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E-Book

E-Book, Deutsch, 716 Seiten

Schindler Drachensafari

Tarnas B300433-A
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7583-5889-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Tarnas B300433-A

E-Book, Deutsch, 716 Seiten

ISBN: 978-3-7583-5889-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wir schreiben das Jahr 2176. Fast dreißig Monate liegt es zurück, dass die beiden Interstellarraumschiffe Antares und Independence im Rahmen der ersten Reise von Menschen über den Rand des Sonnensystems hinaus ins Siriussystem gelangten. Das Ziel ihres langen Fluges bildete ein extrasolarer Planet namens Tarnas B300433-A. Nur eines der beiden Schiffe, die Independence, erreichte den Himmelskörper schließlich auch und erkundete ihn. Nach der glücklichen Rückkehr des Raumfahrzeugs zur Erde erfuhr die Menschheit, dass der Gesteinsplanet zwar von monströsen Kreaturen bewohnt wird, sich aber tatsächlich für eine Kolonisierung eignet. Und so schickte sie zwei neue Raumeinheiten auf die lange Reise. Mit insgesamt fast sechzigtausend Menschen an Bord stehen die Iberia und die Pacifica nun kurz vor ihrer Ankunft beim dritten Planeten des Siriussystems. Zu den Passagieren zählt auch ein junger Deutscher namens Dominic Schwertner. Er sieht in dem Himmelskörper nicht nur eine neue Heimat für sich. Als Baumaschinist in den Diensten eines großen Konzerns will er vielmehr auch mithelfen, eine neue menschliche Siedlung auf der Oberfläche von Tarnas B300433-A zu errichten. Doch schon kurz nach der Ankunft der beiden Raumschiffe im Orbit des Zielplaneten ändern sich die Pläne überraschend. Anstatt sich mit tausenden anderen Kolonisten sofort daran zu machen, in einem großen Asteroidenkrater eine neue Stadt zu bauen, wird Dominic Schwertner eine besondere Aufgabe bei einer ebenso besonderen Mission auf dem Boden angeboten. Viele Dinge bleiben dabei im Dunkeln. Während der Deutsche den Geheimnissen der Mission auf die Spur zu kommen versucht, mehren sich die Gefahren. Schließlich überschlagen sich die Ereignisse, und der Einsatz erweist sich als ein absoluter Albtraum.

Der Autor wurde 1966 in Ostdeutschland geboren. Nach dem Abschluss der Schule und des Gymnasiums absolvierte er ein vierjähriges Hochschulstudium an der damaligen Offiziershochschule der Landstreitkräfte der Nationalen Volksarmee in Löbau zum Panzerkommandeur und erlangte dabei auch den zivilen Abschluss eines Diplom-Ingenieurpädagogen. Im Anschluss an das Hochschulstudium diente er als Leutnant und führte einen Panzerzug. Nach der Wende und der Deutschen Wiedervereinigung war er als Offizier auf Zeit in den Reihen der Panzertruppe der Bundeswehr tätig. Nach Ablauf seiner Dienstjahre verpflichtete er sich nicht weiter, sondern wechselte ins Zivilleben, wo er viele Jahre für einem großen deutschen Medienkonzern tätig war. Momentan vollzieht er einen beruflichen Wechsel in den Öffentlichen Personennahverkehr als Busfahrer. Peter Schindler ist verheiratet und Vater dreier Kinder. Er lebt in Thüringen.

