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Schwartz | Perry Rhodan 3205: Die Fahrt der AURA | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3205, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Schwartz Perry Rhodan 3205: Die Fahrt der AURA

Perry Rhodan-Zyklus "Fragmente"
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-8453-6205-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Fragmente"

E-Book, Deutsch, Band 3205, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-6205-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Das Ende des 21. Jahrhunderts Neuer Galaktischer Zeitrechnung ist angebrochen. Mehr als dreieinhalbtausend Jahre von unserer Zeit entfernt lebt die Menschheit in Frieden. Zwischen den Sternen der Milchstraße herrschen keine großen Konflikte mehr. Wie es aussieht, könnte Perry Rhodan, der als erster Mensch von der Erde auf Außerirdische gestoßen ist, sich endlich seinem großen Ziel nähern: der alte Traum von Freundschaft und Frieden zwischen den Völkern der Milchstraße und der umliegenden Galaxien. Die Angehörigen der Sternenvölker stehen für Freiheit und Selbstbestimmung ein, man arbeitet intensiv und gleichberechtigt zusammen. Bei ihrem Weg zu den Sternen hat ein geheimnisvolles Wesen die Menschen begleitet und unterstützt: Es trägt den Namen ES, man bezeichnet es als eine Superintelligenz, und es lebt seit vielen Millionen Jahren zwischen Zeit und Raum. Rhodan sieht ES als einen Mentor der Menschheit. Doch ES weilt nicht mehr in der Galaxis - das Geisteswesen scheint zwischen den Sterneninseln verschollen zu sein, zersplittert in Fragmente. Eines soll sich in der Galaxis Morschaztas befinden. Diese aber ist unzugänglich, und ihre Herrscher - Cappins aus dem Volk der Panjasen - reagieren feindselig auf die Fremden aus der Milchstraße. Ein terranisches Raumschiff ist in diesem Umfeld getarnt unterwegs, um Informationen zu sammeln. Es ist DIE FAHRT DER AURA...

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Prolog

RA, dort draußen

Irgendwo in Gruelfin, abseits jeglicher Bedeutung im kosmischen wie politischen Sinn, gab es einen planetenlosen Roten Riesen, der sich aufs Sterben vorbereitete.

In seinem Ortungsschutz versteckte sich ein seltsames Gebilde, wie es die Bewohner dieser Galaxis sicherlich noch nie erblickt hatten. Und wenn sie es wüssten, würde ihre Begehrlichkeit kaum eine Grenze kennen.

Es war nicht besonders groß, nur etwa 20 Meter lang und in der Mitte um die acht Meter im Durchmesser. Ein weiß schimmernder Tropfen, dem erst ab einer gewissen Distanz anzusehen war, welche schweren Schäden er vor Kurzem hatte hinnehmen müssen.

Allerdings war der Zustand bei Weitem nicht mehr so besorgniserregend wie nach dem Moment, als die Kastellan-Kapsel RA in den vollen Beschuss nicht nur eines panjasischen Raumers geraten war. Die Selbstreparatur lief auf Hochtouren, und viele der kleineren Kerben und Risse waren bereits beseitigt.

Wie hatte es dazu kommen können, obwohl die RA über einen hervorragenden Tarnmodus verfügte, eine Kombination aus Deflektorschirm und hochwertiger Laurin-Antiortung?

Die Nähe war es, und sie war durch die Falle entstanden, in die das Tropfenschiff gelockt worden war.

Der Terraner Antanas Lato war allein an Bord gewesen, als er den Hilferuf eines Beibootes unter Feindbeschuss erhalten hatte. Der Feind meines Feindes ist mein Freund, das wusste auch Lato und wollte sich das zunutze machen, um Verbündete zu gewinnen.

Erst im sprichwörtlich letzten Moment erkannte er, dass es sich um einen Hinterhalt handelte. Das scheinbar Unmögliche war dabei eingetreten: Die RA wurde durch den massiven Angriff der Panjasen nahezu manövrierunfähig geschossen, der Antrieb war so schwer beschädigt, dass an Flucht nicht mehr zu denken war. Lato hatte einen Notruf abgesetzt ...

... und nun war er hier.

