Sedlaczek | Das große Wörterbuch des Wienerischen | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 580 Seiten

Sedlaczek Das große Wörterbuch des Wienerischen

Die Herkunft der Wörter und ihre richtige Aussprache. Mit mehr als 10.000 Stichwörtern und zahlreichen Belegstellen.
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7107-6805-7
Verlag: Michael Wagner Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die Herkunft der Wörter und ihre richtige Aussprache. Mit mehr als 10.000 Stichwörtern und zahlreichen Belegstellen.

E-Book, Deutsch, 580 Seiten

ISBN: 978-3-7107-6805-7
Verlag: Michael Wagner Verlag
Format: EPUB
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Was ist ein Dauerhahn? Warum mussten früher die Wideln brennt sein? Wie gefährlich ist es, wenn einem Striezi der Fisch in der Hosen aufgeht? Das und noch viel mehr verrät uns Robert Sedlaczek im bisher komplettesten Gebrauchswörterbuch des Wiener Dialekts: 'Das große Wörterbuch des Wienerischen' enthält neben den oft vielschichtigen Bedeutungen der einzelnen Wörter auch eine phonetische Umschrift, ferner Hinweise auf die Herkunft der Wörter und illustriert deren Verwendung mit zahlreichen Belegstellen - aus den Stücken Johann Nestroys und Ferdinand Raimunds, aus alten Wienerliedern und Schlagern der 'Dialektwelle', aus den Programmen beliebter Kabarettisten, aus Tageszeitungen etc. Außerdem werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu anderen Dialektregionen dokumentiert, insbesondere zum Sprachgebrauch in Altbayern mit dem Zentrum München. Im Buch finden sich sowohl Wörter des modernen Wienerischen als auch Wörter der älteren Mundart, wobei manche Belege bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreichen. Sie machen deutlich, wie sich jener Dialekt, der von Wien aus auch in andere Bundesländer ausstrahlt, verändert hat, wie lebendig er nach wie vor ist - und wie auch junge Menschen heute mit dem Wienerischen kreativ umgehen, indem sie alte Wörter aufgreifen und neue erfinden.

Robert Sedlaczek, Dr. phil., geboren 1952 in Wien, Studium der Publizistik, Germanistik und Anglistik, schrieb von 2005 bis 2023 eine wöchentliche Sprachkolumne in der 'Wiener Zeitung'. Er verfasste zahlreiche Bücher über die Sprache: 'Wörterbuch der Alltagssprache Österreichs', 'Österreichisch fia Fuaßboifans', 'Wiener Wortgeschichten. Von Pflasterhirschen und Winterschwalben', 'Das unanständige Lexikon. Tabuwörter der deutschen Sprache und ihre Herkunft', 'Sprachwitze. Die Formen, die Techniken, die jüdischen Wurzeln' etc. Ferner war er Koautor des bei Haymon lieferbaren 'Großen Wörterbuchs der Tiroler Dialekte' von Hans Moser.
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A


a : vor Zahlwörtern: ea kummat um a Fümfe (= er käme ungefähr um fünf Uhr) i griagat frische Semmeln – hå?ms aa?

aa [eigtl. auch]: dea is aa a Depp (= er ist wirklich ein dummer Mensch); Trio Lepschi, „Deholiolleo“ (auch von Agnes Palmisano interpretiert): „Da Heagott hod an Feebl fia die Wiena (...) / nua maunxmal kummt da Tod und tuad eahm pflanzen, / ea sogt: A bisserl vahetschln tuast es scho / aa, waun s an Woiza tanzen, wear is trotzdem alle schtanzen, jo die Wiena hol i eh aa olle o“ (= hole ich ohnehin und ganz bestimmt ab; vgl. ähnl. Wortspiel unter: anstellen).

