Scott | Liebesstern über Südafrika | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1768, 160 Seiten

Reihe: Romana

Scott Liebesstern über Südafrika


1. Auflage 2008
ISBN: 978-3-86349-360-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1768, 160 Seiten

Reihe: Romana

ISBN: 978-3-86349-360-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nach schmerzhaften Erfahrungen verlässt Joanna England, um im sonnigen Südafrika neu anzufangen. Doch als sie überraschend ihrem ehemaligen Kollegen, dem umschwärmten Arzt Jake O'Connor, begegnet, holt die Vergangenheit sie ein. Obwohl sie ihn für einen Frauenhelden hält und fest glaubt, dass er ihre Freundin verlassen hat, fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Und als Jake sie bei einem Ausflug auf den Tafelberg umarmt, erwidert sie hingebungsvoll seinen Kuss. Kaum beginnt sie, ihm zu vertrauen, da tauchen Gerüchte auf: Er soll ein Verhältnis mit der Frau seines Cousins haben ...



Elisabeth Scott wurde 1972 geboren. Sie wuchs in einer kleinen Stadt im Süden Virginias auf. Die Stadt war so klein, dass sie noch nicht mal eine Post hatte. Ihre Eltern waren beide High - School - Lehrer. Und, da die Stadt so klein war, hatte Elisabeth Scott ihre Eltern zu Lehrern. Beide behandelten sie wie andere Schüler und ihre Mutter gab ihr im Klassenraum sogar einen anderen Platz, weil sie zu viel redete. Insofern erfuhr sie keine Sonderbehandlung. Nachdem sie die High School beendet hatte, ging sie auf's College. Sie wollte eine glamouröse Karriere machen, wusste aber nicht genau in was. Und sie schwor sich auch, niemals zu heiraten. In der Realität endete sie in vielen unterschiedlichen, nicht ganz so glamourösen Jobs und traf ihren zukünftigen Ehemann, als sie ein Erstsemester an der Universität war. Sie arbeitete als Redakteurin und Office Managerin. Sie verkaufte Hardware und in einem anderen Job CD's. Angefangen hat sie als Autorin für junge Erwachsene. Noch immer hat diese Herausforderung und die Art der Romane einen Platz in ihrem Herzen. Sie findet die Zeit des Erwachsenwerdens so individuell, wechselhaft und vielseitig, dass sie kaum ein Thema gefunden hat, was so spannend und unvorhersehbar ist.
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1. KAPITEL

Joanna stieg die Stufen zu der eindrucksvollen Klinik am Fuße des Tafelberges hinauf und machte sich auf den Weg ins Schwesternzimmer. Endlich arbeitete sie hier in Kapstadt am Groote-Schuur-Krankenhaus.

Beinahe hätte sie den Gedanken laut ausgesprochen, um sich selbst davon zu überzeugen, dass all das kein Traum war. Nein, ein Traum war es nicht, denn das für ein Krankenhaus übliche geschäftige Treiben um sie herum war nur allzu real. Patienten, Angehörige, Ärzte, Schwestern und Pfleger eilten umher, und ein Verletzter wurde auf einer Trage zur Notaufnahme gebracht.

Alles war genauso wie in dem Londoner Krankenhaus, in dem sie bisher gearbeitet hatte, und doch war alles ganz anders. So viele verschiedene Hautfarben, so viele verschiedene Sprachen um sie her. Und sie verstand kaum ein Wort.

Einen Moment lang fragte sie sich, wie sie hier hineinpassen sollte. Dann jedoch hob sie das Kinn. Genau das will ich, dachte sie. Einen Neuanfang in einem fremden Land. Schon vor Monaten hatte sie diesen Schritt geplant.

Sie betrat das Schwesternzimmer, wo Mrs. Matama, die Oberschwester, gerade ihre Akte studierte.

„Wir freuen uns, Sie endlich bei uns zu haben“, begrüßte sie Joanna freundlich. „Wie ich sehe, wollten Sie schon vor einem Jahr herkommen. Es tut mir leid, dass Ihre Mutter so krank wurde und starb. Mein herzliches Beileid.“

„Danke“, gab Joanna zurück. „Die Diagnose wurde gestellt, kurz nachdem meine Bewerbung hier angenommen wurde, und … natürlich konnte ich meine Mutter nicht allein lassen.“

„Natürlich nicht.“ Mrs. Matama nickte verständnisvoll und erhob sich. „Wir haben Ihnen ein Zimmer im Schwesternheim reserviert, obwohl die meisten Ihrer Kolleginnen lieber außerhalb wohnen. So haben Sie aber zumindest für den Anfang schon eine Bleibe. Mit Problemen können Sie immer gerne zu mir kommen.“

Damit hob sie den Telefonhörer ab. „Amelia, könnten Sie Schwester Boyd zu ihrem Zimmer führen? Danke.“

Zehn Minuten später stand Joanna in ihrem neuen Zimmer, der Koffer lag geöffnet auf dem Bett. Ein wenig anders als der Raum, den sie sich im St. Margarets-Krankenhaus mit drei anderen Schwestern geteilt hatte. Und vollkommen anders als das Cottage in dem Dörfchen in Surrey, wo sie ihre Mutter gepflegt hatte.

