E-Book, Deutsch, 368 Seiten
Reihe: LYX.digital
Scott Undoubtable Love
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7363-2321-6
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 368 Seiten
Reihe: LYX.digital
ISBN: 978-3-7363-2321-6
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
WENN MAN GLAUBT, DAS ENDE ZU KENNEN, DARF MAN DANN DEN ANFANG WAGEN?
Als Susie Bowen das Haus ihrer Tante erbt, ist sie froh über die Chance eines Neuanfangs. Weniger begeistert ist sie allerdings, als die Renovierungsfirma ausgerechnet Lars, den besten Freund ihres Ex' vorbeischickt, der vor Kurzem Zeuge ihrer demütigenden Trennung wurde. Der unverschämt attraktive Wikinger-Typ soll nun mehrere Wochen lang Susies Haus renovieren. Doch es wird noch schlimmer, als Lars hinter einer Wand ein Scheidungszertifikat findet, mit ihrer beider Namen und einem Datum, das in der Zukunft liegt. Hat ihnen jemand einen Streich gespielt? Während Susie und Lars versuchen, das Rätsel zu lösen, stellen sie fest, dass es gewaltig zwischen ihnen knistert. Aber was will ihnen dann der mysteriöse Fund in der Wand sagen?
»Ich habe dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen und mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen beendet.« LISA LOVES LITERATURE
Der neue Roman von SPIEGEL-Bestseller-Autorin Kylie Scott!
Kylie Scott ist ein großer Fan erotischer Liebesromane und zweitklassiger Horrorfilme. Sie verlangt immer ein Happy End - wenn Blut und Gemetzel auch noch vorkommen, umso besser! Mit ihren zwei Kindern und ihrem Ehemann lebt Kylie in Queensland, Australien. Sie war mit ihrer STAGE-DIVE-Reihe auf der NEW-YORK-TIMES-, der USA-TODAY- sowie der SPIEGEL-Bestseller-Liste vertreten.
Weitere Infos & Material
1. Kapitel
»Das ist jetzt ein bisschen unangenehm.«
Der große blonde Mann auf meiner Türschwelle sah mich verblüfft an.
»Wie geht es dir, Lars?« Ich schenkte ihm mein bestes falsches Lächeln. »Nett, dich zu sehen.«
»Susie. Wie lange ist es her … fünf, sechs Monate?« Er stellte seinen Werkzeugkoffer ab und lächelte mich verkrampft an. Eigentlich war sein Lächeln eher ein Zusammenzucken. Denn als wir uns das letzte Mal gesehen hatten, war das kein guter Abend gewesen. Zumindest für mich nicht.
»So in etwa«, erwiderte ich.
»Ist das dein neues Zuhause?« Er deutete mit dem Kopf auf das heruntergekommene Arts-and-Crafts-Cottage. »Im Büro hieß es, du hättest einen Wasserschaden, um den wir uns kümmern sollen?«
»Ja, mir wurde gesagt, Mateo würde das übernehmen.«
»Er ist leider verhindert.«
»Oh.«
Er schaute mich bestürzt an. Wie sein Name suggerierte, sah er aus wie der typische Wikinger auf Raubzug. Halblange blonde Haare, helle Haut, blaue Augen, kurzer Bart, groß und kräftig. Da ich nur von normaler Statur war, überragte er mich deutlich. Er war Mitte dreißig und mehr als nur ein bisschen ungeschliffen. Ganz anders als sein aalglatter bester Freund. Ein Arschloch, an dessen Existenz ich am liebsten nie mehr erinnert werden würde. Aber man bekommt nicht immer, was man gern hätte.
Ich holte tief Luft und riss mich zusammen. »Komm doch rein, dann zeige ich dir …«
»Okay.«
»Die Schuhe kannst du anlassen. Der Teppich fliegt sowieso raus.«
Mit schweren Schritten folgte er mir durch das Wohnzimmer ins Esszimmer, wo wir uns nach links in den kleinen Flur begaben. Von hier gelangte man entweder ins Badezimmer oder in das rückwärtige Schlafzimmer. Wir gingen in Letzteres.
»Das Wasser ist wer weiß wie lange durch einen Spalt im Fenster eingedrungen«, erklärte ich. »Ich habe das Haus erst kürzlich geerbt. Da hier alle möglichen Kartons aufgestapelt waren, konnte niemand sehen, dass es ein Problem gab.«
Er gab einen Grunzlaut von sich.
