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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 5, 250 Seiten

Reihe: Frieda Bach ermittelt

Schmid Bachoratorium: Krimi

Frieda Bachs fünfter Fall
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-99074-145-0
Verlag: Federfrei Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Frieda Bachs fünfter Fall

E-Book, Deutsch, Band 5, 250 Seiten

Reihe: Frieda Bach ermittelt

ISBN: 978-3-99074-145-0
Verlag: Federfrei Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Frieda Bach ermittelt im gefährlichen Sekten-Milieu - Ein Undercover-Einsatz wird zu einem Kampf auf Leben und Tod
Kurz vor der Veröffentlichung eines Enthüllungsbuches über eine Öko-Sekte wird ein Journalist ermordet. Da der Sektenführer unter dem Schutz prominenter Förderer steht, hat Frieda Bach keine Handhabe, Ermittlungen gegen ihn einzuleiten. Als zwei weitere Personen hingerichtet werden, beschließt Betty Eichler, sich gegen den Willen ihrer Vorgesetzten undercover der Sekte anzuschließen, um diese auszuspionieren. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, doch alles deutet darauf hin, dass Frieda und Wendt dieses Mal zu spät kommen und das Unheil nicht mehr abwenden können.

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Kapitel 2


Noch neun Tage

Wendt stieß ein triumphierendes Lachen aus.

»Das kostet dich zwanzig Mäuse!«, rief er vergnügt und machte eine entsprechende Geste mit den Fingern in Bettys Richtung, worauf diese ihm missmutig die Zunge zeigte.

Neugierig begab sich Frieda Bach in die Abstellkammer zu ihren beiden Assistenten. Dass Wendt einmal lauthals lachte, kam ungefähr so häufig wie Schneefall im Sommer vor, was allerdings angesichts der Wetterkapriolen in diesem Jahr gar nicht mehr so unmöglich schien. Sie hatten bereits fünf Tropennächte hinter sich, obwohl es erst Mitte April war. Die Stadtverwaltung erwog laut den lokalen Medien sogar ernsthaft, ob die Freibäder dieses Mal schon früher als sonst aufsperren sollten. Überall war die Rede von den Folgen der Klimaerwärmung, vielleicht hatte auch Wendt etwas davon abbekommen, denn normalerweise glich sein Gefühlshaushalt einem Gefrierschrank und Empathie war eine ansteckende Krankheit für ihn.

Obwohl das so nicht stimmte! Immerhin war er nach wie vor bis über beide Ohren in seine Kollegin verliebt, und hätte Betty ihre Vorgesetzte nicht gebeten einzuschreiten, würde er sie wohl noch immer schmachtend wie ein pubertierender Jugendlicher den ganzen Tag über anstarren.

In ihrer einfühlsamen Art hatte Frieda Wendt zu verstehen gegeben, dass er seinen Stoffwechsel während der Arbeit unter Kontrolle halten solle. Wenn er bestimmte Bedürfnisse zu befriedigen habe, solle er das gefälligst in seiner Freizeit erledigen. Natürlich war er verstimmt und demonstrierte dies, indem er entgegen ihren Anweisungen eine Woche lang einen seiner Übelkeit erregenden Pullover trug. Allerdings verbarg er seit damals auch seine Liebessehnsüchte. Nur wenn er sich unbeobachtet fühlte, glotzte er seine Angebetete an wie eine Kuh den Futtertrog.

Deshalb irritierte es Frieda, dass er Betty wegen irgendeiner gewonnenen Wette aufzog und sich damit ihren Ärger einhandelte.

