E-Book, Deutsch, 151 Seiten
Reihe: LYX.digital
Seabrook Wild Irish - Cillian
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7363-1618-8
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Eine Rockstar-Romance
E-Book, Deutsch, 151 Seiten
Reihe: LYX.digital
ISBN: 978-3-7363-1618-8
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Was ist heißer als ein Rockstar? Irische Rockstars!
Der Tod ihrer Schwester hat Delaney hart getroffen. Doch als sie dann auch noch ihren Verlobten mit einer anderen erwischt, will sie einfach nur noch weg. Kurzerhand bucht sie einen Flug nach Irland, fest entschlossen, die Bucket List ihrer Schwester abzuarbeiten. Auf einer einsamen Single-Track-Road kollidiert sie fast mit einem anderen Auto und sieht sich dem schlecht gelaunten, aber atemberaubend attraktiven Iren Cillian Gallagher gegenüber, der offenbar von amerikanischen Touristen gar nichts hält. Trotz des holprigen Starts bietet er ihr an, ihn seinem Cottage unterzukommen. Er verschweigt ihr allerdings, dass er der Lead-Sänger der Band Wild Irish ist, die gerade die irischen Charts stürmen. Denn Cillian hat seine eigenen Gründe, sich vor der Welt zu verkriechen - er hat sich mit seinem Bruder und der Band überworfen und es scheint, als sei Wild Irish bereits jetzt schon Geschichte, bevor ihr Erfolg überhaupt richtig Fahrt aufnimmt. Vom ersten Moment an fliegen die Funken zwischen Delaney und dem sexy Iren, doch keiner von ihnen will die Gefühle zulassen, die schon bald zwischen ihnen brodeln ...
'Heiße Szenen, Romantik, eine Familie zum Verlieben und soviel Herzenswärme!' THE BIBLIOHOLIC
Band 1 der WILD-IRISH-Trilogie
C. M. Seabrook ist Kanadierin und lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in Ontario. Wenn sie nicht gerade heiße Liebesgeschichten schreibt, verbringt sie Zeit mit ihrer Familie und ihrem Hund Jaxx, singt oder kocht. Ihre Laster sind Rotwein, Pasta und Serien-Binge-Watching. Sie liebt es, über sexy Bad Boys zu schreiben.
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1
Delaney
»Scharf links, dann eine weite Kurve nach rechts«, murmle ich, während ich mich mit eisernem Griff an das Lenkrad klammere und die einzige Fahranweisung wiederhole, die mir die Frau von der Autovermietung gegeben hat, nachdem ich in Dublin angekommen war.
Angespannt, mit vor Nervosität kribbelnden Fingern und einem dicken Kloß im Hals, versuche ich, daran zu denken, mich links zu halten, ohne die kleine Steinmauer und die Büsche mitzunehmen, die sich gefährlich nah an der Straße befinden.
Ich fahre jetzt schon seit zwei Stunden auf etwas, das meinem Navigationsgerät zufolge eine Landstraße sein soll. Von wegen. Sie ist kaum breit genug, dass zwei Wagen aneinander vorbeifahren können.
Ich verziehe das Gesicht, als mir mein Smartphone anzeigt, dass ich in zwei Komma zwei Kilometern an einem weiteren Kreisverkehr vorbeimuss.
Als ob das Fahren auf der falschen Straßenseite nicht schon schlimm genug wäre, müssen sie auch noch ein anderes System für Längenangaben haben und zwingen einen darüber hinaus ständig, durch Todeskreisel zu fahren.
Ich sollte überhaupt nicht hier sein. Nicht allein. Das hier hätte Maeves Reise sein sollen. Nicht meine.
Seit ihrem sechzehnten Lebensjahr hatte sie jedes einzelne Detail geplant. Doch ihr Gesundheitszustand erlaubte es ihr dann nicht, diese Reise anzutreten.
Jetzt wird sie es niemals tun.
Mich überkommt eine Welle der Trauer, und ich muss die Tränen, die mir in die Augen schießen, wegblinzeln, damit meine Sicht nicht verschwimmt.
Es ist schlimm genug, die beste Freundin zu verlieren, aber es ist noch einmal ein ganzes Stück schlimmer, wenn sie gleichzeitig die eigene Schwester ist.
Um mich abzulenken, stelle ich das Radio an, doch anscheinend spielt jeder verdammte Sender dasselbe Lied.
