranlagen der Flugabwehrbatterien noch, Sir?“

„Die einhundertachtundvierzig Radarsysteme der Flugabwehrstationen sind von dem Ausfall nicht betroffen“, erwiderte Kris Porter. „Aber Sie wissen ja alle selbst, dass dies nur einen schwachen Trost darstellt, da die Dinger nicht besonders weit schauen können.“

Die Feuerleit- und Zielverfolgungsradare für die Waffentürme mit den 500-Millimeter-Flugabwehrraketen entsprachen in ihren Parametern mehr oder weniger den Radarsystemen in den Bugnasen der Raumjäger und Raumfähren. Mit den großen Fernradaranlagen konnten sie sich auf keinen Fall messen, besaßen sie doch nicht einmal ein Zehntel von deren Leistung.

„Ist etwas über die Ursachen des Ausfalls bekannt, Sir?“

„Es handelt sich offenbar nicht um eine technische Störung rein physischer Natur, sondern vielmehr um ein Problem im Computersystem“, antwortete Kris Porter bereitwillig. „Wie es scheint, wurde die Nanoelektronik mit einem Virus infiziert und spielt nun verrückt. Die IT-Abteilungen des Schiffes sitzen bereits daran, den Computervirus aufzuspüren und zu eliminieren. Vermutlich wird ihnen das früher oder später auch gelingen. Doch es kann eben dauern. Bis dahin steht uns der Hauptradar nicht zur Verfügung. Leider liegt immer noch vieles von dem, was geschehen ist, im Dunkeln. Allerdings arbeitet die Schiffsführung bereits hart daran, Licht in die Sache zu bringen. Auch, wenn es noch keine offizielle Verlautbarung seitens des Admirals dazu gibt – die Anzeichen verdichten sich, dass der Virus in der Software der Radaranlagen sowie die Explosionen in der Antriebssektion mutwillige Taten darstellen. Die Fahndung nach den möglichen Tätern, die sich mit großer Wahrscheinlichkeit noch hier an Bord des Schiffes befinden, läuft. Ein Teil der Ermittlungen konzentriert sich auf die Frage, wie es überhaupt gelingen konnte, die Radarsoftware derart wirkungsvoll zu kompromittieren.“

„Wir sind jetzt also mehr oder weniger lahm und blind. Das kann ja noch richtig heiter werden“, stellte eine Jägerpilotin dumpf fest.

„Nun, was das Lahmen angeht – die Techniker glauben offenbar, dass sie zumindest einen Teil der beschädigten Antriebe wieder zum Laufen bringen können. Das ist die gute Nachricht. Die Schlechte ist, dass die Reparaturen mehrere Wochen dauern werden, und uns am Ende trotzdem nicht mehr alle sechzehn Fusionstriebwerke zur Verfügung stehen.“

„Was ist mit der ? Kann die uns nach ihrem Eintreffen nicht irgendwie dabei helfen, die Antriebe wieder vollständig flottzubekommen?“

Kris Porter grinste säuerlich. „Klar doch. Wenn sie acht komplett neue Triebwerke im Gepäck hat, klappt das. Hat sie aber nicht. Davon abgesehen, können wir schon froh sein, wenn sie überhaupt hier am vereinbarten Treffpunkt auftaucht. Wenn sie sich an den Flugplan gehalten hat, trennen sie momentan noch etwa 557 Millionen Kilometer beziehungsweise dreizehn Tage Flug von uns. Das bedeutet, dass wir in knapp zwei Wochen vielleicht schon schlauer sind. Bis dahin aber müssen wir uns in Geduld üben. Ohne funktionstüchtigen Fernradar gestaltet sich das Warten jetzt ohnehin noch spannender für uns. Zumal ich befürchte, dass wir das Schwesterschiff erst sehen, wenn es uns bereits den Hintern küsst.“

Der Staffelkommandant sah in die Runde und starrte dabei in viele finstere Gesichter. „Kopf hoch, Herrschaften. Auch, wenn die nur noch im Kriechgang von der Stelle kommt, bewegen kann sie sich wenigstens noch. Wenn die Mission hier abgeschlossen ist, starten wir alle wieder in Richtung Heimat. Die Reise mag dann beschwerlich sein und länger dauern, aber wir werden es bis nach Hause schaffen.“

Der Führer des zweiten Schwarms, ein First Lieutenant, hob die Hand.

Captain Porter nickte ihm zu.

„Wenn die Reparaturen wirklich Wochen in Anspruch nehmen, was werden wir in dieser Zeit tun? Däumchen drehen?“

Alle Blicke wanderten voller Spannung zurück zum Staffelkommandeur.

Das Entmotten der Flugmaschinen war abgeschlossen. Die derzeitigen Wartungsarbeiten liefen mehr oder weniger aufs Staubwischen hinaus. Und selbst das war unsinnig, da sich längst kein Staubkorn mehr noch irgendwo fand.

Die Piloten selbst dürsteten...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.