Schneider | Mission Futura | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Schneider Mission Futura

Im Auftrag der IMB
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7116-0110-0
Verlag: novum Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Im Auftrag der IMB

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

ISBN: 978-3-7116-0110-0
Verlag: novum Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wir schreiben das Jahr 2077. Lukka, zwölf Jahre alt, lebt mit ihren Eltern auf dem Mars. Geboren auf dem Roten Planeten, kennt sie nur ihr Habitat und den nahegelegenen Raumhafen. Zusammen mit Jen und Loran, den einzigen anderen Jugendlichen, die wie sie auf dem Mars zur Welt gekommen sind, bildet sie eine unzertrennliche Einheit. Doch als zwei neue Bewohner ankommen, verändert sich ihr früher ruhiges Leben dramatisch. Lukka entdeckt, dass ihre bisherige Welt viel größer und mysteriöser ist, als sie je dachte. Zusammen mit ihren Freunden begibt sie sich auf die Spur von Rätseln und Geheimnissen, die ihre Gemeinschaft umgeben. Plötzlich finden sich die Kinder in einem Abenteuer wieder, das sie an die Grenzen ihrer Vorstellungskraft und darüber hinaus führt.

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Alltag im Habitat 2

Lukka, Jen und Loran legen ihre VR-Brillen ab und schalten ihre Lernprogramme aus. Genug Schule für heute.

„Ich mag keine höhere Mathematik“, stöhnt Lukka, indem sie eine gequälte Grimasse schneidet. „Wozu brauchen wir das? Dafür gibt es doch Rechner!“

Jen lacht nur. „War doch einfach. Ich liebe Mathe.“

Dabei zieht er das Mädchen vom Stuhl hoch und kitzelt sie am Bauch, um sie aufzuheitern.

„Komm mit in den Trainingsraum, eine Runde boxen!“

„Oh, nein!“ stöhnt Lukka. Sie will jetzt lieber ihre Ruhe haben.

Jen, Lukka und Loran sind Marskinder. Sie sind auf dem Roten Planeten zur Welt gekommen.

Linda, die sich um die Ausbildung der Kinder kümmert, kommt gerade aus dem Kontrollraum.

„Räumt noch eure Sachen weg, bevor ihr zum Sport geht. Und macht nicht zu lang, ihr habt nachher noch Astronautentraining.“

Jen räumt schnell alles weg. „Kommt ihr?“

Loran nickt begeistert, doch Lukka schüttelt den Kopf.

„Keine Lust und außerdem habe ich Hunger. Ich hol mir jetzt lieber etwas zu essen und ruhe mich ein wenig aus.“

„Wie du willst“, meint Jen achselzuckend und verlässt mit Loran den Gemeinschaftsraum.

Lukka schlendert durch die Halle zum Wohnbereich, hält ihre Hand auf eine leuchtend grüne Platte an der Wand und die Tür zur Wohnung schiebt sich zur Seite. Ihre Mutter ist nicht da.

Sie tritt an den Spender und drückt ihren Code. Die Maschine gibt nur das Essen frei, das sie jetzt auch essen darf, außer das Ding ist gerade kaputt.

„Dir stehen heute noch eine Portion Müsli und eine Portion Snackbällchen zu“, sagt die Stimme aus dem Apparat.

„Müsli ist fein“, antwortet Lukka und gleich darauf öffnet sich die Klappe.

„Das Essen ist fertig! Guten Appetit!“

„Danke, liebe Maschine“, lacht Lukka und denkt an Marty, der in der Küche alles vorbereitet, die Maschinen füttert und programmiert.

Dann macht sich das junge Mädchen auf den Weg zu einem Ort, den sie vor Kurzem entdeckt hat.

Im Sportraum balgen sich die beiden Jungs auf dem Trampolin. Jen ist etwas älter und viel größer als der elfjährige Loran, doch der zappelt schneller herum und Jen kriegt ihn einfach nicht zu fassen.