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Prolog
Für den Betrachter besaß das Gravitationsphänomen, das die Wissenschaftler als „Weißes Loch“ bezeichneten, aus großer Entfernung das Aussehen einer silberblauen Feuerkugel. Mit einem Durchmesser von zirka fünfhundert Kilometern war diese Kugel in eine grell lodernde Energiecorona eingehüllt. Zusätzlich umgab sie ein stark verbogener Ring aus weißem Licht. In der Annäherung an das Gebilde verlor es aber seltsamerweise seine Kugelform und wölbte sich mehr und mehr zu einem gewaltigen Trichter auf. Ein Trichter, dessen Schlund ständig etwas ausstieß – Materie, Strahlung und Licht. An diesem Sonntag, dem 28. Januar des Jahres 2176, spuckte das „Weiße Loch“ aber noch etwas anderes aus – zwei große Raumfahrzeuge mit abgeplatteten, kantigen Rümpfen, mächtigen aus den Flanken herausragenden Flügelsektionen sowie weit ausladenden Steuerleitwerken in den Heckbereichen. Solarian Union Ship ISV-13 „Iberia“ und Solarian Union Ship ISV-14 „Pacifica“ folgten einem einheitlichen Kurs, flogen ihn aber mit einer zeitlichen Versetzung von zehn Stunden. Ihr Sicherheitsabstand zueinander betrug auf diese Weise komfortable 15,48 Millionen Kilometer, was angesichts ihrer hohen Geschwindigkeiten verhindern sollte, dass sie sich bei unvorhergesehenen Manövern ins Gehege kamen. Gleichzeitig konnten sie über diese Distanz hinweg immer noch einen halbwegs stabilen Funkkontakt zueinander halten. Im Sonnensystem stellten Funkbrücken über Millionen, ja sogar über Milliarden von Kilometern hinweg, eine Selbstverständlichkeit dar. Im Siriussystem dagegen galt das nicht. Die Erfahrung der ersten Expedition hatte gelehrt, dass Sirius A ein sehr unruhiger Stern war. Er erzeugte mit seinen ständigen koronalen Masseauswürfen sehr oft Strahlen- und Plasmastürme, die mit zweitausend Kilometern pro Sekunde in Schockwellen durch seine gesamte Astrosphäre rasten. Unter diesen Bedingungen funktionierten Radar und Funk oft nur auf Sparflamme, manchmal sogar überhaupt nicht. Zumindest zeigten sie sich immer wieder in ihrer Reichweite eingeschränkt. Die Iberia und die Pacifica hatten bereits eine lange Reise hinter sich. Tatsächlich lag ihr Aufbruch vom Erdorbit inzwischen sechzehn Monate zurück. Und sie würden noch einmal mehr als fünf Monate bis zu ihrem jetzt immer noch 5,28 Milliarden Kilometer entfernten Ziel unterwegs sein. Trotzdem aber stellte ihr interstellarer Flug nach kosmischen Maßstäben nur einen Katzensprung dar. Zugleich kam er durchaus einem Wunder gleich. Denn zwischen der Erde und dem Himmelskörper, zu dem die beiden Raumschiffe jetzt wollten, lagen eigentlich mehr als 8,6 Lichtjahre oder umgerechnet 81 Billionen Kilometer Flugstrecke. Wofür die Iberia und die Pacifica bei ihrer derzeitigen Geschwindigkeit eigentlich fast sechstausend Jahre benötigt hätten. Doch die beiden Kolosse hatten eine Abkürzung durch ein Wurmloch genommen. Ihr Flug durch den permanent existierenden Raum-Zeit-Tunnel, den ein „Schwarzes Loch“ und ein „Weißes Loch“ miteinander verbanden, hatte gerade einmal vier Stunden und sechsunddreißig Minuten benötigt. Die Menschen nannten das Wurmloch Heliogantis-1. Denn sein als Eingang dienender schwarzer Schlund lag nur etwa 1 Milliarde Kilometer von jener Zone entfernt, die als Heliosphäre das Sonnensystem blasenförmig umschloss. Der Name hatte zudem eine Nummerierung gebraucht, da das kosmische Gebilde ein Gegenstück besaß, ein zweites Wurmloch, das in umgekehrter Richtung verlief – Heliogantis-2. Stark vereinfacht betrachtet ließ sich das vom Universum erschaffene Konstrukt mit zwei parallel verlaufenden Tunnelröhren vergleichen, die gegensätzliche Fließrichtungen besaßen. Dabei verband das Wurmlochpaar keineswegs Welten in unterschiedlichen Galaxien miteinander, sondern zwei Orte innerhalb der Milchstraße – das Sonnensystem sowie das Doppelsternsystem Sirius. Die Menschheit hatte Heliogantis-1 und Heliogantis-2 nach deren Entdeckung immer weiter erforscht und dabei herausgefunden, dass es tatsächlich eine Möglichkeit gab, sie zu durchqueren. Von einem sogenannten Quantenkäfig geschützt, konnte man den Raum-Zeit-Tunnel passieren, ohne ihn instabil werden und kollabieren zu lassen. Gleichzeitig schützte der Quantenkäfig das betreffende Raumfahrzeug vor den unvorstellbaren Gezeitenkräften, die es ansonsten in seine atomaren Bestandteile zerlegt hätten. Die