E-Book, Deutsch, 146 Seiten
Schmitz Privatdetektiv J.W. Göthe
3. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7565-5043-2
Verlag: epubli
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
und der Zahlen-Mörder
E-Book, Deutsch, 146 Seiten
ISBN: 978-3-7565-5043-2
Verlag: epubli
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Markus Schmitz. Ich bin 1964 in Essen geboren und lebe seit einigen Jahren mit meiner Verlobten in Bochum. Von Beruf bin ich Konstrukteur und habe viele Jahre lang Modellbau betrieben. Im Jahr 2016 entschloss ich mich mit dem Modellbau aufzuhören und habe das Schreiben wieder angefangen. Die ersten drei Bücher 'Der Rennfahrer Mark Kirchheim' handeln von Motorsport und der organisierten Kriminalität. Neben 'Kommissar Lüppi', meiner erste Kriminalromanreihe, ist die zweite Kriminalromanreihe der 'Privatdetektiv J.W. Göthe' hinzugekommen. Weitere Informationen unter www.MarkusSchmitz.site
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2
27. Februar 1990, Dienstag, 8.45 Uhr
Gelsenkirchen Ückendorf
Ich bog von Wattenscheid kommend mit meinem Ford Granada Kombi in die Parkstraße ein. Als ich am Park ankam, standen dort schon die Personentransporter der Hundertschaft der Bereitschaftspolizei. Die Polizisten waren dabei auszusteigen. Nach dem Parken ging ich auf sie zu und sah Hartmut vom Vortag. Er sprach mit dem Hundertschaftsführer. Für mich gut zu erkennen an den Abzeichen. Bei den beiden standen die drei Zugführer.
Liebe Leserin, lieber Leser, zur grundsätzlichen
Erklärung, eine Einsatzhundertschaft besteht aus 80 bis 120 Polizeibeamte. Geführt wird sie von dem Hundertschaftsführer. Die Hundertschaft ist in drei Zügen unterteilt. Jeder Zug besteht aus circa 30 Polizisten und ist wiederum in 3 Gruppen unterteilt. Jede Gruppe besteht also somit aus circa 10 Personen.
Als Hartmut mich sah winkte er mich heran.
„Guten Morgen, Wolfi“, grüßte er.
Ich erwiderte den Gruß und grüßte auch die anderen vier.
Hartmut schilderte kurz wer ich war und wie es zu der Suche nach Uwe Westerkamp gekommen war. Er berichtete auch darüber, dass die Kriminalbeamten alle in Frage kommenden Krankenhäuser abtelefoniert hätten, aber auch dort kein Herr Westerkamp, noch ein unbekannter Mann Anfang dreißig, aufzufinden war. Während der Schilderung von ihm kamen die zwei Kriminalbeamte vom Vortag dazu, mit denen ich im Lokal und bei Dieter Schmelter Zuhause gewesen war. Sie machten auf das dichte Waldstück zwischen dem zweiten und dritten Trampelweg aufmerksam. Nach dem alles besprochen schien wurden die drei Züge mit ihren drei Gruppen auf das Suchgebiet aufgeteilt. Eine der neun Gruppen durchsuchte die beschriebenen vier Trampelwege am Rande des Parks mit der dichten Bewaldung. Die 10 Beamte gingen dabei mit System vor und durchsuchten alles noch einmal gründlich, wobei einer der beiden Kriminalbeamten den Hinweis gab, sie sollten sich einmal genauer den dichten Wald zwischen dem zweiten und dritten Trampelweg ansehen. Wir drei, die beiden Kriminalbeamte und ich begleiteten die Gruppe dabei. Vorsichtig und möglichst ohne Schäden zu verursachen wurde der beschriebene Teil durchsucht. Es wurde nichts zwischen den Bäumen gefunden. Auch weit abseits der anderen Wege, die ich nicht gegangen war, blieben ohne das Auffinden von Uwe Westerkamp. Nach zweieinhalb Stunden der Suche wurden sechs der neun Gruppen nach Wattenscheid zum Lohrheidestadion geschickt, um von dort auch noch einmal alles abzugehen. Währenddessen nahmen wir drei eine Befragung der Anwohner in der Nähe des Parks vor. Viele trafen wir an, ein paar nicht. Die, die wir nicht antrafen bekamen von den beiden einen Zettel in den Briefkasten gelegt, aus dem hervorging, dass sie sich bitte bei einer der beiden Kriminalbeamten melden mögen. Ich hatte mich zwischendurch in unregelmäßigen Abständen bei Käthe mit dem Walkie-Talkie gemeldet. Gabi und sie wussten also wie die Suche verlief.
