Schrenk / Soldner | Analyse demokratischer Regierungssysteme | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 626 Seiten

Reihe: Humanities, Social Science (German Language)

Schrenk / Soldner Analyse demokratischer Regierungssysteme


1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-531-91955-3
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

E-Book, Deutsch, 626 Seiten

Reihe: Humanities, Social Science (German Language)

ISBN: 978-3-531-91955-3
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Mit einem Beitrag von Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert

Klemens H. Schrenk ist Politikwissenschaftler und Dozent am Institut für Politikwissenschaft der TU Dresden.
Markus Soldner ist Politikwissenschaftler und freiberuflicher Dozent und promoviert am Institut für Politikwissenschaft der TU Dresden.

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1;Inhaltsübersicht;7
2;Vorwort der Herausgeber;10
3;Analyse und Vergleich demokratischer Regierungssysteme;12
3.1;1. Einleitung;12
3.2;2. Zu den Beiträgen;13
3.3;3. Zusammenfassung;25
3.4;Literaturverzeichnis;25
4;Teil I Theorien, Methoden, Ansätze und Typologien der Regierungssystemanalyse;27
4.1;Methoden der Regierungssystemanalyse und des Regierungssystemvergleichs;28
4.1.1;1. Einleitung;28
4.1.2;2. Die Entwicklung der vergleichenden Methode;29
4.1.3;3. Methoden des Vergleichs in der Übersicht;32
4.1.4;4. Fazit;39
4.1.5;Literaturverzeichnis;40
4.2;Demokratietypen auf dem Prüfstand: Zur Reichweite von Lijpharts Mehrheits- und Konsensusdemokratie in der Vergleichenden Politikwissenschaft;43
4.2.1;1. Einleitung;43
4.2.2;2. Neo-institutionalistische Grundannahmen;44
4.2.3;3. Das Demokratiekonzept von Arend Lijphart;46
4.2.4;4. Empirische Überprüfung von Lijpharts Forschungsergebnissen durch Korruptionsmessung;48
4.2.5;5. Fazit und Forschungsperspektiven;52
4.2.6;Literaturverzeichnis;54
4.3;„Semi-präsidentielle“ Regierungssysteme? Überlegungen zu einem umstrittenen Systemtyp und Bausteine einer typologischen Rekonzeptualisierung;57
4.3.1;1. Einleitung;57
4.3.2;2. Die Parlamentarismus-Präsidentialismus-Debatte der 1990er Jahre;58
4.3.3;3. Die klassische Differenzierung: parlamentarisches und präsidentielles Regierungssystem;59
4.3.4;4. Duvergers Konzept des semi-präsidentiellen Regierungssystems;61
4.3.5;5. Konkurrierende Weiterentwicklungen des Semi-Präsidentialismus- Konzepts;64
4.3.6;6. Premier-präsidentielle und präsidentiell-parlamentarische Regierungssysteme;67
4.3.7;7. Zwischenbilanz: Bausteine einer Rekonzeptualisierung;69
4.3.8;8. Ein Vorschlag zur Rekonzeptualisierung: Die konzeptionelle Stärkung präsidentieller Kompetenzen;72
4.3.9;9. Resümee;74
4.3.10;Literaturverzeichnis;76
4.4;Die Europäische Union – eine Konkordanzdemokratie? Zur typologischen Verortung der EU;79
4.4.1;1. Einleitung;79
4.4.2;2. Zentrale Fragestellung;79
4.4.3;3. Konkordanzdemokratie als Antwort auf cleavages;81
