Schwartz | Perry Rhodan 3185: Die Einsamen von Halut | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3185, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Schwartz Perry Rhodan 3185: Die Einsamen von Halut

Perry Rhodan-Zyklus "Chaotarchen"
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-8453-6185-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Chaotarchen"

E-Book, Deutsch, Band 3185, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-6185-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



In der Milchstraße schreibt man das Jahr 2072 Neuer Galaktischer Zeitrechnung. Dies entspricht dem Jahr 5659 nach Christus. Über dreitausend Jahre sind vergangen, seit Perry Rhodan seiner Menschheit den Weg zu den Sternen geöffnet hat. Noch vor Kurzem wirkte es, als würde sich der alte Traum von Partnerschaft und Frieden aller Völker der Milchstraße und der umliegenden Galaxien endlich erfüllen. Die Angehörigen der Sternenvölker stehen für Freiheit und Selbstbestimmtheit ein, man arbeitet intensiv zusammen. Doch entwickelt sich in der kleinen Galaxis Cassiopeia offensichtlich eine neue Gefahr. Dort ist FENERIK gestrandet, ein sogenannter Chaoporter. Nachdem Perry Rhodan und seine Gefährten versucht haben, gegen die Machtmittel dieses Raumgefährts vorzugehen, bahnt sich eine unerwartete Entwicklung an: FENERIK stürzt auf die Milchstraße zu. Mit an Bord: mehrere Terraner, darunter Alaska Saedelaere und Gry O'Shannon. In der Milchstraße bangen die Völker vor einer Konfrontation mit FENERIK - sein Sturz führt ihn an mehreren Welten vorbei, darunter auch die Heimatwelt der Haluter. Es naht eine Schicksalsstunde für DIE EINSAMEN VON HALUT ...

Schwartz Perry Rhodan 3185: Die Einsamen von Halut jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


2.

Wevar

Ich hatte es getan! Ich hatte die Nachricht abgeschickt!

Und nun würde ich vermutlich sofort zur Großhüterin zitiert. Wo ich jede Menge Ärger bekommen würde.

Deshalb hatte ich eilig meine Unterkunft verlassen und mich an die Arbeit gemacht, um der Konfrontation zumindest so lange zu entgehen, bis Kaina sich beruhigt hatte.

Ich zitterte, doch ich würde keinen Millimeter nachgeben oder weichen. Das, was aus mir hervorgesprudelt war, hatte endlich an höchste Stelle adressiert werden müssen. Großhüterin Kaina war eine Zauderin, was verständlich war bei ihrer Last als Koordinatorin aller Abläufe, aber ich musste sie dazu bringen, flexibler zu denken.

Warum ausgerechnet ich all das ausgelöst hatte? Bisher war ich eigentlich politisch weder sonderlich aktiv noch leidenschaftlich engagiert gewesen. Aber etwas auf der Großen Versammlung hatte einen Schalter in mir umgelegt, und ich war nicht mehr aufzuhalten gewesen. Niemand war darüber mehr erstaunt gewesen als ich. Bin ich immer noch! Aber anscheinend hatte da schon lange etwas in mir gegärt, ohne dass es mir so recht bewusst gewesen war.

*

Alles fing wohl damit an, als die VATASHD gebaut wurde. Vatashd ist das halutische Wort für Neugier.

Das war, so empfand ich im Rückblick, die Initialzündung für alles, was danach folgte.

Und was ich nunmehr, nach dem Absenden meiner Nachricht, auf die Spitze treiben würde. Ich war nun schon so weit gegangen – da würde ich nicht mittendrin aufhören. Ich würde die VATASHD zur Perfektion bringen. Man würde uns sehen, hören, wahrnehmen – und zwar endlich auf die Weise, wie die Haluter die Terraner wahrnahmen. Ja, zu denen hatten manche durch die Jahrtausende eine besondere Beziehung – wie etwa Icho Tolot und Blo Rakane, aber auch andere nahmen am galaktischen Geschehen teil.

Illustration: Swen Papenbrock

Denselben Status konnten wir selbstverständlich nicht erreichen, so naiv war ich nicht – aber ich wollte es schaffen, dass man uns künftig zumindest als vollwertiges Volk akzeptierte und nicht länger als unbedeutendes Untergrundhilfsvolk der Haluter.

