Schriefl | Platons Kritik an Geld und Reichtum | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 303 Seiten

Reihe: ISSN

Schriefl Platons Kritik an Geld und Reichtum


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-11-031100-6
Verlag: De Gruyter
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

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Reihe: ISSN

ISBN: 978-3-11-031100-6
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In dieser Arbeit wird Platons radikale Position zu Gelderwerb und Reichtum untersucht, die sich in der Kritik an den Honoraren der Sophisten, in den strengen Besitzregeln der und in der restriktiven Wirtschaftsordnung der ausdrückt. Es soll gezeigt werden, dass Platons Kritik an Gelderwerb und Reichtum eng mit einem seiner zentralen philosophischen Anliegen zusammenhängt: der Etablierung einer revisionären Vorstellung von . Platon vertritt die Ansicht, dass die richtig verstandene entgegen der verbreiteten Meinung keine chrematistischen Kompetenzen umfasst und sogar unvereinbar ist mit Gelderwerb. Da Platon zugleich eine monetär organisierte Wirtschaft für unabdingbar hält, ist in seinen Staatsentwürfen der Teil der Polisbewohner, der einem Lohnberuf nachgeht, von der vollen ausgeschlossen. Diese Position ist dabei nicht auf ein aristokratisches Vorurteil gegen Lohnarbeit zurückzuführen. Vielmehr richtet Platon seine Kritik insbesondere gegen die typisch aristokratische Hochschätzung von Reichtum und begründet sie vor allem psychologisch: Orientierung an Geld und Reichtum sei mit der Dominanz irrationaler Seelenzentren verbunden.
Die Arbeit eröffnet die Möglichkeit, die verschiedenen Komponenten von Platons Kritik an Gelderwerb und Reichtum zu einer kohärenten Theorie zu verbinden und auf der Basis von Textanalysen ihren philosophischen Gehalt zu prüfen.