Entdeckung der Wurmlöcher sowie die Erkenntnis, dass man sie für interstellare Reisen benutzen konnte, hatte der bemannten Raumfahrt im wahrsten Sinne des Wortes neue Horizonte eröffnet. Plötzlich besaß die Menschheit die Chance, in einem zeitlich vertretbaren Rahmen eine Reise über die Grenzen des Sonnensystems hinaus zu einem anderen Stern zu unternehmen. Und sie nutzte diese Chance. Nicht allein aus reinem Forscherdrang und der ihr naturgegebenen Sehnsucht nach der Ferne. Nein, es geschah vor allem aus dem Zwang heraus, als Spezies zu überleben. Denn Klimaerwärmung, Umweltverschmutzung, massives Artensterben und Übervölkerung hatten die Erde inzwischen an den Rand der Unbewohnbarkeit gebracht. Längst mussten Millionen von einstigen Erdbewohnern in Wohnhabitaten im Weltall oder in den riesigen Mond- und Marskolonien hausen, weil der „Blaue Planet“ weder ausreichend Platz für sie besaß noch die nötigen Ressourcen. Ob man mit der erzwungenen Massenausbürgerung und dem damit in Kauf genommenen Verlust an Lebensqualität für viele Millionen Bürger die Erde langfristig rettete, war keineswegs sicher. Einer Sache jedoch war man sich bewusst – wenn die Spezies Mensch ihren Mutterplaneten verlor, würde sie das sehr wahrscheinlich nicht überleben und zu einer aussterbenden Art werden. Noch war nicht entschieden, wie dieser existenzielle Kampf ausging. Doch die Entdeckung der beiden Wurmlöcher und die Möglichkeit, durch sie in das Siriussystem reisen zu können, stellte den Kampf des Homo Sapiens um den Erhalt der eigenen Art auf eine ganz neue Stufe. Zumindest weckte sie Hoffnungen. Denn das Doppelsternsystem Sirius verfügte über sechs extrasolare Planeten – zwei Gasriesen, eine Kugel aus flüssigem Metall, einen gewaltigen Silikatbrocken und zwei Gesteinsplaneten. Zu Letzteren gehörte Tarnas B300433-A, ein Himmelskörper von der anderthalbfachen Größe der Erde. Obwohl er sich den Gravitationskräften gleich zweier Sterne – Sirius A und Sirius B – ausgesetzt sah, bewegte er sich auf einer Umlaufbahn in einer mittleren Entfernung von 523,5 Millionen Kilometern rund um sein Hauptgestirn stets in der sogenannten habitablen Zone, in der Leben theoretisch möglich war. Inzwischen wusste man, dass dies auch praktisch zutraf. Der dritte Systemplanet wurde mit einem Erdähnlichkeitsindex von 0,87 klassifiziert. Aus diesem Grund durfte er sich auch mit seiner achtstelligen Katalognummer schmücken – B300433-A. Die absolute Erfüllung stellte seine Indexeinstufung indessen nicht dar. Tatsächlich hatte man längst extrasolare Himmelskörper mit einer besseren Bewertung entdeckt. Das Problem bei ihnen allen war, dass man sie nicht erreichte, solange man sich nicht auf viele tausend Jahre Flugzeit einließ. Was blieb da anderes übrig als alle Wünsche und Hoffnungen auf den Tarnas zu richten? Nach dem Willen des Solaren Unionsrates als höchstes politisches Gremium der vereinigten Erd- und Fremdwelt-Nationen sollte der Exoplanet Millionen von Menschen als Siedlungsort eine neue Zukunft bieten. Dass er – mit gewissen Abstrichen – tatsächlich bewohnbar war, wusste man inzwischen. Denn dies hatten die baugleichen Schwesterschiffe der Iberia und der Pacifica namens Antares und Independence bereits während einer sechs Jahre zuvor entsandten ersten Expedition klären können. Mehr noch, man war auf dem Tarnas sogar auf extraterrestrisches Leben gestoßen. Um intelligente Aliens handelte es sich zwar nicht. Immerhin aber hatte man es mit höherentwickelten Lebensformen zu tun, die weit über das Niveau von Mikroben hinausreichten. Tatsächlich besaß der Exoplanet eine sehr komplexe Tier- und Pflanzenwelt, die sich im buchstäblichen Sinne auf einer sehr monströsen Ebene bewegte. Ihre Träume von einer Kolonisierung des Himmelskörpers wollte sich die Solare Union wegen all dieser Kreaturen nicht nehmen lassen. Tatsächlich war im Ergebnis der ersten Expedition auf der Oberfläche des Planeten bereits eine Bodenbasis namens Azores errichtet worden – ein großer Vorposten der zukünftigen Kolonien, die man auf Tarnas B300433-A zu schaffen gedachte. Als die Independence sich als einzig verbliebenes Schiff der ersten Expedition nach Erfüllung ihres Auftrags auf den Rückflug in Richtung Erde gemacht hatte, waren sechstausendzweihundert Menschen in Azores zurückgeblieben. Ursprünglich hatten es eigentlich doppelt...



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