Schmidt | Wa(h)re Mutterschaft | Buch | 978-3-593-52067-4 | www.sack.de

Buch, Deutsch, Band 26, 276 Seiten, Format (B × H): 150 mm x 230 mm

Reihe: Arbeit und Alltag

Schmidt

Wa(h)re Mutterschaft

Die ästhetische Arbeit von Mombloggerinnen
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-593-52067-4
Verlag: Campus Verlag GmbH

Die ästhetische Arbeit von Mombloggerinnen

Buch, Deutsch, Band 26, 276 Seiten, Format (B × H): 150 mm x 230 mm

Reihe: Arbeit und Alltag

ISBN: 978-3-593-52067-4
Verlag: Campus Verlag GmbH


Ob Erziehungstipps und Modeinspirationen, Rezeptideen, Lieblingscafés oder originell inszenierte Kindergeburtstage: Auf ihren Blogs entwerfen Mombloggerinnen digitale Bilder eines ›authentischen‹ Mutteralltags. Sie verarbeiten und vermarkten persönliche Erfahrungen und Erlebnisse als Mütter ästhetisch und machen Mutterschaft auf diese Weise zum Ausgangspunkt ihrer beruflichen Tätigkeit.

Die ethnografische Kulturanalyse von Petra Schmidt gibt Einblicke in die ästhetische Arbeit von Mombloggerinnen aus der sogenannten Creative Class. Vor dem Hintergrund maternaler Leitbilder beleuchtet sie Motive und Repräsentationen von Mompreneurs, Facetten ästhetischer Arbeitspraktiken sowie Ambivalenzen, die entstehen, wenn Mutterschaft im Rahmen postfordistischer Erwerbslogiken zur ›authentischen‹ Ware wird.

Die Studie leuchtet aus, inwiefern Mütter in einer Ökonomie der Sinne versuchen, Arbeit und Care-Alltag kreativ zu vereinbaren, um sich und den Status Mutterschaft gesellschaftlich stärker zu positionieren – durch die Suche nach maternaler Selbstverwirklichung und Professionalisierung, die Inszenierung von Authentizität, die Bildung von Konkurrenzdruck und Solidarität sowie das Ausloten von Grenzen des Selbstvermarktens
und der Vermarktung anderer.