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1;Einleitung;15
1.1;1 Die These dieser Arbeit;18
1.2;2 Erkenntnisgewinn;20
1.3;3 Überblick über die einzelnen Kapitel;21
1.4;4 Die zentralen Begriffe: Geld, Chrematistik, Reichtum und Armut;23
1.4.1;4.1. Geld, Chrematistik;23
1.4.2;4.2. Reichtum und Armut;25
1.5;5 Forschungslage;28
1.5.1;5.1. Die Honorare der Sophisten;28
1.5.2;5.2. Zur Apologie;33
1.5.3;5.3. Zur Politeia;35
1.5.4;5.4. Zu den Nomoi;40
1.5.5;5.5. Ist Platon Kommunist?;41
2;Kapitel I: Sokrates’ Armut. Die Apologie;44
2.1;1 Die wichtigsten Passagen zu Geld, Reichtum und Armut;45
2.1.1;1.1. Bezahlter Unterricht: Apol. 19d-20a, 31b-c und 33a-33b;45
2.1.2;1.2. Der reiche Kallias: Apol. 19d8-20c3;49
2.1.3;1.3. Sokrates’ Armut: Apol. 23b-23c, 31a-c, 36d-e;52
2.1.4;1.4. Die Geldstrafe von 30 Minen: Apol. 38b2;56
2.1.5;1.5. Sokrates’ Reichtumskritik: Apol. 29d-30b, 36b-c und 41e-42a;60
2.2;2 Sokratischer und konventioneller aretê-Begriff;64
2.2.1;2.1. Sokrates’ Forderungen, man möge sich um aretê bemühen;65
2.2.2;2.2. Sokrates’ intellektualistischer aretê-Begriff in der Apologie und das Leben der Philosophie;68
2.2.3;2.3. Die konventionelle Verbindung von aretê, Reichtum und Chrematistik;72
2.3;3 Vertritt Sokrates eine Irrelevanz- oder eine Inkompatibilitätsthese?;75
2.3.1;3.1. Sokrates macht uns arm: Die Kritik von Thomas West;76
2.3.2;3.2. Reichtumskritik und Güterlehre;79
2.4;4 Zusammenfassung;84
3;Kapitel II: Nicht aus Geld entsteht Tugend, sondern aus Tugend Geld (Apol. 30b2-4);86
3.1;1 Die Schwierigkeit der Passage Apol. 30b2-4;86
3.2;2 Forschung;87
3.2.1;2.1. Die Rektifizierungs-Interpretation: Tugend macht Reichtum zu einem Gut;88
3.2.2;2.2. Die wörtliche Interpretation: Tugend macht reich;92
3.2.3;2.3. Die metaphorische Interpretation: Tugend erzeugt „wahren“ Reichtum;95
3.2.4;2.4. Die rhetorische Interpretation;97
3.3;3 Zur Funktion und rhetorischen Zuspitzung der Formulierung;99
3.3.1;3.1. Die Funktion von 30b2-4: Die Andeutung einer Begründung;100
3.3.2;3.2. Die philosophische Explikation dieser Begründung;101
3.3.2.1;3.2.1 Askese: Besonnenheit macht reich;103
3.3.2.2;3.2.2 Ein sokratischer Topos? Xenophon über chrêmata und die Fürsorge der Götter;104
3.3.2.3;3.2.3 Dinge wie chremata werden erst durch die aretê zu Gütern;106
3.3.3;3.3. Die Funktion der rhetorischen Zuspitzung: Bezug zu einem literarischen Topos;108
3.3.4;3.4. Zwei Adressatenkreise?;113
3.4;4 Zusammenfassung;114
4;Kapitel III: Die Honorare der Sophisten;116
4.1;1 Sind die historischen Sophisten geldgierig?;119
4.1.1;1.1. Quellen zu den Honoraren der Sophisten;119
4.1.2;1.2. Indizien für eine genuin platonische Perspektive auf die Sophisten;122
4.1.3;1.3. Weiterführung;128
4.2;2 Die Diskussion mit Anytos im Menon;128
4.2.1;2.1. Die von Menon erstrebte und von den Sophisten gelehrte aretê;130
4.2.2;2.2. Die sokratische aretê;131
4.2.3;2.3. Warum kann Anytos die Sophisten nicht kritisieren?;132
4.2.4;2.4. Zusammenfassung;134
4.3;3 Die Diskussion mit Hippias im Hippias maior;134
4.3.1;3.1. Diskussionsverlauf;135
4.3.2;3.2. Warum die Honorarhöhe für die Qualität des aretê-Unterrichts und für die sophia irrelevant ist - Argumente des Commonsense;137
4.3.3;3.3. Hippias’ Begriff von sophia;138
4.3.4;3.4. Zusammenfassung;140
4.4;4 Der Händlervergleich im Protagoras;141
4.4.1;4.1. Die Sophisten entsprechen nicht dem Ideal des Freien;142
4.4.2;4.2. Sind die Sophisten Handwerker, Lehrer oder Händler?;144
4.4.3;4.3. Ist es gefährlich, die Lehren der Sophisten zu hören?;146
4.5;5 Das Argument im Gorgias: Bezahlter aretê-Unterricht erweist die Inkompetenz des Lehrers;149
4.5.1;5.1. Betrifft das Argument nur Bezahlung im Voraus?;150
4.5.2;5.2. Ein kategorisches Argument gegen Honorarforderungen?;151
4.6;6 Zum Unterschied zwischen den Sophisten und Sokrates;152
4.6.1;6.1. Warum Sokrates kein Honorar fordert;153
4.6.2;6.2. Ein Konflikt zwischen sokratischer arete und chrematistischen Zielen;154
5;Kapitel IV: Reichtum und Gerechtigkeit. Die Theorie der Politeia;156
5.1;1 Gerechtigkeit und pleonexia in Rep. I und II;157
