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E-Book, Deutsch, Band 9, 700 Seiten

Reihe: Tarnas B300433-A

Schindler Planetarerkundung

Tarnas B300433-A
2. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7543-7857-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Tarnas B300433-A

E-Book, Deutsch, Band 9, 700 Seiten

Reihe: Tarnas B300433-A

ISBN: 978-3-7543-7857-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dies ist nach den Titeln Sternenflug, Drachenfeuer, Himmelfahrtskommando, Scheideweg, Planetarlandung, Vorauskommando, Die Basis und Drachenwelt die Fortsetzung und zugleich der neunte Band der Geschichte um Marc Ewert und die Mission rund um den extrasolaren Planeten Tarnas B300433-A. Auch, wenn der Bau ihrer Bodenbasis auf dem extrasolaren Planeten längst noch nicht abgeschlossen ist, die Neugier der Menschen kennt keine Grenzen. Und so brechen sie zu einer ersten großen Fernerkundung auf der Oberfläche des Planeten auf. Auf ihrer Reise entdecken sie zahlreiche ungewöhnliche, fantastische, bizarre, gefährliche und manchmal auch sehr tödliche Orte, Wesen und Erscheinungen. Sie lernen dabei, dass Neugier sowie Wagemut stets ihren Preis haben. Und nicht immer geht die Gefahr allein von der extraterrestrischen Welt aus. Manchmal sind es auch Menschen, die für die Expedition zu einem Problem werden. Zusammen mit beinahe neunzig anderen Teilnehmern der Fernerkundung erlebt Corporal Marc Ewert eine abenteuerliche Reise durch eine geheimnisvolle, fremde Welt, die auch auf ganz persönlicher Ebene einige Überraschungen für ihn bereithält.

Der Autor wurde 1966 in Ostdeutschland (in der ehemaligen DDR) geboren. Nach dem Abschluss der Schule und des Gymnasiums absolvierte er ein vierjähriges Hochschulstudium an der damaligen Offiziershochschule der Landstreitkräfte der Nationalen Volksarmee in Löbau zum Panzerkommandeur und erlangte dabei auch den zivilen Abschluss eines Diplom-Ingenieurpädagogen. Im Anschluss an das Hochschulstudium diente er als Leutnant und führte einen Panzerzug. Nach der Wende und der deutschen Wiedervereinigung war er als Offizier auf Zeit in den Reihen der Panzertruppe der Bundeswehr tätig. Nach Ablauf seiner Dienstjahre verpflichtete er sich nicht weiter, sondern wechselte ins Zivilleben, wo er seitdem als angestellter Zeitungsredakteur bei einem großen deutschen Medienkonzern tätig ist. Peter Schindler ist verheiratet und Vater dreier Kinder. Er lebt in Thüringen.

