E-Book, Deutsch, Band 1, 300 Seiten
Reihe: Tokyo Desires
Schwartz Tokyo Sins
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-86495-317-0
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, Band 1, 300 Seiten
Reihe: Tokyo Desires
ISBN: 978-3-86495-317-0
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Mega-City Tokio - Konsum, Sex und ausschweifendes Nachtleben.
In diese pulsierende Metropole verschlägt es Laura, die ihre Zwillingsschwester Jessica in Japan besucht. In Tokio angekommen stellt die zurückhaltende Laura zu ihrem Entsetzen fest, dass Jessica Inhaberin des "Palastes der Wünsche" ist - einem exklusiven Etablissement, das die sexuellen Wünsche der reichen und schönen Frauen Tokios stillt.
Abgestoßen und gleichermaßen fasziniert beobachtet Laura, wie die Gäste zusammen mit den heißen Gigolos des Clubs die zügellosesten Fantasien ausleben.
Lauras Gefühle geraten endgültig in Verwirrung, als sie sich in Jessicas hinreißend schönen Mitarbeiter Takeo verliebt, der jedoch kein Interesse an einer festen Beziehung hat. Als Jessica bei einem Unfall verletzt wird, soll ausgerechnet Laura sie bei einem Millionärspaar vertreten, das Jessicas Liebesdienste für eine Nacht ersteigert hat. Damit der Schwindel nicht auffliegt, muss Laura sexuell aus der Reserve gelockt werden.
Unter Takeos Anleitung beginnt für Laura eine Schule der Lust in den Armen der aufregenden Hosts des "Palastes der Wünsche" ...
Neuauflage
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
Laura saß im Terminal Zwei der Ankunftshalle und wartete, die weiße Handtasche eng an sich gedrückt. Schon als sie aus dem Flugzeug gestiegen und in das von Glas blitzende Gebäude getreten war, strömte ihr zwischen Souvenirläden, Restaurants und Duty Free Shops der typisch süßliche japanische Geruch entgegen – eine Mischung aus asiatischen Gewürzen und Soja, den sie nie recht einordnen konnte, aber schon seit ihrer Kindheit mit Japan verband. Nachdem sie ihr Gepäck geholt und die lästige Passkontrolle hinter sich gebracht hatte, ging sie zu dem vereinbarten Treffpunkt an der blaugrünen Mosaiksäule und eroberte sich dort einen der bequemen schwarzen Schalensitze. Aus den unsichtbaren Lautsprechern hallten immer wieder Flugnummern und Aufrufe in japanisch und englisch. Ihre Blicke wanderten durch die Halle, musterten die schicke Ordnung und die wohltuende Atmosphäre aus Sauberkeit und Modernität. Um sie herum kamen und gingen Menschen, viele Japaner, aber auch viele Europäer, die hier in Narita, sechzig Kilometer außerhalb von Tokio, gelandet waren. Fröstelnd beobachtete Laura eine japanische Familie, die ihren Sohn begrüßte. Herzhaft schloss die Mutter den jungen Mann in ihre Arme, ihre braunen Knopfaugen strahlten. Laura fühlte sich in all dem Lärm und der aufgeregten Stimmung fehl am Platz. In ihr war mehr Furcht als Vorfreude und allmählich kam Ärger hinzu, denn ihre Schwester Jessica war bereits zwanzig Minuten zu spät. Hoffentlich lag es nur am Verkehr in Tokio, der standardgemäß eine Katastrophe war. Laura sah auf die riesige digitale Uhr an der Wand gegenüber. Mit jeder weiteren Minute wuchs ihre Ungeduld. Sie fühlte sich verloren in der Menschenmenge. Durch das Fenster sah sie, dass das Flugzeug, mit dem sie gekommen war, sich wieder in Bewegung setzte. Feiner Sprühregen hüllte es ein. Die letzte Verbindung nach Deutschland verschwand aus ihrem Blick. Seufzend schaute Laura auf die beiden Koffer neben sich. Sie bereute jetzt schon, auf Jessicas Einladung eingegangen zu sein. Obwohl Jessica und sie eineiige Zwillinge waren, verband sie nichts – bis auf ihr Spiegelbild. Jessica war