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Schneider | Nett ist der kleine Bruder von Dumm | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 128 Seiten

Schneider Nett ist der kleine Bruder von Dumm

Hör auf zu nett zu sein, Du wirst sonst ausgenutzt
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-6951-5098-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Hör auf zu nett zu sein, Du wirst sonst ausgenutzt

E-Book, Deutsch, 128 Seiten

ISBN: 978-3-6951-5098-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



NETT IST DER BRUDER VON DUMM Hör auf nett zu sein. Du wirst sonst ausgenutzt. Kennst du das? Du sagst ständig "Ja", obwohl du "Nein" denkst. Du hilfst allen anderen, nur dir selbst nicht. Du entschuldigst dich sogar dafür, dass du existierst. Und am Ende fühlst du dich ausgenutzt, übersehen und unglücklich. Herzlich willkommen im Club der chronisch Netten! Dieses Buch ist deine Therapie gegen krankhaften Everybody's-Darling-Zwang. Mit einer gehörigen Portion Humor und ohne erhobenen Zeigefinger lernst du: - Warum "nett sein" dich unattraktiv macht - Wie du endlich "Nein" sagst (ohne schlechtes Gewissen!) - Grenzen setzen, ohne gemein zu werden - Konflikte führen, statt ihnen auszuweichen, - Elegant egoistisch sein (ja, das geht!) Das Ergebnis? Menschen respektieren dich mehr. Du hast weniger Stress. Deine Beziehungen werden ehrlicher. Du bekommst endlich das Leben, das DU willst. Schluss mit Fußabtreter-Dasein! Es ist Zeit für deine Persönlichkeits-Revolution. Für alle, die endlich aufhören wollen, sich zu verbiegen - und anfangen wollen, sich selbst zu mögen. 'Dieses Buch hätte ich schon vor 20 Jahren gebraucht!' - Typischer Leser-Kommentar

Roman Schneider wurde Ende der 1960er in Düsseldorf geboren und widmete sich nach einer Bankausbildung später vor allen Dingen dem Onlinemarketing. Schon früh erkannte er die Vertriebspower, die im Internet steckte. Ob über Onlineshop, Onlinekurse oder die sozialen Medien. Er war bereits in jungen Jahren in der Geschäftsleitung von Firmen, begleitete zudem als Consultant Start Ups, denen in der Folge mit dreistelligem Millionenumsatz ein gewinnbringender Exit gelang. Er hat Höhen und Tiefen des Wirtschaftslebens kennengelernt. Ob als angestellter Geschäftsführer oder auf selbstständiger Basis. Er kennt die Tricks, die ein Projekt erfolgreich werden lassen können und die Fallstricke, über die man nicht stolpern sollte. Seine Erfahrung aus über 30 Jahren Berufsleben hat er als Autor mehrerer Bücher niedergeschrieben. Heute lebt Schneider mit seiner Frau in Süddeutschland, gibt Onlinekurse und schreibt Bücher, wenn er nicht auf einer Insel in südlichen Gefilden das Meer genießt.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kapitel 1: "Bitte, danke, entschuldige" - Wie aus höflichen Menschen Fußabtreter werden


Stell dir vor, du gehst in ein Café. Vor dir in der Schlange steht eine Frau, die offensichtlich nicht weiß, was sie bestellen will. Sie studiert minutenlang die Karte, fragt nach jedem einzelnen Kaffee, lässt sich die Milch-Alternativen erklären und kann sich einfach nicht entscheiden. Hinter ihr bildet sich eine immer längere Schlange ungeduldiger Menschen.

Jetzt kommt die Frage: Was denkst du?

a) "Die soll sich mal beeilen, ich hab nicht den ganzen Tag Zeit!" b) "Ach, die Arme, sie ist wahrscheinlich gestresst und überfordert." c) "Ist doch okay, jeder braucht mal etwas länger."

Falls du b) oder c) geantwortet hast, herzlichen Glückwunsch – du bist offiziell zu nett für diese Welt.

Aber Moment, wirst du jetzt sagen. Was ist denn daran falsch, verständnisvoll und geduldig zu sein? Ist es nicht eine schöne Eigenschaft, anderen Menschen gegenüber nachsichtig zu sein?

Grundsätzlich: ja. Das Problem entsteht erst dann, wenn aus Verständnis Selbstverleugnung wird. Wenn du so sehr darauf bedacht bist, andere nicht zu verurteilen oder zu kritisieren, dass du deine eigenen Bedürfnisse komplett ignorierst. Wenn du deine Zeit, deine Geduld und deine Energie als weniger wichtig erachtest als die Befindlichkeiten völlig fremder Menschen.

