E-Book, Deutsch, 420 Seiten
Schmitz Kommissar Lüppi - Band 9
2. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7598-2250-5
Verlag: epubli
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Verwechslung ausgeschlossen
E-Book, Deutsch, 420 Seiten
ISBN: 978-3-7598-2250-5
Verlag: epubli
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Markus Schmitz. Ich bin 1964 in Essen geboren und lebe seit einigen Jahren mit meiner Verlobten in Bochum. Von Beruf bin ich Konstrukteur und habe viele Jahre lang Modellbau betrieben. Im Jahr 2016 entschloss ich mich mit dem Modellbau aufzuhören und habe das Schreiben wieder angefangen. Die ersten drei Bücher 'Der Rennfahrer Mark Kirchheim' handeln von Motorsport und der organisierten Kriminalität. Neben 'Kommissar Lüppi', meiner erste Kriminalromanreihe, ist die zweite Kriminalromanreihe der 'Privatdetektiv J.W. Göthe' hinzugekommen. Weitere Informationen unter www.MarkusSchmitz.site
Autoren/Hrsg.
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1
25. Oktober 1995, Mittwoch, 8.30 Uhr
Polizeipräsidium Essen
Alle sechs saßen zusammen am Besprechungstisch und besprachen die beiden Fälle. Die einzelnen Akten mit den Serien-Morden waren fertig und konnten abgeschlossen werden. Zu den dreizehn Akten gab es auch noch eine Gesamt-Akte, in ihr befand sich eine Zusammenfassung aller dazugehörigen Morde. Die Fallakte mit dem Apotheker blieb zunächst noch offen. Was damit zu tun hatte, dass zwar die Ermittlungen zum Fall der Mordserie abgeschlossen waren, nicht aber dessen Beteilung an der Organisation ‚Neues Reich‘, die weiterhin vom LKA Düsseldorf und BKA untersucht wurde. Der verdeckte Einsatz der drei Kollegen aus dem Essener Polizeipräsidium lief noch weiter. Anke Winter und Meik Wortmann hatten somit ihre beiden Teile der Ermittlungen abgeschlossen. Natürlich wollten Sie wissen, ob sie den inzwischen legendären Test für neue Ermittler von Lüppi und dessen Vorgänger bestanden hatten und weiter in der KK11 bleiben oder in eine andere Kriminalinspektion versetzt würden. Darauf ansprechen wollten beide ihn aber nicht und so hofften sie, er würde von sich aus was sagen.
Auf dem Gang waren Schritte zu hören. Einen der Schritte kannten die sechs inzwischen am Klang. Es war Mathis mit seinem jungen Kollegen Oliver aus Bochum. Wie üblich sagte er bei seinem Betreten.
„Tach auch, da sind wir wieder.“
„Wir wollen euch doch nicht länger hängen lassen“, ergänzte Oliver.
Beide setzten sich dazu und wollten wissen.
„Und wie weit seid ihr?“
„Wir sind vorangekommen“, antwortete Gördi im Stil von Lüppi.
Petra schob in dem Augenblick Lüppi die Gesamt-Akte mit der Zusammenfassung der dreizehnfachen Mord-Serie zu und hielt ihm einen Stift hin. Die einzelnen Fallakten zu den einzelnen Morden lagen auf ihrem Schreibtisch. Alle Anwesenden wussten was jetzt kommen würde, nur die zwei Bochumer Kollegen nicht. Es war Zeit für den berühmten Abschlusssatz von ihm. Lüppi lächelte Petra an, blätterte die Akte einmal kurz durch, so wie er es immer tat, nahm den Kugelschreiber und schrieb den besagten Abschlusssatz auf die Vorderseite des Pappdeckels der Akte.
Dieses Mal deutlichst länger als sonst. Mathis und Oliver schauten leicht irritiert zu, was er da machte, da sie dies von Bochum her nicht kannten und nur eine Eigenart von Lüppi war. Wie bestellt und verabredet waren weitere Schritte auf dem Gang zu hören. Es war Marcel der Oberstaatsanwalt und Mario. Beide grüßten freundlich und setzten sich dazu.
„Ah, da schreibst du ja schon deinen berühmten Abschlusssatz“, sagte Marcel zu Lüppi.