å?b- (gespr. ob-) [dient wie standardsprl. ab- als Vorsilbe bei Verben, aber zusätzliche Wortbildungen im Wienerischen]: å?bbankeln (= sterben; gem. ist die Totenbank = Totenbahre); sich å?bbeindeln (= sich das Leben nehmen); å?bbeißen (= eine empfindliche Niederlage hinnehmen müssen, vor allem im Sport); sich was å?bbeißen können (= sich ein Beispiel nehmen); sich von wås nix å?bbeißen können (= keinen Nutzen von etwas haben); sich ane å?bbetteln (= eine Ohrfeige herausfordern); å?bbeuteln (= abschütteln); sich å?bbeuteln (= etwas Unangenehmes gelassen hinnehmen); å?bbiagn (= wegehen, vermeiden; eine Gefängnisstrafe absitzen; stehlen); å?bbildeln (= fotografieren); å?bblatteln (= abblättern); sich å?bbrausen können (= keine Chance auf Zustimmung haben); sich an å?bbrechen (= sich schief lachen); sich å?bbrennen lassen (= sich bräunen lassen); å?bbrennt (= gebräunt; oft: zu stark gebräunt, gerötet; die Bed. finaziell ruiniert ist gesamtdt.); sich å?bbröckeln (= sich schief lachen); å?bbrocken (= abpflücken, arretieren, verhaften); å?bbröseln (= abbröckeln); sich å?bbröseln (= sich schieflachen); sich å?bbürsten (= für etwas die Verantwortung übernehmen); å?bbusseln (= abküssen); å?bchristeln (= abschwingen, beim Skifahren); å?bdürren (= verdorren); å?bfåhren (= verschwinden, sterben); wem å?bfahren låssen (wem = Akk.) (= jemanden abweisen); å?bfaunzen (= ohrfeigen); å?bfelbern (= abschreiben, kopieren; masturbieren, vom Mann); å?bfieseln (= abnagen, Fleisch vom Knochen lösen): å?bflåchen (= pleitegehen); å?bflåschen, å?bflåschna (= ohrfeigen); å?bfotzen (= links und rechts ohrfeigen); sich ’s Leben å?bfressen (= den Kummer hineinfressen, sich kränken); sich å?bfretten (= sich mühevoll im Leben durchbringen, große Mühe mit etwas haben); å?bgehen (= fehlen; des gingat/gangat ma gråd no åb = das hätte mir gerade noch gefehlt); mir geht nix å?b (= ich hab alles); des gingert mir å?b (= das fehlte gerade noch); da geht ma-raner å?b (= das ist ein Hochgenuss; eigtl. ich ejakuliere); å?bgeigeln (= um die eigene Achse drehend abstürzen, v. a. vom Papierdrachen); å?bfaunzen (= ohrfeigen); å?bgfaunzt (= abgenützt, verlottert); sich å?bgfretten (= sich mit etwas abmühen); å?bghaut sein (= listig, gerissen sein); å?bgneißen (= begreifen); å?bgsch irren (= abhalftern; eine Frau entkleiden); å?bgschleckt (= eingebildet, eitel herausgeputzt); å?bgråweln, å?bgråppeln (= abtasten, betatschen, abgreifen, sexuell belästigen); å?bgreifen (= abtasten, sexuell belästigen); å?bhakeln (= als erledigt kennzeichnen); å?bhålsen (= links und rechts küssen); å?bhåseln (= abräumen, abpflücken; eine abhåseln = eine Ohrfeige bekommen); sich å?bhaun (= sich schieflachen); å?bhausen (= durch schlechte Wirtschaft sein Haus verlieren, pleite machen); å?bhäuteln (= die Haut abziehen, durch Sonnenbrand eine Hautablösung erleiden); å?bhiaseln (= abmalen, abzeichnen); å?bjankern (= zusperren, ein Geschäft auflösen; sterben; ejakulieren); å?bkiefeln (= abnagen); å?bklatschen (im Fußball den Ball mit der flachen Hand wegschlagen; nach einer Auswechslung mit einer Handfläche auf die Handflächen der Betreuer und Reservespieler schlagen); å?bklauben (= abpflücken); å?bklezeln (= herunterlösen); å?bklopfen (= im Fußball einen Gegner überhart attackieren); å?bknöpfeln (= abknöpfen); å?bkrageln (= den Hals umdrehen, umbringen); å?bkråtzen (= sterben); å?bkräulen (= sich entfernen, verschwinden; sterben); å?bkristeln, auch: å?bchristeln (= abschwingen; durch eine Drehung die Fahrt anhalten; zu Kristianiabogen = scharfer Halteschwung im Skilauf; nach dem früheren Namen der norweg. Hauptstadt Oslo); å?bnegern (= jemandem etwas abbetteln; jemandem auf listige oder hinterhältige Weise Geld abnehmen, pleitegehen); å?blåden (= ein Geständnis ablegen); å?blausen (= abluchsen); å?blegen (= viel bezahlen, gestehen); å?bmåchen (= Salat mit-Marinade zubereiten); å?bmandeln (= fotografieren); å?bmaxeln (= umbringen); å?bnåsern (= dahinterkommen); å?bnudeln (= stark beanspruchen, stark...


Robert Sedlaczek, Dr. phil., geboren 1952 in Wien, Studium der Publizistik, Germanistik und Anglistik, schrieb von 2005 bis 2023 eine wöchentliche Sprachkolumne in der "Wiener Zeitung". Er verfasste zahlreiche Bücher über die Sprache: "Wörterbuch der Alltagssprache Österreichs", "Österreichisch fia Fuaßboifans", "Wiener Wortgeschichten. Von Pflasterhirschen und Winterschwalben", "Das unanständige Lexikon. Tabuwörter der deutschen Sprache und ihre Herkunft", "Sprachwitze. Die Formen, die Techniken, die jüdischen Wurzeln" etc. Ferner war er Koautor des bei Haymon lieferbaren "Großen Wörterbuchs der Tiroler Dialekte" von Hans Moser.



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