E-Book, Deutsch, Band 8, 680 Seiten
Reihe: Tarnas B300433-A
Schindler Drachenwelt
2. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7543-8237-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Tarnas B300433-A
E-Book, Deutsch, Band 8, 680 Seiten
Reihe: Tarnas B300433-A
ISBN: 978-3-7543-8237-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Dies ist nach den Titeln Sternenflug, Drachenfeuer, Himmelfahrtskommando, Scheideweg, Planetarlandung, Vorauskommando sowie Die Basis die Fortsetzung und zugleich der achte Band der Geschichte um Marc Ewert und die Mission rund um den extrasolaren Planeten Tarnas B300433-A. In zwei Monaten Bauzeit wurde Azores, die Bodenbasis der Menschen auf der Oberfläche des extrasolaren Planeten namens Tarnas B300433-A, praktisch aus dem Boden gestampft. Mehr als sechstausend Bewohner leben inzwischen in ihr. Große Sperranlagen und moderne Abwehrsysteme sollen die Neuankömmlinge aus dem fernen Sonnensystem vor den zahlreichen Gefahren schützen, die draußen in der extraterrestrischen Welt auf sie lauern. Doch die Menschen müssen sehr rasch erkennen, dass keine Mauer hoch genug ist und kein Abwehrsystem hinreichend ausgeklügelt, um sie vor den Bedrohungen zu schützen, die der Himmelskörper für sie bereithält. Mysteriöse Dinge ereignen sich. Doch woher kommt die Gefahr? Und wer steckt hinter den Vorfällen? Die Bewohner von Azores durchleben eine Zeit voller Angst und kämpfen zugleich darum, hinter das Geheimnis der Vorgänge zu kommen. Als sich die Bedrohung schließlich offenbart, wird eine Gruppe von Frauen und Männern, zu der auch Corporal Marc Ewert gehört, mit dem Auftrag entsandt, ihr zu begegnen. Neue Missionen stehen an. Missionen voller Überraschungen und Gefahren.
Der Autor wurde 1966 in Ostdeutschland (in der ehemaligen DDR) geboren. Nach dem Abschluss der Schule und des Gymnasiums absolvierte er ein vierjähriges Hochschulstudium an der damaligen Offiziershochschule der Landstreitkräfte der Nationalen Volksarmee in Löbau zum Panzerkommandeur und erlangte dabei auch den zivilen Abschluss eines Diplom-Ingenieurpädagogen. Im Anschluss an das Hochschulstudium diente er als Leutnant und führte einen Panzerzug. Nach der Wende und der Deutschen Wiedervereinigung war er als Offizier auf Zeit in den Reihen der Panzertruppe der Bundeswehr tätig. Nach Ablauf seiner Dienstjahre verpflichtete er sich nicht weiter, sondern wechselte ins Zivilleben, wo er seitdem als angestellter Zeitungsredakteur bei einem großen deutschen Medienkonzern tätig ist. Peter Schindler ist verheiratet und Vater dreier Kinder. Er lebt in Thüringen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 2 – Der Wald
30. September 2173 „Azores“-Bodenbasis Raumflughafen / Start- und Landeplätze Multikopter D as weite Flugfeld des Raumflughafens von Azores wirkte jetzt verwaist. Dabei war die Szenerie fünf Minuten zuvor noch eine ganz andere gewesen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die zwölf Raumfähren und vier Raumjäger der heutigen Flugtransportgruppe mit großem Getöse von ihren Startplätzen abgehoben, um sich auf den langen, gefährlichen Rückweg zum Raumschiff in der orbitalen Umlaufbahn zu machen. Nun jedoch herrschte wieder Ruhe auf dem weiten Areal, das derzeit noch allein unter dem hellen Schein der Flutlichtanlagen lag. Aber das würde nicht so bleiben, denn in einer Stunde brach ein neuer Tarnas-Tag an. Ein Tag, der aufgrund des weitgehenden Fehlens von Wolken sehr hell und auch sehr heiß zu werden versprach. Am Nachthimmel zeigte sich bereits ein heller Schimmer, und die Asteroidenbänder verfärbten sich in der anbrechenden Dämmerung zunehmend. Noch allerdings dominierte das kräftige Polarlicht. Vor wenigen Sekunden noch hatte es den Himmel in Flammen stehen lassen. Nun