Schwartz | Blutseelen Teil 1: Amalia | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 168 Seiten

Reihe: Blutseelen

Schwartz Blutseelen Teil 1: Amalia


1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-86495-007-0
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 1, 168 Seiten

Reihe: Blutseelen

ISBN: 978-3-86495-007-0
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Als Amalia auf den verführerischen Aurelius trifft, ahnt sie, dass ihre Zusammenkunft mehr als ein Zufall ist. In erotischen Träumen hat sie Aurelius bereits gesehen und seine Gegenwart löst in ihr rätselhafte Erinnerungen aus. Amalia fühlt sich, als sei sie für Aurelius bestimmt, gibt sich ihm vertrauensvoll hin und lässt sich von ihm in die Tiefen ihrer Lust entführen. Doch was als aufregende Zeit mit einem geheimnisvollen Mann beginnt, verwandelt sich in einen Albtraum, als Amalia erkennen muss, dass Aurelius und seine Freunde Vampire sind, und sie selbst der Schlüssel zu einem düsteren Geheimnis ist, das vor Jahrtausenden im Nebel der Geschichte verloren ging ...

Band 1 der Blutseelen-Trilogie.

Schwartz Blutseelen Teil 1: Amalia jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


LEIPZIG
Die Zeit bis vier Uhr zog sich endlos. Amalia fuhr in die Stadt, bummelte durch den Hauptbahnhof, kaufte ein paar Postkarten und fuhr weiter nach Halle an der Saale. An diesem Tag wollte sie einen ganz besonderen Besuch abstatten, der ihr schon seit Jahren auf der Seele lag: den Stadtgottesacker von Halle, eine der schönsten Friedhofsanlagen aus der Zeit der Renaissance, die um 1557 gebaut worden war. Trotz aller Kriege und Vernichtungen gab es hier noch immer jede Menge Grabmale zu sehen, und als Amalia den von außen stark befestigten Friedhof endlich erreicht hatte, war sie schnell gefangen von seiner morbiden Pracht, den hohen Mauern, den nach innen geöffneten Arkaden samt all der Stelen und Statuen, die von hohen Bäumen flankiert wurden. Gerade das Spiel zwischen Stein und Efeu übte einen besonderen Reiz aus. Gräber, die von Ginster überwuchert wurden, sagten in einem Bild so vieles, was Amalia sich zu Herzen nahm. An einem Ort wie diesem traten ihre Sorgen und Nöte zurück. Sie nahmen einen neuen Platz ein, fügten sich in eine größere Ordnung und verloren dadurch an Bedeutung. Auch Kims Absage wurde belanglos angesichts der Vergänglichkeit allen Seins. Die Ruhe war wohltuend und gab ihr neue Kraft. Amalia musste an die zahllosen Menschen denken, die einst gelebt hatten und auf diesem Friedhof ihre letzte Ruhe fanden. Sie dachte auch an die Romantiker im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert, die genau wie sie Friedhöfe genutzt hatten, um sich zu sammeln und zu besinnen. Auf fremden Friedhöfen war das einfacher als auf dem heimischen, wo das Grab ihres früh verstorbenen Vaters jeder Besinnung einen giftigen Beigeschmack gab. Auf dem Gottesacker von Halle aber gab es diesen Wermutstropfen nicht. Er war nicht nur ein Friedhof, sondern ein Kunstwerk, das zum Verweilen einlud. Sie spazierte über eine Stunde zwischen den verwilderten Grabsteinen und geflügelten Steinengeln umher, ehe sie den Rückweg antrat. Es war, als habe sie einen Schutzraum verlassen. Sobald sie wieder auf die Straße trat, dachte sie an Aurelius. Angespannt sah sie auf die Uhr. Sie hatte noch Zeit. Wann immer Aurelius‘ Bild in ihrer Erinnerung aufstieg, wurden ihre Wangen heiß und ihr Magen fühlte sich an wie die