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Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, 174 Seiten
Schneider Mach Dir keinen Kopf - sondern schlafe und lebe
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-6951-8088-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ratgeber gegen Overthinking
E-Book, Deutsch, 174 Seiten
ISBN: 978-3-6951-8088-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der Autor Roman Schneider, Ende der 60er in Düsseldorf geboren, hat bereits zahlreiche Ratgeber geschrieben und versteht es, in humorvoller Weise Ratschläge zu geben, wie man Probleme löst. Ohne die Ernsthaftigkeit des Problems außer Acht zu lassen. Mit seinen Ratgebern kommt man wirklich weiter, ohne sich wissenschaftlich mit einer Materie beschäftigen zu müssen. Schneider lebt heute mit seiner Familie in Südbaden.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1: Willkommen im Gedankenchaos
"Houston, wir haben ein Denkproblem"
Der typische Tag eines Overthinkers
6:47 Uhr. Der Wecker klingelt. Während andere Menschen einfach aufstehen, duschen und Kaffee trinken, startet bei dir bereits das erste Gedankenfeuerwerk des Tages: War das Piepen des Weckers heute lauter als sonst? Ist vielleicht die Batterie schwach? Solltest du sicherheitshalber noch einen zweiten Wecker stellen? Aber was ist, wenn beide Wecker gleichzeitig klingeln und die Nachbarn sich beschweren?
7:15 Uhr. Dusche. Während das warme Wasser über deinen Rücken läuft, analysierst du bereits das gestrige Gespräch mit dem Kollegen. Hat er "Schönen Feierabend" gesagt oder "Schönen Feierabend noch"? Das "noch" könnte bedeuten, dass er dachte, du würdest zu früh gehen. Aber du bist um punkt fünf gegangen, das ist völlig normal. Oder etwa nicht? Vielleicht solltest du heute etwas länger bleiben, nur um sicherzugehen.
7:32 Uhr. Frühstück. Du stehst vor dem Kühlschrank und grübelst über die wichtigste Entscheidung des Tages: Marmelade oder Honig? Marmelade wäre leckerer, aber Honig ist gesünder. Andererseits ist in der Marmelade Obst, und Obst ist auch gesund. Aber der Zucker... Nach drei Minuten tiefgreifender Analyse entscheidest du dich für... beides. Und ärgerst dich sofort darüber, weil das jetzt wahrscheinlich zu süß wird.
8:05 Uhr. Weg zur Arbeit. Du siehst eine Bekannte auf der anderen Straßenseite. Sie hat zurück gewunken – oder? Vielleicht hat sie auch nur ihre Haare aus dem Gesicht gestrichen. Solltest du rüber laufen und hallo sagen? Aber was, wenn sie es eilig hat? Andererseits könnte sie denken, du bist unhöflich, wenn du nicht hallo sagst. Während du noch überlegst, ist sie bereits um die Ecke verschwunden. Perfekt. Jetzt machst du dir den restlichen Weg Gedanken darüber, ob sie jetzt denkt, du hättest sie ignoriert.
9:00 Uhr. Büro. "Guten Morgen!", sagst du zu deiner Kollegin. „Morgen“ antwortet sie knapp. ALARM! Code Rot im Overthinker-Gehirn! Warum war das so kurz? Normalerweise sagt sie doch auch "Guten Morgen" zurück. Ist sie sauer auf dich? Was hast du falsch gemacht? Vielleicht lag es daran, dass du gestern zuerst in die Kantine gegangen bist? Oder an deiner E-Mail von letzter Woche? Die war vielleicht zu direkt formuliert...
Und so weiter. Den ganzen Tag. Bei jeder WhatsApp-Nachricht, jedem Blick, jedem Gespräch, jeder Entscheidung. Dein Gehirn arbeitet wie ein hyperaktiver Detektiv, der überall Geheimnisse und versteckte Bedeutungen entdeckt, wo eigentlich gar keine sind.
Klingt erschöpfend? Ist es auch. Willkommen im Leben eines Overthinkers.
Warum dieses Buch existiert (und warum du es lesen solltest)
Falls du dich in der obigen Beschreibung wiedererkennt hast – und sei es nur bei der Marmelade-Honig-Krise –, dann ist dieses Buch für dich geschrieben. Nicht, weil mit dir etwas nicht stimmt, sondern weil Overthinking eine der normalsten und gleichzeitig nervenaufreibendsten Eigenarten unserer Zeit ist.
Wir leben in einer Welt, die uns ständig dazu auffordert zu denken, zu analysieren, zu optimieren. Social Media bombardiert uns mit Informationen über das scheinbar perfekte Leben anderer. Wir haben Zugang zu mehr Wahlmöglichkeiten als je zuvor – und somit auch zu mehr Möglichkeiten, uns über diese Wahlen den Kopf zu zerbrechen.
Gleichzeitig ist unser Steinzeit-Gehirn darauf programmiert, nach Gefahren zu suchen. Was früher überlebenswichtig war (Ist das Rascheln im Busch ein Säbelzahntiger?), wird heute zur Last (Ist das einsilbige "Hm" meines Chefs ein Zeichen, dass ich gefeuert werde?).
Das Ergebnis: Eine ganze Generation von Menschen, die sich über alles und nichts Gedanken machen. Die nachts wach liegen, weil sie darüber grübeln, ob sie morgen die richtige Kleidung für das Wetter gewählt haben. Die zehn Minuten brauchen, um eine E-Mail zu formulieren, die im Prinzip nur "Okay, danke" sagen soll.