»Darf man erfahren, warum Betty dir das Geld schuldet?«

»Das ist kein Geheimnis«, rieb er sich spitzbübisch die Hände. »Sie ist nämlich nicht die Einzige, die falsch getippt hat. Ich hatte Recht mit meiner Prognose, dass heute die zwei Dutzend voll sind. Das bringt mir locker 200 Euro Gewinn.«

»Schön für dich«, erwiderte Frieda. »Allerdings habe ich keine Ahnung, wovon du sprichst. Um welche zwei Dutzend geht es eigentlich?«

»Das ist doch klar. Heute Nacht ist der vierundzwanzigste SUV in Linz abgefackelt worden.«

Seine Vorgesetzte schaute ihn konsterniert an.

»Sag das noch einmal! Das gibt es doch nicht!«

Betty zog intuitiv den Kopf ein und senkte beschämt den Blick. Man musste kein Hellseher sein, um zu erkennen, dass ein Donnerwetter drohte. Nur Wendt ahnte wieder einmal nichts und plauderte munter weiter.

»Das war gar nicht so schwer auszurechnen. Da in schöner Regelmäßigkeit jeden dritten bis vierten Tag ein Auto den Flammen zum Opfer fällt, war die nächste Brandstiftung längst überfällig. Wollen Sie mitwetten? Ich bin überzeugt, dass wir vor dem Wochenende Nummer 25 erreichen. Also, wer hält dagegen?«

Selbst einem Tauben hätte Bettys theatralischer Hustenanfall zu denken gegeben, dass etwas nicht in Ordnung war, und ein Blick auf Friedas versteinerte Miene hätte jeden anderen unverzüglich verstummen lassen. Nicht jedoch Wendt! Er war so von sich eingenommen, dass ihm gar nicht in den Sinn kam, welches Ungemach er heraufbeschwor.

»Mit 20 Euro sind Sie dabei. Sollte ich verlieren, erhalten Sie den doppelten Betrag zurück.«

»Bist du von allen guten Geistern verlassen?«, konnte sich Frieda schließlich nicht mehr zurückhalten. »Wir haben es mit einer Serie schwerster Eigentumsdelikte zu tun, welche die Stadt und das Land seit Wochen in Bann halten, und dir fällt nichts anderes ein als Wetten darauf abzuschließen, um dich persönlich zu bereichern? Damit ist auf der Stelle Schluss!«

Ihr Assistent schaute sie mit großen Augen an und verzog beleidigt den Mund. Seine Stirnhöhlen begannen bedenklich zu vibrieren. Die Folge war ein unangenehmer Pfeifton, der in den Ohren schmerzte.

»Lass das«, fauchte sie ihn an, »und denk lieber darüber nach, was du falsch gemacht hast!«

Wendt wies eindeutig autistische Züge auf. Alles, was über sein persönliches Empfinden hinausging, nahm er einfach nicht wahr. Zumindest vermittelte sein Gesichtsausdruck diese Vermutung. Er fühlte sich ungerecht behandelt und schmollte.

»Ist dir überhaupt bewusst, dass sich die Schadenshöhe mittlerweile auf über eine Million Euro beläuft?«, führte sie ihm vor Augen. »Das ist kein Lausbubenstreich, dabei handelt es sich um absichtliche Sachbeschädigung und eine drastische Gefährdung der Allgemeinheit.«

»Immerhin trifft es keine Armen«, kam Betty Wendt zu Hilfe.

»Was soll das schon wieder heißen?«, ereiferte sich Frieda. »Nur weil sich jemand ein geländegängiges Fahrzeug leistet, bedeutet das noch nicht, dass er vermögend ist. Außerdem gelten die Gesetze für alle und unterscheiden nicht zwischen arm und reich. Wenn das deine Meinung ist, solltest du dich schleunigst nach einem neuen Job umsehen.«

»Aber diese Brandstiftungen haben doch eindeutig einen politischen Hintergrund«, rechtfertigte sich ihre Assistentin.

»Der uns nicht zu interessieren hat«, schnitt ihr Frieda das Wort ab. Sie wusste natürlich, worauf Betty anspielte. Seit gut zwei Monaten wurden in ganz Österreich, zumindest in den größeren Städten, in steter Regelmäßigkeit geländegängige Großraumfahrzeuge abgefackelt. Zu den Taten bekannte sich eine Umweltgruppe mit dem Namen SAUBER, was für Save AUstria BettER stand.