»I see her face. Blurred by time. Arms outstretched, but never mine.« Die Stimme des eindeutig irischen Sängers ist tief und sexy, doch der Text ist herzzerreißend und spielt mit meinen ohnehin schon empfindlichen Gefühlen. »Let the Irish rains wash away yer tears. Let me kiss away yer pain …«
Meiner Kehle entringt sich ein leises, fast hysterisches Lachen. Wenn es nur so einfach wäre.
»Come to me, my love. I’m waiting on the shore. It’s safe in yer harbor, but that’s not what ships are for.«
Es ist sicher in deinem Hafen.
Ja klar.
In meiner Welt ist absolut nichts sicher. Weder der Job, für den ich mir den Hintern abgearbeitet habe, noch der sanfte, wortgewandte Kerl, den ich unvorsichtigerweise in mein Herz gelassen habe, und vor allem nicht die Prognose der Ärzte, dass sich meine Schwester wieder erholen würde.
Ich habe alle drei verloren.
Ein Schmerz folgte dem anderen.
Also habe ich den Koffer gepackt, den ersten Flug vom O’Hare International gebucht, meinem fremdgehenden Verlobten den Ring zurückgegeben und mich entschieden, endlich die eine Sache zu tun, um die mich meine Schwester vor ihrem Tod noch gebeten hat – jedes einzelne Abenteuer auf ihrer Wunschliste abzuhaken.
Ich hole das zusammengefaltete Blatt Papier aus meiner Tasche und presse es an meine Brust.
»Wenn etwas passieren sollte …« Sie hatte mir die Liste vor ihrer Operation in die Hand gedrückt. Sonst hatte sie den Zettel immer bei sich gehabt. All ihre Träume auf ein verdammtes Blatt liniertes Papier gekritzelt. »Wenn ich nicht mehr dazu komme …«
»Du kommst wieder in Ordnung.«
»Versprich es mir.«
Ich versprach es ihr. Nicht weil ich wirklich glaubte, dass sie es nicht schaffen würde, sondern weil ich mit ganzem Herzen davon überzeugt war, dass alles in Ordnung kommen würde.
Lebe dein Leben für uns beide, Delaney.
Jetzt kann ich die Tränen nicht mehr zurückhalten, die mir über die Wangen laufen. Wut vermischt mit Verzweiflung.
»Verflucht, Maeve. Und verflucht sei deine verdammte Liste. Und dass du mich allein gelassen hast.«
Der Sänger fährt mit seinem deprimierenden Text fort. »Whiskey is the cure for a broken heart.«
Aber in Wirklichkeit gibt es kein Heilmittel für ein gebrochenes Herz. Nur Methoden, um den Schmerz zu betäuben.
Ich sehe immer noch ihr Gesicht vor mir, höre ihre Worte, als hätte meine Schwester sie erst gestern ausgesprochen. »Manchmal denke ich, du fühlst dich schuldig, weil ich krank bin und nicht du.«
Natürlich tat ich das. Mukoviszidose ist eine genetische Erkrankung, und bei meiner Empfängnis hatte ich eine fünfundzwanzigprozentige Chance, sie zu bekommen. Es ist nicht fair, dass sie mich übersprungen hatte, nur um meine Schwester langsam zu töten.
»Lass dich von meiner Krankheit nicht vom Leben abhalten, Delaney. Finde dein Glück.« Dabei hatte sie mich auf diese Weise angesehen, bei der ich immer das Gefühl bekam, ich würde ihr leid tun. Als sei ich diejenige, die tägliche Behandlungen und wöchentliche Krankenhausbesuche über sich ergehen lassen musste.
Das waren ihre letzten Worte an mich.
Also bin ich jetzt hier.
Um zu leben.
Oder es zumindest zu versuchen.
Einen Monat lang, ohne Regeln oder Reue. Mit dieser verdammten Liste als einzigem Führer. Das habe ich ihr damals versprochen. Es hat jedoch sechs Monate gedauert, bis ich den Mut dafür aufbrachte.
Na ja, sechs Monate und einen Tritt in den Hintern. Vier Jahre Uni hatten mich nicht darauf vorbereitet, wie schwierig der Arbeitsmarkt sein würde. Doch in zwei Jahren war es mir gelungen, mich von der Kaffeebringerin des Büros zur leitenden Assistentin hochzuarbeiten. Bis ich letzte Woche wegen Budgetkürzungen gefeuert wurde.
Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hatte, war, meinen Verlobten Matt in meiner Wohnung mit einer anderen Frau zu erwischen. Er hatte so getan, als sei es meine Schuld gewesen, weil ich früher nach Hause gekommen war.
Mistkerl.
Ich massiere mir den Nacken. So langsam macht sich mein Schlafmangel bemerkbar. Im Kopf rechne ich den Zeitunterschied aus. Es ist fast achtzehn Uhr hier, was bedeutet, dass es daheim kurz vor Mittag ist. Ich bin seit über dreißig Stunden wach und vollkommen erschöpft.
Im Flugzeug konnte ich nicht schlafen.
Und das lag nicht allein an meiner Nervosität, sondern auch daran, dass ich zwischen einem quengeligen Kleinkind und einem Mann saß, der nach Fetakäse und Schweiß stank. Diese Kombination bewirkte, dass mir den ganzen Flug über schlecht war.
Ich hätte mir in Dublin lieber ein Hotel suchen und meinen Jetlag wegschlafen sollen, anstatt gleich mit meiner Fahrt quer durch das Land zu beginnen, aber mein Budget ist begrenzt, und Maeves Liste lang.
Dreißig Dinge in dreißig Tagen. Es erscheint unmöglich.
Mein erster Halt ist der Knocknarea. Ich habe keine Ahnung, wo das ist, außer an der Westküste, aber ich habe es in mein Navi eingegeben und hoffe einfach, bald da zu sein, weil ich nämlich noch keine Ahnung habe, wo ich schlafen werde. Die meisten Nächte muss ich wohl im Auto verbringen, aber heute Nacht hätte ich wirklich gern ein richtiges Bett.
Ich gähne, reibe mir die Augen und überlege, ob ich vielleicht einfach rechts ranfahren und ein paar Stunden schlafen soll. Doch mir bleibt keine Zeit, mich zu entscheiden, weil etwas Rotes um die Ecke direkt auf mich zugeschossen kommt.
Mist.
Der Fahrer des anderen Wagens bremst nicht ab, sondern fährt weiter stur auf mich zu und nimmt dabei mehr als die Hälfte der Straße ein.
Panisch reiße ich das Steuer nach links. Doch ich schätze falsch ein, wie viel Platz ich noch habe, und das Auto schrammt die alte Steinmauer entlang.
Oh. Mein. Gott.
Am liebsten würde ich die Augen schließen und auf den Aufprall des Autos warten.
Jede Faser meines Körpers ist angespannt.
Doch statt in mich hineinzukrachen, hupt das rote Cabrio nur, während es mit mehr Platz zwischen uns vorbeifährt, als ich gedacht hatte.
»Arschloch.«
Da höre ich einen Knall. Wie ein Pistolenschuss. Ich spüre ihn in der Brust, doch es kommt offenbar von der Front meines Mietwagens. Dann verliere ich die Kontrolle über das Steuer.
Ich will auf die Bremse treten, erwische in meiner Panik aber das Gaspedal.
Der Wagen rast über die rechte Spur und durchbricht Mauer und Gebüsch. Jeder Knochen in meinem Körper wird durchgerüttelt, während ich einen Abhang hinunter durch eine Schafherde rumple. Ich trete das Bremsregal durch und hoffe inständig, dass die Tiere rechtzeitig aus dem Weg laufen.
Mit einem letzten gewaltsamen Aufbäumen kommt der Wagen endlich zum Stehen.
Das. Kann. Doch. Nicht. Wahr. Sein.
Ich presse meine Stirn gegen das Lenkrad und schreie so laut ich kann, bis meine Kehle ganz wund ist. All die aufgestauten Emotionen, die ich im letzten halben Jahr unterdrückt habe, rollen durch mich hindurch wie eine Flutwelle.
Um die Sache noch schlimmer zu machen, ist das strahlende Blau des Himmels plötzlich zu einem bedrohlichen Grau geworden. Ein fetter Regentropfen fällt auf die Windschutzscheibe, gefolgt von einem weiteren, bis die Wolken über mir so richtig loslegen und der Regen so dicht wird, dass ich keinen Meter weit sehen kann.
Ich schreie erneut, lauter diesmal. Ich brülle jeden Kraftausdruck, der sich in meinem Wortschatz befindet, darunter ein paar, die ich mir gerade ausdenke.
»Alles in Ordnung...