Dieses Buch existiert, weil Overthinking kein Charakterfehler ist, sondern eine Gewohnheit, die man ändern kann. Es ist ein Skill, den man verlernen kann – genau wie man ihn erlernt hat.
Du wirst hier lernen:
- Warum dein Gehirn manchmal wie ein übereifriger Praktikant agiert
- Wie du das Gedankenkarussell anhältst, bevor dir schlecht wird
- Praktische Techniken, die auch funktionieren, wenn du "kein Meditations-Typ" bist
- Wie du nachts endlich wieder schlafen kannst, statt Konferenzen in deinem Kopf abzuhalten
- Warum die meisten deiner Sorgen so real sind wie ein Hollywood-Film
Was ist Overthinking eigentlich?
Bevor wir uns an die Lösung machen, lass uns erst einmal klären, womit wir es eigentlich zu tun haben. Overthinking – oder auf Deutsch: Grübeln – ist, vereinfacht gesagt, das Denken über das Denken über das Denken. Es ist der Moment, in dem dein Gehirn anfängt, wie eine kaputte Schallplatte zu springen und immer wieder dieselbe Stelle zu wiederholen.
Normales Nachdenken ist sinnvoll und notwendig. Du denkst über ein Problem nach, wägst Optionen ab, triffst eine Entscheidung und machst weiter. Beim Overthinking bleibst du bei Schritt zwei stecken – und verwandelst das Abwägen in eine Endlosschleife.
Wissenschaftlich gesprochen ist Overthinking eine Form der "repetitiven Gedanken" – also Gedanken, die sich ständig wiederholen, ohne zu einer Lösung zu führen. Es gibt zwei Hauptarten:
Grübeln über die Vergangenheit: "Warum habe ich das gesagt?" "Was hätte ich anders machen sollen?" "Wie peinlich war das eigentlich?" Du spielst Szenen wieder und wieder ab wie einen schlechten Film, nur dass du diesmal alle anderen Enden durchdenkst, die du hättest wählen können.
Sorgen über die Zukunft: "Was ist, wenn das schief geht?" "Was denken die anderen über mich?" "Was passiert, wenn...?" Du malst dir Szenarien aus, die meist so wahrscheinlich sind wie ein Lottogewinn – nur deutlich weniger erfreulich.
Das Perfide am Overthinking ist, dass es sich wie produktives Nachdenken anfühlt. Du hast das Gefühl, an einer Lösung zu arbeiten, aber tatsächlich drehst du dich nur im Kreis. Es ist, als würdest du versuchen, aus dem Treibsand herauszukommen, indem du wild strampelst – du investierst viel Energie, versinkst aber nur noch tiefer.
Der Overthinking-Selbsttest: "Bin ich betroffen oder einfach nur gründlich?"
Nicht jeder, der gerne nachdenkt, ist automatisch ein Overthinker. Manche Menschen sind einfach nur gründlich, reflektiert oder vorsichtig – und das ist völlig in Ordnung. Der Unterschied liegt darin, ob das Nachdenken hilfreich ist oder dich blockiert.
Hier ist ein kleiner Selbsttest. Sei ehrlich zu dir selbst (aber denk nicht zu lange über deine Antworten nach):
1. Zeitfaktor
- Brauchst du für einfache Entscheidungen unverhältnismäßig lange? (Mehr als 5 Minuten für die Wahl zwischen Tee oder Kaffee ist ein Warnsignal)
- Analysierst du vergangene Gespräche noch Tage später?
- Planst du Gespräche im Kopf, bevor sie stattfinden?
2. Schlafqualität
- Hält dich Grübeln vom Einschlafen ab?
- Wachst du nachts auf, weil dein Gehirn "wichtige" Erkenntnisse über den Tag verarbeitet?
- Ist dein erster Gedanke morgens bereits ein Sorgengedanke?
3. Körperliche Reaktionen
- Fühlst du dich nach längeren Grübelphasen erschöpft?
- Bekommst du Kopfschmerzen vom vielen Nachdenken?
- Spürst du körperliche Anspannung, wenn du über bestimmte Themen nachdenkst?
4. Sozialer Aspekt
- Vermeidest du Situationen, weil du zu viel darüber nachdenkst, was passieren könnte?
- Interpretierst du in neutrale Äußerungen anderer Menschen Dinge hinein?
- Schiebst du Entscheidungen auf, weil du alle möglichen Konsequenzen durchdenken willst?
5. Produktivität
- Führen deine Gedanken zu Lösungen oder drehen sie sich im Kreis?
- Fühlst du dich nach dem Grübeln besser oder schlechter?
- Hindert dich das Nachdenken daran, ins Handeln zu kommen?
Auswertung: Falls du bei der Mehrheit dieser Punkte mit "Ja" geantwortet hast, herzlich willkommen im Club der Overthinker! Das ist keine Diagnose, sondern eine Einladung, etwas zu ändern.
Erste Beruhigung: Du bist nicht verrückt, nur übermotiviert
Bevor wir uns in die Tiefen des Overthinkings stürzen, hier die wichtigste Botschaft dieses ganzen Buches: Du bist völlig normal.
Overthinking ist keine Geisteskrankheit, keine Charakterschwäche und auch kein Zeichen dafür, dass mit dir etwas nicht stimmt. Es ist eher ein Zeichen dafür, dass du ein engagierter Mensch bist, der sich Gedanken macht. Das Problem ist nur, dass du manchmal etwas Gedanken machst.
Menschen, die zum...