Dieser nickte nur und schrieb weiter.
„Lothar müsste auch jeden Augenblick kommen“, fügte Marcel noch hinzu.
Oliver schaute fragend zu seinem älteren Kollegen Mathis. Dieser zuckte nur mit den Achseln. Mit weiteren Schritten kündigte sich die nächste Person an.
„Einen schönen guten Morgen, zusammen“, grüßte mit einem sehr zufriedenen Gesichtsausdruck Lothar Bäumler als auch er im Büro angekommen war.
„Ach, die Kollegen Kintrup und Cremer aus Bochum sind auch mal wieder da. Na, das ist ja schön von Ihnen beiden!“, ergänzte er noch in einem ironischen Tonfall.
„Wahrscheinlich nur weil die Fälle abgeschlossen sind“, mutmaßte Mario.
„Wie abgeschlossen?“, fragte Mathis völlig konsterniert nach.
„Wir sind fertig. Der Täter ist gestern nach der Haftprüfung in die U-Haft gekommen“, informierte Gördi in einem Tonfall der Selbstverständlichkeit, so nach dem Motto, was glaubt ihr denn wie lange so etwas dauert.
„Das ist nicht euer Ernst?“, fragte Mathis und schien es nicht glauben zu wollen.
„Ihr verarscht uns jetzt?“, glaubte Oliver und bat.
„Bitte sagt jetzt, dass ihr uns nur auf den Arm nehmen wollt, weil wir euch im Stich gelassen haben.“
„Nö, ist keine Verarsche“, sagte Gördi.
„Scheiße!“, rief Oliver laut. „Ich wollte doch dabei sein, wenn wir den Täter verhaften“, sagte ein zutiefst enttäuschter Bochumer Kollege, der inzwischen doch so anders geworden war, als noch zu Anfang der Gemeinsamen Ermittlungen.
„Das ist jetzt wirklich euer aller Ernst? Ja? Ihr habt den Täter bereits in U-Haft sitzen?“, fragte Matis noch einmal nach.
„Die Mord-Serie oder auch ‚Pento-Fälle‘ genannt, sind hier und jetzt von unserer Seite…“, sagte Lüppi und unterschrieb noch seinen Abschlusssatz.
„Abgeschlossen! Wie sagt man hier bei uns im Ruhrgebiet? Ich habe fertig!“
Dabei schob er die Gesamt-Akte zu Petra zurück.
„Mir fehlen… die Worte…, wir waren doch nur, äh…, drei Tage nicht hier… und ihr fasst in der Zwischenzeit mal eben den Täter?“, stammelte Mathis vor sich hin.
„Jo, so sind wir“, antwortete Lüppi und fügte noch an.
„Ich habe gerade die Gesamt-Fallakte unterschrieben.“
„Scheiße, noch eins“, rief Oliver sehr enttäuscht.
„Was bitte hast du denn da alles vorne drauf geschrieben?“, wollte Mathis erfahren.
„Ich lese es mal vor“, sagte Petra.
‚Das erste Opfer war ein schlechter Mensch und für zwei Jungen wäre es besser gewesen, sie hätten ihn nie getroffen. Das Wegschauen von zehn Menschen in einem Haus wurde ihnen nach langer Zeit zum Verhängnis. Eine unschuldige Frau musste sterben, weil ihr Mann es vorzog, sich lieber hinter Phrasen zu verstecken als seine berufliche Tätigkeit auszuüben, auf die er einmal einen Eid geschworen hatte. Dem Täter und seinem Bruder hätte man eine Mutter gewünscht, die sich für ihre Söhne eingesetzt hätte. Leider hat sie dies nicht getan und so wurden zwei junge Leben misshandelt und niemand half ihnen trotz mehrfachem um Hilfe bitten. Das Leid, was sie erleben mussten, hätte sich verhindern lassen können. Der Bruder könnte heute leben und der Täter selbst wäre nie zum Täter geworden.‘
M. Lüpke
„Das ist ja jetzt mal wieder typisch für unseren Lüppi“, sagte Marcel.
„Was meinst du?“, fragte Lothar.
