E-Book, Deutsch, 246 Seiten
Schmidt Liebeszauber zu Weihnachten
3. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7526-0028-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 246 Seiten
ISBN: 978-3-7526-0028-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Mia Schmidt lebt mit Ihrem Mann am Bodensee und schreibt mit Leidenschaft romantische Geschichten, die zum Träumen einladen. Ihre Inspiration findet sie auf Reisen, ob in den verwinkelten Gassen italienischer Küstenorte, in kleinen Cafés in Schweden oder beim Sonnenaufgang in den Bergen. Mit einem feinen Gespür für zwischenmenschliche Begegnungen, Alltagsmagie und große Gefühle erzählt sie von Neuanfängen, Liebe und dem Mut, dem eigenen Herzen zu folgen.
Autoren/Hrsg.
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>Dinner heute neun Uhr bei Luigi’s. Kuss< stand auf dem weißen kleinen Kärtchen, welches in dem wunderbaren Strauß langstieliger dunkelroter Rosen steckte, den ein Kurier gerade eben bei mir abgeliefert hatte. Lächelnd ließ ich mich auf meinen Bürostuhl fallen. >< wiederholte ich in Gedanken. Dort hatten wir unser erstes Date. Dort feierten wir alle wichtigen Ereignisse unserer Beziehung.
Ich schreckte vom Stuhl hoch, als hätte mich eine Tarantel gebissen. Würde heute wohl noch eines dieser besonderen Ereignisse hinzukommen? So kurz vor Weihnachten? Konnte das wirklich wahr sein? Langsam setzte ich mich wieder hin und versuchte mich zu beruhigen. Bewusst atmete ich ein und wieder aus, genau so wie ich es im Yoga Kurs gelernt hatte. In romantischen Gedanken versunken, hielt ich meine Nase in den prächtigen Rosenstrauß und wiederholte das Ein- und Ausatmen.
Wow, was für ein herrlicher frischer Duft.
Logan musste für heute Abend etwas ganz Besonderes geplant haben. Da war ich mir nun zu hundert Prozent sicher. Logan und ich waren bereits seit über drei Jahren ein Paar und trotzdass wir es nie geschafft hatten zusammenzuziehen war der nächste Schritt doch glasklar. Vor meinem inneren Auge konnte ich es schon sehen. Heute würde ein weiteres besonderes Ereignis folgen. Er würde beim Dinner um meine Hand anhalten, ganz sicher. Der erste Besuch bei meinen Eltern, nein falsch, bei meiner Mum stand kurz bevor und es war kurz vor Weihnachten. Und mal ehrlich welche Zeit wäre besser für einen Antrag geeignet als die Vorweihnachtszeit? Ganz genau, keine! Logan war ein vielbeschäftigter und sehr erfolgreicher Anwalt, was natürlich zur Folge hatte, dass die private Zeit knapp bemessen war. Er arbeitete nun schon seit einiger Zeit daran endlich Partner in der Kanzlei, in der er seit Jahren beschäftigt war, zu werden.
Das war einer der Gründe, weshalb Logan es in den letzten drei Jahren nie geschafft hatte, meine Familie kennenzulernen. Jedes Mal, wenn ein Besuch geplant war, sagte er kurzfristig, wegen eines wichtigen Geschäftstermins, ab. Selbstverständlich war das ein guter und wichtiger Grund und wie üblich konnte ich ihm nicht böse sein. Gut, das Verständnis meiner Eltern für diese plötzlichen Termine und dafür, dass mein Logan seine Arbeit immer an erste Stelle stellte, nahm mit jeder Absage zunehmend ab, aber so war er nun einmal und ich akzeptierte es. Ein erfolgreicher Mann hat eben nicht viel Zeit für Familie und Freunde. Dafür blühte mir ein Leben im Wohlstand. Das war es in jedem Fall Wert, redete ich mir jedes Mal erfolgreich ein. Dieses Mal jedoch, hatte er mir hoch und heilig versprochen, dass nichts dazwischenkommen würde. Und einen Grund an seiner Aussage zu zweifeln hatte ich nicht. Beschwingt von dem guten Gefühl, dass sich eingestellt hatte schwebte ich geradezu in die Küche, um eine passende Vase für diesen gigantischen Strauß zu finden. Gar nicht so einfach wie ich feststellen musste. Dennoch fand ich am Ende, im hintersten Eck meines Küchenschranks, tatsächlich ein Gefäß, nicht unbedingt eine Vase aber gut, welches sich für die wunderschönen Rosen eignete. Nachdem ich die ‚Vase‘ mit Wasser gefüllt hatte, stellte ich den Strauß hinein und platzierte ihn gekonnt auf der Theke meiner Küche. Ein hervorragender Platz, wie ich fand. Gedankenversunken betrachtete ich die Blumen. Eigentlich hätte ich an meinem neuen Kinderbuch, welches zum Jahreswechsel erscheinen sollte, noch weiterarbeiten müssen, aber jetzt gerade hatte ich dafür wirklich keinen Kopf. Ich musste mich doch für diesen ganz besonderen Abend vorbereiten. Und dafür nahm ich mir ausreichend Zeit. Das Buch musste also warten. Mal wieder. Zurzeit meinte es meine Muse ohnehin nicht gut mit mir. Es fehlten mir die passenden Worte und Ideen. Irgendwie kam ich mit meinem neuen Werk nicht so richtig voran und so nutze ich jede Gelegenheit, um mich vor dem Schreiben zu drücken. Es würde schon die richtige Zeit kommen und dann würden die Ideen nur so aus mir heraussprudeln. Nur halt nicht jetzt. Also gut, schob ich die Gedanken an das Buch beiseite. Was war zu tun? Klar, Beine rasieren, ich wollte ja ein heißes Kleid tragen. Schließlich sollte Logan ja sehen, was er an mir hatte. Abgesehen davon war ich sicher der Abend würde nicht bei Luigi’s enden. Besser ich würde mir alles notieren, nicht, dass ich am Ende noch was übersehen oder gar vergessen würde. Ich musste grinsen. Meine to do Listen waren ebenso mit mir verbunden wie meine Pro und Contra Listen. Schon seit ich ein Teenager war, hatte ich mir für jegliche Anlässe Listen angefertigt. So war ich nunmal und ich war damit immer gut gefahren. Aus der Schublade im Küchenschrank kramte ich also mein Notizblöckchen heraus und begann meine heutige to do Liste anzufertigen:
- Beine rasieren
- Duschen Baden
- Haare waschen
- Haare hochstecken
- Nägel lackieren
Und so kritzelte ich, nicht gerade in Schönschrift, alles auf meinen Zettel was zu tun war, bis kein Platz mehr darauf war.