Der große Unterschied: Höflich vs. Hilflos

Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen höflich sein und hilflos sein. Höflichkeit ist eine bewusste Entscheidung. Hilflosigkeit ist ein Automatismus.

Ein höflicher Mensch wartet geduldig in der Schlange, weil er weiß, dass jeder mal länger braucht. Aber er hat auch kein Problem damit, höflich nachzufragen: "Entschuldigung, brauchen Sie noch einen Moment? Dann stelle ich mich vielleicht kurz hinten an."

Ein hilfloser Mensch wartet in der Schlange, wird innerlich immer ungeduldiger, schaut demonstrativ auf die Uhr, seufzt leise vor sich hin – sagt aber nichts. Stattdessen ärgert er sich über die langsame Frau, über die anderen Wartenden, über das Café-Personal und letztendlich über sich selbst. Aber äußern? Niemals. Das wäre unhöflich.

Der höfliche Mensch handelt aus einer Position der Stärke heraus. Er könnte etwas sagen, entscheidet sich aber bewusst dagegen – oder eben doch dafür, je nach Situation. Der hilflose Mensch handelt aus einer Position der Schwäche. Er könnte theoretisch etwas sagen, traut sich aber nicht, weil er Angst vor Konflikten, vor schlechter Stimmung oder vor der Meinung anderer hat.

Warum "nett" das neue "naiv" geworden ist

Früher war "nett" tatsächlich ein Kompliment. Wenn jemand sagte "Du bist so nett", dann war das eine ehrliche Anerkennung für freundliches, aufmerksames Verhalten. Heute ist "nett" das neue "naiv" geworden – ein Synonym für "leicht auszunutzen", "konfliktscheu" und "harmlos".

Das liegt daran, dass sich die Definition von Nettigkeit verschoben hat. Während früher nette Menschen freundlich UND selbstbewusst waren, sind heutige nette Menschen vor allem eins: angepasst. Sie haben gelernt, dass Harmonie wichtiger ist als Authentizität. Sie haben verinnerlicht, dass die Bedürfnisse anderer wichtiger sind als ihre eigenen. Sie haben sich zu emotionalen Dienstleistern entwickelt.

Modern nette Menschen sind wie menschliche Schweizer Taschenmesser: immer da, wenn man sie braucht, vielseitig einsetzbar und erstaunlich langlebig. Das Problem ist nur: Ein Schweizer Taschenmesser ist ein Werkzeug. Kein Mensch würde auf die Idee kommen, mit einem Schweizer Taschenmesser ins Gespräch zu kommen oder eine tiefere Beziehung zu führen.

Der Nettigkeit-Teufelskreis

Und hier beginnt der Teufelskreis der chronischen Nettigkeit:

Schritt 1: Du bist nett: Du sagst Ja zu Dingen, die du eigentlich nicht tun willst. Du hilfst anderen, auch wenn du selbst Hilfe bräuchtest. Du entschuldigst dich für Sachen, die nicht deine Schuld sind. Du stellst deine Bedürfnisse hintenan, um anderen zu gefallen.

Schritt 2: Die anderen gewöhnen sich daran: Deine Freunde, Familie und Kollegen lernen schnell: Bei dir kann man sich darauf verlassen, dass du immer verfügbar bist. Du sagst nie Nein, du beschwerst dich nie, du stellst keine nervigen Forderungen. Du bist der perfekte Mensch für alle unliebsamen Aufgaben.

Schritt 3: Du wirst zur Selbstverständlichkeit: Nach einiger Zeit nehmen die anderen deine Nettigkeit als gegeben hin. Niemand bedankt sich mehr dafür, dass du mal wieder eingesprungen bist. Niemand würdigt deine ständige Hilfsbereitschaft. Du wirst unsichtbar – wie ein gut funktionierender Haushaltsgegenstand.

Schritt 4: Du merkst, dass etwas nicht stimmt: Irgendwann dämmert dir, dass da etwas schiefläuft. Du fühlst dich ausgenutzt, übergangen, nicht wertgeschätzt. Du ärgerst dich über die anderen, aber noch mehr über dich selbst. Du fragst dich: "Warum mache ich das eigentlich alles?"

