Schone | Silk and Sin - Ein gefährliches Spiel | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 419 Seiten

Schone Silk and Sin - Ein gefährliches Spiel

Dark Victorian Romance | Silk and Sin 2 - Ein sinnliches Lese-Highlight der USA Today Bestsellerautorin
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-96898-261-8
Verlag: venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Dark Victorian Romance | Silk and Sin 2 - Ein sinnliches Lese-Highlight der USA Today Bestsellerautorin

E-Book, Deutsch, 419 Seiten

ISBN: 978-3-96898-261-8
Verlag: venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Leidenschaft, die alle Fesseln der Gesellschaft sprengt: Der prickelnde Roman »Silk and Sin - Ein gefährliches Spiel« von Robin Schone als eBook bei venusbooks. Sie ist ihm hilflos ausgeliefert - er weiß, dass nur sie ihn noch retten kann ... Ende des 19. Jahrhunderts: Durch einen Fremden in einen Skandal verwickelt und in Ungnade gestürzt, wird die junge Lady Victoria aus ihrem Zuhause verbannt. Das einzig »Wertvolle«, das ihr auf den Straßen Londons noch bleibt, ist ihre Jungfräulichkeit. Und so wagt sie das Unvorstellbare: In einem Haus der Sünde bietet Viktoria ihren Körper zur Auktion an. Doch Gabriel, der gefährlich schöne Mann, der sie dort ersteigert, scheint gar nicht an ihr interessiert zu sein ... sondern um jeden Preis den Unbekannten aufspüren zu wollen, der Viktoria alles gekostet hat. Welches Geheimnis verbindet die beiden Männer? Und wird das Verlangen, das Gabriel in Viktoria erweckt, sie in noch größere Gefahr bringen? Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der historische Dark-Romance-Liebesroman »Silk and Sin - Ein gefährliches Spiel« von USA-Today-Bestsellerautorin Robin Schone ist der zweite Roman ihrer sinnlichen »Silk and Sin«-Reihe jenseits aller Tabus. Lesen ist sexy: venusbooks - der erotische eBook-Verlag.

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Kapitel 1


Gabriel kannte die Frau in dem schäbigen Umhang. Er kannte sie, weil er früher so gewesen war wie sie. Durchgefroren. Hungrig. Die perfekte Beute und das perfekte Raubtier.

Sie kam, um einen Engel zu töten.

Sie würde die Morgendämmerung nicht erleben.

Stimmengewirr wehte auf gelbem Dunst und grauem Rauch nach oben. Männer in schwarzen Röcken und weißen Westen und Frauen in schimmernden Gewändern und funkelnden Juwelen bewegten sich in einem Gewirr von Tischen im flackernden Kerzenlicht: standen, saßen, lehnten sich in Mahagonisesseln zurück, beugten sich über weiße Seidentischtücher.

Sie wussten nicht, dass sie Köder waren, die vornehme englische Gesellschaft, die ihr Vergnügen suchte, und die Londoner Huren, die auf Reichtum aus waren. Sie wussten nicht, dass eine Frau sich an sie heranpirschte; Gabriel bebte am ganzen Körper vor Wissen. Um Lust, um Reichtum.

Um Leben; um Tod.

Die Wiedereröffnung des Hauses Gabriel – ein Etablissement, in dem jedes sinnliche Verlangen Befriedigung fand – lockte Freier und Prostituierte an.

Fleischeslust und Mord. Weißglut schoss auf.

Zwanzig Fuß unter ihm fing ein Mann seinen Blick ein. Ein Mann, dessen Haar so dunkel war, wie Gabriels blond war. Ein Mann mit violettblauen statt silbergrauen Augen. Seine rechte Wange war von Schatten durchfurcht.

Siebenundzwanzig Jahre voller Erinnerungen lagen zwischen ihnen. Bilder aus dem kriegshungrigen Frankreich, nicht aus dem winterverhangenen England; Bilder von zwei halb verhungerten Dreizehnjährigen, nicht von zwei Vierzigjährigen in maßgeschneiderten schwarzen Fracks mit weißen Westen.

Meine beiden Engel, hatte Madame gesagt, als sie die beiden von einer Pariser Straße pflückte. Ein Dunkler für die Frauen. Ein Blonder für die Männer.

Sie hatte sie das Huren gelehrt, und die beiden hatten sich selbst übertroffen. Sie hatte sie die acht Todsünden gelehrt, und die beiden hatten sie begangen.

Das helle Kerzenlicht verdunkelte sich und erinnerte Gabriel unvermittelt an den Revolver, der schwer in seiner linken Hand lag.