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Prolog
Sergeant First Class Aasmi Rajavade blickte gähnend auf den düsteren Klotz des mächtigen Torbunkers, der das östliche Basisaußentor auf seiner rechten Seite flankierte. Der Zeitanzeige ihres Handgelenkcomputers nach war es zwar gerade kurz vor acht Uhr morgens, doch auf diesem 8,6 Lichtjahre vom Sonnensystem entfernten Himmelskörper galt eine gänzlich andere Zeitrechnung. Tatsächlich hatte sich auf dem extrasolaren Planeten namens Tarnas B300433-A vor dreißig Minuten die Tageslichtphase verabschiedet und nächtlichem Dunkel Platz gemacht. Dieses Dunkel würde sehr lange bleiben – mehr als fünfunddreißig Stunden – und alles unter sich zunehmend in eisige Kälte tauchen. Außerdem war Nebel angekündigt. Schon jetzt erwies es sich als leicht dunstig. Der Wind wehte nur leicht, erzeugte dabei aber trotzdem ein leises Heulen und Winseln. Die Atmosphäre des Tarnas war deutlich dichter als die der Erde, sodass schon ein schwaches Lüftchen mehr Kraft besaß. Bei einem Sturm oder gar Orkan, wie sie dieser Himmelskörper ebenfalls kannte, wurde es dann extrem turbulent. Na wenigstens mal kein Niederschlag, dachte Aasmi Rajavade in der Absicht, irgendetwas Gutes an der gegenwärtigen Wettersituation zu finden. Tatsächlich sollte es trockenbleiben, was wirklich eine gute Nachricht darstellte. Denn der Regen auf dem Tarnas besaß die Eigenschaft, eher einer Sintflut zu gleichen. In den Nächten war es beinahe noch schlimmer. Denn dann fiel er als Eis vom Himmel – entweder in Form von tennisballgroßen Klumpen oder als ein Hagel aus scharfen, spitzen Spindelgeschossen. Die Gruppenführerin gab den vier Troopern, die gleich ihr etwas schwerfällig aus dem schweren, sechsachsigen Deimos-Geländewagen geklettert waren, ein Zeichen, ihr zu folgen. Ursprünglich hatte die kleine Einheit der Waran-Kompanie mit der Rufkennung Delta-3 einmal sechs Leute besessen. Doch vor einem Monat war einer der Privates von einem Tarnas-Drachen geholt worden – einer riesigen, geflügelten Echsenkreatur. Ersatz für den armen Kerl gab es momentan nicht. Denn von den sechstausendzweihundert Bewohnern der planetaren Bodenbasis waren zwei Drittel Zivilisten. Und von denen verspürte kaum einer Lust, sich fürs Militär rekrutieren zu lassen. Als Soldat unterlag man nämlich hier auf dem dritten Planeten des Siriussystems längst nicht nur dem Uniform- und Befehlszwang. Man musste vielmehr auch mit der Möglichkeit klarkommen, während des Dienstes – und dabei vor allem während eines Außeneinsatzes – im Maul einer gefräßigen Kreatur zu enden. Tarnas B300433-A war nun einmal kein toter Gesteinsklumpen, sondern eine Welt, in der zahllose große Ungeheuer lebten. Es gab monströse Wesen in der Luft, im Wasser, im Boden und auf seiner Oberfläche. Als ein eher winziger Zweibeiner im Vergleich zu all diesen Monstern hatte man es wahrlich nicht leicht. Die fünf Trooper marschierten auf den Bunker zu. Obwohl die Planetenschwerkraft sie samt ihrer Ausrüstung um zehn Prozent schwerer sein ließ, als dies auf der Erde der Fall gewesen wäre, nahmen sie es kaum wahr. Nach zwei Monaten hier unten auf der Oberfläche des Tarnas waren die Tage ständiger Rücken- und Nackenschmerzen längst vergessen. Die abzulösende Trooper-Einheit wartete bereits außerhalb des gepanzerten Gebäudes. Nach einer zeitweise von Aufregung und dann wieder von Phasen der Langeweile geprägten 8-Stunden-Wachschicht konnte es ihr jetzt nicht schnell genug gehen. Einige hatten ihre Helme abgesetzt. Es ging inzwischen auch ohne die Dinger. Tatsächlich kam man mittlerweile in den meisten Bereichen von Azores dank hochhausgroßer Lufttauscher- und Sauerstoffkonzentratoranlagen ganz ohne zusätzliche Atemhilfe aus. Aber das galt wirklich nur für die unmittelbare Zone der Basis. Die Stickstoff-Sauerstoff-Atmosphäre des Planeten ähnelte zwar jener der Erde, doch die Prozente an Sauerstoff fielen leider zu niedrig aus, während der Kohlenstoffdioxidanteil im Gegenzug zu hoch war. Aasmi Rajavade behielt daher ihren Helm auf und ging auch in ihrer Freizeit niemals ohne Sauerstoffnasensonde ins Freie. Denn die dichte, aber sauerstoffarme Luft des Tarnas bescherte ihr selbst innerhalb von Azores starke Kopfschmerzen, wenn sie sich ihr zu lange aussetzte. Der Anführer der abzulösenden Gruppe, ein Staff Sergeant, vollzog erleichtert die Übergabe. „War insgesamt ‘ne recht ruhige Nacht“, berichtete er. „Gegen zwei Uhr und vier Uhr zogen zwar Tierherden vorbei, aber die Viecher gaben sich durchweg harmlos und friedlich. Raubtiere, die uns hätten Ärger machen können, ließen sich nicht blicken.