Schritt 5: Du versuchst, noch netter zu werden: Und hier passiert etwas Fatales: Anstatt die Notbremse zu ziehen, verdoppelst du deine Anstrengungen. Du denkst: "Vielleicht bin ich noch nicht nett genug. Vielleicht muss ich mich noch mehr anstrengen, dann merken die anderen, wie sehr ich mich für sie einsetze."

Schritt 6: Der Teufelskreis schließt sich: Durch deine verstärkte Nettigkeit machst du alles nur noch schlimmer. Die anderen nutzen dich noch mehr aus, du wirst noch unsichtbarer, du ärgerst dich noch mehr – und versuchst, das Problem durch noch mehr Nettigkeit zu lösen.

Die Anatomie einer typischen "Nett-Situation"

Lass uns das mal an einem konkreten Beispiel durchspielen. Stell dir vor, deine Kollegin kommt am Freitagabend um 17:30 Uhr zu dir und sagt: "Du, ich hab ein riesiges Problem. Ich sollte bis Montag diese Präsentation fertig haben, aber ich schaffe das niemals. Könntest du mir vielleicht helfen? Du bist doch so gut in PowerPoint."

Jetzt läuft in deinem netten Kopf folgendes Programm ab:

Erste Reaktion: "Oh nein, ich wollte doch heute Abend endlich mal früh nach Hause und entspannen."

Zweite Reaktion: "Aber sie sieht so gestresst aus. Die Arme ist bestimmt überfordert."

Dritte Reaktion: "Ich kann doch nicht Nein sagen, wenn jemand Hilfe braucht. Was denkt sie dann von mir?"

Vierte Reaktion: "PowerPoint ist wirklich nicht schwer. Für mich ist das kein großer Aufwand."

Fünfte Reaktion: "Außerdem hat sie mir letztes Jahr auch mal geholfen... Oder war das jemand anderes?"

Endergebnis: "Natürlich helfe ich dir gerne! Ist doch kein Problem."

Und während du das sagst, stirbt ein kleiner Teil deiner Seele. Du weißt genau, dass du wieder mal über den Tisch gezogen wirst. Du weißt, dass das garantiert nicht "nur eine Stunde" dauern wird. Du weißt, dass sie dir das nächste Mal wieder keine Unterstützung anbieten wird, wenn du mal Hilfe brauchst. Aber du sagst trotzdem Ja.

Warum wir zu Nettigkeit programmiert wurden

Die Wurzeln unserer chronischen Nettigkeit liegen meist in der Kindheit. Viele von uns wurden mit Sätzen großgezogen wie:

  • "Sei nett zu den anderen, dann mögen sie dich."
  • "Wenn du nichts Nettes zu sagen hast, dann sag lieber gar nichts."
  • "Teilen ist wichtig. Gib den anderen auch etwas ab."
  • "Streit ist schlecht. Vertrage dich wieder."
  • "Was denken nur die Nachbarn?"

An sich sind das keine schlechten Ratschläge. Aber sie vermitteln uns ein gefährliches Weltbild: dass unsere Berechtigung zu existieren davon abhängt, wie gut wir uns verhalten. Dass wir Liebe und Anerkennung verdienen müssen, indem wir brav und angepasst sind. Dass unsere eigenen Bedürfnisse weniger wichtig sind als die Harmonie in der Gruppe.

Dieses Programm läuft auch heute noch in den Köpfen vieler Erwachsener ab. Sie haben gelernt: "Ich bin okay, wenn andere mich okay finden." Und der einfachste Weg, von anderen okay gefunden zu werden, ist: immer nett, hilfsbereit und unkompliziert zu sein.

Das Problem ist nur: Diese Rechnung geht nicht auf. Menschen respektieren und mögen nicht diejenigen am meisten, die am nettesten sind. Sie respektieren und mögen diejenigen am meisten, die authentisch sind – auch wenn das bedeutet, dass sie manchmal unbequem oder widersprüchlich sein können.

Die bittere Wahrheit über Nettigkeit

Die bittere Wahrheit ist: Chronisch nette Menschen werden nicht geliebt – sie werden benutzt. Sie werden nicht respektiert – sie werden als selbstverständlich hingenommen. Sie werden nicht geschätzt – sie werden übersehen.

Das liegt daran, dass echte Wertschätzung nur entstehen kann, wo auch echte Wahlfreiheit herrscht. Wenn jemand immer Ja sagt, dann hat sein Ja keinen Wert. Wenn jemand nie Nein sagt, dann kann man nie sicher sein, ob sein Ja ehrlich gemeint ist oder nur aus Pflichtgefühl erfolgt.

Menschen...



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