4.4.4;4. Das Fehlen eines europäischen politischen Marktes;83
4.4.5;5. Integrations- und Demokratietheorie;85
4.4.6;6. Zusammenfassung;86
4.4.7;Literaturverzeichnis;87
4.5;Analyse defekter Demokratien;89
4.5.1;1. Einleitung;89
4.5.2;2. Strategien zur Vermessung von demokratischen Grauzonen;90
4.5.3;3. Eingebettete und defekte Demokratien;91
4.5.4;4. Die empirische Analyse defekter Demokratien;95
4.5.5;5. Schluss;107
4.5.6;Literaturverzeichnis;108
4.6;Interessengruppen und Demokratie im Wandel verbändetheoretischer Paradigmen;111
4.6.1;1. Einleitung;111
4.6.2;2. Spannungspotenziale zwischen den Grundprinzipien demokratischer Interessenpolitik;112
4.6.3;3. Demokratietheoretische Ambivalenzen des Pluralismus;114
4.6.4;4. Demokratietheoretische Ambivalenzen des Korporatismus;116
4.6.5;5. Implikationen gewandelter Interessenvermittlungsformen im Postkorporatismus;118
4.6.6;6. Perspektiven einer assoziativen Demokratie im Postkorporatismus;120
4.6.7;7. Fazit;122
4.6.8;Literaturverzeichnis;123
4.7;Zwischen Markt und Staat: Sozialkapital und die Zukunft der Demokratie;124
4.7.1;1. Einleitung;124
4.7.2;2. Sozialkapital – ein Weg zur Lösung der Probleme moderner Gesellschaften?;125
4.7.3;3. Das Konzept des Sozialkapitals;126
4.7.4;4. Die Elemente des Sozialkapitals und ihre Verteilung in Europa;128
4.7.5;5. Die Konsequenzen der Verteilung von Sozialkapital;135
4.7.6;6. Zusammenfassung und Diskussion;141
4.7.7;Literaturverzeichnis;142
4.8;Legitimationsprobleme im frühen Medienabsolutismus;145
4.8.1;1. Medien im freiheitlichen demokratischen Staat;145
4.8.2;2. Rechtfertigung gesellschaftlicher Macht;146
4.8.3;3. Medien und Parlament;147
4.8.4;4. Medien und Justiz;149
4.8.5;5. Normsetzung in Staat, Politik und Gesellschaft;151
4.8.6;6. Medien und ethische Normen;153
4.8.7;7. Legitimationsbedarf des Medienverhaltens;156
4.9;Philosophie des „nächsten Schritts“: Politikberatung in der Wissensgesellschaft;159
4.9.1;1. Einleitung – Von Informationsflut und Wissensdurst;159
4.9.2;2. Ausgangssituation – Wissen zwischen Macht und Wahrheit;160
4.9.3;3. Formen des Wissens;163
4.9.4;4. Politikberatung in der Wissensgesellschaft;167
4.9.5;5. Pfadabhängige Politik und die Philosophie „des nächsten Schritts“;172
4.9.6;Literaturverzeichnis;174
5;Teil II Analyse des deutschen Regierungssystems;177
5.1;Das europäisierte deutsche Regierungssystem;178
5.1.1;1. Deutschland in der Europäischen Union – Forschungsperspektiven;178
5.1.2;2. Die Europäisierung der politischen Institutionen;181
5.1.3;3. Politische Willensbildung;186
5.1.4;4. Politikfelder;188
5.1.5;5. Fazit;191
5.1.6;Literaturverzeichnis;192
5.2;Das Bundeskanzleramt – Funktionen und Organisation;193
5.2.1;1. Einleitung;193
5.2.2;2. Funktionen des Bundeskanzleramtes;193
5.2.3;3. Organisation des Bundeskanzleramtes;202
5.2.4;4. Zusammenfassung;210
5.2.5;Literaturverzeichnis;210
5.3;Regierungsinternes Gesetzgebungsvorbereitungsverfahren;213
5.3.1;1. Einleitung;213