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Einleitung
1. Zur Kulturanalyse der Mombloggerin
1.1 Das Momblogging: ein kulturelles Phänomen und seine Kontexte
1.1.1 Vom Personal Blog zum kommerziellen Momblog
1.1.2 Kennzeichen des Mombloggings
1.1.3 Familienpolitische Debatten und weitere Einflüsse des Mombloggings
1.2 Erwerbsorientierte Mutterschaft in der Forschung
1.2.1 Interdisziplinäre Forschungen über (Mom-)Blogs
1.2.2 Ästhetisierung des Alltags und der Arbeit
1.2.3 Riskante Chancen digitaler Mikro-Unternehmerinnenschaft in der Kreativarbeit
1.3 Theoretischer Rahmen
1.3.1 Konzepte eines erweiterten Arbeitsbegriffs
1.3.2 Entgrenzung und Subjektivierung der Arbeit
1.3.3 Arbeiten in der Kultur- und Kreativwirtschaft
1.3.4 Ästhetik und ästhetische Arbeitspraktiken
1.3.5 Doing Motherhood
1.3.6 Leitbilder um Mutterschaft
1.4 Erheben, Analysieren, Darstellen
1.4.1 Zugang, Quellen, Sample
1.4.2 Methoden der Datenerhebung – Interviews, teilnehmende Beobachtung, Medienethnografie
1.4.3 Analyse – Praxisanalyse und Grounded Theory
1.4.4 Reflexionen zur Forscherinnenrolle
1.4.5 Forschungsdatenmanagement
2. Mompreneurs – Motive und Repräsentationen unternehmerischer Mutterschaft
2.1 Ein kreatives Vorbild für andere sein
2.2 Ideen verwirklichen und Dinge selber machen
2.3 Sich durch Projekte weiterentwickeln
2.4 Selbstbestimmt sein
2.5 Sich durch Mutterschaft weiterentwickeln
2.6 Spaß bei der Arbeit haben
2.7 Zwischenfazit: Das kreative Ethos der Mompreneur
3. Erwerbslogik des Influencer-Marketings und Ökonomie der Aufmerksamkeit
4. Momblogging – Facetten ästhetischer Arbeitspraktiken
4.1 Identifizierung von Content und das notwendige ästhetische Know-
how
4.2 Medienarbeit – Posts und die Pflege eines Netzwerks
4.2.1 Posts erstellen und intuitiv arbeiten
4.2.2 Diversität in Netzwerken erstellen
4.3 Singuläre Mütterbilder und Objekte erschaffen
4.3.1 Neudefinieren und Dekontextualisieren
4.3.2 Neukreieren und Inszenieren
4.3.3 Erkennen und Hervorheben
4.3.4 Selbermachen, sampeln und spielen
4.4 ›Echtheit‹ erzeugen, inszenieren und kuratieren
4.4.1 »Wir müssen unser Naturell bewahren«
4.4.2 Vertrauen erzeugen und Advertorials produzieren
4.4.3 Spontanität inszenieren
4.4.4 Den privaten Wohnraum kuratieren
4.5 Zwischenfazit: Praktiken der Authentifizierung
5. Die Mombloggerin im Spannungsfeld zwischen öffentlicher Arbeit und Intimität, Kommodifizierung und Selbstverwirklichung
5.1 Ist das überhaupt Arbeit? – Abwertungsdynamiken und Legitimationsstrategien
5.1.1 Sich abgrenzen von der ›Laien-Hausfrau‹ und Influencerin
5.1.2 Mit »Nichts« Geld verdienen? Aufwands- und Entlohnungsgerechtigkeit
5.2 So viel wie nötig und so wenig wie möglich – Intimsphäre und
Kinder als Content
5.2.1 »Man filtert natürlich schon raus, was man preisgibt« –
Praktiken der Anonymisierung
5.2.2 Intimitätsgrenzen ökonomisch neu ausloten – zwischen Anpassung und Widerstand
5.2.3 »Wir sind ein Familienbetrieb« – Konflikte und Argumente mit Kindern zusammenzuarbeiten
5.2.4 Zwischenfazit: Anspruchsvolles Grenzmanagement
5.3 Werbekooperationen – Vertrauen schaffen und Produkte ethisch rahmen
5.3.1 Kohärent zum Lebensstil bloggen
5.3.2 Ethisch kooperieren und nachhaltige Produkte empfehlen
5.3.3 Zwischenfazit: Bloggen als Lebenskunst
5.4 Riskante Chancen der Selbstverwirklichung
5.4.1 »Für uns ist das eine Visitenkarte« – Selbstverwirklichung und materielle (Un-)Abhängigkeit
5.4.2 Logiken der Selbstoptimierung
5.4.3 Empowerment durch Resonanz?
5.4.4 Zurückgeworfen sein auf das Selbst
6. Momblogging – ein vorläufiges Fazit
6.1 Maternale Repräsentationen und die (Re-)Produktion struktureller Ungleichheit
6.2 Ästhetisierung als vergeschlechtlichte Praxis – ›Intuitiv‹ und nichtkommerziell performen
6.3 Maternale Selbst- und Fremdbestimmung in der Ökonomie der
Sinne
Dank
Literatur
Quellen
Tabelle
Abbildungen


Schmidt, Petra
Petra Schmidt, Dr. phil., war bis 2024 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und ist derzeit an der Katholischen Universität Eichstätt/Ingolstadt beschäftigt.

Petra Schmidt, Dr. phil., war bis 2024 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und ist derzeit an der Katholischen Universität Eichstätt/Ingolstadt beschäftigt.



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