Und an diesem Tag des Umbruchs würde ich genau das in die Wege leiten. Solange ich nicht vorher abgefangen und zur Großhüterin gebracht wurde.

*

Ich betrat soeben die Werfthalle, als ich stolperte – etwas hatte mich aus dem Gleichgewicht gebracht.

Nur eine Sekunde später ging der Alarm los, und ich sah, dass die der VATASHD nächstgelegene Wand vibrierte.

Einige Atammas waren anwesend, die sogleich losspurteten, genau wie ich. Ich riss mein Analysedip aus der Tasche, das umgehend ein Holo projizierte, und tippte hektisch drauflos.

Die Wand zitterte und bebte immer stärker, an einigen Stellen bildeten sich Risse. Erstaunlich, denn normalerweise war alles, was Haluter bauten, extrem solide. Schließlich durfte nichts zusammenbrechen, nur weil drei der Riesen mal gleichzeitig lachten, hieß es unter uns Atammas.

Die Gefahr war ernst, und sie war groß. Der Boden vibrierte nun ebenfalls, und die vier Teleskopstützen des 60-Meter-Kugelraumers bemühten sich um Stabilität. Der erste Test unter Realbedingungen für sie.

Eine der Stützen gab tatsächlich nach!

Langsam neigte das Raumschiff sich zur Seite, woraufhin zwei weitere Stützen an die Grenze ihrer Belastbarkeit gerieten. Welche Fehler waren uns beim Bau unterlaufen?

»Antigravprojektoren aktivieren!«, schrie ich, während ich zur VATASHD rannte. »Fesselfeldprojektoren aktivieren!«

Säulen fuhren aus dem Boden, und kurz bevor die beschädigte Stütze brach, griffen gewaltige energetische Kräfte ein und stabilisierten die Lage des Kleinraumers.

Damit war die Gefahr aber keineswegs gebannt. Die Wand wackelte nun sehr bedenklich, immer mehr Risse bildeten sich, und die ersten Mauerbrocken wurden aus dem inneren Haltegerüst gesprengt. Ich sah, dass die Metallstreben glühten.

Hektisch strich ich auf dem Holo herum, tippte auf Symbole, wischte Überflüssiges weg. Endlich kam Bewegung in die Sache, Löschroboter sausten heran und machten sich an die Arbeit, die steigende Temperatur zu verringern, während gleichzeitig mobile Projektoren ein weiteres Fesselfeld vor der Wand errichteten.

Noch ein paar weitere Befehle, und das Zittern der Wände und des Bodens ließ endlich nach. Ich rief den anderen Atammas zu, was sie tun sollten, und sie machten sich umgehend an die Arbeit, den Normalzustand wiederherzustellen.

Derweil bekam ich die Nachricht, dass Matai Tum mich zu sprechen wünschte. Und zwar persönlich. Das überraschte mich nicht.

Zufrieden machte ich mich auf den Weg zu ihm.

*

Matai Tum war ein typischer Haluter. Es war selbst für uns, auch nach der langen Zeit miteinander, schwierig, sie auseinanderzuhalten – auf den ersten Blick.

Haluter waren aufgrund ihrer riesigen ungeschlachten Leiber und der vier mächtigen Arme sehr zurückhaltend in Gestik und überhaupt im körperlichen Ausdruck. Außerdem lieferten die Gesichter so gut wie keine deutliche Mimik – bis auf ihre breiten, schmallippigen Münder, die die Mundwinkel nach oben oder unten ziehen konnten. Je nach dem Grad der Entblößung der Kegelzähne konnte man mit einiger Übung ebenfalls die Stimmung erkennen, in der sich der Haluter gerade befand. Hinzu kam die Besonderheit, dass sie bei unterschiedlicher Stimmung ihre Augen auf Stielen aus dem kuppelförmigen Schädel ausfahren konnten.

Die Stielaugen schufen ein verbindendes Element zwischen den Halutern und uns, wenngleich wir unsere Stielaugen nicht einziehen konnten. Aber wir konnten sie unabhängig voneinander bewegen, was uns nicht nur eine totale Rundumsicht bescherte, sondern für Eingeweihte auch unsere Empfindung anzeigte. In unserem übrigen Körperausdruck sind wir nämlich ebenfalls sehr zurückhaltend.

