E-Book, Deutsch, 243 Seiten
Reihe: LYX.digital
Seabrook Wild Irish - Shane
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7363-1730-7
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 243 Seiten
Reihe: LYX.digital
ISBN: 978-3-7363-1730-7
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Das Finale der WILD-IRISH-Trilogie
Nachdem Makena Fraser von ihrem Ex auf übelste Weise abserviert wurde, hat sie erst mal genug von den Männern. Deshalb lässt sie sich von ihrer Cousine überreden, eine Auszeit zu nehmen und nach Irland zu reisen. Im Flieger trifft sie auf Shane Hayes, der ganz offenbar genau die Art Mann ist, die sie wie die Pest meiden sollte. Doch das Knistern zwischen ihnen ist schwer zu ignorieren. Und warum sollte sie sich nicht einfach mal auf eine Affäre einlassen? Keine Verpflichtungen, keine Versprechen, genau so, wie Shane es offenbar auch mit Beziehungen hält. Doch dann findet sie heraus, dass Shane Teil der Band Wild Irish ist, die weltweit die Charts stürmen. Und von Stars hat sie eindeutig genug, seit ihrem Ex der Ruhm als Hollywood-Star zu Kopf gestiegen ist. Doch so sehr sie sich auch dagegen sträubt, die Anziehungskraft zwischen Shane und ihr ist stärker als alles, was sie je erlebt hat. Aber kann sie wirklich glauben, dass der Bad Boy der Band ausgerechnet für sie seinen Rockstar-Lifestyle aufgeben würde?
'Ich liebe die Jungs von Wild Irish. Immer wenn man denkt, man könnte keinen mehr lieben als den vorher, gibt uns die Autorin den nächsten sexy Iren zum Dahinschmelzen.' The Hatters
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1
Makena
Turbulenzen erschüttern das Flugzeug, und die Angst schnürt mir die Kehle zu. Ich schließe die Augen, atme tief ein und versuche, nicht an die Tausende von Metern zu denken, die die Blechbüchse, in der ich mich gerade befinde, vom Atlantik unter mir trennen.
Atme, Makena.
Ich atme tief ein und aus.
Das Flugzeug ist relativ leer, und die wenigen Passagiere, die in der Kabine verteilt sitzen, schlafen entweder oder starren auf den winzigen Bildschirm vor sich.
Wir sind erst seit wenigen Stunden in der Luft, was bedeutet, dass es noch mindestens vier weitere dauert, bis wir in Dublin landen.
Ich hasse es zu fliegen. Habe es immer schon vermieden, wann immer ich konnte. Natürlich habe ich die entsprechenden Selbsthilfebücher gelesen und immer wieder gehört, dass es die sicherste Art zu reisen ist. Doch nichts, nicht einmal die drei Wodka Soda, die ich vor dem Start getrunken habe, haben den wachsenden Druck in meinem Schädel lindern können.
Es ist nicht nur der Flug, der mich stresst, sondern mein ganzes verdammtes Leben. Genauer gesagt die relativ spontane Entscheidung, mit einer Frau, der ich noch nie im Leben begegnet bin, für ein halbes Jahr das Haus zu tauschen und in Irland zu leben.
Ich stöhne leise und spüre Panik in mir aufsteigen.
Mache ich das wirklich?
Der Vertrag ist unterschrieben, und es gibt kein Zurück mehr.
Meine Cousine Quinn war diejenige, die mich davon überzeugt hat, es zu tun. Sie war immer schon die Abenteuerlustige von uns beiden, ein bisschen verrückt und sehr wild, genau wie ihre Brüder. Ich habe mich immer gefragt, ob daher wohl ihr Nachname Savage rührt. Wir sind so unterschiedlich wie Habanero und Kartoffel.
Und ich bin die Kartoffel.
Es ist schwer, als Fraser in einer Kleinstadt voller Savages aufzuwachsen. Ich habe mich dort nie wirklich zu Hause gefühlt. Nie richtig hineingepasst. Zumindest bis ich Chad kennenlernte. Da war ich nicht mehr die langweilige schlichte Makena. Ich war mehr. Ich gehörte zu ihm. Die Welt lag uns zu Füßen und all dieser Quatsch. Wir waren wie König und Königin des Abschlussballs. Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.
Was für ein Schwachsinn.
