Schwartz | Blutseelen Teil 2: Aurelius | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 168 Seiten

Reihe: Blutseelen

Schwartz Blutseelen Teil 2: Aurelius

Erotischer Vampirroman
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-86495-008-7
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Erotischer Vampirroman

E-Book, Deutsch, Band 2, 168 Seiten

Reihe: Blutseelen

ISBN: 978-3-86495-008-7
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Im Anwesen des Vampirclans von Aurelius lernt Amalia neue Abgründe der Lust kennen, während die Vampire versuchen, Amalia die Erinnerung an Lairas Aufenthalt zu entlocken. Aber auch die Vampirfürstin Rene gibt nicht auf, an das Wissen um Laira zu gelangen. Sie lässt ihre Werwölfe Amalia entführen.

Währenddessen kämpft Aurelius mit seinen Gefühlen, denn der Clan darf nicht von seinen wahren Gefühlen für Amalia erfahren. Dennoch will er Amalia weder zur Gespielin anderer Vampire machen, noch ihr Leben in Gefahr sehen, denn einige Vampire wollen Amalia töten, sobald sie Lairas Aufenthaltsort erfahren haben. Aurelius plant, mit Amalia zu fliehen, doch Rene kommt ihm zuvor.

Als Renes Wölfe Amalia mit einer List zu sich locken, folgt er ihrer Spur, um Amalia aus den Klauen der Vampirfürstin zu befreien ...

Teil 2 der Blutseelen-Trilogie.

Schwartz Blutseelen Teil 2: Aurelius jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