Michael, der gezeichnete Engel, war gekommen, um Gabriel, den unberührbaren Engel, zu beschützen.

Ohne ihn wäre Rache nicht möglich. Ohne ihn wäre Rache nicht notwendig.

Die Frau würde sterben, weil ein dunkelhaariger Engel lebte. Und liebte.

Ein Puls tätowierte einen unermüdlichen Rhythmus in den Rosenholzgriff: Männer, Frauen; Schmerz, Lust; Leben, Tod.

Der Adams-Revolver war mit einem Doppelfunktions-Schloss ausgestattet: manuelle Vorspannung für höhere Treffgenauigkeit, Spannabzug für schnelles Feuer. Er konnte den Revolver von Hand spannen. Er konnte abdrücken und einen einzigen, präzisen Schuss abfeuern.

Eine Kugel würde Michael töten. Eine Kugel würde dem siebenundzwanzigjährigen Kreislauf des Todes ein Ende setzen.

Gabriel spannte den Revolver nicht. Er konnte Michael nicht töten.

Der zweite Mann hatte eine Frau geschickt, die zu Ende bringen sollte, was Gabriel vor sechs Monaten nicht geschafft hatte.

Ein scharfer Knall jagte ihm Schauer über den Rücken. Die Frau blieb am Rand des Kerzenlichts stehen, Michael im Blickfeld. Aus dem rechten Augenwinkel sah Gabriel, wie ein Kellner in kurzem, schwarzem Rock und weißer Weste sich vorbeugte und mit einer weißen Seidenserviette wieder aufrichtete. Unmittelbar unter Gabriel rückten zwei Kellner dichter zu Michael. Ihre Hände verharrten an ihren Seiten: Sie waren nicht darauf vorbereitet, eine Frau zu erschießen.

Vier Tische weiter schenkte ein Kellner Champagner aus einer frisch entkorkten Flasche ein, Kristall glitzerte, Flüssigkeit funkelte.

Noch immer keine Spur von dem zweiten Mann. Aber er war da unten, ein Chamäleon in schwarzem Frack und weißer Weste. Als Freier oder Prostituierter getarnt. Lehnte sich in einem Mahagonisessel zurück oder beugte sich über ein weißes Seidentischtuch.

Hart. Steif.

Prall von der Glut der Sinnenlust und dem Prickeln des Mordes. Die Zeit stockte mit Gabriels Herzschlag.

Die verhüllte Frau nahm die Arme nach vorn, einen matten dunklen Gegenstand in Händen.

Eine blau plattierte Schusswaffe reflektierte kein Licht. Das wusste Gabriel, weil seine eigene Waffe blau plattiert war.

Das Dröhnen erotischen Geplänkels verebbte.

Ihr Kopf war von der Falte einer dunklen Kapuze verdeckt: Gabriel konnte ihr Gesicht nicht sehen.

Trauer durchzuckte ihn. Um die Männer und Frauen, die gestorben waren; um die Männer und Frauen, die noch sterben würden. Um die Frau da unten, die bald sterben würde. Perfekte Beute und perfektes Raubtier. Gabriel zielte auf den fahlen Schimmer ihres Gesichts.

Gleichzeitig sagte eine Frauenstimme laut und deutlich: »Gentlemen, ich biete Ihnen meine Jungfräulichkeit an.«

Gabriel erstarrte. Die Frau war gekleidet wie eine Straßendirne; sie sprach wie eine wohl erzogene Dame. Nach und nach erstarb das affektierte Gelächter der vornehmen Herren und das geübte Gekicher der Kokotten. Seide wisperte. Kerzenflammen flackerten. Unsicherheit lähmte seine Kellner. Die Pflicht gebot, die Frau in ihrem billigen schwarzen Umhang hinauszuwerfen; die Erfahrung lehrte sie, dass es zu spät war: Die Unbekannte hatte bereits die Aufmerksamkeit reicher Freier erregt. Jungfräuliches Fleisch war begehrte Ware. Die Kellner würden nicht eingreifen.

»Der Mann, der das höchste Gebot abgibt, soll seinen Lohn noch in dieser Nacht erhalten«, fuhr sie mit schallender Stimme fort, die Hände ruhig, die Haltung gelassen, der Tod nur eine Kugel entfernt. »Fangen wir mit einhundertfünf Pfund an?«

Einhundertfünf Pfund wogte es durch Rauch und Dunst.

Auf den Londoner Straßen verkaufte sich Jungfräulichkeit – echte oder fabrizierte – für fünf Pfund, nicht für einhundertfünf.