„Wie machst du das nur?“ fragt Jen keuchend. „Du weißt immer schon, wo ich angreife. Kannst du meine Gedanken lesen?“

„Ich brauch dich nur anzusehen. Deine Blicke verraten dich immer!“, lacht der Kleine.

Jen befreit sich aus den Gummibändern, in denen sie hängen und steigt vom Trampolin.

„Ich kann nicht mehr“, keucht er. „Und wir sollen ja auch noch zu Linda rüber.“

Lukka hat die Augen geschlossen und atmet tief ein. Die Luft ist außergewöhnlich feucht und riecht eigenartig, nach Pflanzen und Gemüse. Dann schaut sie sich um. Lange Leuchtröhren tauchen das ganze Gewächshaus in ein pinkfarbenes Licht. Nur am hinteren Ende des tunnelartigen Raumes gibt es ein Fenster, aus dem man heraus sehen kann.

Eigentlich haben hier nur wenige Leute Zugang, doch vor etwa zwei Wochen hat wohl jemand vergessen, eine Tür zu schließen und die steht seither unbemerkt immer noch offen.

Lukka sitzt an ihrem neuen geheimen Lieblingsort, in der hintersten Ecke des Gewächshauses, wo dicke Stauden und hängende Tomaten ein gutes Versteck bieten. Sie schaut durch die mehrschichtige Kunststoffscheibe hinaus auf die steinige, öde Landschaft ihres Heimatplaneten Mars.

Das Mädchen ist etwa zwölf Erdenjahre alt und lebt mit ihren Eltern im Habitat 2, auch Erebus H2 genannt, einer Siedlung auf dem Planeten Mars, dem vierten Planeten des Sonnensystems am Rande der Milchstraße.

Verträumt lässt sie den Blick über die roten Felsen gleiten. Es bahnt sich ein Staubsturm an. Sie erkennt es an den rötlichbraunen Staubwölkchen, die sanft über die Steine wehen und an der riesigen Staubwelle, die sich am Horizont auftürmt.

Staubstürme sind keine Seltenheit und können ein paar Tage anhalten, manchmal sogar Monate. Die Luft auf dem Mars ist sehr dünn und es kommt nur wenig Wind auf, aber der Staub ist sehr fein und setzt sich überall ab. Sie wird tagelang nicht sehr weit sehen können.

Der Mars ist ein sehr lebensfeindlicher Planet, sehr kalt, verstrahlt und mit einer sehr dünnen Atmosphäre aus Kohlendioxyd. Diese Bedingungen sind für Lebewesen wie Menschen absolut tödlich.

Und doch ist dies die Welt, in die Lukka hineingeboren wurde.

Am Fenster

Ihr junges Leben spielt sich ausschließlich im Inneren dieser Station ab. Hier lebt sie in einer kleinen Gemeinschaft von Marssiedlern mit ihren Eltern und zwei weiteren Jugendlichen, die, wie sie, auf dem Mars zur Welt gekommen sind. Andere Kinder gibt es nicht.

Manchmal stellt sich das neugierige Mädchen schon einige Fragen. Wieso wird diese kleine Gemeinschaft nicht größer und wieso sind Loran, Jen und sie die einzigen Kinder dort? Aber auf diese Fragen können oder wollen ihr die Erwachsenen nicht so recht antworten. Stets weichen sie geschickt aus oder geben eigenartige und unlogische Erklärungen ab.

Vor dem Fenster sieht sie Fußabdrücke auf dem sandigen Boden. „Die müssen von Linda sein“, denkt sie. Die Frau im Alter ihrer Mutter kümmert sich um den Kontrollraum und den nahen Außenbereich der Station, aber auch um die Ausbildung der Kinder zu Astronauten. Und jetzt endlich werden sie auf ihren ersten Ausgang vorbereitet.