Das Resultat der Suche der Hundertschaft um 15.30 Uhr war, nichts!
Uwe Westerkamp wurde nicht aufgefunden. Auch am zweiten Tag der Suche konnte sein Verbleib nicht geklärt werden. Enttäuscht fuhr ich heim.
Dienstag, 16.15 Uhr
Essen Stadtwald
Als ich in unserer Detektei ankam war der Empfang leer. Unsere drei Mitarbeiter Thomas Dittmar, Marvin Bender und Anke Schulz hatten Fälle und waren noch nicht zurück. Die Stimmen von Gabi und Käthe hörte ich aus meinem Büro. Sie sprachen über das Verschwinden von Uwe Westerkamp. Beide saßen am Besprechungstisch als ich dazukam.
„Ah, da ist ja unser Wolfi“, sagte Käthe ganz erfreut als ich hereinkam.
Sie stand auf und kam auf mich zu, dabei streckte sie ihre Arme aus und nahm mich in den Arm als wenn ich Monate weggewesen wäre.
„Komm her“, sagte sie noch dabei und drückte mich fest.
„Ich warte schon den ganzen Tag darauf, dass wir drei alleine sind.“
Ich glaube, ich sah sie etwas verwirrt an. Ein prüfender Blick zu meiner Gabi sagte mir, sie wusste auch nicht um was es gehen würde.
„Setz dich bitte“, bat mich Käthe, was ich tat.
Als wir alle drei zusammen am Besprechungstisch saßen, sah sie uns an und fing mit dem ersten Satz an.
„Also, ich habe mir Gedanken gemacht. Dich, Gabi kenne ich ja schon seit sehr langer Zeit und dich, mein lieber Wolfi, nun fast ein Jahr. Ihr zwei seid mir wirklich sehr ans Herz gewachsen“, sagte sie und machte eine Pause.
Gabi und ich sahen sie gespannt an.
„Was ich euch sagen möchte ist und ich möchte von euch zweien keine Widerrede hören“, dabei sah sie uns prüfend an.
„Ich möchte euch zwei…“, weiter kam sie nicht, da wir Anke vom Empfang aus rufen hörten.
„Hallo, ist jemand hier? Wo seid ihr denn?“, rief sie fragend und schaute in dem Augenblick in mein Büro hinein.
„Ah, da seid ihr ja.“
Anke kam direkt auf uns zu, ohne zu fragen, ob sie gerade stören würde und fing sofort an zu berichten.
„Ich habe doch den Fall mit dem verschwundenen Mädchen“, fing sie an. „Das Mädel spielt doch tatsächlich Fußball. Daher war ich heute auf dem Fußballplatz von dem Verein. Habe mich da mal umgesehen und etwas herumgefragt. Das Interessante war die Aussage vom Platzwart, der anscheinend alles mitbekommt. Der hat zu mir gesagt, er hoffe sehr, dass das verschwundene Mädchen nicht auch an den gleichen Täter geraten ist, wie im Sommer vor drei Jahren ein junger Mann aus der A-Mannschaft. Ich habe ihn natürlich sofort gefragt, was denn da passiert sei. Da erzählt er mir, es habe einen Mord gegeben, der bis heute nicht aufgeklärt wäre. Das besondere an dem Bericht des Platzwartes war die Angabe von ihm, der Ermordete wäre an dem Abend mit seinem Trikot unterwegs gewesen und hätte trainiert. Er muss das Trikot wohl immer dabei angehabt haben. Und jetzt das Interessanteste. Melanie hat die Zahl 11. Was sagt ihr jetzt?“
„Kann Zufall sein“, war Gabi der Auffassung.
„Wenn sich herausstellt, dass der Westerkamp auch ermordet worden ist, würde ich sagen, ist das kein Zufall mehr“, war ich der Meinung.