»Den ersten Monat habe ich nichts anderes getan, als alles zu sortieren und wegzuwerfen.«
Unter dem Fensterrahmen war ein großer Fleck auf der goldgesprenkelten Tapete zu sehen. Als wäre sie nicht auch so schon hässlich genug. Aber meine Tante Susan war nun mal kein großer Fan von Veränderung gewesen. Das Cottage mit den zwei Schlafzimmern hatte ihren Eltern gehört, und nach dem Tod meiner Großeltern war alles mehr oder weniger unverändert geblieben. Abgesehen davon, dass Susans Kram noch hinzugekommen war. Was bedeutete, dass die Tapete und der Teppich aus den 1970er-Jahren waren, das Badezimmer hingegen aus den 1940ern und die Küchenschränke aus den 1930ern. Das Haus war wie eine Ode an den Einrichtungsstil des 20. Jahrhunderts. Im Guten wie im Schlechten.
Lars kniete sich hin und inspizierte den Schaden. »Der Fensterrahmen ist unten verzogen und muss ersetzt werden.«
»Kannst du das machen?«
»Ja«, erwiderte er. »Ich muss mir mal anschauen, wie es dahinter aussieht. Hängst du an der Tapete?«
»Um Himmels willen, nein.«
Er hätte beinahe gelächelt.
»Je schneller ich streichen und einen neuen Boden reinlegen kann, desto besser.«
Keine Antwort. Er nahm ein spitz zulaufendes Messer mit gezackter Klinge aus dem Werkzeugkasten. Problemlos fuhr er damit durch das Mauerwerk und bohrte es in die Wand hinein.
»Wie geht es ihm?«, stellte ich ihm die gefürchtete Frage. Neugier war ein schreckliches Laster. »Gefällt es ihm in London?«
»Yeah.« Mehr sagte er nicht.
»Und wie geht es Jane?«
»Wir sind nicht mehr zusammen.«
Was mich nicht wirklich überraschte. Während des Jahres, als ich mit Wie-hieß-er-noch-mal zusammen war, hatte Lars mehrere Freundinnen. Weder er noch sein Freund legten sich gern fest. Was okay war, wenn man einfach nur Spaß haben wollte. Aber Jane hätte er behalten sollen, sie war klug und hatte einen schrägen Humor. Lars stand definitiv auf einen bestimmten Typ Frau. Alle seine Freundinnen waren zierliche Puppen mit damenhaften Manieren. Ganz das Gegenteil von mir, die ich drall und vorlaut bin.
Er säbelte ein Stück Mauerwerk aus der Wand. »Hast du vor, auf Dauer hier zu wohnen, oder willst du es renovieren und verkaufen?«
»Habe ich noch nicht entschieden.«
»Die Lage ist toll. Und mit ein bisschen Arbeit ist es vermutlich eine Menge Geld wert.« Er lenkte das Gespräch lieber wieder auf die Dinge, die anstanden. Das war auch gut so.
Mithilfe der Taschenlampe in seinem Handy nahm er den Hohlraum unter die Lupe. Dieser Mann verkörperte den typischen Handwerker-Chic: klobige Schuhe, Jeans, verwaschenes schwarzes T-Shirt. Alles gut abgetragen. Und wie sich seine Jeans um seine kräftigen Oberschenkel und seinen Hintern spannte, war durchaus das Hinsehen wert. Ich hatte den Blick nicht absichtlich darauf gerichtet, es war mir einfach so aufgefallen. Vielleicht lag es daran, wie sein Werkzeuggürtel jenen speziellen Teil seiner Anatomie umschloss. Einen Moment lang war ich wie hypnotisiert. Der Anblick eines wohlgeformten Hinterns konnte mich durchaus in seinen Bann schlagen, was alles andere als in Ordnung war. Besonders in diesem Fall. Ich sollte diesen Mann nicht auf sexuelle Weise wahrnehmen, wenngleich es tröstlich war, dass mich so etwas noch anmachte.
Ich weiß nicht, ob Lars und ich jemals wirklich Freunde waren. Auf jeden Fall hatten wir einen freundschaftlichen Umgang gepflegt. Aber so war das nun mal mit Liebesbeziehungen: Gerade noch waren all diese großartigen Menschen Teil deines Lebens, und im nächsten Moment waren sie von der Bildfläche verschwunden.
Ich zupfte nervös am Ende meines dunklen Pferdeschwanzes herum. Ein alter Tick von mir.