ungestüm, draufgängerisch, die Katze, die ihre Pfoten neugierig in jeden Winkel steckte, der flatterhafte Schmetterling, der andere bezauberte und – wie hatte sie das vergessen können – unzuverlässig. Sie dagegen war besonnen, auf Sicherheit bedacht, die Maus, die sich in einer Ritze versteckte und ganz offensichtlich ziemlich dumm, da sie sich zu sechs Wochen Urlaub in Japan bei ihrer Schwester überreden ließ. Ärgerlich zog Laura ihr Handy aus ihrer weißen Lederjacke, steckte es dann jedoch zurück. Sie würde der Schwester nicht bereits bei ihrer Ankunft hinterhertelefonieren. Wenn es hart auf hart kam, konnte sie ja die Nacht in einem der futuristischen Kapselhotels verbringen. Aber so weit würde es wohl nicht kommen, denn Jessica hatte ihr noch gestern am Telefon zugesichert sie abzuholen, da Laura noch nie in der Wohnung der Schwester gewesen war und nicht einmal wusste, in welchem Viertel der achteinhalb Millionenstadt sich diese Wohnung befand. Immerhin war es fünf Jahre her, dass die beiden Schwestern sich gesehen hatten. Jessica war zu der Beerdigung ihres Vaters nach Deutschland gekommen. Sie lebte bereits seit sechs Jahren in Japan und lag in den Endzügen ihres Studiums. Laura versuchte vergeblich, einige Falten der beigefarbenen Leinenhose zu glätten, die durch das lange Sitzen im Flugzeug entstanden waren. Dann nahm sie einen hellen Lippenstift mit dem vielversprechenden Namen „Exotic Romance“ aus ihrer Handtasche, sowie einen kleinen silbernen Spiegel und zog sich mit zur Seite geneigtem Kopf die Lippen nach. Ihre Oberlippe bekam ein wenig mehr Farbe, um sie noch voller aussehen zu lassen. Im Spiegel begutachtete Laura ihren Schmollmund. Sie war eigentlich gar nicht eitel, aber sie wollte sich vor der sicherlich exquisit gestylten Schwester nicht blamieren. Jessica ging nie ungeschminkt aus dem Haus. Laura hob den Blick, da sie fühlte, wie sie jemand anstarrte. Aus dem Augenwinkel nahm sie einen schwarzhaarigen Mann in Lederkleidung wahr. Er stand zwei Meter neben ihr an der Mosaiksäule und starrte unverwandt in ihr Gesicht. Es war unverkennbar, dass er Japaner war. Feine schwarze Haare rahmten sein Gesicht ein. Sie waren kurz und modern geschnitten. Seine Augen waren ungewöhnlich groß und tiefschwarz wie ein unergründlicher See. Er hatte ein rassiges, ausdrucksstarkes Gesicht, das Laura jedoch kaum wahrnehmen konnte, denn sie musste all ihre Kraft aufbieten, um diesem Blick standzuhalten, der sie voll und ganz erfasste, und ihr das Gefühl gab, nackt zu sein. Ohne Zweifel war er Schauspieler oder Model. Sein Körper war kräftig wie der eines Kriegers. Er trug zwei Jethelme, ebenso schwarz wie seine Motorradkluft, in der Hand. Ohne den Blick abzuwenden ging er auf sie zu. Seine Schritte waren voll versteckter Kraft. Unnachgiebig hielt sein Blick sie fest, während ein freundliches Lächeln sich um seine schönen Lippen legte. Laura schaffte es nicht einmal zu blinzeln. Einen Moment fragte sie sich, ob der Fremde wirklich existierte, oder ob sie wegen der Müdigkeit aufgrund des langen Fluges halluzinierte. Vielleicht war er der Prinz ihrer vergessenen Träume. „Laura Parker.“ Es war keine Frage. „Ich bin gekommen, um dich abzuholen.“ Seine Stimme war angenehm tief und weich wie schwarzer Samt. Er verbeugte sich leicht und streckte ihr die freie Hand hin. Laura erhob sich verwirrt. Zwei Gefühle stritten in ihr: Einerseits wollte sie unbedingt von diesem unverschämt gut aussehenden Mann mitgenommen werden, der die Ausstrahlung eines Filmstars besaß, andererseits kam der vertraute Groll auf Jessica in ihr hoch. „Hat meine Schwester keine Zeit mich selbst abzuholen?