Wie ein Schlag traf Gabriel die Erinnerung: an ein französisches maison de rendezvous und an eine Frau in luxuriösem purpurrotem Satin.

Vor siebenundzwanzig Jahren hatte Madame seine Unberührtheit für zweitausendsechshundertsechsundvierzig Francs verkauft. Einhundertfünf englische Pfund entsprachen zweitausendsechshundertsechsundvierzig französischen Francs. Dieses Wissen konnte die Frau nur von zwei Menschen haben: von Michael oder vom zweiten Mann. Gabriel zweifelte keinen Augenblick, von welchem der beiden sie ihr Wissen bezogen hatte. Er spannte den Revolver mit dem Daumen.

»Na hör mal!« Bosheit enthüllte die Cockney-Herkunft einer Dirne. »Keine Fischblase is’ hundertfünf Pfund wert, Schätzchen!«

Licht und Schatten erbebten unter männlichem und weiblichem Gelächter. Die verhüllte Frau lachte nicht. Lachte der zweite Mann? Richtete er einen Revolver auf Michael, während Gabriel mit seiner Waffe auf die Frau zielte? Oder drückte die verhüllte Frau langsam den Abzug einer Waffe in ihrer Tasche, ohne etwas von ihrem Schicksal zu ahnen?

War die Frau gekommen, um einen Engel zu töten ... oder war sie gekommen, um einen Engel abzulenken?

»Ich versichere Ihnen, Madam, meine Jungfräulichkeit stammt nicht vom Fischhändler«, erwiderte die Frau kühl. »Ich bin tatsächlich Jungfrau.«

Es war möglich. Die Umstände zwangen keusche, gebildete Frauen ebenso auf die Straße wie die lebenslustigen Ungebildeten.

Es spielte keine Rolle. Eine Waffe war in der Hand einer Jungfrau ebenso tödlich wie in der Hand einer Dirne. Gabriels Mittelfinger schmiegte sich an gebogenes Metall.

»Dann nimm deinen Umhang ab, Mädchen, und zeig uns, was du zu bieten hast«, forderte Lord James Ward Hunt, Earl of Goulburn und Innenminister, sie grob heraus. Gabriel würdigte ihn keines Blickes.

Im Kerzenlicht schimmerte das pomadige Haar des Mannes wie schwarzes Öl. Schatten verwandelten Rot in Schwarz. Das Blut der Frau würde ebenso schimmern wie das Haar des Innenministers.

»Ich sehe keinen Grund, mich zur Schau zu stellen, Sir«, erwiderte die verhüllte Frau ruhig. »Nicht mein Körper ist von Wert, sondern meine Jungfräulichkeit.«

Erstaunen ließ das restliche Gekicher verstummen. Huren, die Freier suchten, weigerten sich nicht, ihre Ware zur Schau zu stellen. Gabriel kannte sich aus, er hatte selbst über zwölf Jahre lang als Hure gearbeitet.

Anziehen. Ausziehen.

Reizen. Verführen.

Seinen Körper zu verkaufen war ihm als kleiner Preis für Essen, Schuhe und ein Bett zum Schlafen erschienen. Anfangs. Am Ende hatten seine Liebesdienste ihm nur noch als Beweis gedient, dass er nicht die Hure war, zu der man ihn ausgebildet hatte.

Der zweite Mann hatte ihm bewiesen, dass er sich geirrt hatte.

»Donnerwetter, sie hat Mumm!« Gabriel konzentrierte sich auf die Frau, nicht auf den frisch gewählten Parlamentsabgeordneten, der gerade sprach. »Ich gebe dir zwanzig Pfund, na, und?«

»Die Jungfräulichkeit ist die Mitgift einer Frau«, erklärte die verhüllte Frau ungerührt und wandte sich von Michael fort dem Parlamentsabgeordneten zu. Der Wechsel ihrer Haltung ließ den dunklen Gegenstand erkennen, den sie fest in der Hand hielt: Es war eine Tasche, keine Waffe. »Ist das alles, was die Unschuld einer Frau Ihnen wert ist, Sir? Zwanzig Pfund? Würden Sie Ihre Tochter – oder Schwester – so billig in eine Ehe verkaufen?«

Missbilligung ließ das männliche Interesse umschlagen. Prostituierte, gleich ob männlich oder weiblich, verglichen ihren Wert nicht mit dem der vornehmen Gesellschaft. So hoch der Preis auch sein mochte, den sie für ihr Fleisch verlangen konnten.

Trällerndes Lachen hallte durch die von Kerzen erhellte Dunkelheit. Ein englischer Gentleman und ein Londoner...



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