Selbst die kleinste Kleinigkeit musste darauf stehen. Der Tag war also bis auf die letzte Minute durchgeplant und ich begann mit meinem Wohlfühlprogramm. ‚Perfekt‘ war das Motto für heute. Schon immer war ich durch und durch Perfektionistin und selbstverständlich musste für diesen ganz besonderen Anlass alles mehr als nur perfekt sein. Schließlich bekommt man nicht alle Tage einen Antrag und das letzte was ich wollte war, mich daran zu erinnern, dass ich aussah wie eine Vogelscheuche. Nachdem ich ein beinahe ewig dauerndes Bad genommen, die Beine rasiert und die Haare gewaschen hatte, begann ich mit dem Feinschliff.
Die Nägel wurden rot lackiert und da ich ohnehin schon dabei war folgten auch die Fußnägel. Dann machte ich mich an die Perfektionierung meines Gesichts. Nicht, dass das nötig gewesen wäre, aber für einen solchen Anlass, sollte man sich schon etwas ins Zeug legen. Mein Make-up war zwar dezent, aber dennoch besonders. Am liebsten mochte ich meine rehbraunen Augen, also betonte ich diese mit violettem Lidschatten und meine langen dunklen Wimpern mit einem Volume Mascara. So stand es zumindest auf dem Stick der Tusche. Meine langen braunen Haare legte ich zuerst in Locken und steckte sie mir dann sorgfältig, nach Anleitung aus dem Internet, hoch. Bis auch das letzte Haar an seinem Platz fixiert war. Dann eine heftige Portion Haarspray drüber. Und fertig.
Zufrieden betrachtete ich mich im Spiegel.
„Perfekt“ murmelte ich vor mich hin. Nun musste der Kleiderschrank dran glauben.
Da wir häufig zu wichtigen Geschäftsessen und edlen Galas eingeladen waren, hatte ich mehr als genug passende Kleider für solch einen Anlass im Schrank. Was mir die Auswahl nicht gerade erleichterte. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Rot? Nein, zu auffällig, dass ich ihn durchschaut hatte.
Das kurze Schwarze mit der Spitze? Hm, nein eher nicht. Step bei step flogen die Klamotten vom Schrank aufs Bett und so wurde eins nach dem anderen als nicht gut genug abgestempelt. Bis ich schlussendlich ein wunderschönes dunkelblaues Cocktailkleid mit Spitzenbordüre und winzig kleinen Pailletten auf dem Oberteil in der Hand hielt. Das ist es! Das perfekte Kleid für den perfekten Abend! Dazu die roten Pumps, passend zum roten Nagellack. Nachdem ich also den gesamten Tag mit meinen Vorbereitungen für den Abend der Abende verbracht hatte, war ich nun endlich Startklar. Einen letzten Blick in den Spiegel und ich wusste, nun war ich bereit. Wie üblich hatte Logan mir einen Wagen geschickt, da er nicht die Zeit hatte, um mich selbst abzuholen.
„Hey Fred“ begrüßte ich den Fahrer freundlich.
Fred war ein netter älterer Herr, der schon seit Jahren für die Kanzlei, in der Logan arbeitete, tätig war. Ein äußerst angenehmer Mann auf den ich mich immer freute.
„Wie geht’s Miss Carpenter?“ fragte er lächelnd.
„Es könnte mir kaum besser gehen“ gab ich zufrieden zurück.
„Das ist schön. Dann mal los. Wir wollen ja nicht, dass Logan warten muss“.
Fred setzte den Blinker und drückte aufs Gas. Er war nicht gerade ein geduldiger Autofahrer, aber man kam immer zügig an sein Ziel, das musste man ihm lassen. Nach einer kurzen Fahrt hielt er direkt vor Luigi’s Restaurant an.
„Da wären wir“ sagte er höflich und stieg aus, um mir die Wagentüre zu öffnen. Er reichte mir die Hand und half mir beim Aussteigen.
„Vielen Dank, Fred.“
„Ich wünsche einen wunderschönen Abend, Miss Carpenter“
„Fred, nennen Sie mich doch endlich Lexi.
Ich habe es doch schon so oft gesagt“ bat ich ihn erneut.
„Gerne, Miss Carpenter“ Fred grinste mich schelmisch an und sah dabei fast wie ein kleiner Junge aus. Vor der Eingangstür zupfte ich mir nochmals kurz mein Kleid zurecht, atmete tief ein und ging dann durch die schwere dunkle Holztür hinein.
Beim Betreten des typisch italienischen Restaurants entdeckte ich auch schon...




