Schwarz / Voehl | Dorian Hunter 96 - Das Ding im Spiegel | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 96, 236 Seiten

Reihe: Dorian Hunter

Schwarz / Voehl Dorian Hunter 96 - Das Ding im Spiegel


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-95572-096-4
Verlag: Zaubermond Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 96, 236 Seiten

Reihe: Dorian Hunter

ISBN: 978-3-95572-096-4
Verlag: Zaubermond Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Dorian Hunter mag Legion besiegt haben, doch nun ist das Gefängnis des uralten Dämons ein Gefängnis für ihn geworden. Asmodi hatte angekündigt, nur denjenigen wieder hinauszulassen, der Legion dazu bringen kann, ihm seine Treue zu schwören. Dorian und Olivaro müssen also einen anderen Weg zurück in die Freiheit finden. Auf dem Weg dorthin lauert allerdings noch ein anderes Problem: Seit der Eidesstab Dorian ausgewählt hat, wirkt der Dämonenkiller auf merkwürdige Weise verändert ...

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Kapitel 2


»Warum hast du das gemacht, Dorian?«, fragte Olivaro mit erhobener Stimme. Er war außer sich. »Wir sind doch Verbündete. Wenn Asmodi mir den Rückweg geöffnet hätte, hätte ich dich selbstverständlich mitgenommen.«

»Du lügst. So wie du schon Asmodi angelogen hast«, erwiderte der Dämonenkiller mit verächtlicher Miene. »Du hättest mich hier zurückgelassen und wärst alleine gegangen. Das wollte ich unbedingt verhindern.«

»Ein wirklich toller Plan«, fauchte Olivaro. »Nun sitzen wir beide hier fest. Was hast du nun davon?«

Der Dämonenkiller schwieg. Stattdessen fixierte er Olivaro, als sei dieser eine lästige Zecke. Der Januskopf fühlte sich plötzlich extrem unwohl. Zumal er in Hunters Gesicht einen Ausdruck erkannte, denn er noch nie zuvor bei ihm gesehen hatte. Kalt, mitleidlos … dämonisch? Olivaro schauderte unwillkürlich und schielte unauffällig auf Hunters Eidesstab, der seinem weit überlegen war. Sofern Hunter den Totentanz aktivieren konnte. Aber warum sollte er das nicht können, wenn der Eidesstab ihn als neuen Besitzer akzeptierte?

Ich muss höllisch vorsichtig sein …

»Was hast du jetzt vor?«, fragte er.

»Nun, das ist ganz einfach, Januskopf. Ich werde zunächst mein neues Amt als Schiedsrichter der Schwarzen Familie antreten, aber nur, um aus dieser Position heraus Asmodi zu stürzen. Niemand wird mich auf meinem Weg an die Spitze der Schwarzen Familie aufhalten können. Ich bin geboren worden, um Fürst der Finsternis zu sein.«

Olivaro fühlte eine eisige Hand, die langsam seinen Rücken hinunterkroch. Was war mit Hunter passiert? Hatte die Umgebung hier sein dämonisches Erbe aktiviert? Oder der Eidesstab? Hunter war der Sohn von Asmodi II und einer Hexe. Im Gegensatz zu seinen acht Brüdern, die ihr dämonisches Erbe angenommen hatten, hatte Hunter es nicht nur abgelehnt, sondern genau daraus seinen ungeheuren Hass gegen alles Dämonische gezogen. Nun schien das Pendel auf die andere Seite auszuschlagen.

»Und wenn ich erst Fürst der Finsternis bin, werde ich mich an allen rächen, die mir Unrecht angetan haben«, fuhr der – Dämonenkiller? – fort. »Die schlimmsten Qualen werde ich mir für sie ausdenken …« Er überlegte einen Moment, dann verzog sich sein Gesicht zu einem gemeinen Grinsen. »Aber warum so lange warten, wenn ich gleich hier anfangen kann?«

Olivaro erschrak. »Was meinst du damit, Dorian?«, fragte er mit plötzlich unsicherer Stimme.

»Auch du hast mir Unrecht angetan, Olivaro«, stieß Dorian hervor. In seinen Augen lag plötzlich ein Glanz, der puren Hass widerspiegelte. »Ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie oft du mich hintergangen hast. Außerdem hast du mir Coco geraubt. Erinnerst du dich?« Hunter hob den Eidesstab ein wenig an.