5.2;2 Die Besitzregeln: Vorbereitung und Diskussion der Einwände;162
5.2.1;2.1. Die Einführung der Wächter: Rep. II 373d-374d;163
5.2.2;2.2. Der Metallmythos: Rep. III 414b-415d;167
5.2.3;2.3. Die Trennung von Wächtern und Chrematisten: Rep. III 415d-416c;171
5.2.4;2.4. Die fünf Besitzregeln für die Wächter: Rep. III 416d-417b;173
5.2.5;2.5. Adeimantos’ erster Einwand: Sind die Wächter glücklich? Rep. IV 419a-421c;175
5.2.6;2.6. Die Wächter sollen Reichtum und Armut in der Stadt verhindern: Rep. IV 421c-422a;178
5.2.7;2.7. Adeimantos’ zweiter Einwand. Militärische Bedenken: Rep. IV 422a4-423b3;179
5.2.8;2.8. Die Besitzregeln im Kontext der Frauengemeinschaft: Rep. V 464b-466d;181
5.2.9;2.9. Zusammenfassung: Die Ziele der Besitzregeln;184
5.2.10;2.10. Warum sind in einer gerechten Polis Besitzregeln nötig?;185
5.3;3 Die psychologische Erklärung für die Liebe zu Geld und Reichtum;188
5.3.1;3.1. Das epithymêtikon als Zentrum chrematistischer Begierden: Rep. IV 442a-b und IX 580d-581a;189
5.3.2;3.2. Warum ist die Begierde nach Geld unersättlich und universell?;192
5.3.3;3.3. Die Entsprechung zwischen epithymêtikon und drittem Stand der Kallipolis;195
5.3.4;3.4. Die ungerechten Chrematisten der Kallipolis und Kephalos;197
5.3.5;3.5. Chrematistische und körperliche Begierden des dritten Seelenteils;201
5.3.6;3.6. Das epithymêtikon im Kontext der Seelenteilung: Rep. IV 437b-441c;205
5.3.7;3.7. Zusammenfassung: Der Zusammenhang zwischen den Besitzregeln und dem epithymêtikon;207
5.4;4 Der Verfall der Verfassungen: Rep. VIII und IX;208
5.4.1;4.1. Überblick über die Verfallsgeschichte;209
5.4.2;4.2. Deutungen: Popper, Frede und Pappas;212
5.4.3;4.3. Die Rolle von chrematistischen Begierden in ungerechten Gemeinschaften und Seelen;214
5.5;5 Zum Verhältnis zwischen psychologischer und politischer Reichtumskritik;218
5.5.1;5.1. Die beiden Themen der Politeia;218
5.5.2;5.2. Paradigmen in der Rezeptionsgeschichte;220
5.5.3;5.3. Die Motive für die Vernachlässigung der Politik in der Forschung;222
5.5.4;5.4. Die ethische Relevanz der politischen Institutionen;224
5.6;6 Die Inkompatibilitätsthese in der Politeia;226
6;Kapitel V: Eine moderatere Position? Die Theorie der Nomoi;230
6.1;1 Aufbau der Nomoi und Thematisierung von Geld und Reichtum;230
6.2;2 Vertritt Platon in den Nomoi eine moderatere Position?;234
6.3;3 Leg. I-III: Zum Status des Reichtums;238
6.3.1;3.1. Die erste Gütertafel. Reichtum als glückskonstitutives Gut: Leg. I 631b-d;239
6.3.2;3.2. Güter und Scheingüter, Glück und Scheinglück: Leg. II 660d11-663d5;241
6.3.3;3.3. Reichtum als Mitursache für Untergang und Korruption historischer Poleis: Leg. III;246
6.4;4 Leg. IV und V: Geographische Lage und Vorrede;251
6.5;5 Leg. V: Die wirtschaftliche Rahmenordnung;254
6.5.1;5.1. Landverteilung, Geldwirtschaft, Vermögensklassen: Leg. V 735a-747e;254
6.5.2;5.2. Die Unvereinbarkeit von Glück und großem Reichtum: Leg. V 742d-743c;259
6.6;6 Leg. VIII: Die Regeln zur Landwirtschaft;261
6.6.1;6.1. Die Landwirtschaftsgesetze: Leg. VIII 842c-850d;262
6.6.2;6.2. Verbot von Lohnberufen für die Bürger: Leg. VIII 846d-847b mit Leg. XI 918c-920c;264
6.7;7 Leg. IX-XII: Zivil- und Strafrecht;268
6.7.1;7.1. Eigentumsdelikte: IX 853d-856a, IX 913d-914c, XI 933e-934a, XII 941-942a;269
6.7.2;7.2. Geldgier als Hauptursache von Kapitalverbrechen: Leg. IX 870a-d;271
6.8;8 Die Inkompatibilitätsthese in den Nomoi;272
7;Kapitel VI: Ideengeschichtliche Einordnung;276
7.1;1 Zur Hochschätzung von Reichtum vor Platon;279
7.2;2 Zur Reichtumskritik vor Platon;280
7.2.1;2.1. Kritik an Gier;281
7.2.2;2.2. Der blinde Reichtum;283
7.2.3;2.3. Reichtum ist kein Indiz für aretê;284
7.2.4;2.4. Reichtum kann die eudaimonia nicht hinreichend garantieren;285
7.3;3 Platons Verhältnis zur Tradition;285
7.4;4 Nachwirkung der platonischen Position;287
8;Literaturverzeichnis;291
9;Register;302


Anna Schriefl, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Germany.

Anna Schriefl, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Germany.



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