»Bis jetzt sieht es aus, als wäre der Schaden nur oberflächlich«, sagte Lars. »Diese beiden Lagen Gipsplatten müssen weg. Dann erst kann ich genauer sagen, womit wir es hier zu tun haben.«
»Okay.«
»Aber es würde mich nicht wundern, wenn man davon auch einiges oder alles ersetzen müsste.« Er deutete auf die Wand zwischen Schlafzimmer und Badezimmer. »Siehst du, wie sich die Tapete dort in den Fugen wellt?«
»Ja.«
»Bist du einverstanden, dass ich loslege?«
Ich nickte.
Ich war nicht wirklich überrascht. Ältere Gebäude haben eine besondere Ausstrahlung, aber oft sind sie auch teuer im Unterhalt. Renovierungen kosten eine Menge Geld. Ich hatte kaum Ersparnisse, aber dieses hundert Jahre alte Haus hatte das Glück, dass mir meine Tante ein bisschen Geld vermacht hatte. Was mit einigen in meiner Familie zu Streit geführt hatte. Als ob sie jemals Zeit für Tante Susan gehabt hätten, als sie noch lebte. Abgesehen davon, dass sie meine Namensvetterin war, war sie auch das schwarze Schaf in der Familie gewesen. Für einige vermutlich ein bisschen zu schräg. Aber für einen schrägen Charakterzug hatte ich schon immer etwas übrig.
»Ich mache mir einen Kaffee«, sagte ich. »Möchtest du auch einen?«
»Ja, danke.«
»Wie trinkst du ihn?«
»Mit Milch. Ohne Zucker.«
»Du bist auch so schon süß genug, wie?« Kaum hatte ich das gesagt, wusste ich, dass ich einen Fehler gemacht hatte. So viel zum Thema unangenehm.
Er schnaubte, dann sagte er: »So in etwa.«
Lars fackelte nicht lange. Als ich zurückkam, hatte er die ersten beiden Gipsplatten bereits entfernt. Die Hände in die Hüften gestemmt, starrte er in das Innere der Wand mit dem problematischen Fenster. Zu sehen waren vor allem eine Menge Staub und ein paar Spinnweben. Allerdings bin ich keine Handwerkerin. Als ich ihm seinen Becher reichte, lächelte er mich kurz an, bevor er einen Schluck trank.
»Wie sieht es aus?«, fragte ich.
»Dein Haus ist solide gebaut.«
»Na prima.«
»Solange der Schaden in der Wand nur eine Folge der Feuchtigkeit ist, die durch das Fenster dringt, und nicht von einem undichten Badezimmerrohr herrührt, dürfte sich das rasch erledigen lassen«, sagte er.
Ich hatte mich im Hauptschlafzimmer eingerichtet, aber dieses Zimmer hatte für mich noch immer einen großen sentimentalen Wert. Wann immer Mom und Dad beschäftigt waren oder eine Pause von uns Kindern brauchten, blieb mein Bruder bei einem Freund, und ich wurde bei Tante Susan geparkt – in genau diesem Schlafzimmer. Was mir nur recht war. Andrew war ein kontaktfreudiger Sportler, während ich eher etwas schüchtern war. In diesem Haus wurde ich so akzeptiert, wie ich war. Eine nette Abwechslung. Nach der Scheidung meiner Eltern wuchs ich abwechselnd in drei Haushalten auf und lebte überwiegend aus einer Schultasche, was echt blöd war. Aber Tante Susan gab mir die Sicherheit, die ich woanders vermisste.
»Ist der Boden in Ordnung?«
»Heben wir doch mal den Teppich an und schauen nach.« Er stellte seinen Kaffeebecher auf die Fensterbank. Dann machte er sich mit dem Messer über den Teppichboden her. Es war beeindruckend, wie das Werkzeug zu einem Teil von ihm wurde, wie eine Erweiterung seines Körpers. »Da drunter hast du einen guten soliden Holzboden.«
»Oh, lass mich mal sehen.«
Er zog die verschlissene Unterlage noch weiter zurück. »Eiche, wie es aussieht.«
»Wow. Kaum zu glauben, dass man auf so etwas Schönes einen potthässlichen Teppich klebt.«
»Nichts von einem Wasserschaden zu sehen. Du hast Glück gehabt.«
Ich lächelte. »Das klingt super.«
»Jetzt schauen wir mal, was hier dahinter...