Olivaro zwang sich zur Ruhe. »Was willst du mit den alten Geschichten, Dorian? Die Zeiten waren eben so. Heute sind wir Verbündete. Ich würde also den Teufel tun, dich zu hintergehen.«

»Spar dir das«, erwiderte der Dämonenkiller. »Ich weiß, dass du es jederzeit wieder tun würdest, wenn es in deine Pläne passt. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, die alten Ungerechtigkeiten zu bestrafen.«

Olivaro wusste nur zu genau, dass er mit seinen magischen Fähigkeiten niemals gegen den Totentanz ankam. Genau diesen aktivierte Hunter aber nun. Der weiße Staub von Meroe wirbelte hoch und begann Muster zu bilden. Wen sie erfassten, der war rettungslos verloren. Sogar Legion hatte der Totentanz schlussendlich besiegt. Er war so etwas wie die ultimate Waffe. Dem Januskopf war klar, dass er nun um sein Leben reden musste. Er warf seinen Eidesstab auf den Boden und hob die Hände.

»Halt ein, Dorian«, sagte er beschwörend. »Natürlich gab es früher Missverständnisse, Zwistigkeiten und sogar Feindseligkeiten zwischen uns. Aber ich war nur so lange der Feind des Dämonenkillerteams, wie ich die Führung über die Schwarze Familie übernehmen wollte. Erinnere dich, Dorian. Außerhalb dieser Phase haben wir zumeist zusammengearbeitet …«

»Lüge«, stieß Dorian hervor.

Ein Staubmuster des Totentanzes wirbelte wie eine kleine Windhose durch die Luft und kam Olivaro gefährlich nahe. Mit einem Aufschrei wich er zurück und hob die Hände. »Keine Lüge, Dorian«, fuhr er hastig fort. »Habe ich euch nicht beim Dämonensturm auf Castillo Basajaun geholfen? Erinnere dich …«

»Unwichtig. Das hebt nicht deine Untaten gegen mich auf.«

Erneut tanzten die Staubwirbel von Meroe den Januskopf an. Dieses Mal gleich drei.

»Warte«, keuchte Olivaro. »Wenn ich dich schon nicht überzeugen kann, Dorian, bedenke eines: Wie willst du je Fürst der Finsternis werden und deine Rache üben, wenn du hier in diesem Loch elend verreckst? Weißt du, wie wir hier wieder rauskommen? Wie … du wieder hier rauskommst?«

»Ich werde einen Weg finden.«

»Unwahrscheinlich. Aber ich weiß einen. Du musst mir nur etwas Zeit geben, Dorian, bitte. Die Magie des Bannsiegels ähnelt Luguris Magie, auch wenn diese hier noch ein wenig älter ist. Ich habe mich mit Luguris Magie beschäftigt und werde es deswegen schaffen, das Siegel zu knacken. Aber ich brauche Zeit.«

»Hm«, machte Dorian. Der Totentanz zog sich wieder in den Eidesstab zurück.

Olivaro atmete innerlich auf. Er hatte anscheinend die richtige Saite in Hunter zum Klingen gebracht.

»Also gut«, erwiderte dieser nach kurzem Überlegen. »Ich gebe dir die Chance, uns hier herauszubringen. Schaffst du es, verschone ich dich. Wenn nicht, dann …«

Hunter ließ den Satz unvollendet. Aber sein Blick sprach Bände.

Langsam machte selbst Morales sich um Hunter Sorgen. Es gefiel ihm nicht, das zuzugeben, aber Dorian Hunter war schon nicht ganz unfähig, was die Dämonenjagd anging. Dass er so lange ausblieb, konnte nichts Gutes bedeuten.

