E-Book, Deutsch, Band 3, 176 Seiten
Reihe: Blutseelen
Schwartz Blutseelen Teil 3: Laira
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-86495-032-2
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, Band 3, 176 Seiten
Reihe: Blutseelen
ISBN: 978-3-86495-032-2
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Aurelius und Amalia kennen ebenso wie die Vampirfürstin Rene den Aufenthaltsort von Laira. Gemeinsam mit Aurelius' Bruder Darion und der Fürstin des Clans, Gracia, folgen sie Rene, um die Erweckung Lairas zu verhindern.
Während Aurelius sich ganz zu Amalia bekennt, und seine Entscheidung, sie mit auf die Reise zu nehmen, seinem Clan gegenüber verteidigt, verheimlicht Amalia etwas vor ihm: Rene hat sie während ihrer Entführung gebissen und trotz der sofortigen Gegenbehandlung merkt sie, dass sie sich langsam aber stetig verändert. Wird sie sich in einen Vampir verwandeln, wie Aurelius? Und möchte sie überhaupt, dass die Wirkung des Bisses gestoppt wird?
Ehe sie eine Entscheidung treffen kann, wird sie von Gracia angegriffen. Die Vampirfürstin hat ihre eigenen Pläne, und Amalias Tod kommt ihr gerade recht ...
Der Abschlussband der Blutseelen-Trilogie.
Autoren/Hrsg.
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Kapitel 1 Memphis, der letzte Tag Au’ree spürte trotz der Hitze ein eisiges Gefühl im Magen, während er darauf wartete, was seine Mutter ihm zu sagen hatte. Er betrachtete sie aus den Augenwinkeln. Schön und verdammt beherrschte sie mit ihrer unbeugsamen Ausstrahlung den Raum, gleich einer Königin der Dämonen. Ihre Seele war finsterer als der Schlamm des Nils. Genauso brachte auch sie Leben und Tod, wurde geliebt und gehasst, verehrt und verdammt. Lai’raa forderte Opfer – sie erhielt Nahrung, Güter, Menschenleben. Was würde sie von ihm verlangen? Das durchsichtige Gewand Lai’raas umfloss ihren braun gebrannten Körper, gleich Stoff gewordenem Nebel. Ihre Brustspitzen stachen gegen das Linnen, an ihrem Unterleib zeichnete sich ihr Schamhügel ab. Hände und Arme bedeckte kostbarer Schmuck. Auf ihrer linken Schulter hockte – neben den Halsreifen aus Gold und Lapislazuli – ein weißer Falke. Seine rot umrandeten Augen blickten starr in den Prunkraum des ägyptischen Palastes. Ihn interessierten weder die teuer gewirkten Teppiche noch die Strategiespiele aus Jaspis und Karneol oder die kunstvoll gearbeiteten Löwenstatuen. Das Tier war ein Leibeigentum, genau wie Au’ree. Lai’raa ließ sich auf eine Steinliege mit einem weißen Werwolffell darüber sinken. Au’ree spannte seine Finger an. Am liebsten hätte er sie angeherrscht, weil sie nicht redete und ihn am Haken zappeln ließ. Ihre Bewegungen waren reine Provokation. Sie nahm sich Zeit, sich bequem hinzulegen, obwohl ihre Haut keinen Schmerz empfand. Anmutig hielt sie den Kopf aufrecht, damit die kunstvolle Frisur ihren Halt wahrte und die in Gold gewirkten Bänder nicht verrutschten. Lai’raa machte sich nicht die Mühe, ihn anzusehen. Stattdessen fixierten ihre Kol umrandeten Augen die gegenüberliegende Wand, die aus einzelnen, bearbeiteten Quadern bestand und den Triumph ihres letzten Kriegszugs darstellte. Während andere Frauen des Palastes rotes Erdpulver auf den Lippen trugen, lag auf Lai’raas Lippen immer ein Rest Blut, den sie nicht fortleckte. Das Blut glitzerte feucht, als sie den Mund öffnete. „Ich werde dich in dieser Nacht töten, Au’ree.