Schwartz | Perry Rhodan 1862: Aufbruch der Herreach | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 1862, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Schwartz Perry Rhodan 1862: Aufbruch der Herreach

Perry Rhodan-Zyklus "Die Tolkander"
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-1861-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Die Tolkander"

E-Book, Deutsch, Band 1862, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-1861-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Der Countdown läuft - zum endgültigen Duell mit Goedda Im Sommer 1289 Neuer Galaktischer Zeitrechnung sind Menschen von der Erde an verschiedenen Punkten des Universums in Ereignisse verwickelt, die in einem engen Zusammenhang stehen. Perry Rhodan und sein langjähriger Freund Reginald Bull beispielsweise sind in der Galaxis Plantagoo auf die Galornen gestoßen, die im Auftrag unbekannter Mächte an etwas arbeiten, das für die heimatliche Milchstraße bestimmt ist. Weder Rhodan noch Bull wissen allerdings, wie Plantagoo und die Menschheitsgalaxis verbunden sind. Alaska Saedelaere landete nach einer Irrfahrt durch die Galaxien Bröhnder und Tolkandir zuerst in der 'Mittagswelt', die sich mittlerweile als die Heimstatt der mysteriösen Goedda entpuppte. Von Terra aus haben drei andere Zellaktivatorträger - der Arkonide Atlan, die Kartanin Dao-Lin-H'ay und der Terraner Myles Kantor - einen wagemutigen Vorstoß begonnen. Mit Hilfe der Herreach vom Planeten Trokan stießen sie in die sogenannte Traumblase vor. Die drei Aktivatorträger wissen, dass sie nur in diesem Raum den Kampf gegen die Gefahr aufnehmen können, die derzeit die ganze Milchstraße bedroht: die Entvölkerung aller bewohnten Welten der Galaxis. Bei ihrem Vorstoß erfahren die Unsterblichen, dass hinter Goedda eine mysteriöse Macht namens Shabazza steht, die die Invasion der Milchstraße gesteuert hat. Den drei Aktivatorträgern bleibt anscheinend nur ein Ausweg: Sie legen Bomben und hoffen darauf, dass der Brutkosmos explodiert. Gleichzeitig aber kommt es auf Trokan zum AUFBRUCH DER HERREACH ...

Science Fiction dreht sich um die Technik der Zukunft, heißt es oft. Doch Uschi Zietsch räumt mit diesem Irrglauben auf: Die Münchnerin schreibt unter dem Künstlernamen Susan Schwartz mit großem Erfolg Science Fiction und Fantasy, wobei sie den Schwerpunkt auf fremde Kulturen legt. Die 1961 geborene Autorin, die nach dem abgebrochenen Studium in Jura, Geschichte, Theaterwissenschaft und Politik eine kaufmännische Lehre absolvierte und bis 1996 hauptberuflich im Marketing-Bereich tätig war, schrieb bereits als Kind ihre ersten Geschichten. Ihr erster Roman, ein imponierendes Fantasy-Epos, erschien 1986 unter dem Titel 'Sternwolke und Eiszauber' im Wilhelm Heyne Verlag in München. 1988 gründete Uschi Zietsch zusammen mit ihrem Ehemann Gerald Jambor den Fabylon-Verlag, in dem neben den Werken anderer Autoren auch eigene Erzählungen erschienen. Der Einstieg in die PERRY RHODAN-Serie erfolgte Ende 1992: Das Taschenbuch 'Chandris Welt' wurde unter dem Künstlernamen Susan Schwartz publiziert. 'Susanne ist mein Zweitname', so begründet Uschi Zietsch das Pseudonym, 'und die Farbe Schwarz mag ich nun mal ganz besonders.' Dem bei Lesern und Kritikern der PERRY RHODAN-Serie gut angekommenen Taschenbuch folgte der Einstieg in die Romanserie: Das Debut der Münchnerin war 'Im Netz des Quidor', im April 1993 als PERRY RHODAN-Band 1652 erschienen. Mit 'Der Hyperschock' (Band 2202) und 'Quinto-Center' (Band 5 der PERRY RHODAN-Autorenbibliothek) nahm die Autorin im November 2003 nach über 60 Heften ihren Abschied von der Serie. Sie blieb ihr freundschaftlich verbunden und steuerte unlängst sogar mehrere Gastromane bei. Bei der Fantasy-Reihe 'Elfenzeit' war sie für die gesamte Konzeption zuständig und steuerte die wichtigsten Romane bei. Parallel dazu erschien bei Bastei-Lübbe ihre Fantasy-Trilogie 'Die Chroniken von Waldsee' sowie zwei in sich abgeschlossene Einzelbände aus derselben Welt. Aktuell beschäftigt sich Uschi Zietsch unter anderem mit der 'Elfenzeit'-Folgeserie 'Schattenlord', für die sie ebenfalls verantwortlich zeichnet.
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2.