Joanna ließ sich auf den einzigen Stuhl sinken und kämpfte gegen eine Welle von Heimweh und Traurigkeit an. Vielleicht war es keine gute Idee, Mutters Haus zu verkaufen, dachte sie. Selbst ihren Labrador Shandy hatte sie an die Nachbarn abgegeben, die ihn liebten und als Rentner auch genug Zeit für ihn hatten. So konnte er wenigstens in der gewohnten Umgebung bleiben. Sie hätte das Haus erst einmal nur vermieten können, falls sie ihren Schritt, nach Südafrika zu gehen, bereut hätte.

Nein. Alles war gut durchdacht, und sie würde ihre Entscheidung nicht rückgängig machen.

Entschlossen hängte sie die wenigen Kleider, die sie mitgebracht hatte, auf. Zusammen mit ihrer Schwesterntracht füllten sie den schmalen Kleiderschrank bereits aus. Wenn ihre restliche Habe einträfe, würde sie sich eine andere Behausung suchen müssen.

„Hallo … hast du dich schon eingerichtet? Hier ist eine Tasse Tee für dich. Ich bin Dorothy Marais, und mein Zimmer liegt ganz in der Nähe. Ich arbeite auch auf der Entbindungsstation. Schwester Kenton hat mich gebeten, dich herzlich willkommen zu heißen.“

Die junge Frau hatte dunkles gelocktes Haar, blaue Augen und ein fröhliches Lächeln. In der Hand hielt sie eine Tasse mit dampfendem Tee.

Joanna fühlte sich gleich viel besser. Sie erhob sich und erwiderte Dorothys Lächeln. „Danke. Ich habe gerade überlegt, wo ich mir Tee zubereiten könnte.“

„Am Ende des Gangs ist eine winzige Küche“, erklärte Dorothy. „Dort können wir Wasser kochen und Toast machen. Mehr allerdings nicht. Die Kantine befindet sich ein Stockwerk tiefer.“ Sie kräuselte die Nase. „Erwarte aber nicht zu viel.“

„Bestimmt nicht“, versicherte Joanna ihr. „Ich kenne eine Menge Krankenhauskantinen. Aber besser eine dürftige Kantine als gar keine.“

So schlecht ist es hier gar nicht, dachte Joanna später, als sie sich in der Kantine umsah. Es gab eine große Auswahl an frischen Salaten, und der Fisch war auch nicht schlechter als der im Londoner Krankenhaus, in dem sie zuletzt beschäftigt gewesen war. Dorothy war nicht zu sehen, doch am nächsten Morgen klopfte sie um kurz nach sechs an die Tür. Joanna, selbst längst in ihrer Schwesterntracht, sah die Kollegin überrascht an. Sie war noch in ein riesiges Badehandtuch gewickelt. Ihr Haar war tropfnass.

„Ich bin gleich fertig“, rief sie atemlos. „Bitte warte auf mich, dann können wir zusammen frühstücken, und ich zeige dir unsere Abteilung. Wir sehen uns vor der Küche.“

In der Innentür des Kleiderschranks befand sich ein Spiegel. Joanna warf einen letzten prüfenden Blick hinein. Sie mochte die kurzärmelige Tracht. Obwohl es noch recht früh war, wurde es schon warm. Die Sonne schien, und Joanna konnte kaum glauben, dass es November war. Der stetige Nieselregen Londons war längst vergessen.

In den letzten Tagen zu Hause hatte sie keine Zeit mehr gefunden, zum Friseur zu gehen. Mittlerweile reichte ihr das wellige Haar bis auf die Schultern. Sie war sicher, die Krankenhausvorschriften hier würden sich nicht von denen in England unterscheiden. Daher band sie ihr Haar am Hinterkopf zusammen, bevor sie das Zimmer verließ.