Ungeduldig wartet das Mädchen auf den Tag, an dem sie als Astronautin die Station verlassen und den Planeten endlich selbst betreten darf.

Sie lässt den Blick noch eine Weile über den felsigen Horizont gleiten. In der Ferne steigt der rote Staub schon höher auf, bald wird es dunkel werden. Die Lichtstrahlen der weit entfernten Sonne sind zu schwach, um sich gegen den feinen, roten Sand durchzusetzen.

Sie sieht sich um, denn sie will nicht erwischt werden. Nichts regt sich. Es rattern lediglich die kleinen Roboter durch die langen Reihen der Gemüseplantage. Langsam steht sie auf und gleitet unbemerkt an den Salatbeeten entlang, duckt unter den hängenden Erdbeerpflanzen durch und schaut sich nochmal um. Es ist niemand da. Sie huscht hinter die Blaubeerbüsche, dann zwischen den niedrigen Obstspalieren durch, bis zur Schleuse und betritt unauffällig den Gemeinschaftsgarten.

Hier braucht sie sich nicht mehr zu verstecken, denn hier dürfen die Bewohner der Station spazieren gehen, frische Luft atmen, auf der Sonnenwiese liegen und am Brunnen das Wasser plätschern hören.

Die meisten Bewohner sind ältere Erwachsene, die vor 26 Jahren von der Erde kamen und täglich hier im Garten ein wenig Nähe zu ihrem Heimatplaneten suchen.

Lukka sieht ihre Mutter, zögert einen Augenblick und beschließt, sich kurz neben sie zu setzen.

„Warst du wieder am Fenster?“ fragt ihre Mutter sanft. Ihre Augen sind immer so traurig.

Lukka antwortet nicht, sondern lächelt verlegen. Zart streicht ihre Hand über die Blumen im Beet neben ihr. Der Brunnen gurgelt leise in der Mitte des Gartens und sorgt für etwas Luftfeuchtigkeit. Ein schöner Ort für sie, die nie etwas anderes gesehen hat.

Doch ihre Mutter erzählt ihr immerzu von der Erde, auf der die Blumen wild wachsen, Wasser in Bächen und Flüssen fließt und hohe Bäume in den Himmel ragen. Wo der Regen, die Sonne und der Wind die Haut berühren.

Bilder von der Erde hat Lukka schon oft gesehen, aber so richtig kann sie es sich doch nicht vorstellen. Sie ist ja selbst nie dort gewesen. Seit ihrer Geburt kennt das Mädchen nur die Station Habitat 2, den Blick durch die Kuppel auf die rote, felsige Wüste um sie herum und den weit entfernten Blauen Planeten, der als sehr heller Stern am Nachthimmel leuchtet.

Ihre Mutter hat wieder Heimweh und Lukka weiß dann gar nicht, was sie ihr sagen könnte, um sie ein wenig aufzumuntern.

„Ich habe noch Astronauten Training“, flüstert sie und drückt ihrer Mutter einen Kuss auf die Wange.

Dann steht sie auf und verlässt unbekümmert den Garten, geht hüpfend durch den Rundbogen zur Halle, dann durch die zweite Röhre rechts zu den Iglus. So nennen sie die kleinen Wohnbereiche, in denen sich die Schlafräume befinden.

Lukkas Vater kommt nur selten nach Hause. Er arbeitet etwa hundert Kilometer weiter nördlich in der Erebus-Industrie H3, einer anderen Station, in der Wasser und Bodenschätze aus tieferen Bodenschichten gewonnen werden. Dabei ist er oft wochenlang weg.

Lukka und die anderen Kinder sind jetzt alt genug für die zweite Lernstufe. Sie haben vor ein paar Wochen mit dem Weltraum-Training begonnen, was heißt, dass sie bald auch in einem Schutzanzug die Station verlassen dürfen.

Sie legt ihre Hand auf den Sensor in der Wand und die Tür zu ihrem Wohnbereich gleitet surrend zur...



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