„Selbst bei seinem berühmten Abschlusssatz unterlässt er es nicht, das Fehlverhalten eines toten und ehemaligen Kollegen beim Namen zu nennen“, erklärte Marcel seine Sicht.
„Völlig zu Recht!“, fand Heike.
„Sehe ich auch so“, sagte Meik.
„Wir können im Übrigen noch einen draufsetzen“, teilte Marcel noch weiter mit und sah dabei zu den beiden Bochumern.
„Stimmt genau!“, sagte Lüppi.
„Was denn noch?“, fragte Oliver und auch Mathis sah fragend zu Lüppi.
„Der Apotheker Tondorf hat gestern bei unseren beiden hier“, sagte Lüppi und deutet auf Anke und Meik.
„Ein Geständnis abgelegt“, informierte Lüppi und Marcel fügte noch an.
„Die Haftprüfung für ihn ist heute um 12 Uhr angesetzt.“
„Wer ist der Richter?“, fragte Lothar.
„Dr. Feldbinder, sowie gestern.“
„Inwieweit steckt der Tondorf mit in den ‚Pento-Fällen‘?“, wollte Mathis wissen.
„Er hat das Pentobarbital für die Mordserie geliefert“, antwortete Lüppi ihm.
„Und wer ist jetzt der Täter gewesen?“, wollte Mathis erfahren.
„Der Gärtner“, antwortete Gördi aus Spaß. „Der Mörder ist immer der Gärtner, das kennt man doch!“
„Was glaubt ihr denn, warum wir so schnell waren und doch noch den Täter gefunden haben?“, fragte Heike.
„Der Gärtner? Was für ein Gärtner?“, fragte Oliver und kannte den ‚berühmten‘ Satz aus den englischen Krimis nicht.
„Die verarschen uns jetzt. Da war kein Gärtner“, informierte Mathis seinen Kollegen.
Lüppi wandte sich an Anke und Meik.
„Das Protokoll zu eurer Vernehmung habe ich vorhin gelesen“, sagte er, sah sie an und spannte sie etwas auf die Folter, was er selbst ja gar nicht mochte. Nach einer kurzen Pause sprach er weiter.
„Das war sehr gut von euch beiden. Sehr geschickt, wie ihr zwei den Tondorf zum Reden gebracht habt. Klasse!“
„Danke schön“, sagte Meik.
„Was ist denn jetzt eigentlich mit den beiden? Wie war die Prüfung? Haben die zwei bestanden?“, fragte Lothar bei Lüppi nach.
„Ja…, ich sag mal so“, fing er mit seiner Antwort an.
„Der Doppelmord an dem Ehepaar Hachenbach, den die beiden aufklären sollten, hat ja nicht geklappt, da dieser Fall zu den ‚Pento-Fällen‘ gehörte. Da war eine Überprüfung also nicht möglich. Dann gab es da noch den zweiten Fall, den Apotheker Tondorf, der zum Teil noch offen ist…, somit sehe ich die Prüfung als noch nicht beendet an. Es kommt bestimmt noch ein weiterer Fall rein…“, war Lüppi dabei zu sagen, als das Telefon von Petra schellte.
– Und was ist mit dem Fall Vetter? Warum erwähnt er den nicht? – dachten Meik und Anke, wollten aber beide nichts sagen.
Petra stand auf und ging dran.
„Kriminalkommissarin Petra Minnelli, guten Morgen.“
„Hallo Petra, ich bin es“, sagte der wachhabende Kollege aus der Wache von unten.
„In den frühen Morgenstunden hat eine Lagerhalle in Stoppenberg gebrannt. Die Kollegen der KTU sind seit einiger Zeit vor Ort und haben nun unter dem Schutt des
eingestürzten Daches eine verbrannte Leiche entdeckt. Ihr müsstet also dorthin.“
„Oh…, in Ordnung, wo ist das denn genau?“, fragte Petra nach.
Der Kollege gab ihr die Adresse der Lagerhalle durch.
„Kannst den Kollegen sagen, wir kommen.“
Alle sahen sie fragend an, als Petra den Hörer auflegte.
„In Stoppenberg ist in den Morgenstunden eine Lagerhalle in Brand geraten. Dort wurde unter Schutt eine verbrannte Person entdeckt. Horst ist mit seinen Leuten bereits vor...