“ „Okay, dann übernehme ich ab hier“, erklärte Aasmi Rajavade. Laut Dienstvorschrift war der Wachwechsel eigentlich mit formalen Meldungen, Ehrenbezeigung und einem elektronischen Übergabeprotokoll zu vollziehen. Aber diesen Unsinn ließ man bleiben. Zumindest, solange man unter sich war. Die Gruppenführerin wünschte einen schönen Feierabend und verfolgte etwas neidisch, wie die abgelöste Gruppe in ihr Fahrzeug stieg und davonfuhr. Im Anschluss wandte sie sich den eigenen Leuten zu und teilte diese in die anstehenden Aufgaben ein. Ein Private musste zusammen mit einem Trooper der Nachbargruppe Waran-Delta-4 als Wache ans Tor, zwei Mann hatten den rechten Torbunker mitsamt des Geschützturms zu besetzen, und sie selbst wollte gemeinsam mit ihrem Lance Corporal zur ersten Patrouillenrunde aufbrechen. Kurze Zeit später saßen der besagte Stabsgefreite und sie wieder im Deimos-Buggy und machten sich auf den Weg. Der Patrouillenpfad führte auf der Ringstraße immer entlang der hohen Sperrmauer – sechzehn Kilometer einmal rund um das Innere von Azores. Dreißig Minuten waren für die Überwachungsfahrt veranschlagt. Diese Zeit hielt man in der Regel auch exakt ein. Es sei denn, Vorkommnisse zwangen zum Anhalten und zum Handeln. Das kam schon mal vor. Der Stützpunkt der Menschen stellte für die außerirdischen Geschöpfe ein fremdartiges und daher sehr interessantes Objekt dar, dem sie sehr gerne persönlich auf den Zahn fühlten. Manche Ungeheuer kamen dabei sogar furchtlos bis direkt an die Sperranlagen heran. Wurmkreaturen hatten es noch einfacher. Da ihr Lebensbreich der Boden war, juckten sie die Mauersysteme von Azores nicht. Sie konnten jederzeit und überall auch innerhalb der Basis aus dem Boden hervorkriechen und sich umschauen. Auch auf diese Form von unerwünschten Besuchen mussten die Trooper während ihrer Patrouillen ein aufmerksames Auge haben. Während das offene 6-Tonnen-Vehikel mit den beiden schwenkbaren 15-Kilowatt-Impulslasern auf dem Dachholm über das breite Asphaltbetonband rollte, starrte Aasmi Rajavade auf die Basis, die in der nächtlichen Dunkelheit unter einem Teppich aus unzähligen Lichtern lag. Azores stellte den ersten Stützpunkt überhaupt auf diesem Planeten dar. Es bildete eine sechsunddreißig Quadratkilometer große, quadratische Insel inmitten einer fremdartigen, extraterrestrischen Wildnis. Gepanzerte Sperranlagen, Waffentürme und ein ganzes Grenadierbataillon sicherten sie gegen die tödliche Welt außerhalb der Außenwälle aus Titanstahl ab. Es existierte allerdings noch eine zweite, eine innere Panzermauer, die den zentralen Bereich mit seinen zwanzig riesigen Stationsmodulen, Gebäuden, Hallen sowie Anlagen umgab. Die Trooper-Gruppenführerin spähte zur Baustelle einer der großen Multifunktionshallen hinüber, die hier im äußeren Ringbereich entstanden. In Azores wurde immer noch gebaut. Und selbst über die gegenwärtig bereits existierenden Baustellen hinaus standen noch viele weitere Projekte an, die man noch gar nicht begonnen hatte. Aasmi Rajavade schweifte mit ihren Gedanken in die Vergangenheit zurück. Obwohl sie Hindi war und indische Vorfahren besaß, hatte sie das Licht der Welt in einem orbitalen Wohnhabitat erblickt. Auf der Erde war sie nur zweimal gewesen – in beiden Fällen in Form von Urlaubsreisen. Die Besuche auf dem Mutterplaneten der Menschheit verknüpften sich mit Erinnerungen an Landschaften, die von Hitze zerglüht waren und kaum Grün besaßen. Sie verbanden sich außerdem mit den Eindrücken von stickiger Luft sowie maßlos übervölkerten Städten voller rastloser, hektischer Menschen. Zwei Dinge hatten Sergeant First Class Rajavade allerdings gefallen – der weite, blaue Himmel sowie der ungestörte Blick in die Ferne bis zum Horizont. Das Wohnhabitat, in dem sie lebte, hatten ihr als arg begrenzte Welt beides niemals bieten können. Damals war ihr plötzlich klargeworden, wie sehr sie diese zwei Dinge vermisste. Und sie hatte sich entschlossen, sie zu suchen und für sich zu finden. Die Erde selbst war diesbezüglich leider keine Option gewesen. Denn sie nahm keine...



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