Die Täter gingen stets nach dem gleichen Muster vor. Sie wählten ein abseitsstehendes Fahrzeug aus, überschütteten es mit Benzin und zündeten es an. Bislang waren keine Personen zu Schaden gekommen. Offensichtlich war es dem Verein ein Anliegen, nur die avisierten SUVs zu beschädigen. Als vor einigen Wochen der Tank eines der Autos explodiert war und auch Fahrzeuge in unmittelbarer Nähe in Mitleidenschaft gezogen worden waren, hatten sich die Proponenten des Vereins in einem Internetaufruf dafür entschuldigt und eine Wiedergutmachung geleistet. Nicht zuletzt dieses Vorgehen hatte SAUBER den Ruf eingebracht, dass es sich bei seinen Akteuren um eine Art moderne Robin Hoods handelte, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, die Welt vor dem Untergang zu bewahren. Ob sich das mit der Vernichtung einiger Dutzend Fahrzeuge bewerkstelligen ließ, bezweifelte Frieda. Eher erinnerten sie diese Aktionen an den Windmühlenkampf eines Don Quichote, mit dem großen Unterschied, dass dieser dabei nur sich selbst und niemand anderen in Gefahr gebracht hatte. Das sagte sie auch ihren Assistenten.

»Aus meiner Sicht ist es ein Glücksfall, dass bei den Brandanschlägen bislang niemand verletzt oder getötet wurde. Mögen die Absichten noch so hehr sein, es grenzt an Wahnsinn, mitten im bewohnten Gebiet mit dem Feuer zu spielen. Es reicht eine Person, die zufällig vorbeikommt, dann reden wir nicht mehr von Sachbeschädigung, sondern von Totschlag, wenn nicht sogar von Mord. Deshalb sollten wir uns wünschen, dass die Brandstifter schnellstens ausgeforscht werden, um Schlimmeres zu verhindern. Und du, Ronald, findest sicher ein Sozialprojekt, dass sich über eine kleine Spende freut!«

An den Reaktionen ihrer Assistenten erkannte sie, dass ihre Worte angekommen waren. Selbst Wendt nickte betreten, wenn auch ein wenig wehmütig, nachdem er vernommen hatte, was seine Vorgesetzte von ihm erwartete.

»Schön, dass wir uns verstehen! Nachdem das geklärt ist, könnt ihr euch wieder unserem aktuellen Fall zuwenden.«

»Muss das wirklich sein!?«, stöhnte Betty vernehmlich auf. Frieda wusste, was sie damit andeuten wollte. Es gab Fälle, bei denen man von Anfang an keinen Millimeter bei den Recherchen vorankam, und dieser Mord war eindeutig in diese Kategorie einzuordnen.

Vor zwei Wochen war ein junger Mann in das Büro des größten Mineralstoffhändlers im Land spaziert, hatte erst den Besitzer der Firma erschossen und daraufhin sich selbst gerichtet. Die beiden Sekretärinnen im Vorzimmer und einen Vertreter, der zufällig anwesend gewesen war, hatte der Täter unbehelligt gelassen. Trotz intensivster Bemühungen von ihrer Seite hatten sie nichts herausgefunden. Sie kannten weder die Identität des Mörders, noch wussten sie, warum dieser den Industriellen getötet hatte. Nirgends schien sein Foto auf und auch seine Fingerabdrücke waren bislang in keinem Land der EU registriert worden. Als wäre er von einem unbekannten Stern herabgesandt worden, mit dem Auftrag, zu töten. Wenn sie nicht rasch fündig wurden, würde sich dieses Verbrechen in die Liste der ungelösten Fälle einreihen, die eigentlich ihr Spezialgebiet waren.

»Wenn ihr nicht...



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