Heimat einer Ameisenkolonie. Sie freute sich darauf, sein Gesicht mit weichen Bleistiften auf Papier zu bannen. Verwundert fuhr sie sich mit der flachen Hand über ihren rebellierenden Bauch. Sie war schon seit Jahren nicht mehr auf diese Art und Weise verliebt gewesen. Verknallt traf es wohl besser. Gleichzeitig verriet ihr Körper überdeutlich, dass sie für romantische Küsse und Händchenhalten zwar durchaus etwas übrig hatte, aber auch all die anderen Dinge erhoffte, die sich unter anderem im DVD-Bereich für über Achtzehnjährige fanden. Sie wollte ihn mehr, als sie je einen Mann zuvor gewollt hatte. Es war nicht nur sein Körper, der sie faszinierte. Es war auch die Tiefe, die in seinen Augen lag und von Geheimnissen erzählte, die ihre Neugier entfachten. So etwas war ihr noch nie passiert. Nicht in dieser Form. Das Brennen in ihrem Inneren trieb sie schneller ins Hotel zurück als ursprünglich geplant. Sie zog sich um, schminkte sich sorgfältig und wählte ihre Unterwäsche mit Bedacht. Anschließend packte sie einen kleinen Koffer mit Bleistiften, Knetradierern und dem Malblock zusammen. In hohen Stiefeln, einer eng anliegenden Lackhose und einem Nadelstreifenkorsett, das sich glücklicherweise vorne schnüren ließ, stand sie schließlich samt einem plüschbesetzten Mantel an der Rezeption. Aurelius ließ sie nicht lange warten. Er trat in Begleitung des dunkelhaarigen Pärchens aus dem Fahrstuhl, das Amalia bereits am Morgen aufgefallen war. Ihre Wangen wurden heiß, als sie dem Blick des Mannes im Gehrock begegnete. Er und seine Begleiterin wirkten nicht viel älter als sie selbst. Dennoch hatten sie etwas an sich, das Amalia verstörte. Es waren ihre Augen. Sie wirken unendlich alt und zeitlos. Tausend, fünf. Alles und nichts lag darin. Es waren dunkle, geheimnisvolle Seen, in deren Tiefen sich Schätze und Monster verbargen. Aurelius umarmte sie flüchtig. Amalias Augen wurden groß bei der Berührung. Ihr war, als würde ihr Körper schlagartig heißer werden. Sein Geruch ließ sie schneller atmen. Hoffentlich war sie nicht so rot wie ein Krebs. Verlegen strich sie sich durch ihr Haar, als er sich von ihr löste, und wünschte sich gleichzeitig, er hätte sie nie losgelassen. Die Frau beugte sich vor und gab Amalia einen spitzen Kuss auf die Wange. Auch sie roch ungewöhnlich intensiv. Nach Kirsche und Honig. Vermutlich hatte sie ein besonders fruchtiges Parfüm aufgesprüht. Ihre Stimme war tief und rauchig. „Nett, dass du uns begleitest. Aurelius hat schon viel von dir erzählt. Er scheint kein anderes Thema mehr zu kennen.“ „Wirklich?“, entgegnete Amalia verdutzt und betrachtete Aurelius, der unschuldig zur Decke des Hotelvorraums aufsah. Seine anmutige Gestalt spiegelte sich in den mit schwarzen Blüten verzierten Spiegelkacheln über ihnen. Empfand er für sie das Gleiche wie sie für ihn? „Wir sind froh, wenn noch jemand mitkommt“, sagte der Mann an ihrer Seite. Er strich sich eine schwarzbraune Haarsträhne hinter ein Ohr und lächelte. „Das ist übrigens Grace, und sie ist nicht immer unausstehlich. Nur wenn sie noch nichts gegessen hat.“ Er reichte ihr die Hand. „Ich bin Darion.“ Amalia schloss ihre Finger fest um seine und erschrak über das Gefühl, das er ihr nur mit diesem Händedruck vermittelte. Obwohl er nicht fest zudrückte, fühlte sie sich, als habe sie ihre Hand einer Urgewalt anvertraut. Sein Blick hielt den ihren fest. „Hunger kann unausstehlich machen. Ich hoffe, du bist wenigstens nicht total ausgehungert?