Schneider | Wenn die Ferse schmerzt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 160 Seiten

Schneider Wenn die Ferse schmerzt

Einfache und effektive Übungen, um den Fersensporn selbst zu behandeln
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7453-1421-2
Verlag: riva
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Einfache und effektive Übungen, um den Fersensporn selbst zu behandeln

E-Book, Deutsch, 160 Seiten

ISBN: 978-3-7453-1421-2
Verlag: riva
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Leiden Sie an einer schmerzenden Ferse? Haben Sie das Gefühl, dass sich bei jedem Schritt Tausend Nadeln in Ihren Fuß bohren und beinahe jede Bewegung zur Tortur wird? Für diese stechenden Schmerzen ist oftmals ein Fersensporn verantwortlich. Die dornartige Wucherung verursacht sehr schmerzhafte Entzündungen der Sehnen in der Fußsohle. Häufig ist nicht bloß ein Punkt an der Ferse betroffen, die Schmerzen können ausstrahlen und sich auf den gesamten Bewegungsapparat auswirken. Die Folgen sind Haltungsschäden und eine massive Beeinträchtigung der Lebensqualität. Dr. Thomas Schneider, Fußspezialist und leitender Chefarzt der Gelenk-Klinik in Gundelfingen, erklärt, wie der tückische Sporn entsteht, und stellt einfach anwendbare Methoden vor, mit denen Sie ihn selbst behandeln können. Mithilfe von über 30 Übungen lernen Sie, wie Sie mit Massagen, durch richtiges Dehnen und gezieltes Training die Strukturen des Fußes stärken und die Fußgesundheit wiederherstellen. Darüber hinaus erhalten Sie hilfreiche Tipps, wie Sie zum Beispiel mit Brennnesseltee ganz natürlich Entzündungen hemmen oder mit kinesiologischem Taping die Stabilität des Fußes unterstützen - damit Sie endlich wieder beschwerdefrei laufen können!

Dr. Thomas Schneider ist leitender Facharzt für Orthopädie, Sport- und Schmerzmedizin in der Gelenk-Klinik Gundelfingen. Neben der Unfallchirurgie liegt sein Schwerpunkt auf der Fuß- und Sprunggelenkchirurgie. Patienten aus aller Welt reisen in seine Klinik an, um sich von ihm und seinem Team behandeln zu lassen.
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Fuß und Ferse –
Aufbau, Besonderheiten
und Problemzonen


Ohne Theorie und Verständnis gibt es keine erfolgreichen Konzepte. Dass das Fersenschmerzsyndrom viele Ursachen haben kann, liegt am anspruchsvollen Aufbau des Fußes. Ein kleiner Fehler kann dabei große Wirkung haben. Daher ist es im Hinblick auf die Eigenübungen zunächst wichtig zu verstehen, warum und wie der individuelle Schmerz entstanden ist, um so die richtigen Übungen zur Hilfe zu finden. In diesem Kapitel sollen Sie als Leser zunächst die wichtigsten Grundlagen erfahren – einschließlich der Entwicklung des Fußes im Laufe der Evolution –, um dann die komplexen biomechanischen Ursachen des Gehens kennenzulernen.

Fakten zum Fuß


Die Natur hat sich beim Thema Fuß wirklich viel einfallen lassen. Kein anderer Bereich des menschlichen Körpers ist so einzigartig, vielseitig und aus sehr unterschiedlichen Geweben und Strukturen aufgebaut. Das Wissen um seine Entwicklung im Zuge der Evolution und um das faszinierende Zusammenspiel seiner heutigen Bestandteile bildet für Sie, lieber Leser, die Basis für ein sinnvolles Verständnis.

Der Fuß – ein Meisterwerk der Evolution


Der Mensch ist das einzige aufrecht gehende Wesen auf unserem Planeten. Die Besonderheit des aufrechten Gangs ist entwicklungsgeschichtlich eine Errungenschaft, die sich besonders im Aufbau des Fußes zeigt. Hier lassen sich wesentliche strukturelle Anpassungen an die neue Belastung beobachten. Der Vergleich des Fußskeletts des Menschen mit dem anderer tierischer Spezies zeigt dies eindrücklich.

