Schwartz | Tokyo Fever | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 332 Seiten

Reihe: Tokyo Desires

Schwartz Tokyo Fever


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-86495-331-6
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 2, 332 Seiten

Reihe: Tokyo Desires

ISBN: 978-3-86495-331-6
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Die in Tokio lebende deutsche Schauspielerin Kiara hat es geschafft! Endlich hat sie ein Engagement eines Tokioter Theaters in der Tasche. Auf einer Party trifft sie den J-Rock-Star Hayato, Sänger der Visual Kei-Band Tokyo Desire. Kiara verfällt Hayato, obwohl dieser eigentlich nicht ihr Typ ist: Hayato ist arrogant, sexbesessen, dominant. Kiara dagegen ist zurückhaltend und sexuelle Ausschweifungen sind ihr fremd.
Während Kiara sich noch gegen ihre Gefühle wehrt, schließt Hayato heimlich eine Wette mit seinem Bandmitglied Shouta ab: Hayato soll die unnahbare Kiara nicht nur verführen, sondern sie in den "Palast der Wünsche", ein Etablissement, das die sexuellen Wünsche der Reichen und Schönen Tokios stillt, mitbringen. Dort soll Hayato – vor laufender Kamera - beweisen, wie viel sexuelle Macht er wirklich über die junge Frau hat.
Doch als Hayato ebenfalls Gefühle für Kiara entwickelt, überstürzen sich die Ereignisse …

J-Rockstar-Romance.

Neuauflage.