“, fragte sie weit unsicherer, als ihr lieb war. „Nein.“ Er ließ die dargebotene Hand sinken. Laura bedauerte es, sie nicht genommen zu haben, aber sein intensives Starren hatte sie ganz durcheinandergebracht. Er deutete erneut eine leichte Verneigung an. „Mein Name ist Takeo Tanaka. Ich wohne gemeinsam mit deiner Schwester auf einem Grundstück.“ Laura wollte den Kopf schütteln, unterdrückte die Reaktion aber. Diese Sahneschnitte war einer von Jessicas Lovern? Unglaublich. Sie starrte ein wenig hilflos auf die beiden Helme in seiner linken Hand. „Du bist mit dem Motorrad da?“ „Mein Wagen ist kaputt.“ „Es sind zwei Stunden Fahrt!“ „Zweieinhalb.“ Laura wollte gerade fragen, warum zur Hölle sie nicht den Zug oder einen der Airport Limousinen Busse nehmen sollte – schließlich hatte sie gerade einen Zwölfstundenflug hinter sich – als ihr wieder einfiel, dass sie nun in Japan war. Eine solche Frage war beleidigend oder zumindest grob unhöflich. Immerhin befand sie sich in einem Land, in dessen Sprache es nicht einmal möglich war, vernünftig zu fluchen. „Und mein Gepäck?“ Laura wies auf ihre beiden Koffer. Takeo drückte ihr die Helme in die Hand und hob die beiden schweren Taschen so spielend auf, als seien sie mit Watte gefüllt, statt mit Kleidern und Büchern. „Ich lasse es zum Anwesen bringen. Warte hier.“ Anwesen? Der gesprächigste Typ schien Takeo nicht zu sein. Er benutzte Worte, als könnte man andere mit ihrem übermäßigen Gebrauch töten. Laura sah ihm nach, wie er zu einem chromblitzenden Schalter ging. Merkwürdigerweise ging er nicht in der Menge unter. Er ragte aus ihr heraus. Sie konnte seinen schwarzen Haarschopf auch noch sehen, als eine wild schnatternde Touristinnenschar vorbeizog. Es lag daran, dass er für einen Japaner sehr groß war. Fast einen Meter achtzig, schätzte Laura. Was zur Hölle hatte Takeo mit einem Anwesen gemeint? Sollte sie mit ihm fahren? Zum Glück hatte Jessica ihr einmal von einem Takeo erzählt. Außerdem hatte der Fremde sie auf Anhieb erkannt, was dafür sprach, dass er ihre Schwester kannte. Sie ähnelten einander noch immer sehr. Laura seufzte. So wie es aussah, hatte sie gar keine andere Wahl. Ihr Gepäck verschwand gerade im Nirwana, und sie hatte nicht einmal die genaue Adresse der Schwester. Takeo kam zurück und führte sie aus dem lauten, überfüllten Gebäude. Er nahm ihr einen Helm ab und ging vor ihr her. Laura musste sich Mühe geben, um mit seinen langen Schritten mitzuhalten, dabei war sie höchstens zehn Zentimeter kleiner als er. Draußen setzte sich der feine Nieselregen auf ihre Haut, der aber nicht kalt war, sondern angenehm kühl. In Japan herrschte auch im April ein mildes Klima. Nicht das beste Wetter für eine Fahrt auf einem Motorrad. Unbehaglich presste Laura den Helm gegen ihren Bauch. „Vielleicht ... sollte ich ein Taxi nehmen?“ Takeo wies stolz auf seine Maschine, die zwischen zwei Autos stand. „Ich bin dein Taxi, Parker.“ Er schwang sich geschmeidig auf das Motorrad. Laura schloss kurz die Augen. Bilder von Verkehrsunfällen mit verstümmelten Leichen zogen an ihrem inneren Auge vorüber. Sie krampfte ihre Hände um den Helm. Es würde schon nichts passieren. Die reizvolle Landschaft aus grünen Reisfeldern, Mühlen und vereinzelt knospenden Kirschbäumen wirkte beruhigend auf sie. Dennoch dauerte es eine Weile, bis sie sich auf der großen Maschine entspannen konnte. Der Nieselregen hatte aufgehört, und der Wind riss gierig an ihrer Leinenhose, obwohl Takeo aufgrund des regen Verkehrs langsam fuhr. Für Laura war er noch immer viel zu schnell. Ihr Körper war steif und verkrampft, sie genoss aber trotzdem die Nähe von Takeos kräftigem Körper,...