5.3.2;2. Organisation der Bundesregierung und Verantwortlichkeiten;214
5.3.3;3. Verfahrensgang;217
5.3.4;4. Das Bundeskanzleramt im regierungsinternen Gesetzesvorbereitungsprozess;222
5.3.5;5. Zusammenfassung und Ausblick;226
5.3.6;Literaturverzeichnis;226
5.4;Regieren aus der zweiten Reihe: Der Parlamentarische Staatssekretär im Bund;229
5.4.1;1. Einleitung;229
5.4.2;2. Entstehung des Amtes;230
5.4.3;3. Rechtsgrundlagen;232
5.4.4;4. Parlamentarische Staatssekretäre im Deutschen Bundestag;234
5.4.5;5. Rollenverständnis von Parlamentarischen Staatssekretären;241
5.4.6;6. Der Parlamentarische Staatssekretär zwischen Bewährung und Kritik;244
5.4.7;Literaturverzeichnis;245
5.5;Relevanz und Reputation des Parlaments: Der Bundestag;248
5.5.1;Literaturverzeichnis;253
5.6;Institutionen: Ideen im Wandel;254
5.6.1;1. Wandel und Erstarrung;254
5.6.2;2. Vom Sinngehalt der Institutionen: Die „idée directrice“;255
5.6.3;3. Eine kritikbedürftige Paradoxie;257
5.6.4;4. Zur Leitidee des Parlamentarismus;259
5.6.5;5. Fazit;262
5.6.6;Literaturverzeichnis;262
5.7;Parlament und Kunst – Bernhard Heisig in der Volkskammer und;264
5.8;im Deutschen Bundestag;264
5.8.1;1. Parlamente als demokratische Symbolbauten;264
5.8.2;2. Bildlosigkeit als Symbol eines staatlichen Provisoriums;265
5.8.3;3. Wiedervereinigung und ästhetisches Repräsentationsbedürfnis;266
5.8.4;4. Kunst in der Volkskammer;270
5.8.5;5. Zwei Bilder – zwei Parlamente – zwei Systeme;274
5.8.6;Literaturverzeichnis;275
5.8.7;Bildquellenverzeichnis;276
5.9;Parlamentarische Geschäftsführer im Deutschen Bundestag;277
5.9.1;1. Einführung;277
5.9.2;2. Die Funktionen;279
5.9.3;3. Im Spannungsfeld zwischen Effizienz und Kreativität;287
5.9.4;Literaturverzeichnis;291
5.10;Die Macht der Fraktionsarbeitskreise;292
5.10.1;1. Einleitung;292
5.10.2;2. Zur Struktur der Arbeitskreise in den Fraktionen;293
5.10.3;3. Die Entscheidungskaskade im Parlament;294
5.10.4;4. Probleme der Machtanalyse im antizipativen System;297
5.10.5;5. Neun Aspekte einer Machtanalyse im antizipativen System;297
5.10.6;6. Die Arbeitskreise – Einfluss ohne Macht?;305
5.10.7;Literaturverzeichnis;307
5.11;Ungewählte Repräsentanten? Aufgaben, Selbstverständnis und Karrieren von Fraktionsmitarbeitern im Deutschen Bundestag;309
5.11.1;1. Einleitung;309
5.11.2;2. Mitarbeiter von Abgeordneten und Fraktionen;309
5.11.3;3. Leiter der Fraktionsverwaltungen;311
5.11.4;4. Referenten in Arbeitskreisen bzw. Arbeitsgruppen;316
5.11.5;5. Zusammenfassung und Ausblick;320
5.11.6;Literaturverzeichnis;321
5.12;Der Bundesrat im föderativen System Deutschlands: Vor und nach der Reform 20061;323
5.12.1;1. Einleitung;323
5.12.2;2. Ausgangsbedingen der Föderalismusreform;324
5.12.3;3. Die Föderalismusreform 2006;333
5.12.4;4. Ausblick: Nach der Reform ist vor der Reform;341
5.12.5;Literaturverzeichnis;343
5.13;Die Vertretungen der Länder beim Bund;347
5.13.1;1. Einleitung;347
5.13.2;2. Rechtsgrundlagen und Arbeitsstrukturen der Landesvertretungen;348