jedoch wölbte es sich als violettes Tuch aus Licht von Horizont zu Horizont. Dabei schien es in einem unsichtbaren Sternenwind zu flattern und sich zunehmend grün einzufärben. Marc gönnte dem Schauspiel nur einen kurzen Blick. Er hielt sich inzwischen seit fast einem Monat auf der Oberfläche von Tarnas B300433-A auf und war schon öfter Zeuge der ungewöhnlich starken Aurora und der faszinierenden Siriusaufgänge des Exoplaneten geworden. Mehr noch, er hatte all das bereits mit seinem Handgelenkcomputer fotografiert und gefilmt. Denn es würde ihm schwerfallen, diese durch Sirius A erzeugten Lichtspektakel nach seiner Rückkehr zur Erde allein mit Worten zu beschreiben. Wobei noch sehr viel Zeit verging, bis er überhaupt die Chance bekam, seiner Familie und jenen Menschen, die er sonst noch auf der Erde zurückgelassen hatte, von all dem hier zu erzählen. Aber so weit mochte er jetzt gar nicht denken. Im Moment verspürte er eher den Wunsch, seinen Helm abzunehmen. Er trug das Ding heute schon viel zu lange. Doch hier im äußeren Ringbereich der Basis gehörten der Raumanzug und damit eben auch der Helm immer noch zum absoluten Pflichtprogramm. Allerdings gab es Licht am Ende des Tunnels. Denn am heutigen Morgen hatten die Arbeiten zur Errichtung der ersten acht Lufttauscheranlagen begonnen. Es handelte sich um hochhausgroße Anlagenblöcke, die das Kohlendioxid aus der Tarnas-Atmosphäre herauszogen und gleichzeitig konzentrierten Sauerstoff in die Umgebungsluft pusteten. Letztere ließ sich auf diese Weise in einem Radius von vierhundert bis fünfhundert Metern so stark in ihrer Zusammensetzung verbessern, dass die Menschen dann sogar auf das Tragen ihrer persönlichen Sauerstoffkonzentratoren verzichten konnten. Die ersten vier Großanlagen entstanden zunächst direkt im Zentrum der Basis. Nach ihrer Fertigstellung würde man das Netz auf den Innenringbereich ausdehnen und schließlich auch bis in den äußeren Ringbereich hinaus erweitern. „Das Flugleitkontrollzentrum meldet, dass Roch-4 inzwischen nur noch fünfundzwanzig Kilometer von der Basis entfernt ist. Die im Tower erwarten in sieben Minuten die Ankunft der Maschine“, sagte Nalani Kapua, die in der Nähe des Deutschen mit der FSU-Kommandantin zusammenstand. Roch-4 stellte die Rufkennung eines achtmotorigen Roch-Multikopters dar, der am frühen Morgen zu einem Außeneinsatz aufgebrochen war. Und zwar in jenes Gebiet, in dem Talos-7 vor drei Tagen seine reichlich dramatische Begegnung mit dem Gigantosaurus erlebt hatte. An Bord des Fluggerätes befanden sich neun Aufklärer des Alpha-Zuges der Puma-Squadron unter dem Kommando ihres Zugführers First Lieutenant Izydor Konczal. Und dann war da auch noch Sadhana Bohra. Das gruselige Zusammentreffen mit dem Tarnas-Titan hatte die Verhaltensbiologin nicht davon abhalten können, erneut in das betreffende Gebiet zu fliegen. Schließlich war es bei der Mission um ihr Forschungsfeld gegangen. Und dabei im Speziellen eben auch wieder um den Gigantosaurus. Das Ziel des heutigen Flugeinsatzes von Roch-4 hatte darin bestanden, die in den zurückliegenden drei Tagen durch die achtzehn Phobos-Erkundungsrover erfassten Daten „einzusammeln“ und die Vehikel mit neuen Energiezellen auszustatten. Tatsächlich sollte die Beobachtung des Tarnas-Titans noch eine Weile fortgesetzt werden. Doch nicht nur die Astrobiologen der wissenschaftlichen Abteilung von Azores interessierten sich für die gewonnenen Daten – auch das Presseteam des Basissenders Azores News tat dies. Aus diesem Grund befand es sich jetzt gemeinsam mit der FSUGruppe hier auf dem Flugfeld des Raumflughafens und wartete auf die Ankunft von Roch-4. Marc Ewert sah dem Eintreffen des Multikopters allerdings noch aus einem anderen Grund mit Interesse entgegen. Roch-4 