Zwei Wochen zuvor

Trokan

Mit der Dunkelheit kamen die Schatten. Anfangs wagten sie sich noch nicht allzu weit hervor, doch als sie auf keinen Widerstand trafen, wurden sie rasch kühner. Ihre Gestalten gewannen an Höhe und Breite, doch ihre Formen waren noch sehr unbestimmt, mehr zerfließend.

Nicht angsteinflößend eigentlich, doch Tarad Sul hatte sich emotional schon lange nicht mehr in der Gewalt. Er hatte inzwischen so viele Dinge gesehen, dass er genau wusste, wie sehr das Äußerliche täuschen konnte.

Er sprach mit niemandem darüber, weil er nicht wusste, worüber er hätte sprechen sollen. Ungeheuer gab es auf Trokan schon lange nicht mehr. Seit es Hell und Dunkel, Tag und Nacht gab, hatte sich allerdings sehr viel verändert. Vielleicht hatten sich inzwischen bereits neue Tiere entwickelt?

Aber nein, diese Schatten waren keine Tiere. So einfach durfte Tarad Sul es sich nicht machen. Das wusste er genau. Sie versuchten, Macht über seinen Geist zu erlangen, und das durfte er nicht zulassen.

Ein Teil seines Verstandes sagte ihm, dass er darüber sofort mit jemandem sprechen sollte, am besten mit einem Mahner. Schließlich betraf diese Gefahr nicht ihn allein, sondern alle Herreach.

Aber ein anderer Teil seines Verstandes warnte ihn genau davor. Möglicherweise wurde er von den Gebeten ausgeschlossen, und das hätte ihm den ganzen Lebenssinn genommen.

Was war denn übrig von seinem früheren Leben? Tarad Sul war ein Bauer gewesen. Sein Glauben hatte schon von früher Kindheit an sehr stark in ihm geruht, aber seine geistige Kraft hatte nicht ausgereicht, vom Cleros aufgenommen zu werden. Er hätte niemals ein Gebet leiten können. Aber er nahm mit großer Leidenschaft daran teil und ließ sich führen, und unter der Führung vollbrachte er erstaunliche Leistungen.

Als Presto Gos Ruf ihn erreicht hatte, war er sofort gefolgt. Tarad Sul hatte nicht so recht verstanden, welche Gefahren nun den Herreach drohten und dass nicht nur sie, sondern auch die seltsamen Fremden mit ihren fliegenden Gefährten davon betroffen sein sollten. Sein einfaches Gemüt beschäftigte sich nicht mit solchen Dingen, er hatte sich stets nur um seine Ernte gekümmert und sich den Gebeten hingegeben.

Aber er hatte verstanden, dass er gebraucht wurde. Und er hatte sofort begriffen, dass das nun seine einmalige und große Chance war, mit der Gebetstrance auch etwas zu erreichen.

