Schmid | MICHAEL MÜLLER REISEFÜHRER Bretagne | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 588 Seiten

Reihe: MM-Reisen

Schmid MICHAEL MÜLLER REISEFÜHRER Bretagne

100% authentisch, aktuell und vor Ort recherchiert.
13. Auflage 2025
ISBN: 978-3-96685-450-4
Verlag: Michael Müller Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

100% authentisch, aktuell und vor Ort recherchiert.

E-Book, Deutsch, 588 Seiten

Reihe: MM-Reisen

ISBN: 978-3-96685-450-4
Verlag: Michael Müller Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Reiseführer Bretagne Das E-Book aus dem Michael Müller Verlag - umfassend, übersichtlich, unentbehrlich 'Fazit: Wer individuell in die Bretagne reisen möchte, tut das bitte nicht ohne diesen Reiseführer, er würde eine Menge verpassen!', schreibt Eva Hüppen auf leserwelt.de. 588 Seiten mit 294 Farbfotos machen den Reiseführer Bretagne zu einem unentbehrlichen Begleiter für Ihren individuellen Frankreich-Urlaub - und das schon in seiner dreizehnten Auflage. Alles akribisch vor Ort für Sie recherchiert und ausgesucht. Hervorgehobene Geheimtipps lassen Sie das Land abseits bekannter Pfade erleben und machen es zu Ihrer zweiten Heimat. Erlebnis Bretagne: Zwischen wilden Klippen und einsamer Idylle Die Bretagne ist mehr als Küste, Strand und Meer: Vom Besuchermagneten Mont-Saint-Michel und imposanten Monumenten aus der Frühgeschichte, über aussichtsreiche Wanderwege entlang an zahllosen Badebuchten oder durch zerklüftete und windumtoste Landschaften bis hin zu flachem Heideland. Marcus X. Schmid entführt den Leser in eine Region, in der es viel zu entdecken gibt: wilde Klippen und feinsandige Buchten, wunderschöne Inseln, verwunschene Wälder und Moore, alte Burgen, stille Dörfer und eine 2.000 Kilometer lange Küstenlinie mit zahllosen schönen Badeplätzen mit Blick aufs tosende Meer. So abwechslungsreich wie Frankreichs Nordwesten selbst ist der Reiseführer und damit auch Ihr Urlaub: Ob entspanntes Genießen der französischen Lebensart oder Baden im Meer, Sonnen am Strand, Surfen, Segeln, Wandern und Radfahren - in der Bretagne ist alles möglich. Reiche Kultur und vielfältige Natur, dabei immer genug Raum für individuelles Reisen - mit den besten Geheimtipps für Ihren Urlaub abseits der touristischen Sehenswürdigkeiten. Genau so, wie sie es von Büchern aus dem Michael Müller Verlag gewohnt sind. Die Bretagne sei 'sehr schön und gar nicht so weit von Frankreich entfernt', so urteilte der französische Humorist Coluche. Erfahren Sie in unserem Reiseführer Bretagne, warum es sich lohnt, Frankreich zu durchqueren. Entdecken Sie das wohl schönste 'Ende der Welt' ('Finistère'), wie die Römer das bretonische Land auch nannten. Authentisch reisen mit den Reiseführern aus dem Michael Müller Verlag Was ist das Besondere an den Michael-Müller-Reiseführern? Sie sind von Reisenden für Reisende gemacht. Unsere Autorinnen und Autoren recherchieren immer vor Ort, sie schreiben über Dinge, die sie selbst erlebt und getestet haben. Unabhängig, ehrlich, authentisch.