„Anke, woher weißt du von dem Trikot?“, fragte Gabi nach.
„Von mir“, gab Käthe an. „Anke hat sich zwischendurch hier gemeldet und mir erzählt, die verschwundene Melanie würde Fußball spielen. Da habe ich ihr gesagt, dass der Uwe Westerkamp das auch getan und die Zahl 11 auf seinem Oberteil gestanden hat.“
Käthe machte eine kurze Pause und wollte dann wissen. „Aber Anke, sag einmal, wo bitte ist denn der Fußballplatz?“
„Der ist in Oberhausen und heißt Fritz-Collet-Anlage. Melanie läuft immer dorthin, da sie ja in Essen Frintrop wohnt. In der Klaumberghang Straße“, antwortete Anke.
„Wo ist denn die Straße, so ungefähr?“, wollte ich wissen.
„Direkt an der Frintroper Straße. Du weißt, wo die Geschäfte an der Frintroper sind?“
„Ja, da wo der Bäcker, die Lebensmittelläden, eine Bank und die beiden Tankstellen sich befinden?“
„Genau, von dort in Richtung Oberhausen geht die Frintroper Straße etwas bergab. Unten ist doch noch ein Fußballplatz auf der linken Seite. Genau dazwischen ist die Klaumberghang Straße. Das erste Haus an der Frintroper.“
„Läuft Melanie dann durch den dortigen Park? Ich glaube, der heißt am Mühlenbach.“
„Ja, das ist richtig. Das ist eine Abkürzung für sie. Dort im Park ist auch eine Kleingartenanlage“, sagte Anke.
„Schon wieder ein Park?“, stellte Gabi fest.
„Wieso schon wieder ein Park?“, fragte Anke.
„Weil der vermisste Uwe Westerkamp auch durch einen Park gelaufen ist“, informierte Gabi sie.
„Und über oder um die Halde“, ergänzte ich.
„Oh… der vor drei Jahren ermordete junge Mann aus der A-Mannschaft soll auf einer Halde nicht weit weg von der Fritz-Collet-Anlage auch laufen gewesen sein und zwar wurde er tot an einem Weg auf der Halde gefunden. Der Platzwart sagte, er hat jeden Tag trainiert in dem er immer die Halde hochlief und das mehrfach hintereinander.“
„Wie wurde er getötet?“
„Das weiß ich nicht“, sagte Anke.
„Das lässt sich doch bestimmt in Erfahrung bringen, oder?“, fragte Gabi und sah mich an.
„Ich denke schon“, erwiderte ich.
„Aber der Uwe Westerkamp ist nicht auf der Halde oder im Park gefunden worden“, machte Käthe die Feststellung.
Ich sah unsere Käthe an und ich weiß noch, als wenn es heute gewesen wäre, mir fiel in dem Augenblick eine Möglichkeit ein, wo sich der Gesuchte noch befinden könnte. Ohne den dreien etwas davon zu sagen stand ich auf, ging zum Schreibtisch, nahm mein Telefon und wählte die Rufnummer von Hartmut. Es schellte.
„Kriminalinspektion 12, Sie sprechen mit Kriminaloberkommissar Walter, guten Tag.“
„Wolfi hier, hallo Hartmut. Uns ist da etwas eingefallen.“
„Hallo Wolfi und das wäre?“
„Ich war doch heute mit deinen beiden jüngeren Kriminalkollegen in der Parkstraße und wir haben eine Anwohnerbefragung durchgeführt.“
„Ja, ich weiß und nicht alle angetroffen. Und?“
„Bei mindestens einem Haus, wo niemand aufgemacht hat, schien der Zugang zum Garten hinter dem Haus nicht durch einen Zaum oder eine Garage versperrt gewesen zu sein. Wenn ich mich richtig entsinne, standen dort nur Büsche. Was wäre denn, wenn sich der Uwe Westerkamp verletzt bist dorthin geschleppt hätte, um sich in Sicherheit zu bringen. Er kannte die Ecke doch bestimmt dort sehr gut.“
„Wie bitte kommst du denn jetzt darauf, dass er sich verletzt zu einem der Häuser geschleppt haben könnte?“, wollte Hartmut wissen.
„Wir haben da noch einen...