Matai Tum war mit gut 250 Jahren ein junger Haluter. Von den großen Gefahren, die seinem Volk einst gedroht hatten, selbst der relativ jungen Haluterpest, hatte er keine miterlebt und bisher die meiste Zeit auf seinem Anwesen mit Forschungen und seiner Ausbildung verbracht. Die VATASHD hieß also nicht von ungefähr so, und sie war das erste Raumschiff, das nach seinen Vorstellungen konstruiert wurde.

Was genau er vorhatte, wusste ich natürlich nicht. Über derlei Dinge redete man nicht mit uns, unsere Beziehung war rein technischer Natur: Tun Sie dies, tun Sie das! Und stellen Sie keine Fragen!

Zumindest höflich waren die Haluter zu uns. Wie zu so ziemlich jedem. Damit man von einem Haluter geduzt wurde, musste allerhand passiert sein.

Ich vermutete, Matai Tum wollte endlich aufbrechen und Halut verlassen. Wie ich ihn kannte, würde er eine altruistisch halutische Mission anstreben, und wenn ich den Namen seines Schiffes zutreffend interpretierte, würde er sich in den Dienst der großen galaktischen Hoffnung stellen: dem neu gegründeten Dritten Galaktikum.

Die VATASHD war klein, aber sie hatte einige Überraschungen zu bieten, von denen wahrscheinlich nur ich wusste. Ich hatte es mir zusammengereimt anhand der Pläne und was der eine oder andere meiner Kollegen so einbaute. Wie stets wusste keiner über alles Bescheid, außer dem Eigentümer selbst. Und der hatte sich ganz offensichtlich einiges einfallen lassen.

Matai Tum wollte nicht unvorbereitet sein. Es trieb ihn hinaus, er wollte seinen Beitrag für die Milchstraße leisten, und er wollte erfahren, was das Universum für ihn bereithielt.

So wie ich.

*

Bevor wir miteinander sprachen, inspizierte Matai Tum die Reparaturarbeiten und überzeugte sich davon, dass seinem kostbarsten Schatz, der ihn bald in die Weiten des Universums entführen sollte, nichts weiter geschehen war. Ein paar durchgebrannte Platinen, Austausch der defekten Landestütze und Überprüfung der anderen, nichts weiter; das nahm höchstens ein paar Stunden in Anspruch.

Anschließend traf er sich mit mir in einem Besprechungsraum in der Werft. Ich traf als Erster ein, das gehörte sich so.

»Wie mir scheint, schulde ich Ihnen Dank, dass Sie schnell reagiert und dadurch größere Schäden vermieden haben, nachdem die automatischen Systeme versagt hatten«, sagte er zu mir nach der höflichen Begrüßung.

Er hatte sich in einem Kontursessel niedergelassen, so wie ich. Eine angenehme Sache. Sobald wir uns niederließen, glitt die scheinbar feste Form so auseinander, dass sie uns den optimalen Sitzkomfort bot. Zudem reagierten sie auf unsere Anatomie und Körperhaltung. In meinem Fall lag ich halb, was angenehmer für meine eher kurzen Beine war, wohingegen der Haluter in aufrechter Position blieb, die Säulenbeine nur leicht angewinkelt, der Rücken angelehnt.

So wie seine Haut schwarz und hart war, war meine weich und weiß. Uns unterschied so viel – und doch gab es auch jenseits der Stielaugen Gemeinsamkeiten. Das war wohl zwangsläufig so, wenn man über Jahrtausende sozusagen zusammenlebte.

Deshalb hatte ich gelernt, das Verhalten der Haluter zu lesen und vor allem auf die feinen Nuancen in ihren Stimmen zu achten. Ja, sie dröhnten so sehr, dass einem beinahe der Gehörgang platzte, selbst wenn sie sich zurücknahmen, doch man musste auf das achten, was eher in den Infraschallbereich ging. Was Menschen nur als unterschwelliges Brummen, wenn überhaupt, wahrnehmen konnten, konnten wir Atammas differenzieren. Unser Hörspektrum verfügte durch unsere unscheinbar wirkenden, hochsensiblen Lamellen über weite Frequenzen. Die Haluter konnten bis Infrarot...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.