“ Innerlich erstarrte Au’ree, sein Hals fühlte sich wie zugeschnürt an. Auf seiner Brust lag ein Druck, als würde man ihn lebendig für das Begräbnis bandagieren. Nie zuvor hatte jemand sein Leben ernsthaft bedroht. Lai’raa war die Einzige, die ihm gefährlich werden konnte. Wenn sie ankündigte, ihn zu vernichten, würde es geschehen. Lai’raa griff nach einem mit Honig gesüßten Brot und zupfte das Gebäck mit spitzen Fingern auseinander. Noch immer sah sie ihn nicht an. Au’ree hob den Kopf, ohne sich seine Gefühle anmerken zu lassen. Seine Stimme klang gewohnt ruhig. „Was hat Euch derart verärgert, Göttliche?“ Lai’raas Antwort war ein Zischen. „Du lässt dich mit einer Priesterin Hathors ein, anstatt die Prinzessinnen zu besteigen, die ich dir in meinem Großmut geschenkt habe, damit du sie nimmst und mit Nachwuchs beglückst. Du scheinst sogar etwas wie Liebe für diese nichtswürdige Kreatur zu empfinden. Und das, obwohl du genau weißt, dass ich den Hathor-Kult abschaffen will. Nie denkst du an das Wohl Ägyptens! Immerzu bist du stur und unbrauchbar. Wenn du nur …“ „… ein Mädchen geworden wärst“, endete Au’ree den Satz. „Zu dumm, dass Ihr es bei aller Göttlichkeit nicht schafft, eine Nachfolgerin zu gebären.“ Lai’raas Augen verengten sich. Au’ree wusste, dass er zu weit gegangen war. Aber da sie ihn ohnehin töten wollte, spielte das keine Rolle mehr. Sein Stolz verbot es ihm, vor ihr zu kriechen. Der Charakter eines Mannes wurde bestimmt durch seine Familie, das wusste das Volk am Nil in seinen einfachsten Liedern zu singen. Wenn er in dieser Nacht sterben musste, würde er aufrecht sterben, ohne Betteln und Reue. Lai’raa betrachtete seinen Körper wie ein Stück getrocknetes Fleisch auf einem Markt, das gerade im Wert stieg. „Du hast Mut. Wenigstens das.“ Au’ree hielt ihrem Blick stand. „Sagt mir, was mich erwartet.“ Ein diabolisches Lächeln erschien auf Lai’raas Gesicht. „Oh nein. Ich werde dich töten, doch ich verrate nicht, wie ich es tue. Freue dich, denn du kannst mir endlich einmal nützlich sein. Vielleicht sogar der ganzen diesseitigen Welt. Nun geh. Genieß deine letzten Stunden.“ Frankfurt, auf dem Weg zur Bestimmung Mai starrte aus dem fahrenden Wagen hinaus in die Nacht. Regenschleier lagen über der Stadt und verdunkelten alle Lichter. Nervosität verkrampfte ihre Muskeln. Steif saß sie auf dem Beifahrersitz. Perry lenkte den Wagen mit verbissener Wachsamkeit. Das gefiel ihr nicht. Mai spürte den Vampir neben sich wie eine Quelle pulsierender schwarzer Energie, die jederzeit explodieren konnte. Sie musste ihn ablenken, damit seine Aufmerksamkeit nachließ. Davon hing alles ab. „Ich bin dumm“, flüsterte sie, weil sie wusste, wie sehr ihm Selbstbeschuldigungen und Erniedrigungen seiner Untergebenen gefielen. Er liebte es, wenn andere ihm zu Füßen krochen und seine Sohlen leckten. Beschämung vortäuschend ließ sie ihre dunklen Haare wie einen Sichtschutz über ihr Gesicht fallen und eines ihrer Augen verdecken. Sie wusste, dass er ihre asiatische Herkunft besonders reizvoll fand, weil sie zerbrechlich aussah. Sein Blick blieb weiter auf den Beton der A5 gerichtet, während er antwortete. „Ja, du bist dumm. Wie konntest du Sybell in die Hände spielen? Du hast mich entehrt und den Klan beschmutzt.“ Mai senkte den Kopf und ließ ihre Schultern sinken, als schmerzten sie seine Worte. Wenn es etwas gab, was sie gut konnte, dann war es, Theater zu spielen. Ihre Stimme wurde ein gepresster Hauch, zittrig und erwartungsvoll zugleich. „Du wirst mich bestrafen. Du wirst mich leiden lassen für meine Unfähigkeit.