E-Book, Deutsch, 192 Seiten
Reihe: CE Community Editions
Schwarzer (janasdiary) Jeder Tag ein Wunder
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-96096-240-3
Verlag: Community Editions
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Tagebuch einer ganz besonderen Zeit von Jana Schwarzer (janasdiary)
E-Book, Deutsch, 192 Seiten
Reihe: CE Community Editions
ISBN: 978-3-96096-240-3
Verlag: Community Editions
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Und plötzlich steht alles Kopf
'Da stehe ich nun. Ein positiver Test in der Hand, Leere im Kopf.' Bewegend erzählt Jana Schwarzer (ehemals Jana Walter) von ihrer Fehlgeburt, ihrem Kinderwunsch und dem Gefühl, als sie tatsächlich wieder schwanger wird. Offen spricht die 26-Jährige, die viele von ihrem Instagram-Account und YouTube-Kanal 'janasdiary' kennen, über ihre Schwangerschaft, ihre Ehe, große Gefühle und die Herausforderungen, denen sie sich stellen musste.
Jana Schwarzer ist Mitte 20 und hat sich zu einer nachdenklichen jungen Frau, Mutter und Jungunternehmerin entwickelt. Auf Social Media ist sie als janasdiary bekannt, spricht über Herzensthemen und lässt ihre Zuschauer ganz nah an sich heran. Seit Februar 2020 ist sie Mama einer kleinen Tochter.
Autoren/Hrsg.
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Liebes Tagebuch,
wenn ich so an die letzten Jahre zurückdenke, dann weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll, zu erzählen. Leons und mein gemeinsamer Weg begann vor rund 8 Jahren, als er mich damals mit süßen 17 Jahren am Hafen von Münster ganz aufgeregt fragte, ob ich seine Freundin sein möchte. Na ja, eigentlich begann unsere Geschichte schon viel eher, schließlich kennen wir uns bereits seit der 5. Klasse. Aber seit dem 23.11.2013 ist er aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Viel ist seitdem passiert. 4 Jahre Fernbeziehung und eine damit verbundene sehr große Achterbahnfahrt der Gefühle, über Liebeskummer, Trennungsschmerz, fantastische Reisen und die gigantische Euphorie bei jedem Wiedersehen liegen hinter uns. Eine Zeit, in der sich jeder durch die Distanz für sich entfalten konnte und wir doch einander hatten. Aber das soll gar nicht Thema dieses Buches sein, denn jetzt möchte ich ein ganz neues Kapitel aufschlagen. Diese 4 Jahre waren turbulent, aufregend, ja, sie waren ganz schön verrückt und ereignisreich – und nicht weniger ereignisreich ging es weiter, als Leon nach 4 Jahren Amerika endlich wieder nach Hause kam. Wir zogen zusammen in eine Wohnung, reisten viel, feierten unser Leben, erschufen ein „Uns“, ein „Wir“, ein „Gemeinsam“, wo doch in den vergangenen 4 Jahren Fernbeziehung jeder für sich selbst im Zentrum seines Lebens gestanden hatte. Leon startete sein Masterstudium in unserer Heimat und begann nebenbei auch in meiner beruflichen Welt Fuß zu fassen. Zu dem Zeitpunkt war ich bereits seit 3 Jahren selbstständig und liebte das, was ich tat – auch wenn der Preis für den Erfolg hoch war. Ich arbeitete viel „selbst“ und „ständig“ und entdeckte mich selbst immer wieder neu in diesem Job, der bis heute wohl mehr belächelt als ernst genommen wird. Nach einem Jahr zogen wir in eine Doppelhaushälfte mitten in der Stadt um. Diese Haushälfte sollte es werden – unser kleines Nest. Ein kleines Nest, in dem ich schon bald schwanger wurde …
Und damit beginnt es, dieses neue Kapitel. Es beginnt mit Veränderung, Wachstum, Vertrauen, Glaube, Liebe, einem Haufen Erwartungen an mich selbst und einer neuen Welt. Eine neue Welt entstand für uns, in der es nicht weniger verrückt weiterging. Bei uns gab es nie ein „Normal“, nie ein „Langsam“, ja, es gab nie einen wirklichen Alltag. Denn den fanden wir irgendwie schon immer langweilig – und tun es heute noch. Wir haben immer schon drauflosgelebt, einfach gemacht, uns nie zu viele Gedanken um morgen gemacht – und ich denke, das ist es. Auch wenn uns manchmal der Trott des Alltäglichen packt, so leben wir, wir existieren nicht nur. Wir träumen, wir glauben, wir lernen immer weiter. Denn auch nach 8 Jahren Beziehung, einer Hochzeit und einem Kind lernen wir uns immer wieder neu kennen. Nicht, weil wir uns zwischendurch entfremden, sondern weil wir einander wachsen lassen.