5.13.3;3. Aufgaben der Landesvertretungen;350
5.13.4;4. Stimmführung, Vertretung und Koordination im Bundesrat;353
5.13.5;5. Zusammenfassung;360
5.13.6;Literaturverzeichnis;360
5.14;Governance im Bundesstaat: Föderale und unitarische Tendenzen in der Landespolitik am Beispiel der Kopftuchfrage;363
5.14.1;1. Einleitung;363
5.14.2;2. Governance im Bundesstaat: ein Analyseansatz;364
5.14.3;3. Die Bundesländer und das Kopftuch;370
5.14.4;4. Ausblick;374
5.14.5;Literaturverzeichnis;375
5.15;Wirtschaftspolitische Gesetzgebung nach der Föderalismusreform I: Schluss mit dem Reformstau?;377
5.15.1;1. Einleitung;377
5.15.2;2. Föderalismusreform und Wirtschaftspolitik;379
5.15.3;3. Hindernisse kohärenter wirtschafts- und sozialpolitischer Reformen in der Bundesrepublik;383
5.15.4;4. Fazit;386
5.15.5;Literaturverzeichnis;387
5.16;Politikwissenschaftliche Forschung zum Bundesverfassungsgericht;389
5.16.1;1. Einleitung;389
5.16.2;2. Macht;390
5.16.3;3. Die politische Institution Verfassungsgericht im Akteursvieleck des politischen Gemeinwesens;395
5.16.4;4. Der politische Prozess im Verfassungsgericht;399
5.16.5;5. Richterwahl;402
5.16.6;6. Das Verfassungsgericht und die Öffentlichkeit;403
5.16.7;7. Ausblick;406
5.16.8;Literaturverzeichnis;407
5.17;Volksgesetze und parlamentarische Konterlegislatur;414
5.17.1;1. Einleitung;414
5.17.2;2. Die praktische Relevanz des Themas;415
5.17.3;3. Darf das Parlament ein vom Volk beschlossenes Gesetz (ohne weiteres) kassieren?;417
5.17.4;4. Normative Regelungen;421
5.17.5;5. Ergebnis;427
5.17.6;Literaturverzeichnis;428
5.17.7;1. Einleitung;430
5.17.8;2. Kommunale Problemlösung oder Vollzug der Vorgaben?;431
5.17.9;3. Themen und Zuständigkeiten in der Kinder- und Jugendpolitik;433
5.17.10;4. Treiber oder Getriebene? Kommunen im Spannungsfeld zwischen Bundesvorgaben, neuen Ideen aus der Landeshauptstadt und den Problemen vor Ort;436
5.17.11;5. Netzwerke und Kooperation als zukünftige kommunale Handlungsstrukturen?;442
5.17.12;Literaturverzeichnis;444
6;Teil III Analyse und Vergleich europäischer Regierungssysteme;447
6.1;Much Ado about Nothing? Zur Verpackungsehrlichkeit des europäischen Verfassungsprojekts;448
6.1.1;1. Einleitung;448
6.1.2;2. Der Status quo: Die Union auf dem Stand des Nizzaer Vertrages;449
6.1.3;3. Der Entwurf für eine europäische Verfassung;451
6.1.4;4. Second best: Ein neuer Änderungsvertrag als Verfassungsersatz;453
6.1.5;5. Bilanz: Auch unter der Verfassung wäre die Union die Gleiche geblieben;454
6.1.6;6. Das Verfassungsprojekt – ein Verpackungsfehler?;457
6.1.7;Literaturverzeichnis;461
6.2;Verfassungsgerichte als Demokratie-Versicherung? Ursachen und Grenzen der wachsenden Bedeutung juristischer Politikkontrolle;463
6.2.1;1. Einleitung: Der weltweite Siegeszug gerichtlicher Verfassungskontrolle;463
6.2.2;2. Die Legitimation von Verfassungsgerichtsbarkeit im Spannungsfeld von Recht und Politik;465
6.2.3;3. Grundlagen und Grenzen der Justizialisierung von Politik;470
