Seebacher | Effizient faul | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Seebacher Effizient faul

Minimaler Aufwand. Maximaler Erfolg.
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-99001-805-7
Verlag: edition a
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Minimaler Aufwand. Maximaler Erfolg.

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

ISBN: 978-3-99001-805-7
Verlag: edition a
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wer klug faul ist, arbeitet weniger, erreicht mehr und bleibt dabei völlig entspannt. Uwe Seebacher berät seit vielen Jahren Spitzenmanager und machte eine verblu?ffende Entdeckung: Die besten tun nur, was wirklich zählt. Gerade deshalb haben sie Erfolg und dabei noch ein Leben außerhalb der Arbeit. Bezwingend einfach erklärt Seebacher, wie wir mit der Kunst der Faulheit weniger tun und mehr erreichen.

Dr. Uwe Seebacher ist Professor fu?r Ku?nstliche und Prädiktive Intelligenz an der Hochschule Mu?nchen sowie Marketing- und Kommunikationsexperte an der Fachhochschule der WKW Wien. Zudem lehrt er in Dubai, England, Indien und den USA. Er hat u?ber sechzig wissenschaftliche Bu?cher veröffentlicht, einige gelten als Standardwerke und waren auf der Forbes-Bestsellerliste vertreten. Fu?r seine innovativen Projekte erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Diskobolos Innovationspreis und den Exportpreis der Wirtschaftskammer Österreich.
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EINE ODE AN DIE FAULHEIT


Die Motoren des Flugzeugs summten monoton, während ich aus dem Fenster auf die Wolken unter mir blickte. Nach einer langen Geschäftsreise nach Australien und Neuseeland saß ich auf dem Rückflug nach Hause und dachte an die unzähligen Aufgaben, die auf mich warteten. Es war gerade eine besonders stressige Phase meines Lebens. Mein Kalender war voll, mein Posteingang quoll über und mein Kopf drehte sich wie ein Karussell aus offenen Punkten und unerledigten To-dos. Schon beim Gedanken an die nächsten Tage schlich sich ein beklemmendes Gefühl ein. Es war, als ob ich ein riesiges Puzzle vor mir hätte, bei dem die Teile wild verstreut lagen und ich nicht wusste, wo ich anfangen sollte.

Seit vielen Jahren schon beriet ich Milliardenkonzerne, hielt Seminare und Workshops, unterrichtete auf Universitäten, schrieb wissenschaftliche Sachbücher und forschte an den neuen Entwicklungen zu Künstlicher und ihrer nächsten Stufe, der Generativen Intelligenz, die Wissen mit Kreativität vereinen sollte. Jahr für Jahr war mein Terminkalender dichter, meine Freizeit geringer und meine Belastung größer geworden. Über dem Atlantik spürte ich zum ersten Mal, wie eine gewisse Erschöpfung einsetzte. Nach meiner Landung würde es nahtlos weitergehen: Mails, Anrufe, Vorträge, Beratungen, ich musste vorbereiten, analysieren, zusammenfassen, diskutieren. Ein seltsamer Wunsch, den ich schon lange nicht mehr verspürt hatte, machte sich in mir breit. Ich wäre ganz gern einfach mal faul gewesen. In diesem Moment hatte ich das Gefühl, Faulheit würde mir und meiner Gesundheit guttun.

Im gleichen Moment war ich schockiert von dieser Idee. Mein Leben drehte sich darum, Unternehmen effizienter, erfolgreicher und produktiver zu machen. Darauf basierte mein Ruf, das war mein Versprechen. Dafür wurde ich letztlich auch bezahlt. Meine Auftraggeber wären wohl kaum glücklich gewesen mit diesem plötzlichen Wunsch, mich einfach mal auf die faule Haut zu legen.