Man wächst nicht immer in die gleiche Richtung: Mal wächst ein Ast, wo der andere gerade seine Energie lieber in die Baumkrone steckt, dann streckt der andere die Wurzeln, wenn man selbst gerade hoch hinaus will. Doch gerade das macht das Leben miteinander so spannend. Vom Teenager zum Papa, zur Mama – das ist Potenzial für eine Menge Veränderung. Und wie wir uns verändert haben! Wir haben neue Prioritäten, viel mehr Erfahrung, wir haben Wandlung in unserem Freundeskreis erfahren, neue Interessen und einen anderen Blick auf die Welt. Ja, wir sind gewachsen. Miteinander, durcheinander, aneinander – und genau das ist es, was Beziehung für mich ausmacht.
Beziehung bedeutet für mich, einander sein lassen, einander wachsen lassen. Sich aneinander reiben, sich zuhören und sich immer wieder auf eine ganz besondere Art entdecken. Wobei sich das Entdecken nicht nur auf den Partner bezieht, sondern auch auf die eigene Wandlung. Als Mensch, als Frau, als Mutter und als Ehefrau/Partnerin.
Entwicklung und Veränderung hört ja nicht bei der Partnerschaft auf, sondern beginnt in uns selbst. Beziehung bedeutet für mich Vertrauen, das durch unsere Fernbeziehung gestärkt wurde und durch unsere Rolle als Eltern ein neues, erweitertes Verständnis bekommen hat, mit so viel mehr Tiefe. Das Vertrauen ist unsere Basis, in der wir uns fallen lassen können und ankommen können. Vertrauen ermöglicht uns Freiheit und Wachstum, denn Beziehung ist für mich losgelöst von Besitzansprüchen. Eifersucht war bei uns nie ein Thema. Wir vertrauten, auch wenn wir Tausende Kilometer voneinander entfernt lebten.
Was bringt es mir, mir ständig Gedanken über Dinge zu machen, die wahrscheinlich nicht mal eintreffen? Durch diese Gedanken entferne ich mich nur so sehr von dem gegenwärtigen Moment, dass ich in Sorge gerate. Oder schlimmer noch: Sie lösen eine tiefsitzende Angst, Misstrauen, Kontrollgedanken aus, die mich allesamt selbst am meisten einschränken, weil sie so gewaltig werden können, dass sie meine gesamte Gedankenwelt einnehmen. Den Mangel an Vertrauen und Liebe zu mir selbst auf meinen Partner zu projizieren, bringt mir keine Kontrolle über meinen Partner. Vielmehr entfernt es uns voneinander. Der Gedanke entspringt der Angst und wir wissen doch beide: Angst ist in jeder Beziehung ein schlechter Ratgeber. Sie macht uns zu Gefangenen der äußeren Umstände und unserer Gedanken darüber, wie etwas sein könnte. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ereignisse so eintreten, ist dabei so klein, dass es sicher eine gute Idee ist, diese Angst loszulassen.