6.2.4;4. Fazit;479
6.2.5;Literaturverzeichnis;480
6.3;Die Stabilität von Koalitionsregierungen im europäischen Vergleich: Empirische Befunde und institutionelle Erklärungsansätze;483
6.3.1;1. Einleitung;483
6.3.2;2. Koalitionsstabilität im internationalen Vergleich;484
6.3.3;3. Erklärungsansätze;486
6.3.4;4. Empirischer Test des L;498
6.3.5;-S;498
6.3.6;-Modells;498
6.3.7;5. Zusammenfassung;505
6.3.8;Literaturverzeichnis;506
6.4;Koalitionsstrukturen und Koalitionsstabilität in Mittel- und Osteuropa: Ein internationaler Vergleich;508
6.4.1;1. Einleitung;508
6.4.2;2. Die Dauerhaftigkeit von Regierungskoalitionen: theoretische Erklärungsansätze und Arbeitshypothesen;509
6.4.3;3. Koalitionsstabilität in Mittel- und Osteuropa: Befunde des internationalen Vergleichs;512
6.4.4;4. Fazit;523
6.4.5;Literaturverzeichnis;524
6.5;Gegen alle Theorie? Die Konsolidierung der Demokratie in;527
6.6;Ostmitteleuropa;527
6.6.1;1. Einleitung;527
6.6.2;2. Das Mehrebenenmodell der demokratischen Konsolidierung;528
6.6.3;3. Der Konsolidierungsstand in Osteuropa;531
6.6.4;4. Die demokratische Qualität der politischen Regime in Osteuropa;535
6.6.5;5. Das Elend der Theorie;538
6.6.6;Literaturverzeichnis;542
6.6.7;Anhang;544
6.7;Defekte Demokratien in Südosteuropa: Die Hypothek eigener;545
6.8;Staatlichkeit;545
6.8.1;1. Einleitung;545
6.8.2;2. Transformationsverläufe: Zur Ausprägung der Defekte;546
6.8.3;3. Defekte der Demokratie: Obstruktionseffekte paralleler staatlicher und politischer Transformation;550
6.8.4;4. Ausblick: Zum Stand der Transformation;563
6.8.5;Literaturverzeichnis;564
6.8.6;Analysen und Indizes;566
6.9;Parteien und Parteiensysteme in den post-sozialistischen Staaten Osteuropas – zwischen Konsolidierung und Krise;568
6.9.1;1. Einführung;568
6.9.2;2. Strukturprägende Einflussfaktoren auf die Entwicklung der Parteien und Parteiensysteme;570
6.9.3;3. Parteien und Parteiensysteme in der Dauerkrise?;573
6.9.4;4. Fazit;576
6.9.5;Literaturverzeichnis;577
6.10;Gesellschaftliche Spaltung und direkte Demokratie am Beispiel der Schweiz;579
6.10.1;1. Einleitung;579
6.10.2;2. Das System „halbdirekter Demokratie“;580
6.10.3;3. Cleavages in der Schweiz;581
6.10.4;4. Die gesellschaftlichen Spaltungen im Spiegel der Volksabstimmungen seit 1874;582
6.10.5;5. Die Thematisierung und Mobilisierung von Spaltungen durch die politischen Parteien;584
6.10.6;6. Cleavages, direkte Demokratie und Konkordanz;587
6.10.7;Literaturverzeichnis;589
6.11;Politische Kultur und Demokratieforschung;590
6.11.1;1. Einleitung: Das Interesse an der Erforschung politischer Stabilität;590
6.11.2;2. Die Anfänge;592
6.11.3;3. Kritik am Konzept der politischen Kulturforschung;597
6.11.4;4. Aktuelle Entwicklungen – Politische Kulturforschung als Demokratieforschung;599
6.11.5;5. Demokratiemessung und politische Kulturforschung;601
6.11.6;6. Fazit – einiges Grundsätzliches;602
6.11.7;Literaturverzeichnis;604
7;Autorenverzeichnis;606