Marcus X. Schmid Geboren und aufgewachsen in der Schweiz, im etwas öden Mittelland zwischen Zürich und Bern. Der fehlende Blick aufs Matterhorn oder in die Sonnenstube Tessin hat seine spätere Reisetätigkeit erheblich begünstigt. Studium in Basel, in Erlangen und im damaligen Westberlin, dortselbst die akademischen Weihen in Germanistik, Komparatistik und Politologie empfangen. Lebt und arbeitet freiberuflich als Autor und Übersetzer in der französischsprachigen Schweiz.
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Bucht von Mont-Saint-Michel
Hauptattraktion der Bucht von Mont-St-Michel ist der „heilige Berg“, der ihr den Namen gegeben hat. „Mit seiner Dom-Tiara und seinem Festungspanzer ist der Mont-St-Michel im Meer das, was Cheops in der Wüste ist“, schrieb der Romancier Victor Hugo über die einzigartige Klosteranlage.
Noch zu Lebzeiten des Dichters wurde ein Damm gebaut, der den heiligen Berg mit dem Festland verband, um dem zunehmenden Tourismus gerecht zu werden. „Der Mont-St-Michel muss eine Insel bleiben“, forderte Victor Hugo. Erst das 21. Jahrhundert gab ihm recht. Seit 2015 steht der Mont-St-Michel wieder komplett im Wasser - zumindest für 40 Tage im Jahr - und zieht rund 3 Millionen Besucher jährlich an. Damit steht der „heilige Berg“ nach Versailles und dem Eiffelturm an dritter Stelle der französischen Tourismusmagneten.
Mont-Saint-MichelRégion Normandie
Seit über tausend Jahren strömen die Menschen zum Mont-St-Michel. Früher waren es Gläubige, die dem Erzengel Michael ihre Aufwartung machten, heute kommen Touristen, um das steinerne Ensemble zu bestaunen.
Der weltberühmte Klosterberg erhebt sich pyramidenförmig 157 m hoch über einer endlosen, von Prielen durchzogenen Schlick- und Meerlandschaft. Eine architektonische Meisterleistung des Mittelalters: Auf einem Granitblock, etwa 900 Meter im Umfang und 75 m hoch, gestalteten romanische und gotische Baumeister einen einmaligen Kloster- und Burgkomplex.
Bis in die jüngste Zeit verhinderten der 1879 errichtete Damm zum Berg und Parkplatzflächen, dass der Couesnon sich ins Meer ergießen konnte, Sand- und Schlickablagerungen waren die Folge. Trotz des extremen Gezeitenunterschieds von bis zu 13 Metern erreichte die Flut den Klosterberg nur noch selten. Nach 2005 wurden gewaltige Anstrengungen unternommen, um den von der UNESCO in die Weltkulturerbeliste aufgenommenen Mont-St-Michel wieder präsentabler zu machen. Die Parkplätze wurden abgerissen, der Fluss hat wieder freie Bahn, ein Staudamm am Cuesnon lässt bei Ebbe zusätzliche Wassermassen einströmen. Heute ist der Mont-St-Michel nur noch mit dem Pendelbus oder zu Fuß über eine 720 m lange Passerelle, knapp über dem Meeresspiegel, erreichbar - außer an rund 40 Tagen im Jahr: Dann ist die Springflut so hoch, dass der Steg unter Wasser liegt.
Geschichte
Die Legende führt ins Jahr 708 zurück. Bereits zweimal ist Aubert, dem Bischof von Avranches, der Erzengel Michael erschienen, um eine Kirche für sich anzumahnen. Der Gottesmann will anfangs nicht hören, doch einige schmerzhafte Kopfnüsse des streitbaren Engels überzeugen den Zweifler schließlich. Auf dem hoch aus dem Wald von Scissy ragenden Mont Tombe (Berg des Grabes, ein keltischer Bestattungsplatz) lässt er eine kleine Kirche zu Ehren des Erzengels errichten. Doch kaum haben die Bauarbeiten begonnen, überrollt eine Springflut das Land. In einer riesigen Woge stürmt die See heran, taucht den Wald in die Fluten des Ozeans und überschwemmt das tiefgelegene Land. Fortan ist der Berg mit dem Kirchlein von Wasser umgeben.
Im 10. Jahrhundert werden die Fundamente eines gigantisches Bauprojekts gelegt: Im Lauf zweier Jahrhunderte wächst auf der Felspyramide im Meer ein zunächst romanischer, ab 1212 gotischer, himmelstürmender Klosterkomplex heran. Immer mehr Pilger strömen auf den heiligen Berg und tragen zum Reichtum der Abtei bei. Das Kloster boomt, Augenzeugenberichte über Wunder auf dem Mont vergrößern sein Ansehen zusätzlich. Alle kommen, Adelige und reiche Bürger, Bauern und Arme. Sogar im Hundertjährigen Krieg (1339-1453) versiegt der Pilgerstrom nicht. Die englischen Truppen, die auf dem 3 km entfernten Mont Tombelaine eine Garnison unterhalten und mit Ausnahme des befestigten Klosterbergs die ganze Bucht kontrollieren, verdienen durch die Ausstellung von Passierscheinen tüchtig mit.
Der Niedergang beginnt gegen Ende des 15. Jahrhunderts. Mit der Einführung des Nießrechts können auch weltliche Herren als Äbte eingesetzt werden, das Kloster verkommt zu einer lukrativen Pfründe. Die mönchischen Sitten verrohen, die von den Pilgern überwiesenen Almosen fließen statt in die Kassen der Abtei in die Privatsäckel der Äbte. Die Mönche führen ein mondänes Leben. Sie tragen Seide und Spitze, gehen zur Jagd, halten sich Konkubinen und pressen die Bauern im Umland aus. Während der Religionskriege brennt ein Abt mit der Kasse des Klosters durch.