Die Liebe ist so groß, dass sie nicht besitzen muss, und Liebe bedeutet nicht, sich füreinander aufzuopfern. Vielmehr ist die Liebe das unsichtbare Band zwischen zwei Menschen. Genau, es geht nämlich um zwei Individuen – Beziehung bedeutet für mich genauso, dass neben einem „Uns“ auch immer ein „Ich“ existiert. Ich bin ja schließlich nicht gestorben, wenn ich mich mit einer Person verbinde, vielmehr erweitere ich mein ganz eigenes Universum dadurch. Ich muss meine Interessen nicht aussterben lassen, nur weil sie für meinen Partner nicht so wichtig sind, muss meinen Kleidungsstil nicht ändern, weil mein Partner mich manchmal lieber in andere Dinge gekleidet sehen würde. Diese Äußerlichkeiten spielen einfach keine Rolle und ich muss auch nicht aufhören, Zeit allein zu verbringen, weil wir eine Beziehung führen. Ich bin ich, du bist du – und wir sind wir.
Beziehung darf kein Machtkampf sein, sondern ist vielmehr eine Begegnung auf Augenhöhe. Sie bedeutet für mich Respekt und Achtung und ist losgelöst von jeglichem Anspruchsdenken – Erwartungen sind doch irgendwie eine Wunschvorstellung von etwas, die nur in unserem eigenen Kopf existiert und mitunter so groß ist, dass wir uns in unseren eigenen Gedanken so sehr gefangen halten. Dabei suchen wir doch Erlösung in all unseren Erwartungen an unsere Partnerschaft, an unser Gegenüber, uns selbst und in unseren Vorstellungen davon, wie unser Leben aussehen sollte, damit wir endlich glücklich sind. Aber damit hindern wir uns selbst daran, einfach zu leben. Es ist wie eine unerreichbare Illusion, die uns nur noch viel unglücklicher macht, statt uns zu erfüllen.
Beziehung bedeutet für mich Hingabe und sich im jeweils anderen zu erkennen. Ich erkenne mich in dir durch all die Dinge, die mich durch dein Verhalten triggern, durch all meine Gedanken, die ich auf dich projiziere. Ja, du bist mein bester Spiegel, nämlich der, in dem ich mich wahrhaftig erkennen kann. Wenn ich ganz genau hinschaue, dann sehe ich mich durch meine Reaktionen auf dein Verhalten und erkenne, dass die größten Stolpersteine unserer Beziehung mein Mangel an Liebe zu mir selbst und der fehlende Blick auf mein wahres Ich sind. Besonders dann, wenn wir uns unvollständig fühlen, versuchen wir doch oft, dieses große Loch durch die Bestätigung anderer zu füllen. Durch illusorische Erwartungen, andere seien daran schuld, wenn wir nicht glücklich sind, oder andere müssten durch Komplimente und liebevolle Aufmerksamkeiten dafür sorgen, dass wir wieder glücklich werden, lenken wir doch nur vom eigentlichen Problem ab – nämlich dem, das wir mit uns selbst haben. Du wirst nicht jedem gefallen können und du musst auch nicht jedem gefallen. Sicher werden manche Menschen ein Problem damit haben, wie du dich verhältst, kleidest, wie du aussiehst, dich ernährst – doch das ist nicht dein Problem! Machst du es zu deinem Problem, so ist das nicht die Schuld der anderen, weil du es in der Hand hast.
Du kannst zig Leute nach ihrer Meinung zu deinem neuen Kleid fragen, obwohl du doch bereits eine eigene Meinung dazu hast, dich schön darin fühlst. Fühlst du dich nach deiner Umfrage nicht mehr schön, so ist es nicht die Schuld der Anderen.
Glück, das findet man nicht im Außen. Es wird nicht das Geld sein oder dein materieller Reichtum, die dich glücklich machen, schließlich kannst du dir von Geld vielleicht ein Haus, aber kein Zuhause kaufen. Du kannst dir ein Statussymbol kaufen, aber...




