Schwartz | Perry Rhodan 3120: Die Gilde der Kidnapper | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 3120, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Schwartz Perry Rhodan 3120: Die Gilde der Kidnapper

Chaotarchen-Zyklus
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-8453-6120-8
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Chaotarchen-Zyklus

E-Book, Deutsch, Band 3120, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-6120-8
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



In der Milchstraße schreibt man das Jahr 2071 Neuer Galaktischer Zeitrechnung. Dies entspricht dem 6. Jahrtausend nach Christus, genauer dem Jahr 5658. Über dreitausend Jahre sind vergangen, seit Perry Rhodan seiner Menschheit den Weg zu den Sternen geöffnet hat. Noch vor Kurzem wirkte es, als würde sich der alte Traum von Partnerschaft und Frieden aller Völker der Milchstraße und der umliegenden Galaxien endlich erfüllen. Terraner, Arkoniden, Gataser, Haluter, Posbis und all die anderen Sternenvölker stehen gemeinsam für Freiheit und Selbstbestimmtheit ein, womöglich umso stärker, seit ES, die ordnende Superintelligenz dieser kosmischen Region, verschollen ist. Als die Liga Freier Galaktiker durch drei Deserteure erfährt, dass in der Nachbarschaft der Milchstraße ein sogenannter Chaoporter gestrandet sei, entsendet sie unverzüglich ihr größtes Fernraumschiff, die RAS TSCHUBAI. Denn von FENERIK geht wahrscheinlich eine ungeheure Gefahr für die Galaxis aus. Perry Rhodan begibt sich in Cassiopeia, einer Andromeda vorgelagerten Kleingalaxis, auf die Suche nach dem Chaoporter. Doch dessen Agenten sind bereits aktiv. Eine Meute hat sich auf die Fährte von Dienern der Kosmokraten gesetzt, zwei Besatzungsmitgliedern der LEUCHTKRAFT. Dieses Raumschiff steht unter dem Kommando eines alten Wegbegleiters von Perry Rhodan, dem Terraner Alaska Saedelaere. Nun greift eine weitere Partei in das Geschehen ein: DIE GILDE DER KIDNAPPER ...

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2.

Masurosh

»Hilf uns noch einmal, es zu verstehen«, bat Troparod die Meutenführerin.

»Seit wann sprichst du von dir in der Mehrzahl?«, gab Masurosh ungehalten zurück.

»Er spricht für uns beide«, ergänzte Gizezze.

»Wollt ihr damit sagen, meine Triade wäre in irgendeinen Verdummungsstrahl gelaufen und verstünde den einfachsten Plan nicht mehr?« Masurosh lenkte die Sänfte zum Pent-Zirkel und beschleunigte, sodass die beiden anderen zunächst zurückfielen. Auf diese Weise machte sie ihnen deutlich, was sie von dieser Unterhaltung hielt. Der Wechsel vom Weiblichen ins Männliche hatte Gizezze offensichtlich nicht gutgetan, und Troparod ... nun, der war immer für einen geistigen Querschläger gut.

Die Hauptstadt Akkudpar des Planeten Ghuurdad teilte sich in fünf einander überschneidende Zirkel. Im Zentrum der Stadt überschnitten sich alle Zirkel, sodass eine direkte Verbindung zu jedem Stadtbereich bestand – zumeist über das weit verzweigte oberirdische Schwebebahnsystem.

Der Pent-Zirkel war zweifelsohne am beliebtesten bei allen Reisenden, weil sich in ihm ohnehin die vielen verschiedenen Völker des Planeten am stärksten durchmischten. Dort gab es – im Unterschied zu den anderen Bereichen – keine dominante Völkerform so wie die Ghutawen im Prim-, die Komeuk im Sekond-, die Tefroder im Terz- und die Gaids im Quarto-Zirkel. Außerdem gab es im Pent-Zirkel naturgemäß die meisten Hotels und Übernachtungsangebote, die auf alle Bedürfnisse zugeschnitten und bezahlbar waren. Niemand fiel dort auf, mochte er für die Hauptvölker noch so exotisch aussehen – vom Insektoiden bis zum Gulladwurm.

Dennoch bewegten sich die Munuam am liebsten unter den Deflektoren ihrer Boxen und zeigten ihre wahre Gestalt, wenn sie sich offenbarten. Eine Meute schlug meist im Geheimen zu, sie offenbarte sich nicht frühzeitig. – Normalerweise!