Mir wird schwer ums Herz, wie immer, wenn ich an den Mann denke, der mir das Herz gestohlen hat, nur um es in tausend winzige Stücke zu brechen.
Er ist der wahre Grund, warum ich mich schließlich entschieden habe, Port Clover zu verlassen. Um von ihm und seiner neuen, sehr schwangeren Frau so weit wie möglich wegzukommen. Und natürlich von all den angeblich wohlmeinenden Leuten, die es kaum erwarten konnten, sich gegenseitig den neuesten Klatsch und Tratsch mitzuteilen.
Ein weiteres Flugloch, und wieder schlägt mein Magen Purzelbäume. Doch niemand sonst scheint sich daran zu stören, und das Leuchtschild für die Sicherheitsgurte bleibt dunkel.
Sei nicht so paranoid, Makena, wiederholt mein Verstand das, was Chad mir immer gesagt hat, wenn er spät nach Hause kam und nach billigen Parfüm stank. Aber ich war nicht paranoid. Ich hatte recht. Und ich habe eine wichtige Lektion gelernt.
Männern kann man nicht vertrauen. Keinem von ihnen. Und sie brechen jedes Versprechen.
Ein tiefes männliches Lachen, gefolgt vom Kichern einer Frau lenkt meinen Blick auf die Abtrennung zwischen Business Class und Economy.
Das Geräusch und alles, was es impliziert, bewirkt etwas in mir. Es weckt ein Verlangen, das ich seit Jahren nicht mehr gespürt habe, und gleichzeitig all meine Abwehrmechanismen.
Es ist nicht so, dass ich den Männern komplett abgeschworen hätte. Auch wenn das anhand meines nicht vorhandenen Liebeslebens denkbar wäre. Aber ich habe Beziehungen abgeschworen, und das hat meinem Sexleben einen echten Dämpfer versetzt. Denn zu Quinns Bestürzung bin ich für bedeutungslosen Sex einfach nicht geschaffen.
Nicht, dass der Sex mit Chad jemals besonders toll gewesen wäre. Aber er ist der einzige Mann, mit dem ich jemals richtig zusammen war, und die Vorstellung, Sex mit jemand anderem zu haben, hat etwas Furchteinflößendes für mich. Ich bin nicht prüde, wie Quinn zu denken scheint. Ich bin einfach nur ein Feigling.
Schon wieder dringt Gelächter über die Sitzreihen zu mir.
Das Kabinenlicht ist abgedunkelt, und im Dämmerlicht erkenne ich den breiten Rücken eines Mannes, der einer Flugbegleiterin etwas ins Ohr flüstert. Selbst in dem schwachen Licht kann ich sehen, wie ihn die hübsche Blondine interessiert mustert und seinen tätowierten Unterarm berührt.
Die beiden sind etwa drei Meter von mir entfernt. Sie berühren sich kaum, doch durch die Art, wie er sich anzüglich zu ihr vorbeugt, komme ich mir wie eine Voyeurin vor. Das Spiel, das ich beobachte, wird wahrscheinlich damit enden, dass sich die beiden zur Toilette schleichen und dem Mile High Club beitreten.
Ich höre die tiefe und melodische Stimme des Mannes, kann aber nicht verstehen, was er sagt. Wieder lacht er. Es ist ein Klang, der mir einen wohligen Schauer über den Rücken jagt.
Verdammt.
Er ist attraktiv. Ich brauche ihn nicht zu sehen, um das zu wissen, so wie er entspannt dasteht und doch den Raum um sich herum einnimmt. Die Arroganz, die er ausstrahlt. Das ist ein Mann, der genau weiß, wie er seinen Charme und sein gutes Aussehen einsetzen muss, um zu bekommen, was er will.
Den Typ kenne ich.
Chad war auch so. Als wäre das Leben ein Büfett, an dem man sich einfach bedienen kann, ohne Rücksicht darauf, wessen Herz dabei auf der Strecke bleibt.
Mistkerl.
Das Flugzeug wackelt, neigt sich erst auf die eine, dann auf die andere Seite, und mir wird ganz übel.
»Alles in Ordnung«, sage ich zu mir selbst und kralle mich fest an meinen Sitz. Aber ich kann bereits spüren, wie sich eine meiner Panikattacken in meiner Brust zusammenbraut.