Aber nicht nur meine Auftraggeber wären über diesen Wunsch schockiert, ich selbst war es auch. Denn ich war stolz auf meine Arbeit. Ich würde keine andere machen wollen. Ja, als ich so darüber nachdachte, erkannte ich, dass ich nicht einmal weniger machen wollte. Ich wollte offenbar beides: Mein Arbeitspensum beibehalten und gleichzeitig die Bequemlichkeit der Faulheit genießen. Ich tat diesen Gedanken als bloße Wunschvorstellung ab, wie sie Menschen eben überkommt, wenn sie müde und überarbeitet sind. Vielleicht sollte ich mal wieder eine Pause einlegen, dachte ich. Womöglich war der Wunsch nach Faulheit bloß die Erinnerung meines müden Geistes, mal wieder Urlaub zu machen.

Als ich endlich in meiner Wohnung ankam, hatte ich den Gedanken bereits in eine dunkle Ecke meines Bewusstseins verbannt und wurde von der Routine überrollt. Nachdem ich angekommen war, mich geduscht, umgezogen, und zu Abend gegessen hatte, saß ich vor dem Laptop und plante die nächste Woche. Und plötzlich schob sich diese leise Stimme in meinem Hinterkopf wieder nach vorn und hämmerte gegen meine Stirn. , sagte sie. Als ich einige Momente die Augen schloss und in mich hineinhörte, klang es nicht danach, als sehnte ich mich bloß nach Urlaub. Es klang so, als würde hier eine fundamentale Änderung meines Lebens beginnen. Und diese Erkenntnis brachte mich zum Nachdenken.

Vielleicht war diese Stimme keine bösartige Verführerin, sondern ein Signal meines Geistes. Es wurde ihm zu viel. Die Stimme ermahnte mich, mir eine Pause zu gönnen. Zur Ruhe zu finden. Schon länger hatte ich nicht mehr im Moment gelebt, sondern war von einer Verpflichtung zur nächsten gerast. Die Faulheit wollte mich in die Gegenwart zurückholen.

Dabei gab es ein Problem: Ich sah mich selbst nicht als faulen Menschen. Gleichzeitig musste auch ich einsehen, wann es notwendig war, vom Gas zu gehen. Doch genauso wenig wollte ich auf einen meiner Termine verzichten. Bald schon befand ich mich in einem inneren Zwiespalt. Termine absagen und dafür zur Ruhe finden, danach aber ein schlechtes Gewissen haben? Oder den Plan durchziehen, selbst wenn ich mich überforderte?

Um diesem Zwiespalt zu entkommen, griff ich zu einer Methode aus meiner Studienzeit. Tatsächlich ist es die einfachste Organisationstechnik, die es gibt, aber eine der effizientesten. Ich holte mein treues Notizbuch mit dem schwarzen Ledereinband aus der Schublade meines Schreibtischs, in dem ich mir immer wieder Ideen und Aufgaben aus Meetings notierte. Hinein schrieb ich mir eine To-do-Liste. Per Hand, nicht auf Tablet oder Laptop, wo ich normalerweise meine Aufgaben organisierte. Das Ritual allein ließ mich schon zur Ruhe kommen.

Auf den Anfang der Seite schrieb ich groß »To-Dos« und darunter einfach nacheinander alles, was mir einfiel: E-Mails beantworten, Interview für das schreiben, Text für die verfassen, Angebot für Kunde XYZ ausarbeiten, Präsentation für die vorbereiten, Vorlesung für die WU Wien konzipieren, Buchhaltung für Februar machen und Klaus zurückrufen. Dabei schätzte ich ab, wie lange jede Aufgabe dauern würde. Zu meiner Überraschung stellte ich fest, dass vieles gar nicht so aufwendig war, wie ich es mir vorgestellt hatte. Diese simple Struktur gab mir nicht nur einen Überblick, sondern auch ein Gefühl von Kontrolle zurück. Mit jedem erledigten Punkt konnte ich einen Haken setzen – ein kleines Ritual, das eine unerwartet große Wirkung auf mein Unterbewusstsein hatte: Es gab mir das Gefühl, etwas erreicht zu haben, und belohnte mich mit einem kleinen Motivationsschub.