Much Ado about Nothing? Zur Verpackungsehrlichkeit des europäischen Verfassungsprojekts (S. 463-464)

1. Einleitung

Seit dem Oktober 2004 bewegt das Verfassungsthema die Politik der Europäischen Union. Nach langer, mühevoller Vorbereitung durch einen Verfassungskonvent hatten sich die europäischen Institutionen auf einen Entwurf verständigt, der – je nach nationaler Verfassungslage oder politischem Kalkül – der Ratifizierung durch die Völker und Parlamente der Mitgliedstaaten harrte. Der Ratifizierungsprozess geriet dramatisch ins Stocken, als der Verfassungsentwurf Mitte 2005 recht unerwartet die Zustimmung des französischen und des niederländischen Volkes verfehlte.

Die größten Schwierigkeiten mit der Ratifizierung waren eigentlich eher von Dänemark, Großbritannien, Polen und der Tschechischen Republik erwartet worden – also von zwei Altmitgliedern der Union, in denen die Widerstände gegen die Vertiefung des Integrationsprozesses von jeher besonders stark ausgeprägt sind, und von zwei ostmitteleuropäischen Neumitgliedern, deren Regierungen sich schwer damit tun, weitere Teile ihrer mit dem Ende des Kalten Krieges erst wieder gewonnenen Souveränität an die europäischen Institutionen abzugeben. Dennoch wurde der Ratifizierungsprozess ostentativ weiterbetrieben. Im ersten Halbjahr 2007 gab es intensive Bemühungen, den Ratifizierungsprozess in Frankreich und in den Niederlanden noch einmal anzukurbeln und die Zustimmung zum Verfassungsentwurf in London, Prag und Warschau schmackhaft zu machen.

Das Ergebnis dieser Bemühungen war der Reformvertrag von Lissabon. Im Sommer 2008 scheiterte auch dieser Vertragsentwurf. Das in Irland für die Vertragsratifizierung vorgeschriebene Referendum verfehlte die erforderliche Mehrheit. Das Schicksal des Reformvertrags ist offen. Die näheren Umstände und der historische Kontext, der die Akteure in den Staaten der Union und im Brüsseler Politikbetrieb selbst dazu bewog, der Union eine förmliche Verfassung zu geben, sollen in den folgenden Überlegungen nicht interessieren. Hier geht es vielmehr darum, die Strukturmerkmale der Europäischen Union zu verdeutlichen.

Dafür ist es ohne Belang, ob und wann der aktuelle Reformvertragsentwurf oder ein anderer in Kraft tritt. Der Verfassungsvertrag wie auch der Reformvertrag werden im Folgenden gleichermaßen als europäisches Verfassungsprojekt erörtert. Die Europäische Union, so der Ausgangspunkt dieser Betrachtung, ist ein hybrides Gebilde. Sie verkörpert europäische Staatlichkeit und eine dicht gewirkte und regional konzentrierte Form internationaler Regime.

Die vertrauten und politikwissenschaftlich bewährten Konzepte des Staates und des internationalen Regimes verdeutlichen zum einen die Statik der Europäischen Union, und sie erlauben zum anderen ein Urteil, ob ein Reformprojekt wie die europäische Verfassung – oder der Reformvertrag – die Erwartung eines politischen Neuanfangs einlösen könnte.

2. Der Status quo: Die Union auf dem Stand des Nizzaer Vertrages

In Simon Hix’ Standardwerk über die Europäische Union heißt es, die Union bilde ein politisches System und besitze ein spezifisches Regierungssystem, sie stelle aber keinen Staat dar (Hix 2005: 2ff.). Der scheinbare Widerspruch dieser Aussage löst sich rasch auf, wenn man bedenkt, dass der Begriff state im Englischen die organisierte Staatsgewalt in Gestalt von Bürokratien und Beamten betont, wohingegen mit government das umfassendere Regierungssystem einschließlich Parlament und politischer Führung bezeichnet wird. Hix’ Unterscheidung hilft also nicht wirklich weiter.

Eigentlich sagt er nur, dass die Union die typischen Institutionen des modernen Verfassungsstaates besitzt, dass es aber keine europäischen Polizisten, Soldaten, Katasterbeamten, keine europäischen Sozialämter und Steuerbehörden gibt. Die Union überlässt das Verwalten ihrer Rechtsordnung den Mitgliedstaaten. Wenn auch nicht in diesem Umfang, so lässt sich Ähnliches übrigens auch in Deutschland beobachten, wo weitestgehend die Länder das Recht des Bundes anwenden.



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