Gerade der Aufbau der menschlichen Ferse stellt eine einmalige Anpassung an das aufrechte Gehen dar. Der Greiffuß des menschenähnlichen Affen, der in den Bäumen lebt, ist komplett anders als unser heutiger Fuß. Beim Greiffuß sind die Knochen in der Fußwurzel flach nebeneinanderliegend angeordnet. Er ist damit ähnlich aufgebaut wie die menschliche Hand und für das Festhalten gut geeignet. Die Anforderungen an einen Fuß, der beim Gehen über den Boden eine ausreichende Stabilität aufweist und zugleich flexibel ist, sehen jedoch anders aus. Denn gerade beim Abrollen oder Gehen zeigen sich beim Schimpansen mit seinem instabilen watschelnden Gang die Nachteile des Greiffußes. Die Schimpansen gehen daher auch immer nur kurze Zeit im aufrechten Gang und bevorzugen die vierfüßige Fortbewegung. Der menschliche Fuß hat sich mit der Weiterentwicklung der Menschen und mit ihren Lebensumständen adaptiert, bis er vor circa 3,5 Millionen Jahren seine heutige Form erreicht hat, wie Funde von Fußabdrücken beweisen.

Die wesentlichen Änderungen, die notwendig waren, dass sich der Mensch aufrichten konnte, sollen hier kurz erläutert werden. Denn ohne einen Fuß, der sich an das Stehen und Gehen angepasst hat, gäbe es bis heute keinen aufrechten Gang. Die Hände konnten nur durch diese Fußentwicklung frei werden, und die aufrechte Haltung ermöglichte dem Menschen eine Rundumsicht statt einer Sicht nur nach unten beziehungsweise aus gebückter Haltung.

Egal ob für das damalige Jagen in der Steppe oder den heutigen Schuhkauf: Für beide Aktionen muss der Fuß im Stand und Gang stabil sein, weshalb sich die menschliche Beinachse der neuen Statik beim Stehen, aber auch beim Gehen anpassen musste. Der Mensch musste dabei lernen, von der Ferse ausgehend über die Großzehe abzurollen. Wie jedoch wurde diese anatomische Anpassung erreicht? Die Entwicklung eines stabilen Fußes, der trotzdem ausreichend flexibel und beweglich für ein angepasstes Stehen und Gehen auf verschiedenen Untergründen ist, erfolgte im Wesentlichen durch die Veränderung der Stellung des Knochenskeletts.

Der besondere anatomische Aufbau des Fußes kann mit dem Modell der Fußspirale, auch als »stabile Knochenspirale« bezeichnet, recht gut verstanden werden. Denn der entscheidende Anpassungsschritt vom Greiffuß zum menschlichen Fuß bestand in einer spiraligen Verdrehung der Fußknochen mit einer deutlichen Stellungsänderung. So kamen einige Knochen aus der nebeneinanderliegenden Position des Greiffußes übereinander oder schräg zueinander zu liegen. Der normale menschliche Fuß mit seiner spiraligen Verdrehung bildet einen stabilen und dennoch federnden Bogen. Diese innen am gesunden Fuß sichtbare bogenförmige Wölbung nach oben wird als Längsgewölbe bezeichnet. Das Längsgewölbe ist eine wichtige Ausprägung des menschlichen Fußes. Die Variationsbreite der optimalen Lage ist groß und zeigt sich in verschiedenen Fußformen.

Je nach Ausprägung der spiraligen Verdrehung der Rückfußknochen ist die Fußform leicht unterschiedlich.

Die geniale Form des menschlichen Fußes durch dieses Verdrehen der Fußknochen hat also zu einer Spirale geführt, die federt und trotzdem extrem stabil ist. Sie hat den Nachfahren der in Bäumen lebenden Menschenaffen einen entscheidenden Vorteil gebracht: Der stabile Fuß sorgte in Verbindung mit dem aufrechten Stand und Gang für freie Hände und für die notwendige Übersicht. Die Hände waren jetzt für den Werkzeuggebrauch, zum Sammeln von Nahrung oder zum Tragen von Nachkommen einsetzbar.

Weiterhin ermöglichte der Fuß dem Menschen das wandernde Durchqueren der Savanne und war damit eine unabdingbare Voraussetzung für die menschliche Evolution. Der Fuß verrichtet bescheiden und verlässlich, weit weg vom Kopf, seinen Dienst, damit der Mensch sich mit wichtigen Dingen beschäftigen kann.