Er war nicht der einzige gewesen, der diesem Ruf gefolgt war. Von überall her, aus dem ganzen Land strömten Herreach wie er, Gleichgesinnte also, zusammen und wanderten nach Moond. Es spielte dabei keine Rolle, welcher Glaubensrichtung sie angehörten. Die tiefen Klüfte zwischen den Herrachischen Freiatmern, den Neuen Realisten und den Jüngern Kummerogs waren – wie es schien – soweit wie möglich überwunden. Es gab derzeit nur ein Ziel, das sie alle verband. Die Herreach hielten sich nicht mit vergangenen Streitigkeiten auf, sondern wandten ihre volle Aufmerksamkeit den gegenwärtigen Gegebenheiten zu.

Tarad Sul hatte es schockiert, die legendäre Millionenstadt, von der die Clerea ihm so viel erzählt hatten, als Ruine vorzufinden. Ein Traum war zerplatzt, eine Legende zerstört.

Dennoch, er durfte sich nicht mit zerstörten Träumen oder einem erschütterten Glauben aufhalten, es ging um die Zukunft, und bei diesem Ziel wurde er gebraucht.

Tarad Sul betete wie noch nie in seinem Leben. Er spürte, dass in ihm große verborgene Kräfte schlummerten, die nun von den Leitern der Gebetstrance, Presto Go und Caljono Yai, geweckt wurden. Seine Konzentration war unerschütterlich und stets gleichmäßig. Er wusste genau, dass letztlich auch durch ihn etwas ganz Großes geschaffen wurde – selbst wenn mit ihm weitere 10.000 Herreach versammelt waren. Er ließ sich leiten und gab sein Bestes.

Als die Schrecken begannen, empfand Tarad Sul eine unerhörte Angst, aber er lief nicht davon. Er sah, wie Herreach von dem schreckschreienden Gumbuda getötet wurden, und er sah später, wie andere Herreach von dem schwarzen, alles verschlingenden Blitz aus dem Strukturfenster in der Luft eingesaugt worden waren.

Er befürchtete nie, dass ihm ein ähnliches Schicksal widerfahren könnte. Dazu war er viel zu stark, seine Trance zu intensiv. Aber er begriff ebenso, dass mit ihm etwas geschehen war, eine Wandlung.

Er konnte nun mehr Dinge sehen als andere und erkennen, dass die Gefahr nicht nur von dem Fenster herrührte, sondern sich bereits auf seiner Welt manifestiert hatte.

Deshalb hatte er sich anfangs vormachen wollen, dass diese Schatten einfach nur irgendwelche Tiere wären. Er wusste, dass er der einzige war, der sie sehen konnte. Wie also hätte er diese Gefahr deutlich machen sollen?

Die anderen hätten ihn vermutlich für überängstlich oder verrückt erklärt und ihn vielleicht aus diesem Grund sogar von den Gebeten ausgeschlossen. Dann aber wäre sein Leben beendet gewesen, denn er lebte nur noch für die Trance und die Erfüllung damit.

Obwohl er kein Priester werden konnte, besaß der Herreach eine große Gabe und Kraft, die lediglich Anleitung benötigte. Und das war sehr wichtig, schließlich brauchte jeder Gebetsleiter die Unterstützung der anderen.

*

Tarad Sul konnte die Schatten nur bekämpfen, indem er weiter an den Gebetsrunden teilnahm.

Dabei musste er jedoch feststellen, dass die Schatten immer dreister wurden. Vielleicht lag es an dem Schrecken, den er nicht ganz unterdrücken konnte.

So viel Schreckliches war in der kurzen Zeit geschehen, das er erst verarbeiten musste. Gewalttätigkeit und sogar Mord, verübt von ihren eigenen, erschaffenen Geschöpfen!

Dazu kam noch diese fremde Macht, die ebenfalls von den Herreach Besitz ergriff und sie einfach auslöschte, wie man eine Kerze mit einem kurzen Atemhauch ausblies …

Was sollte er nur tun? Wie sollte er den Schatten begegnen? Er hatte geglaubt, das beste wäre, so zu tun, als gäbe es sie gar nicht. Aber so leicht ließen sie sich nicht beeindrucken, sie waren sehr real, und je länger er passiv blieb, desto mehr verloren sie ihre Scheu.