Berühmter Besuchermagnet

Die von den Humanisten des 16. und 17. Jahrhunderts kritisierte Heiligenverehrung des Mittelalters läutet das Ende der Abtei ein: Aus einer gut besuchten Pilgerstätte wird ein königliches Gefängnis. In den schlecht belüfteten Kerkern mit ihren Eisenkäfigen schmachten unbotmäßige Akademiker, kritische Literaten und Revolutionäre. Der Mont-St-Michel bleibt unter wechselnden Herrschaftsverhältnissen bis 1863 ein gefürchtetes Zuchthaus.
Das Jahr 1865 bringt einen Neubeginn. Die Diözese von Coutances führt wieder eine Wallfahrt durch, 1874 wird der Klosterberg unter Denkmalschutz gestellt. Die heruntergekommenen Gebäude werden renoviert, und 1969 ziehen wieder ein paar Benediktiner ein, um dem Berg neues religiöses Leben einzuhauchen. Diese wurden 2001 von Mönchen und Nonnen der Gemeinschaften von Jerusalem abgelöst. Sie zählen zu den 25 Einwohnern des Mont-St-Michel, der seinen eigenen Bürgermeister stellt.
Sehenswertes
Befestigungsanlage: Den einzigen Zugang zum heiligen Berg bildet die Porte de l’Avancée, das Tor des mächtigen Vorwerks, das in den ersten Hof führt; hier befindet sich das Wachgebäude aus dem 16. Jahrhundert. Die Porte du Roi, mit einem imposanten Fallgitter versehen, öffnet sich zu einem zweiten, fachwerkgesäumten Platz; rechts zeigt sich die Maison de l’Arcade, die einst den Soldaten des Abts als Unterkunft diente. Gleich daneben führt eine Treppe zur Wehrmauer hinauf: Ausblicke auf die Ostseite. Der Nordturm, unterhalb der großen Treppenflucht zur Abtei, ist der beste Platz, um die einbrechende Flut zu beobachten.
Rechts der Treppe gelangt man durch eine schmale Pforte in den Klostergarten auf der Nordseite. Ein Parkweg windet sich unter der abweisendmächtigen Wand des Klosters zwischen alten Bäumen und bunten Blumenbeeten hinauf zur Plattform vor der Klosterkirche. Bei Ebbe bietet sich ein außergewöhnliches Panorama: Tief unten, am Fuß des heiligen Berges, erblickt man die granitene Chapelle St-Aubert, dahinter zerfließt eine endlose, von Prielen durchzogene Sandwüste am Horizont, und wo Himmel und Erde zu verwachsen scheinen, schimmert flach der Ozean.
Grande Rue: Die „Hauptstraße“ führt hinter dem Platz nach den beiden Festungshöfen steil zur Abtei hinauf. Die Fachwerkhäuser aus dem 15./16. Jahrhundert beherbergen Restaurants und Souvenirläden; statt der früher üblichen Devotionalien und Antiquitäten gibt es heute vorzugsweise Plastikschnickschnack. Im oberen Teil geht die gepflasterte Gasse in Treppen über. Auf der linken Seite erhebt sich die Eglise St-Pierre, ein Stück zurückversetzt das Haus der Tiphaine.
Eglise St-Pierre: Die Pfarrkirche des Dorfs stammt aus dem 11. Jahrhundert, ihre Ausstattung besteht zum größten Teil aus Stücken, die aus dem Klosterkomplex ausgemustert wurden. In der rechten Seitenkapelle thront hinter einem Kerzenmeer eine versilberte Sankt-Michael-Statue. Schwere, damastene Pilgerfahnen schmücken Empore und Seitenwände.
Haus der Tiphaine: 1360 wurde Bertrand Duguesclin (? Dinan) zum Gouverneur von Pontorson ernannt und damit zum weltlichen Chef des Mont-St-Michel. Im Haus der Tiphaine lebte seine Gattin Tiphaine Raguenel, er selbst war meist auf Feldzügen unterwegs. Ihren Strohwitwenaufenthalt füllte Tiphaine mit karitativen Tätigkeiten und dem Studium der Astrologie aus. Heute wird das alte Gebäude als Museum genutzt: Stilmöbel (z. T. 14. Jh.), Gemälde, Wandteppiche und manches rare Juwel, das Pilger dem Kloster schenkten.
Abtei: Der Klosterkomplex auf der Spitze des granitenen Kegels entstand über mehrere Jahrhunderte. Das zentrale Problem war der Bau einer ausreichend befestigten Plattform rund um die Felsspitze, die einerseits das 100 m lange Kirchenschiff der Abteikirche tragen und andererseits genügend Raum bieten sollte, um Mönche, Gäste und Vorräte unterzubringen. Die Baumeister knackten das Problem mit einem gewagten Konzept: Auf den Fuß des nackten Granits wurde Stockwerk auf Stockwerk gesetzt, Gewölbe auf Gewölbe, bis die Felsspitze schließlich so weit verbreitert war, dass man eine Kirche daraufsetzen konnte - eine Glanzleistung statischer Berechnung und architektonischer Gestaltung.
Drei Bauperioden lassen sich stilistisch unterscheiden. Das Kloster der normannischen Herzöge wurde mit der Kirche Notre-Dame-sous-Terre 966 im karolingischen Stil begonnen. Die Kirche, zu Beginn des 11. Jahrhunderts in eine Krypta umgewandelt, bildete zusammen mit zwei anderen Krypten das Stützwerk für die romanische Abteikirche der englischen Könige (zweite Bauperiode 1017-1144). Der dritte Bauabschnitt begann 1212. Finanziert von französischen Königen, entstanden die gotischen Gebäude der Merveille, die kurz darauf wegen des Hundertjährigen Kriegs durch Befestigungen erweitert wurden und das heiß umkämpfte, aber nie eroberte Kloster vor Angriffen schützten.
La...



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