E-Book, Deutsch, 128 Seiten
Schmidt / Bolle Die Yacht-Werkstatt
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-667-10721-3
Verlag: Delius Klasing
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Pflegen, Reparieren, Modernisieren Anleitungen zum Selbermachen
E-Book, Deutsch, 128 Seiten
ISBN: 978-3-667-10721-3
Verlag: Delius Klasing
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Dieses Buch ist eine Sammlung der beliebtesten Anleitungen aus der Yacht-Werkstatt aus dem "Skippers Magazin" der YACHT. Die beiden YACHT-Technik-Redakteure Hauke Schmidt und Lars Bolle erklären, wie man Reparaturen und Wartungsarbeiten am Boot vornimmt: Pflege: z.B. Neumontage von Fenstern, Mikroorganismen im Dieseltank erkennen und entfernen, Edelstahlbeschläge reinigen und polieren, Kauschen konfektionieren, neue Polster anfertigen, passgenaue Bootsauflagen für den Rumpf herstellen, Einbau von Selbststeueranlagen für die Pinne, Sanierung und Pflege von Holzdecks, Sitzbretter selbst bauen Wartungsarbeiten: z.B. Ruderlager tauschen, Eisenkiele entrosten, Wartung und Pflege von Gashebel und Einhebelschaltung, Schallisolierung im Motorraum erneuern, Außenborder ordnungsgemäß winterfest machen, Salinge erneuern, Cockpitboden neu belegen Reparaturen: z.B. Schönheits-Reparaturen am Holz des Innenausbaus, Holzpfropfen setzen, Sandwich-Reparatur, Haarrisse entfernen, Carbon-Patches selbst herstellen Die besten Tipps und Tricks aus der "Yacht-Werkstatt" endlich auf einen Blick!
Weitere Infos & Material
RUMPF & DECK
SANDWICH – REPARATUR
Einsichtnahme. Die Außenhaut wird großflächig abgenommen
KERNSANIERUNG
DELAMINATION
Decks in Sandwich-Bauweise sind eine feine Sache. Die Konstruktion, bei der die äußere und innere Laminatschicht durch einen Kern aus Balsaholz oder Schaum getrennt sind, ist nicht nur leicht, sondern auch sehr biegesteif. Ganz nebenbei isoliert der Verbund auch deutlich besser als ein massives Laminat, was die Temperaturen im Sommer senkt und in der Nebensaison vor Schwitzwasser schützt.
Doch wo viel Licht ist, sind auch die Schattenseiten nicht weit. Bei Sandwich-Decks beginnen die Probleme mit dem Alter. Sobald sich der Verbund aus Laminat und Kern löst, verliert die Konstruktion rapide an Festigkeit. Das Tückische dabei: Ist das Deck erst an einer Stelle geschwächt, arbeitet es beim Darüberlaufen und Segeln stärker, und der Schaden kann sich umso leichter ausbreiten. Viele Eigner älterer Boote kennen das, es beginnt mit einem harmlosen Knirschen oder Quietschen. Nach kurzer Zeit federt das Deck dann immer stärker, und man sackt beim Laufen regelrecht ein, so dass dringender Handlungsbedarf besteht.
Dies war auch bei einem gebrauchten H-Boot aus den 70er-Jahren der Fall. Der Aufbau beulte sichtbar ein und federte stark. Schließlich brach das Deck beim Aufriggen hinter dem Mastfuß ein. Dieser war bereits vom Voreigner mit einem Ringspant als Unterzug verstärkt worden.
JEDES LOCH EIN LECK
Abgesehen von Fehlern bei der Dimensionierung oder der Verarbeitung von Harz und Kernmaterial ist eingedrungenes Wasser die Hauptursache für das Versagen von Sandwich-Decks. Die Feuchtigkeit gelangt in der Regel durch schlecht abgedichtete Schraublöcher von Beschlägen ins Deck. Kritisch sind auch ältere Teakdecks. Oft wurde nur sehr wenig Dichtungsmasse verwendet, und die Verschraubung der Stäbe summiert sich leicht auf einige hundert Bohrungen.
Am anfälligsten sind Sandwich-Konstruktionen mit einem Kern aus Balsaholz. Das Material saugt sich vom Leck ausgehend voll und verrottet großflächig. Hier hilft nur Aufsägen und Austauschen des Kerns, von dem meist nur noch schwarzer Torf übrig ist.
Doch auch bei den vielgerühmten geschlossenporigen Schaumkernen, wie Airex oder Divinycell, ist Vorsicht geboten. In solchen Decks kann sich das Wasser zwar nicht so leicht ausbreiten, und der Kern verrottet auch nicht. Das heißt aber nicht, dass es nicht zu Problemen kommt.
Je nach Qualität des eingesetzten Polyesterharzes kann die Feuchtigkeit quasi zu Osmose von innen führen, in deren Folge das Laminat vom Kern reißt. Es reicht aber auch schon ein Frostwinter, um den nassen Verbund regelrecht zu sprengen, was vermutlich bei dem hier behandelten H-Boot der Fall war.
Die Reparatur eines delaminierten Decks ist ein massiver Eingriff und erfordert Überwindung – wer sägt schon gern große Löcher in sein Boot? Die größte Herausforderung ist aber, nach dem Entfernen des alten Kernmaterials wieder eine belastbare Struktur zu schaffen.
Bei größeren oder stark gewölbten Bereichen wäre eine Vakuumpumpe ideal, um Kern und Decksschale gleichmäßig zu verkleben. Da diese Technik in der Regel nur professionellen Betrieben zur Verfügung steht, wurde bewusst darauf verzichtet und stattdessen mit Gewichten gearbeitet.
Oft ist die innere Lage des Decks sehr dünn und weich. Um die Deckskontur zu erhalten, muss sie eventuell vor dem Aufsägen von unten mit einer Hilfskonstruktion abgestützt werden. In vorliegenden Fall genügte der zur Verstärkung des Mastfußes bereits eingebaute Ringspant.
Da Rumpf und Deck sowieso lackiert werden sollten, wurde nur bis zum Primer gearbeitet. Durch diese Vereinfachung war das H-Boot nach einer knappen Woche wieder segelfertig. Soll auch lackiert werden, muss die doppelte Zeit veranschlagt werden.
WEICHES DECK – WAS NUN?
SCHADEN EINGRENZEN, AUFSÄGEN
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ENTKERNEN
SCHAUM
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VORBEREITEN DER DECKSSCHALE
VERSCHLOSSEN
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DER MASTFUSS
SPEZIALSCHAUM
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