Masurosh hatte das sehr wohl getan – aber nicht umsonst hatte sie sich längst den Beinamen »die Irre« erworben. Sie war nach dem Ausschleusen der Roboter und dem Angriff planetenweit an die Öffentlichkeit getreten und hatte sich als Oberbefehlshaberin der Landetruppen vorgestellt, als Anführerin der Meute. Immerhin hatte Masurosh durch die Mento-Montur die Erscheinung als Gaid gewählt; so weit, ihre wahre Identität zu enthüllen, ging nicht einmal sie.

Mit einem Appell hatte sie sich an die gesamte Bevölkerung gerichtet, sie bei der Suche nach einem sehr gefährlichen Verbrecher namens Krummer Gryllner zu unterstützen, da dieser die Sicherheit ganz Valotios bedrohe.

Dazu hatte sie, um dem Aufruf mehr Nachdruck zu verleihen, zwei Anschläge inszeniert.

An und für sich Erfolg versprechend – wäre da nicht eine Raumschlacht entbrannt, an deren Ende der Trikubus JOZZVAR, zu dem Masuroshs Triade gehörte, schwer angeschlagen den Rückzug antreten musste.

Sehr unrühmlich für die Munuam insgesamt. Masurosh war nicht gewillt, diese Schmach hinzunehmen.

Und gerade bei diesem Zertifikat wollte sie auf keinen Fall eine Niederlage ertragen müssen. Hatte sie Erfolg, würde sie unter dem offenen Nabel von Zou Skost knien dürfen. Dadurch würde sie eine Legende wie Jochzor, und sie würde einen anderen Beinamen erhalten: Masurosh die Großartige, denn sie wäre eine der wenigen legendären Munuam, der jemals diese Ehre zuteilwurde. So wie Jochzor.

Nur noch ein Auftrag! So nah am Ziel war kein anderer Triadenführer. Egal, was Masurosh dafür tun musste, sie würde alles riskieren. Sollte sie danach nochmals einer »die Irre« nennen!

*

Die beiden Angehörigen der Triade schlossen wieder auf. Masurosh registrierte zufrieden, wie schnell sie reagiert hatten.

Ihre Begleiter waren von den jüngsten negativen Ereignissen immer noch geschockt, und es war sehr wichtig, sie an der Greifstange zu halten. Ein Munuam, der zweifelte, war ein Verlierer. Er musste normalerweise sofort aus dem Außeneinsatz entfernt werden, weil er alles gefährdete.

Aber die JOZZVAR war fort, und die Meute saß auf Ghuurdad fest, mit einem unerledigten Zertifikat. Eine untragbare Situation, die andere Triaden womöglich zu Verzweiflungstaten getrieben hätte.

Nicht so Masurosh. Sie hatte Troparod und Gizezze ihren Plan schon dargelegt, doch das hatte deren Schock nur vertieft. Hoffentlich nur zunächst und nicht dauerhaft.

»Also, was wolltet ihr wissen?«, fragte sie im halb versöhnlichen Tonfall.

»Das Zertifikat ist weiterhin gültig«, antwortete Troparod. »Und wir haben die Expertise. Genügt das nicht?«

»Wir sind eine äußerst fähige Triade, sonst hätten wir das Zertifikat für diesen Auftrag überhaupt nicht erhalten«, ergänzte Gizezze. »Genügen wir nicht?«

Ach, das war es also. Sie hatten den Plan verstanden, waren aber gekränkt und fühlten sich zurückgesetzt oder hielten es womöglich für einen Vertrauensmangel. Das ging in Ordnung. Die Triade war nicht gefährdet und somit auch nicht der Auftrag.

Sie hätte es wissen müssen. Die Triade bestand schon lange, sie kannten sich alle sehr gut und vertrauten einander. Masurosh wusste vor allem, dass ihre Begleiter absolut loyal zu ihr standen, und dass es sie sogar mit Stolz erfüllte, der Meute der »Irren« anzugehören. Die Erfolge sprachen schließlich für sich. Nun ... die bisherigen Erfolge, musste die Triadenführerin tentakelverschränkend einräumen. Der Auftrag geriet trotz ihrer Eskapaden immer mehr ins Schlingern.

Bis zur Katastrophe – nein. So weit würde es nicht gehen. Solche Gedanken würde sie niemals hegen. Die Triade ging niemals fehl. Die wenigen Niederlagen, die sie hatten einstecken müssen, hatten ihre Gründe gehabt. Und am Ende hatten sie das Zertifikat immer erfüllt.