Dieser Moment, so unscheinbar er wirken mag, war ein Wendepunkt in meinem Leben. Ich begann, mich intensiver mit der Faulheit zu beschäftigen. Früher hatte ich sie bloß als Feindin gesehen, als etwas, das es um jeden Preis zu meiden galt. Doch langsam kam ich ihr näher, lernte ihre wahren Eigenschaften kennen, ihre Qualitäten und ihren Nutzen. Es war, als stieße ich die Tür zu einer neuen Welt auf, zu einer neuen Lebensweise, die ich bisher nicht zu öffnen gewagt hatte, weil die Mehrheitsmeinung eindeutig war: bloß nicht faul sein! Faulheit ist schlecht! Aber was, wenn diese Überzeugungen falsch sind? Wenn sie sogar fatal sein können für unsere Lebensqualität und unseren beruflichen Erfolg?

Als systematischer Mensch begann ich, mich dem Thema auf meine Weise zu nähern. Ich entwickelte eine Theorie. Was, wenn Faulheit nutzbar gemacht werden könnte, um nicht nur die Arbeitsleistung zu steigern, sondern dabei auch noch den Stress zu reduzieren und die Lebensqualität zu erhöhen? Wenn die Perspektive eines Faulen (eines effizienten Faulen, wie ich ihn in diesem Buch nenne) Lösungen und Möglichkeiten bietet, die einem auf Arbeitsleistung gedrillten Topmanager verborgen bleiben?

Der Faule, begriff ich bald, hatte einen großen Vorteil gegenüber allen anderen. Er war in der Lage, ruhig und abgeklärt, mit gewisser Distanz sozusagen, auf die Aufgaben vor ihm zu blicken. Bevor er kopfüber in ein Projekt sprang, analysierte er es und dachte darüber nach, wie er es so effizient wie möglich bearbeiten konnte. Denn er war getrieben von dem Wunsch, schnell fertig zu werden, um danach noch Zeit für sich selbst zu haben. Und ist nicht genau das, wonach sich heute alle Menschen sehnen? Ihre Arbeit zu bewältigen und gleichzeitig Zeit für sich selbst zu haben? Der Faule schafft das.

Dabei gibt es natürlich Fallen und Hürden. Nicht jeder Faule ist effizient. Es gibt, wie wir sehen werden, negative und positive Faulheit, effiziente und ineffiziente. Wir wollen zum effizienten Typ gehören. Was bedeutet das? Nicht weniger zu tun, sondern klüger zu arbeiten.

Der Kern der effizienten Faulheit besteht also in der Strukturierung, Systematisierung und Analyse von Aufgaben. Bald schon begann ich, darüber nachzudenken, wie ich diese simple, aus der Not heraus geborene To-do-Liste systematisieren und erweitern würde. Was, wenn ich Unternehmern beibringen könnte, sich Vorlagen zusammenzustellen, mit denen sie ihre Entscheidungen und Aufgaben vereinfachen und abbilden, sodass sie sich nie mehr überfordert fühlen? Wenn Manager von Milliardenunternehmen lernten, ihren Zeitplan so effizient zu gestalten, dass noch immer Platz für Freizeit bleibt? Wenn Start-up-Gründer und Jungunternehmer beginnen würden, die wichtigen Aufgaben zu priorisieren und so nicht von einer Flut an Entscheidungen erdrückt werden, noch ehe sie die eigentliche Arbeit beginnen konnten? Wenn Studenten genau erfassen könnten, wie viel und wann sie lernen müssen, um die Prüfung zu schaffen?

Auf Basis der simplen, handschriftlichen To-do-Liste entstand so ein wissenschaftliches Konzept, das ich seit Jahren erfolgreich mit Unternehmen auf der ganzen Welt umsetze. Nach einigen Jahren, in denen sich diese Theorien in der Praxis der Wirtschaft bewährt hatten, fragte ich mich: Warum sollte dieses Konzept nicht das Leben jedes Menschen effizienter...



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