“ „Ich habe in der Stadt am Bahnhof eine Zwischenmahlzeit zu mir genommen.“ „Das hätte ich auch tun sollen.“ Grace setzte ein strahlendes Lächeln auf. „Also lasst uns aufbrechen, damit ich nicht noch länger warten muss.“ Sie hakte sich bei Amalia ein. „Ein sehr nettes Oberteil. Wo hast du es gekauft?“ „Wiesbaden. Im The Dome.“ Amalia konnte ihren Blick nicht von Aurelius nehmen. Selbst neben Darion wirkte er übermenschlich schön. Er bewegte sich so vollkommen, als habe er Jahre damit verbracht, jede Geste einzustudieren. Es war gleich, ob er an der Rezeption des Hotels stand oder über den Bürgersteig neben der belebten Straße lief. Er fiel auf. Sie alle vier fielen auf. Leute drehten sich um und sahen ihnen nach. Sie schob es auf ihr Outfit, aber das beunruhigende Gefühl vom Morgen war plötzlich wieder da. Wie ein Schleier fiel es über sie und verzerrte ihre Wahrnehmung. Sie sah gebannt auf eine schwarze Katze auf der anderen Straßenseite. Eine Katze, die ihr genau in die Augen sah und die zu wissen schien, was sie dachte. „Alles in Ordnung?“ Aurelius trat neben sie. Grace ließ ihren Arm los, machte ihm Platz und schloss zu Darion auf. „Ich … die Katze. Manchmal glaube ich, Katzen sind …“ Sie verstummte. Sie kannte diesen Mann kaum und wollte sich nicht gleich am ersten Tag zum Idioten machen. Zumindest nicht mehr, als sie es beim Frühstück schon getan hatte. „Magisch, nicht? Als könnten sie dir in die Seele sehen.“ Amalia nickte und lächelte verunsichert. „Du hältst mich für einen totalen Freak, nicht?“ „Nicht mehr als jeden anderen Besucher dieses Festivals.“ Er sah zu der Katze hinüber. „Ich hatte einmal einen Traum. Darin formte ich während meines Todes ein Teilstück meiner Seele zu einer Katze und schickte es durch die Zeiten zu der Frau, die ich liebte.“ Abrupt schwieg er, als habe er zu viel von sich preisgegeben. Amalia verstand seine Bedenken. Das, was er gesagt hatte, war ungewöhnlich. „Und? Kam die Katze bei ihr an?“ „Ja. Aber da erkannte ich, dass ich ohne das Teilstück nicht leben konnte. Wenn ich es aber zurückholen würde, würde die Katze sterben und die Frau wäre sehr unglücklich.“ „Hast du dir das Teilstück deiner Seele zurückgeholt?“ Amalia sah die Katze aus ihrem Traum vor sich, hellbraun wie Aurelius Haare. Rotgoldene Augen schimmerten im Licht von flackernden Flammen. „Nein. Ich bin aufgewacht.“ Er sah geradeaus. „Keine Ahnung, warum ich dir das erzähle.“ „Ist schon okay. Träume faszinieren mich. Ich träume sehr oft.“ Sie sah ihn von der Seite an und wurde gedanklich wieder fortgerissen. Hin zu dem Zimmer mit den teuren Vasen und den unschuldigen Rosenköpfen. Er sah sie nachdenklich an. „Nach Freud haben Träume immer etwas mit Wunscherfüllung zu tun. Nach den alten...


Sarah Schwartz (Jahrgang 1978) wuchs in Frankfurt/M. auf, wo sie nach dem Abitur den Magisterstudiengang Germanistik mit den Nebenfächern Psychologie und Kunstgeschichte absolvierte. Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums begann sie zu schreiben und arbeitete nebenher vom Kommissionieren bis zum Dozieren. Seit Ende 2011 arbeitet Sarah Schwartz als freiberufliche Schriftstellerin in den Genres Erotik, Science-Fiction, Fantasy und Fantastik. Hierfür benutzt sie verschiedene Pseudonyme. Insgesamt hat die Autorin zahlreiche kleinere und größere Romanprojekte sowie Heftromane für verschiedene Verlage umgesetzt.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.