WEIßER BERG, VOR DEN TOREN PRAGS, 8. NOVEMBER 1620
Als er erwachte, erwachten auch die Schmerzen. Feuer brannte in seiner angeschossenen Schulter, wütete in seinem Fleisch, verzehrte Muskeln und Sehnen. Benommen öffnete er seine grüngoldenen Augen und starrte in einen milchig weißen Himmel. Schneeflocken rieselten herab, setzten sich auf seine Uniform und mischten sich mit Blut. Er hörte die Schreie Sterbender und das Grölen der Sieger. Irgendwo in seiner Nähe lallte ein betrunkener Soldat: „Santa Maria, oh Santa Maria, dein ist der Sieg.“ Aurelius spürte die Kälte in seinen Armen und Beinen. Er fragte sich, ob er je einen Winter erlebt hatte, in dem er nicht fror. Es war, als habe die Kirche beider Konfessionen recht behalten, als wolle Gott seine verirrten Schäfchen strafen und ihnen den eisigen Atem einer zweiten Hölle senden, in der der Teufel auf einem Thron aus Eis saß. Vielleicht gerade deshalb, weil sie sich in Katholiken und Protestanten geteilt hatten und in seinem Namen Krieg führten. Seine Gedanken schweiften ab. Er wusste, dass es am Blutverlust lag, an dem beständigen Strom, der aus ihm floss und ihn schwächte. Vorsichtig drehte er den Kopf zu dem singenden Soldaten hin, der zwischen Leichen und Verwundeten spazierte und seine Gabelmuskete im Takt des Liedes schwang. Seine Kleidung war vom Schnee bedeckt. Er war der Sieger, und er tat, was Sieger taten: Er bückte sich und nahm den Gefallenen aus den Taschen, was er brauchen konnte. Eben beugte er sich über einen, der noch lebte und aufschrie, als die Gabelmuskete gegen seinen Kopf schlug. Bedrich, erkannte Aurelius blinzelnd, ein Landsknecht aus seinem Haufen. Er hatte eine Frau und drei Kinder. Weitere Sieger eilten herbei, packten den noch stöhnenden Bedrich und zerrten ihn auf die Füße. Sie schleppten ihn zu einem Baum, an dem sie alle überlebenden Verlierer in der Nähe aufhängten. Der Baum war gespickt mit Menschen. Wie übergroße Früchte hingen sie an Stricken in den Ästen, während der Schnee den Weißen Berg samt den toten Körpern mit einem Leichentuch zudeckte. Die Soldaten lachten, als Bedrich schrie, sich wehrte und schließlich doch seinen Platz am Baum fand und verstummte. Aurelius unterdrückte ein Würgen. Was Friedrich in diesem Augenblick wohl machte? War sein König auf der Flucht, weil sie den Berg trotz der guten strategischen Lage nicht hatten halten können? Sie waren in der Unterzahl gewesen, hatten Hunger gelitten und waren geschwankt, als die Kavallerie mit trommelnden Hufen den Tod brachte. Wut stieg in ihm auf und dämpfte die Schmerzen. Was interessierte es ihn, was der böhmische König mit dessen blaublütigen Hinterteil anstellte? Sein Leben war in Gefahr, nicht das seines Herrn. Er musste fort. Aber wie? Sobald er sich regte, würden die Soldaten der katholischen Liga auf ihn aufmerksam werden und ihn neben Bedrich an den Baum hängen. Wehren konnte er sich nicht. Seine Pike hatte er verloren, und der Dolch war nicht geeignet, sich den Weg freizukämpfen. Er verhielt sich still und hoffte, zwischen den Leichen nicht aufzufallen. Wie hoch waren ihre Verluste? Viertausend Mann? Sechstausend? Würde auch er bald zu den Gefallenen zählen? Die Soldaten, die Bedrich gehängt hatten, suchten nach weiteren Opfern. Sie kamen auf ihn zu. Einen erschreckenden Moment lang glaubte er, den Gedanken des Mannes erfassen zu können, der an seine Seite trat. Es war, als spüre er dessen unbändige Freude darüber, am Leben zu sein und dem großen Feldherrn und Grafen von Buquoy diesen Sieg zu schenken. Er zitterte. Wie konnte das sein? Menschen waren nicht in der Lage, Gedanken zu lesen oder fremde Gefühle zu spüren. Zumindest keine Menschen, die nicht mit dem Teufel im Bund waren. Er hatte das schon früher erlebt, erinnerte er sich, und tief in ihm erklang eine zweite Stimme, die immer da war, wenn sein Leben bedroht wurde: Ganz ruhig. Ich helfe dir. Halt still und lass alles über dich ergehen. Ein Schleier legte sich über seinen Verstand. Ihm war, als könne er die Szene auf dem Weißen Berg von oben betrachten, wie ein Falke, der unter den Wolken dahinglitt und auf die Flanke des Berges hinabsah: Da lag ein Soldat in der von Schnee weißen Gewandung mit der Binde der böhmischen Protestanten – er war es selbst, es war sein Körper –, und vier Soldaten der Liga traten auf ihn zu. Der Vorderste zerrte an seinen bernsteinfarbenen Haaren und trat ihm mit voller Wucht den bestiefelten Fuß in die Rippen, während er ein Volkslied pfiff. Aurelius schrie und bäumte sich auf, aber er tat es nur in seinen Gedanken. Eine schützende Kraft hatte von ihm Besitz ergriffen und verbot seinem Körper jeden Laut und jede Regung. Ein zweiter Soldat beugte sich hinab und hieb den Knauf eines Dolches gegen die blutende Schulterwunde. „Der ist hinüber“, sagte er zufrieden. „Durchsucht seine Taschen. Bestimmt hat er was, was er nich‘ mehr brauch‘.