*

Antanas Lato galt in der Milchstraße als der führende Wissenschaftler in Hyperphysik und Dimensiologie, ein wahres Genie, das besser mit Maschinen als mit organischen Wesen zurechtkam. Entsprechend fühlte er sich für die RA verantwortlich, denn er gab sich einen Teil der Schuld, dass die Kapsel, die eigentlich dem unsterblichen Arkoniden Atlan da Gonozal gehörte, beinahe zerstört worden wäre.

Hätte er es verhindern können, wenn er sich besser im Umgang mit anderen ausgekannt hätte?

Nein, gewiss nicht. Seine strategische Überlegung war richtig gewesen. Selbst der Bordrechner RA hatte ihm darin zugestimmt.

Aber war das der einzige Grund für seine Entscheidung gewesen?

Vielleicht nicht. Es mochte sein, dass die langjährigen Therapiesitzungen doch Früchte getragen hatten, ihn menschlicher zu machen.

Selbstverständlich war Lato sich dessen bewusst, dass man nicht tatenlos dem Untergang eines anderen zusah, der um Hilfe bat. Die Chancen für die Echtheit des verzweifelten Rufes lagen seinen damaligen Informationen zufolge bei 50 Prozent. Deshalb bereute er seine Entscheidung nicht. Er mochte im Umgang mit anderen unbeholfen und linkisch sein, aber das bedeutete noch lange nicht, dass er nicht die Grundanlagen für Hilfsbereitschaft und Fürsorge in sich trug.

Lato würde es nicht nur deshalb wieder tun, das bereute er nicht.

Der Vorwurf, den er sich machte, bestand darin, nicht früher gemerkt zu haben, dass es eine Falle gewesen war. Auf einmal waren es die RA und er gewesen, die sich in der Notlage befanden.

Die Wahrscheinlichkeit, daraus gerettet zu werden, hatte bei deutlich unter 50 Prozent gelegen. Genau gesagt, bei drei Prozent, um rechtzeitig die Eintrittsgeschwindigkeit für die Flucht in den Linearraum zu erreichen. Jedoch bedeutete alles, was über null Prozent lag, eine Chance, die genutzt werden konnte und musste. Vor allem, wenn es eine dem Feind nicht bekannte Unterstützung in der Nähe gab.

Lato hatte um Hilfe gefunkt, und sie war gekommen – direkter als gedacht.

Der Galaktische Kastellan Alschoran – der sich genau wie Perry Rhodan unerkannt und heimlich im Habitat der sich in der Nähe befindlichen MAGELLAN aufhielt – hatte mittels seiner Paragabe der Semi-Pedotransferierung Latos Körper übernommen und in höchster Eile das Notwendige getan.

Die Chancen stiegen sprunghaft, jedoch waren die Aussichten keineswegs rosig, dass die Flucht in den Linearraum unter dem fortgesetzten Beschuss trotzdem gelingen könnte. Alschoran konnte es immerhin bewerkstelligen, den Transtachi-Antrieb, den für kurze Strecken und Notsprünge gedachten Transitionsantrieb, so mit Energie zu versorgen, dass die Übertrittsgeschwindigkeit erreicht werden konnte. Aber ob das rechtzeitig gelang?

Und dann griff das Glück zu, das vielleicht der Ansicht war, sowohl die Kapsel als auch der darin befindliche Wissenschaftler würden noch gebraucht.

Es kam unerwartet die lange vermisste AURA zur Unterstützung hinzu!

Die Übertrittsgeschwindigkeit war zu dem Zeitpunkt fast erreicht. Nun zeigte sich die wahre Besonderheit des Transtachi-Antriebs. Bei der Rematerialisation war eine frei wählbare Raumorientierung mit einem genau definierten Bewegungsvektor möglich.

Um das unter diesen Umständen zu schaffen, benötigte Alschoran nicht nur seine ungeheuer schnellen Reflexe, sondern auch die Kybertronik-Haube, die ihn unmittelbar mit der RA verband. Dank des Zusammenspiels wurde die Kapsel unverzüglich in den Hangar der sich in beschleunigender Bewegung befindlichen AURA befördert.

Die einzige Bedingung bestand darin, dass die Schutzschirme für den Moment des Sprungs desaktiviert waren. Was das Vertrauen der Kommandantin der AURA, die diese Technik nicht kannte, herausforderte – und sie hatte richtig entschieden.