Morales und Archer waren zuerst hier in Montignac aufgeschlagen, der Spur schwarzer Magie folgend, die sich entlang einer Ley-Linie ausgebreitet hatte. Sie hatten die seltsame Höhle, in der ein fremder, unglaublich mächtiger Dämon hauste, zuerst gefunden. Zumindest auf das Dämonenkillerteam bezogen. Denn irgendjemand war vor ihnen dagewesen und hatte den seit Jahrtausenden verschütteten Höhleneingang freigelegt. So hatte sich die darin gestaute dämonische Kraft erst entlang der Ley-Linie ausbreiten und die beiden Dämonenjäger anlocken können. Als klar war, dass sich Asmodi genau diese Höhle für den Kampf der Schiedsrichter ausgesucht hatte, waren Hunter und Chapman nachgekommen. Und eine riesige Dämonenschar aus ganz Europa, die Asmodi wohl als Zeugen eingeladen hatte. Mindestens 20 von den Schwarzblütigen waren im nahen Hotel L’Auberge abgestiegen. Und deutlich früher als erwartet zu der Dämonenhöhle aufgebrochen …

Ich hätte gleich von Anfang an nicht mitgehen sollen …

Hunter hatte darauf bestanden, die Höhle in Augenschein zu nehmen, bevor die Dämonen um Asmodi und die Schiedsrichter dort auftauchten. Deswegen waren sie nach Lascaux II gegangen, dieser komischen Nachbildung der Originalhöhle mit den tollen Felszeichnungen, denn von dort führte ein Geheimgang in die Dämonenhöhle. Archer und er hatten ihn, auf der Flucht vor einem Medusen-Dämon, gezwungenermaßen benutzen müssen. Mercier war ein Freak aus Montignac gewesen, den er gezwungen hatte, sie zur Dämonenhöhle zu führen. Dort hatte die unglaubliche dämonische Kraft seine Verwandlung zum Freak rückgängig gemacht und ihm seine ursprüngliche dämonische Existenz wiedergegeben. Mit mehr Glück als Verstand waren sie dem Medusenhaupt durch das Höhlenlabyrinth bis nach Lascaux II entkommen. Morales empfand noch immer unverhohlenen Triumph, wenn er daran dachte, wie er dort die Medusa vor den Spiegel der Damentoilette gelockt hatte. Ein absolut genialer Einfall, wie er fand.

Egal, vor Lascaux II war es auf jeden Fall zu einer Diskussion gekommen, an deren Ende sich die Vierergruppe gespalten hatte. Hunter war mit Archer als Führer zu der Dämonenhöhle vorgedrungen, hoffentlich, denn seither hatten sie von den beiden nichts mehr gehört, Morales war, in Chapmans Begleitung, zum Dämonenjagen zurück nach Montignac gegangen. Sie hatten immer noch genügend Nachzügler erwischt und waren eine ganze Weile mit dem Ausheben eines Vampirnestes beschäftigt gewesen, bevor sie überhaupt gemerkt hatten, dass der Rest des Dämonenpacks Montignac in Richtung der Steinzeithöhlen verlassen hatte. Später als geplant waren sie ins Hotel zurückgeeilt, aber kein Wort von Hunter und Archer.

»Vielleicht sollten wir mal nachsehen«, schlug Morales vor. Er hatte nichts dagegen, noch ein paar weiteren dämonischen Mistkerlen den Garaus zu machen.

Don nickte. »Wir sollten aufpassen, die Dämonen nicht aufzuscheuchen, nur für den Fall, dass Dorian und Fred irgendeinen Plan ausgeheckt haben, aber es gefällt mir wirklich nicht, dass sie noch nichts von sich haben hören lassen.«

»Sieht Hunter ähnlich, der will sicher den Helden spielen«, murrte Morales. Aber er stimmte seinem Kollegen insgeheim zu. »Ich brauch neue Munition.«

»Ja«, stimmte Chapman zu. »Gehen wir kurz auf unsere Zimmer.« Sofort steuerte er auf den Fahrstuhl zu.

Den Weg zu ihren Zimmern legten sie in grimmigem Schweigen zurück. Doch im Gang davor erwartete sie eine Überraschung. Archer lehnte neben Chapmans Zimmertür an der Wand. Der Privatdetektiv war bleich wie eine Wand, hatte verquollene Augen und stank derart nach Schweiß, dass Morales unwillkürlich die Nase rümpfte. Schlechte Nachrichten, also.

Kommentarlos öffnete Morales seine Zimmertür und winkte den Privatdetektiv hinein. »Kommen Sie rein«, sagte er. »Wo ist Hunter...



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