Der Mann blockiert immer noch den Eingang zur Toilette, und so ungern ich den kleinen Flirt der beiden unterbrechen möchte, muss ich mir unbedingt kaltes Wasser ins Gesicht spritzen, bevor ich hyperventiliere.
Ich öffne meinen Sicherheitsgut und stehe auf. Während ich den Gang entlanggehe, fühlen sich meine Beine an, als würden sie unter mir zusammenklappen.
»Entschuldigung«, murmle ich, als ich bei ihnen bin.
Der Mann ist noch größer, als ich dachte. Mindestens dreißig Zentimeter. Ich bin keine eins sechzig. Sein schwarzes T-Shirt spannt sich über breiten Schultern, und seine Rückenmuskeln arbeiten bei jeder kleinen Bewegung.
Plötzlich habe ich einen Kloß im Hals und muss mich räuspern.
»Entschuldigung«, sage ich, lauter diesmal. Zu laut. Gott, warum muss ich so peinlich sein!
Langsam dreht er sich um. Die Flugbegleiterin wirkt peinlich berührt, beim Flirten mit einem Passagier ertappt worden zu sein, und eilt mit roten Wangen davon.
Ich kann es ihr nicht verdenken. Obwohl ich das Gesicht des Kerls noch nicht gesehen habe, finde ich seine Präsenz bereits berauschend.
Er blockiert noch immer die Tür zur Toilette, und obwohl ich den Blick immer noch gesenkt halte, spüre ich, wie er mich mustert und auf etwas zu warten scheint.
Ich seufze frustriert. »Würden Sie bitte …«
Wieder wackelt das Flugzeug, und ich muss mich an der Wand abstützen. Als ich das tue, berühren sich unsere Arme. Wärme schießt durch mich hindurch, und es kribbelt überall. Schnell ziehe ich die Hand zurück.
Mit einem arroganten Grinsen, das ich aus dem Augenwinkel bemerke, lehnt sich der Mann zu mir vor und sagt mit starkem irischen Akzent: »Würde ich was?«
Die Zweideutigkeit seiner Stimme lässt mich wohlig erschauern, aber auch sämtliche Alarmglocken in meinem Kopf schrillen. Einen kurzen Moment lang stelle ich mir vor, wie mehr als nur sein Blick über meinen Körper gleitet.
Große Hände.
Kräftige Muskeln.
Die dicke Ausbuchtung in seinem Schritt …
Scheiße. Konzentrier dich, Makena.
Aber jede schmutzige Fantasie, die ich jemals hatte, schießt mir durch den Kopf, und dieser Fremde spielt in jeder von ihnen die Hauptrolle.
Eine lange erhitzte Sekunde vergeht, bevor ich wieder in die Wirklichkeit zurückgeholt werde.
Ein weiterer Ruck, und das »Bitte anschnallen«-Schild leuchtet auf, gefolgt von der Stimme einer Flugbegleiterin über die Lautsprecher. »Wir durchfliegen jetzt eine Schlechtwetterfront. Wir bitten alle Passagiere, sich auf ihre Plätze zu begeben und sich anzuschnallen. Vielen Dank.«
Mir bleibt keine Zeit, zu meinem Sitz zurückzugehen, bevor die nächste Runde Turbulenzen das Flugzeug knarren und stöhnen lassen, als würde es gleich zusammenbrechen. Ich schreie halblaut auf, als der Kabinendruck abfällt und ich für einen kurzen Moment schwerelos bin. Kurz darauf werde ich wieder auf den Boden gerammt und taumle vorwärts in eine Wand aus harten Muskeln.
»Vorsicht, Süße.« Die Worte rollen in tiefstem irischen Akzent von seinen zu einem frechen Grinsen verzogenen Lippen. Große Hände legen sich um meine Oberarme, und dort, wo er mich berührt, schießt Wärme durch den dünnen Stoff meiner Bluse.
Innerlich verfluche ich das kribbelnde Gefühl zwischen meinen Beinen, das seine Nähe verursacht.
Meine Scheidung ist zwar erst seit zwei Monaten offiziell durch, doch es ist Jahre her, seit mich jemand so intim berührt hat wie dieser Mann jetzt.
Wie erbärmlich ist das?
Als ich aufblicke, legt mein bereits rasender Puls noch einmal einen Zahn zu und setzt dann kurz...