Lato bedauerte immer noch, dass er von all dem nichts mitbekommen hatte, da sein Bewusstsein während der Übernahme ausgeschaltet gewesen war. Ihm blieben nur aus zweiter Hand die anschließende Erzählung des Gegenübers – wie der Bordrechner der Kastellanraumer allgemein bezeichnet wurde – und die Aufnahmen, nachdem er wieder zu sich gekommen war.

Auf diese Weise hatte sich nicht nur die glückliche Fügung der Rettung ergeben, sondern auch das bis dahin unbekannte Schicksal der AURA hatte sich endlich geklärt. Der 250 Meter lange und 90 Meter durchmessende Spezialraumer der MAGELLAN, der in typisch cappinscher Ei-Form angelegt war, hatte sich zum Zeitpunkt der feindlichen Übernahme des Ultratenders auf einem Erkundungsflug befunden und war dadurch frei und unentdeckt geblieben.

Über ihre Abenteuer hatte Lato nichts weiter erfahren, was vermutlich daran lag, dass er keinen Kontakt zur Mannschaft gesucht hatte, sondern in der RA geblieben war. Aus den wenigen Gesprächen, die er mit der Kommandantin führte, wusste er nur so viel, dass die AURA aktiv gewesen war und sich intensiv über die aktuellen Verhältnisse in jeglicher Richtung – Politik, Kultur, Völker, Sprachen – kundig gemacht und schon einige Einsätze in Bezug auf den Handel gewagt hatte.

Nicht zuletzt, um sich eine Tarnidentität zuzulegen und kein Misstrauen zu erwecken. In jeder Galaxis waren Händler stets auf dem neuesten Stand mit Informationen, auch geheimen, und geschwätzig. Vor allem, wenn man sie zu dem einen oder anderen Pangalaktischen Donnergurgler einlud.

Diese wenigen Auskünfte genügten Lato, um sich ein Bild zu machen. Im Gegenzug hatte er die Besatzung über alle aktuellen Entwicklungen informiert, nicht sehr wortreich, aber er ließ dabei nichts aus. Und dabei wollte er es belassen, er musste sich um die RA kümmern. Die AURA brauchte ihn nicht.

*

»RA, geht die Selbstreparatur weiterhin zufriedenstellend voran?«, erkundigte sich Lato.

Er würde sich natürlich selbst vom aktuellen Fortgang überzeugen, doch er wollte zuerst die Befindlichkeit des Gegenübers in Erfahrung bringen. Eine Sextatronik unterschied sich erheblich von den üblichen Positroniken, selbst von ANANSI, der Semitronik der RAS TSCHUBAI.

»Es gibt keinerlei Komplikationen«, lautete die Antwort.

»Gut.«

Antanas Lato lehnte sich bequem in den Kontursessel zurück und richtete seine Aufmerksamkeit auf das Steuerpult, das halbkreisförmig vor ihm in jede gewünschte Position gebracht werden konnte.

Kurz dachte er an die AURA. Wo sie wohl stecken mochte? War sie in Gefahr? Wahrscheinlich machte gerade das der Besatzung sogar Spaß.

Was Lato betraf, so war sein Bedarf an Abenteuern vorerst gedeckt. Er war Theoretiker und am liebsten von Holos voller Zahlenkolonnen umgeben, im Austausch mit einer Positronik oder – wie in diesem Fall – einer hoch entwickelten Sextatronik.

Insofern hatte er nichts dagegen gehabt, dass die AURA ihn zu dem Roten Riesen transportiert hatte, um die RA in Sicherheit zu schaffen. Unter keinen Umständen durfte die Kapsel den Panjasen in die Hände fallen. An einem verlassenen Ort wie diesem, an dem sich nicht einmal in weniger als einem Lichtjahr Entfernung Händlerrouten im Leerraum kreuzten, war die Prognose äußerst zufriedenstellend, dass niemand das reparaturbedürftige Kastellanschiff im Ortungsschutz der sterbenden Sonne entdecken würde.

»Nun, da Perry Rhodan eingetroffen ist, gibt es viel für uns zu tun. Wir müssen aktiv werden, und das bedeutet nicht immer hundertprozentige Sicherheit für dich und die RA. Ich hoffe, das macht dir nichts aus?« Kommandantin Madison Starblanket hatte ihre Verabschiedung mit einer Frage geschlossen.

Antanas Lato wusste von den Therapien her, was rhetorische Fragen bedeuteten – verlorene Worte um eine beschlossene Sache. Seine Weigerung...



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