So wie diesmal war es nie zuvor gewesen. Also genau das Richtige für sie – eine Herausforderung! Am Ende, nach ihrem Erfolg, hatte sie sich die Ehrenauszeichnung mehr als verdient.

»Selbstverständlich ›genügt‹ ihr, wie ihr so schön ausdrückt. Wie kommt ihr nur auf einen solch absurden Gedanken?«

»Warum gehen wir dann nicht wie gewohnt vor?«

»Die Umstände haben sich geändert«, antwortete Masurosh. »Eine Menge Dinge sind geschehen, jede Menge neue Spielfiguren besetzen die Hanteln. Daran müssen wir uns anpassen. Wir müssen flexibel sein und auf ungewöhnliche Weise handeln. Anders, als wir es sonst gewohnt sind, denn die Widrigkeiten sind es ebenso.«

»Die Flucht der JOZZVAR«, murmelte Gizezze niedergeschlagen.

»Nenn es nicht Flucht!«, fauchte Masurosh. »Niemals Flucht! Sie wird zurückkehren.« Sie stieß mit dem Atem beruhigende Geräusche aus.

Es wäre besser gewesen, so eine Unterhaltung von Angesicht zu Angesicht zu führen, aber sie konnten die Sänften nicht zu diesem Zeitpunkt verlassen – sobald sie das taten, waren sie im Einsatz. Holoübertragung zwischen den Sänften mochte Masurosh nicht sonderlich, weil es sie ablenkte von dem äußeren Geschehen. Es genügte, die anderen zu hören.

»Ihr müsst lernen, aus den gefestigten Strukturen auszubrechen«, fuhr Masurosh fort. »Nur so können wir den immer neuen Herausforderungen begegnen. Ungewöhnliche Voraussetzungen erfordern ungewöhnliche Vorgehensweisen.«

»Die Änderung könnte das Zertifikat gefährden«, wandte Troparod ein.

»Wer sollte sich darum kümmern? Die JOZZVAR ist fort. Ihre Besatzung hätte selbst genug Erklärungsbedarf gegenüber den Quintarchen, derart gegen ein einzelnes Schiff zu versagen.«

Gewiss, die Vorgänge waren sehr seltsam gewesen, als würde der gegnerische Raumer verwischen, wäre nicht richtig da. So hatte er dem Trikubus viel zu nahe kommen und ihn unter konzentrierten Beschuss nehmen können, wohingegen er selbst keinerlei Ziel bot.

Auch das musste noch geklärt werden: Wer war das gewesen und über welche geheimnisvolle Technik verfügte er, dass er gegen eine Einheit FENERIKS bestehen konnte?

»Es kommt auf uns an! Wir sind auf uns gestellt, ohne Strategen, ohne Unterstützung durch Roboter oder Verstärkung anderer Meuten. Und genau das ist unsere Spezialität!«

»Nur, dass wir nicht allein vorgehen!«, blieb Gizezze hartnäckig.

»Du wirst noch froh darüber sein. Und nun Ende der Diskussion.«

*

Der Rand des Pent-Zirkels kam in Sicht: Masurosh betrachtete amüsiert die wohltuend chaotische Struktur des Zentrumsabschnitts – verschiedenartige Gebäude, ein dichtes Verkehrsnetz und vollgestopfte Straßen. Mehr als hundert Flüsse zogen sich bis in die Außenbezirke, mit Tausenden Brücken darüber, die stets von einer Statue des zweigesichtigen Ghutawen-Gottes Kovpar beschützt wurden.

Sie lächelte nicht und fixierte nacheinander einzelne Punkte, die ihr Interesse erweckten Dort vor ihr lagen Hunderte Inselchen, die jeden verfügbaren Platz ausnutzten. Ein ideales Jagdgebiet, weil es beiden Parteien vielfältige Möglichkeiten bot. Und nur der würde gewinnen, der nutzte, was ihm zur Verfügung stand.

Swen Papenbrock

Schnell kristallisierte sich ein guter Landeplatz für die Boxen heraus. Es handelte sich um ein mehrstöckiges Gebäude, das auf mehreren Ebenen Parkraum für Gleiter bot. Gleich nebenan befand sich ein öffentlicher Verkehrsknotenpunkt, um überallhin in die Stadt zu gelangen.

Masurosh wählte einen passenden Bereich auf der dritten Ebene und ließ durch Gizezze eine holografische Illusion erzeugen, die andere fernhalten würde. Gizezze entschied sich für eine simple Platzsperrung, sodass niemand aus Versehen gegen das Prallfeld...



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