“ Perrys Kiefer bewegte sich leicht. In seine Augen trat ein gefährlicher Glanz. „Falls ich dich am Leben lasse“, setzte er hinzu. „Aber noch brauche ich dich.“ Er verstummte. Mai dachte daran zurück, warum sie mitten in der Nacht mit einem Jaguar XJ in Richtung Flughafen rasten. Gracia, die oberste Vampirfürstin des Klans bei Frankfurt, hatte überraschend ein Seelenblut in ihre Gewalt gebracht. Das Seelenblut war die letzte Überlebende ihrer Art. Lange Zeit hatten die Vampire geglaubt, die Linie sei bereits ausgestorben. Das Seelenblut Amalia kannte das Versteck von Laira, der Ursprünglichen. Laira galt als mächtigste Vampirin aller Zeiten. In einigen Legenden hieß es, sie sei das Kind Aza’els, eines Dämons, doch Mai war skeptisch, was die alten Überlieferungen betraf. Fest stand, dass Amalia sich dank besonderer Genetik an die Leben ihrer Vorfahrinnen bis hin ins alte Ägypten erinnern konnte und deshalb wusste, wo Lairas erstarrter, untoter Körper hingeschafft worden war. Da Lairas Blut größte Macht über Menschen und Vampire verlieh, wollte Gracia dieses Blut unbedingt haben. Doch Rene war ihr zuvorgekommen. Die Vampirfürstin aus Berlin hatte das Seelenblut in ihre Gewalt gebracht und der jungen Frau die Erinnerungen an Lairas Versteck mit Gewalt geraubt. Rene war daraufhin nach Ägypten gereist, zur Quelle der Macht. Gracia verfolgte sie mit ihrem Getreuen Darion, um ihr doch noch zuvorzukommen und das wertvolle Blut Lairas zu bergen. „Wofür brauchst du mich?“ fragte sie mit demütig gesenktem Kopf. „Du könntest Gracia auch allein folgen, um ihr im Kampf gegen Rene beizustehen. Ich bin nicht würdig, an deiner Seite zu sein, denn ich habe dich enttäuscht.“ Ein sardonisches Lächeln spielte um seine Lippen. „Was macht das Schlüsselbein?“ Ihr Schlüsselbein war gebrochen, auch ihre Rippen schmerzten. Perry wusste das nur zu genau, denn er war dafür mitverantwortlich. In seiner Wut hatte er sie gegen eine Wand geworfen. Amalia war durch Mais Schuld in Renes Hände gelangt, da Mai einen Kontakt zwischen Rene und Amalia ermöglicht und damit die Entführung eingeleitet hatte. Doch warum Mai das getan hatte, ahnte keiner der Vampire aus Frankfurt. Diese dekadenten Volltrottel. „Es schmerzt.“ „Gut so.“ Sein zufriedener Gesichtsausdruck ließ keinen Zweifel daran, dass ihm ihr Leiden Freude bereitete. „Mach dich nützlich und lenk mich von meiner Wut ab, ja? Ich könnte Gracia den Kopf abschlagen dafür, dass sie nur mit Darion hinter Rene her ist. Was bildet sich diese Schlampe eigentlich ein, den Rest der Oberen zurückzulassen? Dieses Mal ist sie zu weit gegangen.“ „Vielleicht will sie Lairas Blut nur für sich und befürchtet, die anderen wollen auch ihren Teil abbekommen, wenn es ihr gelingt, Lairas Körper zu bergen?“, mutmaßte Mai. „Du sollst nicht denken, sondern deiner Bestimmung folgen, Anwärterin.“ Mai frohlockte innerlich. Sie hatte Perry dort, wo sie ihn haben wollte. Die Schmerzen in ihrem Körper waren erträglich und würden bald verschwunden sein, aber das ahnte Perry nicht. Mit einem unterwürfigen Nicken beugte sie sich zur Seite, zu seiner Hose. Mit geschickten Fingern öffnete sie die Knöpfe und legte frei, was sich darunter verbarg. Noch lag sein Glied weich in ihrer Hand, was er willentlich steuern konnte. Er würde sie bestrafen, wenn es ihr nicht gelang, gegen seinen Willen anzukommen und seine Lust zu wecken. Schon oft hatten sie dieses Spiel gespielt. Meistens hatte sie verloren und...