Vor der Küchentür wartete Dorothy Marais bereits auf sie. Joanna freute sich über ihre Gesellschaft und war dankbar, dass die Kollegin sie nach dem Frühstück zu ihrer Station führte und sie sich in all den noch unbekannten Korridoren, Aufzügen und Zimmern nicht allein zurechtfinden musste. Alles war noch so fremd und unübersichtlich. Und dann waren Babyschreie zu vernehmen, und Joanna wusste, dass sie hier richtig war.

„Schwester Boyd? Danke, dass Sie sie hergebracht haben, Schwester Marais.“

Stationsschwester Kenton, eine imposante Matrone mit leicht ergrautem Haar, saß am Schreibtisch. „Lassen Sie mich rasch noch diese Unterlagen sortieren, dann bin ich bei Ihnen“, murmelte sie mehr zu sich selbst als zu Joanna. Kurz darauf sah sie lächelnd auf. „Sie beginnen auf der Entbindungsstation. Aus Ihren Unterlagen ersehe ich, dass Sie da am liebsten arbeiten, und wir brauchen dort eine Schwester.“

Während Joanna wenig später Schwester Kenton den Flur entlang folgte, lauschte sie interessiert deren Erklärungen.

Wie ihr bereits im Schwesternheim aufgefallen war, herrschte hier ein lockere, freundliche Atmosphäre.

„Unser Hebammendienst wird Ihnen neu sein“, fuhr Schwester Kenton fort. „Diesen Dienst bieten wir Frauen in entlegenen Ortschaften an, die nicht in die Klinik kommen können. Dort werden Sie allerdings ohne die Hilfe eines Arztes auf sich allein gestellt sein.“

„Und wenn Komplikationen auftreten?“, wollte Joanna wissen. „Wenn die Geburt schwierig ist oder das Baby eine besondere Behandlung braucht?“

„Dann kommen die Flugeinheiten zum Einsatz. Sicher werden Sie auch mit diesen Ärzten einmal zu einem Einsatz fliegen.“

Inzwischen waren sie ans Ende des langen Korridors gelangt. „Hier ist unsere Frühchenstation. Vielleicht werden wir Sie dort auch einmal einsetzen, wenn Not am Mann ist. Ich habe gelesen, dass Sie diesbezüglich einige Erfahrung mitbringen.“

„Ja, ich habe Erfahrung mit Frühgeburten“, bestätigte Joanna.

Schwester Kentons Pieper meldete sich. „Wir müssen zurück auf die Entbindungsstation“, sagte sie knapp und setzte sich in Bewegung. „An die Arbeit, Schwester Boyd. Wir hatten eine ruhige Nacht, und jetzt haben sich alle gleichzeitig entschieden, ihre Babys zu kriegen.“

Im Handumdrehen fühlte sich Joanna in ihrem Element. Drei Geburten in zwanzig Minuten. Bei den ersten beiden assistierte sie, die dritte Niederkunft leitete sie selbst. Und dann hielt sie ihr erstes südafrikanisches Baby im Arm: ein pummeliges Mädchen mit dichtem dunklen Kraushaar.

„Wir nennen sie Inkulu“, sagte die junge Mutter glücklich, als Joanna ihr die Kleine in den Arm legte. „Das heißt ‚Erstgeborene der Xhosa‘.“

Der Rest des Tages verging wie im Flug, mit der üblichen Routine in einem Krankenhaus.

Joanna mochte diese Arbeit, es tat ihr gut, auf ihr Können zurückgreifen zu können. Schließlich war sie dazu ausgebildet worden. Dennoch hatte sie nicht bereut, das alles aufgegeben zu haben, um sich um ihre sterbende Mutter zu kümmern. Sie hatten ein gutes Verhältnis gehabt, und ihre Mutter hatte ihr Leben lang alles für sie getan.

„Danach … wirst du nach Kapstadt gehen, nicht wahr, Joanna?“, hatte sie in ihren letzten Wochen häufig gefragt. Immer waren sie ehrlich miteinander gewesen.

„Ja, Mum.“

Und es brach ihr das Herz, wenn sie jetzt an den Tod ihrer Mutter zurückdachte.

„Dürfen wir uns zu dir setzen, Joanna?“

Nach Feierabend war Joanna in die Kantine gegangen, und als sie jetzt aufsah, blickte sie in Dorothys Gesicht. Neben ihr stand eine andere Schwester, die ihr als Rose Hill vorgestellt wurde. Für die Ablenkung war Joanna dankbar.

„Hast du schon unseren David Palmer kennengelernt?“, fragte Dorothy heiter. „Was hältst du von ihm?“

„Ja, er hat bei einer Geburt geholfen. Er ist ganz in Ordnung, denke ich“, sagte Joanna vorsichtig. In jedem Krankenhaus gab es...



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