“ Er lachte dreckig über seinen sarkastischen Scherz. Aurelius wurde grob am Boden hin und her gestoßen, gierige Hände griffen sich, was zu greifen war. Sein Dolch und einige andere Habseligkeiten wechselten den Besitzer. Die Soldaten gingen. Danach wurde es still. In der Ferne hallten Schreie, Stöhnen und raues Gelächter. Pferde schnaubten. Am Galgenbaum krächzte ein Rabe. Sie hatten verloren. Aurelius hielt die Augen geschlossen, und doch war ihm, als könne er die Wolken über sich sehen, den stummen Himmel, dem sein Leid gleichgültig war. Sie hatten verloren, und nun würde Böhmen an die Katholiken fallen. Er versuchte, sich an seine Familie zu erinnern, an Vater und Mutter, aber da war keine Erinnerung. Vor drei Jahren hatte er nach einem Raubüberfall eine schwere Verletzung erlitten. Eine adelige Frau hatte ihn damals gefunden und zu seiner Familie zurückgebracht. Zu diesem Zeitpunkt waren seine Eltern bereits tot gewesen. Nur sein Bruder Darion hatte noch gelebt. Sie waren zwei von sieben Geschwistern. Zwei hatte ihnen der Henker genommen, der sich Hunger nannte, drei seine Schwester, die Seuche. Aurelius' Gedanken kreisten um sein Leben, während er darauf wartete, dass dieser von allen Engeln verfluchte Tag sich seinem Ende neigte und die Dunkelheit ihm Schutz gewähren würde. Im Mantel der Nacht würde er fliehen. Obwohl er viel Blut verloren hatte, glaubte er nicht, an der Wunde zu sterben, die ihm eine Muskete zugefügt hatte. Diese Wunde würde wie all die anderen verheilen, ohne eine Narbe zurückzulassen. Sein Körper war mit erstaunlichen Selbstheilungskräften gesegnet. Bis auf zwei Narben, die an der Seite seines Oberkörpers auf den Rippen ein Kreuz bildeten und vermutlich von dem Überfall stammten, war er makellos. Die Sonne senkte sich. Es wurde eisig kalt, und er musste alle Muskeln immer wieder anspannen, um nicht am Boden festzufrieren. Schmerz fühlte er nicht mehr, nur dumpfe Taubheit. Erst als die Dunkelheit die Gräuel der Sieger verdeckte und die Galgenbäume zu Schatten wurden, kroch er davon. Meter um Meter legte er zurück, immer darauf bedacht, sich wieder fallen zu lassen und tot zu stellen, wenn sich ein Feind näherte. Zwei Mal rettete ihm die Stimme in seinem Inneren das Leben, indem sie ihn vor herannahenden Feinden warnte. Schließlich hatte er genug Abstand gewonnen und konnte aufstehen. Er rannte nicht, um keine Feinde auf sich aufmerksam zu machen. Am Rand des Schlachtfeldes nahm er einem toten Katholiken die Uniformjacke samt der Binde ab. Es dauerte endlos, bis er den Platz der Niederlage verlassen hatte. Er sah nicht zurück. Sein Leben hatte sich an diesem Tag gewandelt wie das Schlachtglück, und wenn er überleben wollte, musste er Böhmen verlassen. Er konnte nicht begründen, warum, aber er hatte keinen Augenblick lang Furcht, das kleine Dorf in der Nähe von Prag, in dem er, seine Frau Edita und Darion lebten, sei bereits geplündert und verwüstet worden. Ohne sich mit Anklopfen aufzuhalten, trat er ein. Edita flog ihm entgegen und klammerte sich an ihm fest. „Du lebst“, flüsterte sie erstickt und tastete immer wieder über seine langen Arme und Beine, als könne sie es nicht fassen. Er fuhr beruhigend durch ihre dunklen Haare. Er liebte sie nicht. Sie war Darion als Ehefrau ausgesucht worden, doch Darion hatte sie nicht gewollt. Um dem Wunsch seines toten Vaters zu entsprechen, der die Verbindung ihrer Familien angestrebt hatte, hatte Aurelius sie vor zwei Jahren geehelicht. Damit war allen Genüge getan, und sie war nicht die schlechteste Frau, wenn sie ihn auch nicht übermäßig ansprach. Er schob sie von sich. „Die Schlacht am Weißen Berg ist verloren. Wir müssen Böhmen verlassen, ehe der Feind vor unserem Haus steht.“ Sie schüttelte den Kopf. „Nein, wir bleiben. Wir sind die Kinder Jesu. Buh je láska: Gott ist Liebe. Er wird uns...


Sarah Schwartz (Jahrgang 1978) wuchs in Frankfurt/M. auf, wo sie nach dem Abitur den Magisterstudiengang Germanistik mit den Nebenfächern Psychologie und Kunstgeschichte absolvierte. Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums begann sie zu schreiben und arbeitete nebenher vom Kommissionieren bis zum Dozieren. Seit Ende 2011 arbeitet Sarah Schwartz als freiberufliche Schriftstellerin in den Genres Erotik, Science-Fiction, Fantasy und Fantastik. Hierfür benutzt sie verschiedene Pseudonyme. Insgesamt hat die Autorin zahlreiche kleinere und größere Romanprojekte sowie Heftromane für verschiedene Verlage umgesetzt.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.