wurde heute von First Lieutenant Alvaro Soto als verantwortlichem Piloten geflogen. Für den Argentinier stellte der Flug den ersten Außeneinsatz dar. Der Deutsche war insofern neugierig, wie sich die Mission für seinen Freund gestaltet hatte. Nalani Kapua lauschte auf einer privaten Funkfrequenz den Worten einer Person, die in der Flugleitzentrale arbeitete. Als engagierte Nachrichtenreporterin hatte sie sich in Azores längst ein Netz aus „gewöhnlich gut informierten Insidern“ geschaffen, das ihr verlässliche Tipps lieferte, wo in und außerhalb von Azores gerade die Post abging. „Okay, das klingt durchaus ein bisschen mysteriös“, antwortete die Hawaiianerin soeben ihrer „Quelle“ im Flugleitkontrollcenter und bedankte sich dann. „Hatte Roch-4 etwa unliebsamen Spaß mit dem Tarnas-Riesenbaby?“, fragte Annie Marchand, hellhörig geworden. „Nein. Es geht nicht um den Multikopter, sondern um einige der Phobos. Mit denen geschah etwas. Einzelheiten sind aber noch nicht bekannt.“ Propellergeräusche erklangen. Die Blicke der Wartenden wandten sich nach Nordwesten. In der nächtlichen Dunkelheit herrschte eine ungewöhnlich klare Sicht. Der Boden war nach dem tagelangen Regen immer noch stark durchfeuchtet, sodass der steife Wind keinen Staub aufzuwirbeln vermochte. Aus diesem Grund konnten die Menschen nun deutlich die Navigationslichter und das Blitzen der Stroboskoplampe des nahenden Multikopters ausmachen. Roch-4 näherte sich mit hoher Geschwindigkeit und flog tief ein. Die Kegel seiner starken Landescheinwerfer tanzten über den Boden. Seinem vorgegebenen Anflugweg folgend, legte er sich heulend in eine Kurve und steuerte dann von Süden her seinen befestigten Landeplatz an. Seine Kufen berührten schließlich den Bodenbeton, und seine acht Triebwerke erstarben. Ein UTV-Fahrzeug, zwei Bodentechniker und vier Samson-Roboter setzten sich sofort in Bewegung, um die 132-Tonnen-Maschine einer technischen Wartung zu unterziehen. Das Presseteam und die FSU-ler wagten sich ebenfalls an den Multikopter heran. Dessen Heck- und Seitenluke öffneten sich jetzt. Kurz darauf stiegen Leute aus. Die neun Aufklärer, die am Einsatz teilgenommen hatten, hielten sich nicht weiter auf, sondern marschierten sofort in Richtung des siebenstöckigen Containermodulgebäudes des Flugleitkontrollzentrums. Die ihnen nachfolgende Biologin wollte dies ebenfalls tun, wurde dabei aber vom Presseteam abgefangen und mit neugierigen Fragen bombardiert. Marc ging der sich bildenden Menschentraube aus dem Weg und hielt stattdessen nach der Cockpitcrew Ausschau. Die erschien gleich darauf und wickelte mit den Bodentechnikern die Übergabe der Maschine ab. Nachdem dies geschehen war, schickte sie sich an, ebenfalls in Richtung des Flugleitkontrollzentrums zu marschieren, in deren Briefingraum ihr Squadronkommandeur sie bereits zur Einsatznachbesprechung erwartete. First Lieutenant Alvaro Soto wurde dabei auf den Deutschen aufmerksam. „Geht schon mal vor, ich komme gleich hinterher“, sagte er zu seiner Copilotin sowie dem Bordschützen und wandte sich dann Marc zu. Mit seinen achtundzwanzig Jahren war er groß und schlacksig. Unter verwuschelten, braunen Haaren sahen hellen Augen hervor, mit denen der Argentinier jetzt verschmitzt auf den Corporal blickte. „Du hast mich wohl schmerzlich vermisst, Amigo, dass du mich gleich hier empfängst, hm?“ „Ja, ganz genau Alvaro. Träum ruhig noch ein bisschen weiter.“ Der Pilot grinste. „Ach? Geht es etwa nicht um mich?“ „Nee, nicht wirklich. Nimm besser zur Kenntnis, dass der Gigantosaurus größer und für die meisten Menschen auch sehr viel interessanter ist als du.“ „Autsch, das saß. Wobei wir das Riesenvieh heute überhaupt nicht zu Gesicht bekamen.“ „Sei froh. Es hätte euch wahrscheinlich nur...