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


  Kapitel 1
  Jeder, der liebt, ist Soldat, und Cupido hat sein Feldlager; glaub mir, mein Atticus, jeder, der liebt, ist Soldat. Die Jugend, die zum Krieg taugt, ist auch für Venus geschaffen.     Geschafft! Endlich geschafft! Kiara Evers hob stolz den Kopf und blickte dem wartenden Flugzeug entgegen. Die abflugbereite Maschine war im Inneren nicht größer als ein Kleinwagen. Sie schob eine silberblonde Haarsträhne unter der Schutzbrille zurecht, die sie noch über der Stirn auf den zusammengebundenen Haaren trug. In ihrem Magen kribbelte es angenehm, und sie war sicher, bereits jetzt jenes glückselige Grinsen auf dem Gesicht zu haben, das einem Fallschirmsprung vorausging. Während sie auf die laut brummende Propellermaschine zuging, betrachtete sie die Berge um sich herum. Deshalb war sie nach Japan gegangen, nach Tokio. Weil es hier alles gab: Die schönsten Landschaften neben dem größten Moloch der Welt. Hier, nur wenige Kilometer entfernt, war nichts mehr zu spüren von der Hektik des achtunddreißig Millionen Ballungszentrums. Grüne Hänge, silberne Bäche und ein tiefblauer Himmel feierten gemeinsam mit ihr ihren Triumph. Das helle Licht Japans, das sie oft genug zwang, eine Sonnenbrille zu tragen, machte die Farben intensiver, verlieh dem Leben einen Glanz, den Kiara in diesem Moment tief in sich spürte. Sie hatte ihre Schauspielausbildung mit Auszeichnung bestanden. Das Kami-Theater in Ginza hatte sie für drei Spielzeiten engagiert, um gemeinsam mit ihr Weltliteratur zu dramatisieren. Sie würde auf der Bühne stehen und dafür ordentlich bezahlt werden. Ein Traum, den sie bereits seit Jahren träumte, und der nun wahr wurde, schillernd und bunt. Kiara schwang sich in den weißen Schulterdecker und rief dem Piloten fröhlich zu: „Abflug, Inagawa!“ Das Flugzeug rollte an. Noch einmal überprüfte Kiara, ob das Geschirr richtig saß. Ihre hellblauen Augen funkelten, als sie abhoben. Sie war allein in dem kleinen Innenraum der Cessna 182. Das war kostspielig, denn sie musste das gesamte Benzin zahlen, aber das war es ihr wert. Kiara sprang am liebsten allein. Sie genoss den Moment vor dem Sprung, den sie ganz für sich hatte. Unter ihr wurde das Gebäude der Fallschirmschule immer kleiner. Die Schule lag auf einem sonnenüberfluteten Hügel. Sie war der einzige Gebäudekomplex weit und breit. In einem kleineren Haus waren die Schirme und die Ausrüstung untergebracht. Im großen Haupthaus befand sich ein Restaurant, von dem aus man durch eine breite Fensterfront den Landeplatz der Springer sehen konnte. Ob Jessi schon da war? Sie hatte die Freundin fast ein Jahr lang nicht mehr gesehen; sich nur in ihre Ausbildung gestürzt und kaum Kontakt zur Außenwelt gehabt. Umso schöner war es, dass Jessica Parker sich heute für sie Zeit nahm und versprochen hatte, hierher zu kommen. Kiara schloss die Augen. Jetzt habe ich alles, wirklich alles, außer einem Mann. Sie grinste. Die Liebe wurde überbewertet. Beziehungen machten nichts als Probleme, außerdem waren sie zeitfressende Monster. Und wer blieb heutzutage schon mit seinem Partner zusammen? Sie lebte im Zeitalter des Individualismus. Es gab nur wenige Menschen, die bereit waren, sich auf Dauer auf die negativen Seiten des anderen einzulassen. Der Kompromiss war zu einer unakzeptablen Forderung geworden. „Wir sind auf dreitausend!“, rief Hachiro Inagawa vom Cockpit. Kiara öffnete die Augen und erhob sich. Das Flugzeug hatte die Absprungstelle fast erreicht. Sorgfältig rückte sie die Brille zurecht. Sie trat an die Tür und öffnete sie. Das war der Moment, in dem ihr Magen einen freudigen, erregten Satz machte, als könnte er es nicht mehr erwarten. Kiara wusste, dass viele Anfänger an diesem Punkt scheiterten: Wenn die Tür sich öffnete, und man hinuntersah auf die winzige Spielzeuglandschaft, die unreal unter einem lag wie ein Fernsehbild. Das Brüllen des Motors und das kalte Fauchen des Windes zeigten aber, dass man sich sehr wohl in der Realität befand und einfach irre sein musste, da runterzuspringen. Noch einmal schloss Kiara die Augen und konzentrierte sich. Hachiro musste ihr nichts mehr sagen. Es war der siebte Sprung, den sie alleine machte. Wann immer sie sich einen Sprung leisten konnte, nahm sie ihn wahr, weil sie damit ihr Leben zelebrierte. Kiara atmete tief ein und blickte auf das winzige Land unter sich. In der Ferne lag Tokio, eine gigantische Staubglocke zwischen grünen Landflecken. Sie fühlte das Vibrieren der Maschine im Körper und ging leicht in die Knie. JETZT! Sie sprang vorwärts ins Nichts, überschlug sich, spannte Arme und Beine an, um in eine stabile Position zu kommen. In Sekundenbruchteilen war sie ausgerichtet, stürzte der grünen Erde entgegen, und obwohl der harte Fallwind ihren Mund austrocknete, jauchzte sie. Ihr heller Schrei verklang über ihr, sie selbst hörte ihn kaum. Leben, das ist Leben, dachte sie euphorisch, die Augen weit aufgerissen, um ja keine Sekunde des Falls zu verpassen.   ***   Der süße Geruch von Rosen lag in der Luft. Das Anwesen Shanaya ruhte im Licht der Sommersonne. Das geräumige Haus mit den rotglitzernden Giebeldächern stand unschuldig zwischen Ahorn- und Kirschbäumen. Es war ruhig in dem großen japanischen Garten, selbst die Vögel flatterten nur träge hin und her oder saßen dösend im Schatten der Äste, die Köpfe unter die Flügel gesteckt. Die beiden Pfaue Rosenblüte und Buntauge lagen mit ausgebreiteten Fächern vor dem Teehaus. Tagsüber war der Ort, den Jessica Parker mit ihren Freunden geschaffen hatte, beschaulich: Ein exklusiver Club – offiziell ein Boutique Hotel – in dem nach Absprache sexuelle Wünsche erfüllt wurden. Erst, wenn es dämmerte, erwachte das Haus zum Leben, und die hohen Mauern verbargen, was sich im Inneren des Anwesens abspielte. Nur wenige hundert Meter vom Clubhaus entfernt stand ein zweites Gebäude, eine Spiegelung des ersten, ohne Swimmingpool und Balkone, dafür mit einem großen Parkplatz, auf dem auch die Gäste ihre Wagen abstellen konnten. Dort lebten Jessica, Takeo, Kazuya, Yukiko und Sakura. Sie alle waren Mitbegründer und Mitarbeiter des Clubs. Auch in dem Haus war es ungewöhnlich still, als ob die schwüle Sommerluft jedes Geräusch eindämmen würde. Nur auf der Rückseite, auf der Terrasse vor dem großen Wohnzimmer, bewegte sich jemand. Ein gutaussehender junger Mann, Grund für zahlreiche Buchungen und Liebling vieler Kundinnen. Sein Name war Kazuya Sakaida. Sein weiches, feminines Gesicht mit der geraden Nase zeigte seine Sanftmut, die kleinen Fältchen an den Mundwinkeln die Lust am Lächeln. Sein dichtes schwarzes Haar war schulterlang, der Pony fransig geschnitten. Die Haare fielen ihm angeschrägt über die Stirn und das linke Auge, als wollte er einen Teil seines Gesichts verbergen. Um seinen Hals wand sich eine schwarze Lederkette mit einem edel gearbeiteten Drachenanhänger aus Silber. Zwei rote Granatsteinchen bildeten die Augen des Drachen. Kazuya hatte etwas entdeckt, das seinen Jagdinstinkt weckte, und sein Herz klopfte, während er mit katzenhafter Anmut einen Fuß vor den anderen setzte. Kazuya bewunderte Yukikos milchig-weiße Haut, auf die die Schatten der Blätter geheimnisvolle Muster warfen. Ihre schwarzen Haare trug sie offen, sie fielen hinab auf ihre Ellbogen und Unterarme. Yukiko lag auf der Terrasse hinter dem Haupthaus auf einem gelb-weiß gestreiften Sonnenstuhl. Das Holz des Parkettbodens fühlte sich warm unter Kazuyas Füßen an, als er auf die hübsche Frau zuging. Sie hielt ein Buch in den Händen und war scheinbar ganz in die Lektüre vertieft, aber Kazuya ließ sich davon nicht täuschen: Yukiko hatte ihn längst bemerkt. Wie schön ihr Körper in dem dunkelroten Bikini war. Ihre zarten Brüste wurden von unsichtbaren Bügeln verlockend nach oben gedrückt, und er konnte nicht anders, als seine Hand nach ihnen auszustrecken. Ehe seine Finger die helle Haut berühren konnten, traf ihn das Buch mit ungeminderter Wucht. Fluchend zog Kazuya die Hand zurück. Yukiko sah argwöhnisch zu ihm auf. „Du kannst dich wohl kaum über zu wenig Aufträge beschweren, oder? Allein letzte Nacht hattest du drei Frauen.“ „Aber keine wie dich“, erklärte Kazuya inbrünstig. „Du bist wie ein Strahl der Sonne; eine Abgesandte der Götter, die nur auf die Erde geschickt wurde.“ „Du kriegst keinen Sex.“ Kazuya kniete sich neben den Sonnenstuhl und umfasste ihre Knie mit den Händen. Der Blick seines sichtbaren Auges bannte den ihren. „Willst du einen Liebhaber so schnöde abweisen? Wie lange ist es schon her, dass wir uns in wilder Lust durch den Garten rollten? Der Moment ist günstig: Jessi ist unterwegs, und Takeo telefoniert noch mindestens eine Stunde mit seiner Laura. Wir sind ganz allein.“ Yukiko legte das Buch zur Seite. „Und Sakura? Die müsste doch bald zurückkommen.“ „Beschwör keine bösen Geister, meine Angebetete.“ Kazuyas Hände wanderten langsam von Yukikos Knien zu den Innenseiten ihrer Oberschenkel. „Spürst du nicht auch das Feuer der Leidenschaft?“ Yukiko sah ihn skeptisch an. Ihre dunkelbraunen Augen verengten sich misstrauisch. „Was liest du in letzter Zeit für einen Schund, dass du so geschwollen sprichst? Hast du dich an Jessis Erotikromanen vergriffen?“ Kazuya drückte ihre Beine leicht auseinander und sah keck zu ihr auf. „Es funktioniert doch.“ Seine Finger wanderten höher, zupften erst zurückhaltend, dann fordernder...


Sarah Schwartz wuchs in Frankfurt/M. auf, wo sie nach dem Abitur den Magisterstudiengang Germanistik mit den Nebenfächern Psychologie und Kunstgeschichte absolvierte. Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums begann sie zu schreiben und arbeitete nebenher vom Kommissionieren bis zum Dozieren. 2009 heiratete sie. Seit Ende 2011 arbeitet Sarah Schwartz als freiberufliche Schriftstellerin in den Genres Science-Fiction, Fantasy, Fantastik und Erotik. Hierfür benutzt sie verschiedene Pseudonyme. Insgesamt hat die Autorin zahlreiche Romanprojekte sowie Heftromane für verschiedene Verlage umgesetzt.
Sarah Schwartz lebt mit ihrem Mann, einem Hund, einer Schlange und diversen Fischen in der Nähe von Frankfurt.



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