Wie aber konnte man Schatten begegnen, körperlosen und gestaltlosen Wesen, die sich einfach aus der Dunkelheit lösten? Tarad Sul versuchte es mit viel Licht, aber das hinderte sie nicht. Im Gegenteil, dadurch wurden sie nur immer deutlicher sichtbar; ihre neblige Erscheinung schien sich mit einer dünnen, schlierigen Haut zu überziehen, die abstoßende Formen annahm.

Angst bekam Tarad Sul dann, als diese Formen allmählich deutlicher, die Gestalten fester wurden. Sollte seine Kraft doch aufgebraucht sein? Sollte er bald dasselbe Schicksal wie so viele andere erleiden?

Er begriff, dass er sich nun doch jemandem anvertrauen musste. Allein konnte er es nicht mehr schaffen, sich die Schatten vom Leib zu halten. Jede Nacht wurden sie dreister, deutlicher, größer. Sie kamen immer näher.

Tarad Sul hatte sich mehrmals in aller Frühe auf den Weg gemacht, um mit Caljono Yai zu sprechen, doch jedes Mal hatte ihn der Mut verlassen. Er wusste immer noch nicht, wie er sich der schon lange berühmt gewordenen Mahnerin erklären sollte; dabei war sie wahrscheinlich genau die richtige Ansprechpartnerin.

Es wäre ganz einfach gewesen, sie anzusprechen, denn er war inzwischen einer der wenigen Privilegierten, die eine Kammer im Bethaus zugewiesen bekommen hatten – ein Clerea hatte es so erklärt: »Du verhilfst der Gebetsrunde zu wichtigen Fortschritten und solltest deshalb stets in der Nähe der Leitenden bleiben.«

Seine Gabe war also erkannt und dankbar angenommen worden; deshalb überwog seine Angst, aus der Runde ausgeschlossen zu werden, noch bei weitem seine Furcht vor dem Abend. Immerhin hatten die Schatten ihm bisher nichts getan. Sie beobachteten ihn, wollten ihn anscheinend nur kennenlernen. Sie wollten wissen, wer er war.

Doch weshalb? Was hatten sie vor? Waren sie die Vorboten des bösen Fremden, das der Fremde namens Atlan bekämpfen wollte? Aber warum beachteten sie dann ausgerechnet ihn, Tarad Sul, einen völlig unbedeutenden Herreach und einfachen Bauern?

Oder suchten sie längst die anderen Herreach heim, die ebenso wie er die Nacht voller Zweifel und Ängste verbrachten und nicht wussten, wie sie sich anderen mitteilen konnten? Eine unmittelbare Beeinflussung war bisher jedoch nicht festzustellen. Kein Herreach benahm sich ungewöhnlich oder untypisch.

Was also wollten sie von ihm? Er war doch keine Schlüsselfigur, auch wenn er von der Trance erleuchtet war. Doch er entschied nicht einmal über die Erscheinungsformen …

Und dann, in einer Nacht, wurden Augen aus den Schatten geboren. Nicht wie bei dem augengekrönten Goll, aber auch nicht völlig anders. Wieder hatten sie sich ihm genähert, drei große Schemen, an den Rändern zerfließend und ohne sichtbare Gliedmaßen, einfach große, schwarze, schlierige Massen. Inzwischen kamen sie schon so nahe, dass er sie mit ausgestreckten Händen fast berühren konnte.

Tarad Sul hielt abwehrend die Hände hoch, während er auf seiner Liege an die Wand zurückwich. Er sprach nicht, denn er wusste nicht, ob diese Wesen ein Gehör hatten.

Doch sie bekamen Augen. Überall, oben und unten und an den Seiten, begannen sich plötzlich Augen zu öffnen. Riesige, gelblich-rosa marmorierte Augen, die die Kammer mit einem seltsamen Licht erhellten.

Vielleicht, hoffte Tarad Sul, wurde dieses Leuchten draußen bemerkt, und es kam Hilfe …

Doch es blieb alles ruhig und still. Die täglichen Gebetsrunden erschöpften die Herreach so sehr, dass sie in...



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