Der Aufbau des gesunden Fußes


Wie alle Teile des Bewegungsapparats besteht auch der Fuß des Menschen aus verschiedenen Einheiten. Alle Einheiten sind lebende, also durchblutete und in unterschiedlichem Ausmaß anpassungsfähige Strukturen.

Das Fußgelenk

Wir haben als stützenden Teil des Fußes verschiedene Knochen. Jeder tragende Knochen steht mit anderen Knochen an weiteren Gelenkverbindungen in Kontakt. Die Gelenkverbindung besteht immer aus einer Kontaktfläche mit Knorpel. Der Knorpel dient dem reibungsarmen Bewegen und der Dämpfung an den Kontaktflächen. Umgeben werden die Gelenke jeweils von einer Gelenkkapsel und von Bändern.

Die Gelenkkapsel ist eine aus straffem Bindegewebe aufgebaute Hülle. An bestimmten Stellen befinden sich zwischen den Knochen an oder in der Gelenkkapsel Bänder. Die Bänder stabilisieren die Verbindung der Knochen, teilweise sind die Knochen aber auch in sich durch die anatomische Lage verkeilt und stabilisieren sich dadurch zusätzlich.

Die Gelenkkapsel und die benachbarten Knochen bilden zusammen das Gelenk. Innen im Gelenk befindet sich an der Gelenkkapsel eine Schleimhaut, die sogenannte Synovialis. Sie produziert für das Gelenk wichtige Stoffe zur Schmierung und Ernährung.

Die Komplexität des Fußes über Bewegungsachsen unterscheidet sich von der Beweglichkeit eines Einzelgelenks (zum Beispiel dem Knie).

Ganz allgemein haben die Gelenke innerhalb des Bewegungs- und Stützapparats eine besondere Aufgabe, die speziell am Fuß zum Tragen kommt. Die Gelenke erlauben Bewegung und benötigen zugleich Stabilität. Diese Doppelfunktion ist von besonderer Bedeutung. Der Gelenkaufbau und die Bewegungsrichtungen sind am Fuß sehr unterschiedlich. Die möglichen Beweglichkeiten im einzelnen Gelenk werden in Bewegungsachsen zusammengefasst. Hierbei ermöglichen mehrere verschiedene Gelenke mit ihren Einzelkomponenten gemeinsam eine bestimmte Bewegung des Fußes.

Die Bewegungen am Fuß sind um verschiedene Achsen möglich. So ist eine Bewegung im oberen Sprunggelenk um eine Achse zwischen Außen- und Innenknöchel mit Dorsalextension (Beugen) und Plantarflexion (Strecken) möglich. Im unteren Sprunggelenk kann der Fuß um eine schräge Achse seitlich nach innen (Pronation) und nach außen (Supination) gekippt werden. Die Gelenke vermitteln also mit den Bändern Stabilität und ermöglichen die Bewegung über Achsen.

Die Muskeln und Sehnen

Sowohl die Bewegungen als auch stabile, gehaltene Positionen werden aktiv von Muskeln durchgeführt, die verschiedene Aufgaben erfüllen. Jede Muskeleinheit besteht aus einem Muskelbauch mit seinen Muskelfaserbündeln. Diese Bündel können sich unter Energieverbrauch aktiv verkürzen, sie sind also kontrahierbar.

Ausgelöst wird diese Leistung durch Stromimpulse aus Nervenfasern. Die Steuerfunktion über die Nerven erfolgt über das Gehirn oder das Rückenmark. An der Muskeloberfläche wird an der sogenannten motorischen Endplatte das Stromsignal in ein chemisches Signal umgewandelt. Hier wird Acetylcholin ausgeschüttet und ermöglicht damit die Leistung des Muskels unter Energieverbrauch.

Die Muskeloberfläche hat einen besonderen Aufbau. Zwischen dem Nerv, der den Muskel versorgt, und dem Muskel selbst liegt eine...


Dr. Thomas Schneider ist leitender Facharzt für Orthopädie, Sport- und Schmerzmedizin in der Gelenk-Klinik Gundelfingen. Neben der Unfallchirurgie liegt sein Schwerpunkt auf der Fuß- und Sprunggelenkchirurgie. Patienten aus aller Welt reisen in seine Klinik an, um sich von ihm und seinem Team behandeln zu lassen.



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